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Fair-Trade in Sachen Goldförderung – ist das möglich?

Für alle Anleger, die bisher aus Umweltschutzgründen nicht in Gold investiert haben, gibt es jetzt eine Alternative: Fairtrade – Gold. Ist das eine Alternative, besonders wenn man den höheren Preis betrachtet? Da gehen die Meinungen sicherlich auseinander. Ein Beitrag in die richtige Richtung ist es aber allemal.

 

Betrachtet man die Ökobilanz des konventionellen Goldabbaus, so stehen einem die Haare zu Berge. Immerhin müssen zehn Tonnen Erdreich abgebaut werden, um am Ende eine Feinunze Gold, was 31,1 Gramm sind, in den Händen zu halten. Das wird auch als Raubbau an der Natur bezeichnet. Zusätzlich sollte man bedenken, dass für den Goldabbau oft sehr giftige Stoffe, wie zum Beispiel Quecksilber und Cyanwasserstoff (Blausäure) eingesetzt werden. Mit Hilfe dieser Stoffe wird das Gold aus dem Gestein gelöst. Das Ergebnis dessen sind somit karge Landschaften ohne Vegetation und kranke Menschen, die ihren Lebensunterhalt mit dem Goldabbau in den Minen verdienen müssen.

Genau diese Dinge sollen mit dem Fairtrade – Siegel vermieden werden. Claudia Brück ist die  stellvertretende Vorstandsvorsitzende von TransFair e.V. und sie hat dazu eine eindeutige Meinung: „Die Fairtrade-Zertifizierung für Gold enthält Sicherheitsbestimmungen für Mensch und Umwelt, sie schreibt Schutzkleidung sowie Gesundheits- und Sicherheitstrainings vor. Kinderarbeit ist in Fairtrade - zertifizierten Minen verboten. Fairtrade-Gold steht für eine nachhaltige Zukunft der Minenarbeiter, ihrer Familien und Gemeinschaften.“ Selbstverständlich muss auch das Nutzen der giftigen Stoffe eingeschränkt werden. Leider gibt es noch nicht viele Fairtrade – zertifizierte Minen, aber hat eine Mine das Zertifikat, dann gibt es außerdem eine Fairtrade-Prämie in Höhe von 2.000 US-Dollar pro Kilogramm Gold.

Gibt es auch Fair-Trade-Gold in Deutschland?

Seit 2015 gibt es das Fairtrade-Siegel für Gold auch bei uns. Es sind bisher zwölf Gold-Lizenzpartner. Ein Beispiel ist die Traid GmbH aus Berlin. Geschäftsführer Florian Harkort sagt gerade zum höheren Preis des Goldes: „Eine Plattform oder einen Index für den Tages-Handelspreis von fairem Gold gibt es nicht. Der Preis orientiert sich an der außerbörslichen Handelsplattform London Bullion Market Association (LBMA). Wer Fairtrade-Gold kauft, zahlt im Schnitt 20 Prozent mehr als für konventionelles Gold. Bei Kleinbarren und Münzen sei der Aufschlag etwa 25 bis 40 Prozent.“

Gibt es trotz des Preises einen Absatzmarkt für das Gold?

Für den Absatz gibt sich Dominik Lochmann von ESG Edelmetalle aus Rheinstetten optimistisch:  „Wir glauben, dass sich mittelfristig ein Zweitmarkt etablieren wird. Das heißt, wann immer man einen Fairtrade - Goldbarren verkaufen will, sollte sich ein Käufer finden, der bereit ist, den Fairtrade-Aufschlag zu bezahlen.“ Bis es soweit ist, ist Lochmann bereit, bei ihm gekauftes Fair-Trade-Gold mit dem Fairtrade - Preisaufschlag jederzeit wieder zurückkaufen.