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Energie aus den Savannen?

Die Savannen bedecken etwa 20 Prozent der Erdoberfläche. Große Teile davon befinden sich in Afrika. Viele Tiere und Pflanzen lassen sich in den Savannen finden. Da liegt es nahe, diese Gebiete einmal genauer unter die Lupe zu nehmen und herauszufinden, welches Potential an Biomasse sich dort verbirgt.

 

Genau das haben die Forscher an der Uni Jena jetzt vor. Sie haben das Potential der Savannen erkannt. Victor Odipo von der Friedrich-Schiller-Universität Jena: „Hinzu kommt, dass die Savannen eine wesentliche Rolle im globalen Kohlenstoffkreislauf und damit für das Weltklima spielen.“ Um ein genaues Maß für die Speicherfähigkeit des Treibhausgases Kohlendioxid festzustellen, sei allerdings die Menge an oberirdischer pflanzlicher Biomasse zu erfassen und das ist bislang schwierig.  

Dafür gibt es jetzt eine Lösung. Geographen der Universitäten Jena und Oxford sowie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe haben einen Weg gefunden, die oberirdische Biomasse der Savannen zu vermessen und auf diese Weise auch kleinste Veränderungen zu erfassen.

Die Forscher erstellen ein dreidimensionales Modell der Landschaft. Dazu verwenden sie von Satelliten aufgezeichnete Radardaten und vom Boden aus erhobene Laserscanning-Daten. Victor Odipo von der Friedrich-Schiller-Universität Jena sagt: „Die Radardaten können zwar die Biomasse großer Gebiete erfassen, geben aber nur unzureichend Auskunft über die Struktur der Vegetation.“ In der Savanne gibt es eine dichte Grasschicht und einzelne Bäume oder Baumgruppen. Um das alles zu erfassen, werden die Satelliten-Daten daher um bodengestützte Messungen ergänzt. Aus diesen Daten ist es dann möglich, die Vegetation in Biomasse umzurechnen. PD Dr. Jussi Baade vom Lehrstuhl für Physische Geographie der Uni Jena: „Auf diese Weise erhalten wir ein vollständiges dreidimensionales digitales Modell der Landschaft, das eine exakte Analyse der Vegetationsstruktur ermöglicht.“

Unterstützt werden die Forscher übrigens vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Der Laserscanner wurde mit Hilfe von EFRE-Mitteln vom Freistaat Thüringen finanziert.

Getestet wurden die neu entwickelten Verfahren zunächst im Stadtrodaer Forst und an den Hängen des Saaletals und nun auch in der Savanne des Krüger-Nationalparks in Südafrika. Das untersuchte Gebiet ist neun Quadratkilometer groß und beinhaltete Radar-Satellitendaten und über 40 Messpunkte mit Laserscanning-Daten. Ergebnis der Studie war, dass sich aus der Kombination beider Messverfahren die vorherrschende Biomasse mit einer Genauigkeit von bis zu 2,9 Tonnen pro Hektar ermitteln lässt.

Über die Forschungsergebnisse freuen sich die Wissenschaftler. Die erfassten Daten und Möglichkeiten bieten weitere Vorteile. „Auch für das Monitoring von Veränderungen im Ökosystem Savanne brauchen wir verlässliche Angaben“, betont Victor Odipo. Ganz nebenbei wurde nämlich festgestellt, dass die Biomasse im Krüger-Nationalpark von Jahr zu Jahr abnimmt. „Das hatten wir nicht erwartet“, so Odipo, „schließlich handelt es sich ja um ein Naturschutzgebiet“.