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Gute Zahlen und neue Aufgaben

Die Windindustrie in Deutschland verzeichnete auch 2016 wieder beeindruckende Zahlen. Der Zubau an Land ist weiterhin stabil hoch. So wuchs der Markt mit ca. 4625 Megawatt um ungefähr ein Viertel gegenüber dem Vorjahr. Damit wurde die Prognose, die Mitte 2016 von BWE und VDMA Power Systems abgegeben wurde, erfüllt. Allerdings bleibt das Wachstum mit diesen Zahlen hinter dem Volumen von 2014 zurück. Die Erwartungen für die Zukunft sind auch hoch, die Verbände erwarten für die Jahre 2017 und 2018 einen starken Zubau, auch wenn es der Übergang zum Ausschreibungssystem ist.

 

Verteilung des Zubaus

Der Zubau im Jahre 2016 verteilt sich gleichmäßig auf das gesamte Bundesgebiet. War es 2014 und 2015 noch nicht so, holen nun auch südliche Bundesländer im Windkraftbereich auf. Im Norden wurden nur 32 Prozent des Zuwachses verzeichnet – zum Vergleich: 2014 waren es 45 Prozent und 2015 waren es 37 Prozent. Hermann Albers, Präsident Bundesverband Windenergie sagt dazu: „Es droht ein Rückgang von Flächen für Projekte von morgen. Dies sollte dazu führen, dass die Bundesregierung das Instrument schneller als vorgesehen Ende 2017 überprüft.“

Prognosen

Für die unmittelbare Zukunft rechnen die Verbände auch mit einem hohen Zuwachs. Am Ende des Jahres 2016 waren der deutschen Bundesnetzagentur Genehmigungen für 2053 Anlagen mit 6128 Megawatt gemeldet worden. Diese Projekte warten auf ihre Realisierung. Weil sie noch unter dem fortgeschriebenen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) umgesetzt werden können, wird wohl der größte Teil davon schnell realisiert werden. Die Prognosen gehen daher von einem Zuwachs von 4500 bis 5000 Megawatt in 2017 und von 3000 bis 3500 Megawatt in 2018 aus. Darin enthalten sind die Projekte mit Genehmigung aus 2016 und die Projekte aus Ausschreibungen aus 2017.

Geschäftsführer von VDMA Power Systems Matthias Zelinger sagt: „Die Windenergie an Land bleibt der kostengünstige Leistungsträger des Energiesystems. In den vergangenen Jahren wurde eine beachtliche Lernkurve durchschritten. Höhere Stromerträge und mehr Betriebsstunden haben die sinkenden Vergütungen im EEG aufgefangen sowie die Systemstabilität gestützt und werden dies auch in 2017 tun. Die Windindustrie stellt sich den wettbewerblichen Ausschreibungen in Deutschland wie auch international. Sie setzt auf weitere technische Innovationen und leistet nach wie vor einen starken Beitrag zum Gelingen der Energiewende in Deutschland, Europa und weltweit.“

Für 2019 befürchten die Experten aber einen Rückgang des Zuwachses auf unter 2800 Megawatt, denn dann werden nur noch  Projekte aus Ausschreibungen umgesetzt. Für diese Ausschreibungsprojekte werden lange Umsetzungszeiten erwartet.

Internationale Nachfrage

„Made in Germany“ ist gefragt wie nie, so verhält es sich auch im Windkraftbereich. VDMA Power Systems geht von einem Weltmarkt von ca. 54‘000 Megawatt im Jahr 2017 aus.