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Produktion trotz schwankender Energieversorgung

Industrieprozesse müssen an schwankende Energieangebote angepasst werden. Das hat auch das Bundesforschungsministerium erkannt und sogenannte Kopernikus-Projekte ins Leben gerufen. Passend dazu gibt es die Ausarbeitung „Strategien der Produktion“ von den Springer-Autoren Engelbert Westkämper und Carina Löffler. Hierin werden anschaulich Strukturveränderungen aufgezeigt, die durch neue Technologien und sogenannte Systemtechnologien hervorgerufen werden. Die Autoren erklären dazu: „Hierunter verstehen wir Technologien, welche das ganze System Produktion verändern werden. Als Beispiel seien dazu technologische Innovationen in den IT-Systemen, in der Digitalisierung, in der Energieversorgung oder auch in der Realisierung grundlegender Methoden der Organisation genannt.“

 

Die beiden Autoren bringen es in ihrer Arbeit auf den Punkt und halten fest, dass Energieeffizienz eine wirtschaftliche Bedeutung im Bereich der Produktion hat, die aber erst in den letzten Jahren entdeckt wurde. Daraus schlussfolgernd gibt es bisher wenige gute Ansätze für Energiekonzepte in der Produktion.  Es heißt dazu: „Visionäre Ideen finden sich in disruptiven Gedanken zur Integration der Energienutzung in lokalen Verbünden mit den öffentlichen Energieversorgern oder in der Selbstversorgung durch erneuerbare Energien: Erdwärme, Solartechnik, Wasser. Zur Findung langfristiger Lösungen bedarf es der Diskussion um die Substitution von Öl und Gas z. B. durch eine Wasserstofftechnologie, die zugleich auch den Vorteil der nachhaltigen Reduzierung von Emissionen hat, aber einer grundlegenden Umstellung der Prozesse und Infrastruktur bedarf.“

Die erwähnten Kopernikus-Projekte für die Energiewende wurden im April 2016 bekannt gegeben und werden nun durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert, und zwar bis 2025 mit insgesamt rund 400 Millionen Euro. Besonderes Augenmerk liegt hier auf Forschungsarbeiten zur Anpassung von Industrieprozessen.

Eine erste Veranstaltung zum Projekt „Synchronisierte und energieadaptive Produktionstechnik zur flexiblen Ausrichtung von Industrieprozessen auf eine fluktuierende Energieversorgung (SynErgie)“ hat es bereits gegeben, und zwar am 30. November 2016 an der TU Darmstadt. Springer-Autor Eberhard Abele, SynErgie-Sprecher und Professor im TU-Fachbereich Maschinenbau macht noch einmal die Wichtigkeit deutlich: „Wir vernetzen Windrad und Solarmodul mit der Produktionsmaschine.“ Die Größe und Bedeutung des Projekts kann man auch an der Zahl der teilnehmenden Partner ablesen, deren Zahl nämlich 83 beträgt. Zu diesen Partnern gehören unter anderem Forschungsinstitute, zivilgesellschaftliche Organisationen und Unternehmen, wie Siemens, Daimler, Steag oder Trimet. Sie haben alle ein gemeinsames Ziel, und zwar die große Herausforderung der Energiewende zu meistern, indem die Erzeugung von Wind- und Solarstrom und deren Verbrauch zeitlich aufeinander abgestimmt werden müssen.