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Warum sinkt die Nachfrage nach Kraft-Wärme-Kopplung?

Die Nachfrage nach Kraft-Wärme-Kopplung hat nachgelassen, dabei handelt es sich hier um eine effiziente und umweltschonende Art und Weise, selbst Strom und Wärme zu erzeugen und sich selbst zu versorgen. Warum lässt also die Nachfrage nach?

 

Die Vorteile liegen eigentlich auf der Hand, KWK bedeutet Strom und Wärme für den eigenen Gebrauch auf der einen Seite und Klimafreundlichkeit und staatliche Zuschüsse auf der anderen Seite. Auf diese Art sind die kleinen Kraftwerke für Hausbesitzer und Mietergemeinschaften eine tolle Sache. Im Privaten geht es um Kleinanlagen mit einer elektrischen Leistung von bis zu 50 Kilowatt. Für die Industrie und das Gewerbe sind größere BHKW von Bedeutung, hier gibt es auch die Möglichkeit der dezentralen Selbstversorgung. Insgesamt lässt sich auch sagen, dass KWK in großem Maßstab das  Energienetz stabilisieren können. Und trotzdem sinkt die Nachfrage.

Wie sehen die Zahlen aus?

Nach Angaben des Bundesverbands Kraft-Wärme-Kopplung sieht es wie folgt aus:
•    der Zubau sank bei Zulassungen und Nachrüstungen für kleine Anlagen (2 bis 10 Kilowatt) von 2649 Stück im Jahr 2014 auf vorläufig 739 im Jahr 2016
•    der Zubau sank bei kleineren Anlagen mit weniger als 2 Kilowatt von 2026 (2013) auf 313 (2016)
•    inklusive der größeren Anlagen sank der Zubau von 7476 (2014) auf 1728 (2016)

Warum sinken die Zahlen und das Interesse lässt nach?

Dazu hat der KWK-Verband eine eindeutige Einschätzung und sieht die Politik als einen Grund: „Ständige Novellierungen, Gesetzesänderungen und Diskussionen schrecken Investoren und private Interessenten ab.“ Ein Beispiel dafür ist die monatelange europarechtliche Prüfung der KWK-Novelle.

Ein weiterer Grund könnten die geringen Ölpreise derzeit sein. Die Verbraucher investieren deswegen nicht unbedingt in sparsame Heiztechnik.

Der dritte wichtige Punkt sind die Kosten. Und hier spielt die Förderung mit rein. In Punkto Förderung muss aber unbedingt mehr Transparenz her. Die Zahl der Förderungen ging laut dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln von 39,8 Milliarden Euro (2011) auf 35,7 Milliarden Euro (2014) zurück. Das könnte daran liegen, dass der Verbraucher bei 3500 einzelnen Programmen schlicht und einfach überfordert ist.

Welche Förderungen sind denn im Bereich KWK möglich?

Der Staat hat sich unterschiedliche Sachen einfallen lassen, um die Attraktivität von sparsamer Heiztechnik zu steigern. Es gibt zum einen günstige Kredite und Zuschüsse für die Anlagen selbst. Zum anderen können Erzeuger von KWK-Strom, ähnlich wie bei Ökostrom nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, Vergütungen für die Einspeisung erhalten. Des Weiteren gibt es einen KWK-Zuschlag und eine Sondervergütung für eingesparte Netzkosten, vorausgesetzt, der Betreiber der Anlage verbraucht den Strom selbst.