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Energiespeicherung mit der „Redox-Flow-Batterie“

Jetzt ist es endlich soweit: Das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT) in Pfinztal kann ab März dieses Jahres die Speicherung von Erneuerbaren Energien mit einer „Redox-Flow-Batterie“ erproben. Das Projekt mit einem Windrad und einer Batterie, das an die 19-Millionen Euro verschlingt, gibt es schon seit 2009, jetzt soll das Windrad endlich gebaut werden. Es wird rund 150 Meter hoch sein und auf dem Hummelberg zwischen Grötzingen und Pfinztal errichtet.

 

Warum gab es Verzögerungen?

Wie bereits erwähnt, gibt es das Projekt schon seit 2009 und das Windrad sollte schon 2014 gebaut werden. Allerdings gab es Schwierigkeiten. „Die Verzögerung des Projekts ist darauf zurückzuführen, dass wir lange auf der Suche nach einem passenden Hersteller für das Windrad waren“, sagt der ICT-Produktbereichsleiter Angewandte Elektrochemie, Jens Tübke. Er erklärt weiter: „Die großen Hersteller wollten das aus verschiedenen Gründen nicht realisieren oder hatten kein Interesse.“ Gemeint ist damit der Plan, dass der gewonnene Strom direkt vom Windrad in die Batterie eingespeist wird. Dort wird die Energie dann gespeichert.

Wie geht es jetzt weiter?

Nach den erwähnten anfänglichen Schwierigkeiten ist nun ein Baupartner gefunden worden.  „Aber jetzt haben wir ein kleines Start-up-Unternehmen im Norden gefunden. Die Bestellung ist raus“, sagt Tübke, der denkt, dass schon Anfang März der erste Probelauf möglich sein wird.

Das Gebäude, in dem die Batterie untergebracht wird, steht bereits an Ort und Stelle. Auch sind die Tanks schon mit 600 Kubikmetern Elektrolyt befüllt. Im Zuge des Projekts und der Forschung soll nun der Stromspeichervorgang optimiert werden. In diesem Zusammenhang soll auch herausgefunden werden, wie man die Kosten in einem vertretbaren Rahmen halten kann.

Jens Tübke schildert den weiteren Vorhabenplan: „Die Batterie hat zwei Ausbaustufen, in der ersten Ausbaustufe sollen ungefähr ein Megawatt und zehn Megawattstunden speicherbar sein, in der zweiten Stufe dann bis 2018 zwei Megawatt und 20 Megawattstunden.“

Die einzelnen Batteriekomponenten sind übrigens Produkte aus dem Maschinenbau aus deutscher Fertigung. „Alle Technologien und Hersteller sind in Deutschland und teilweise sogar im Schwarzwald ansässig“, erklärt der Produktionsbereichsleiter. Das Fraunhofer Institut ist mit Recht stolz darauf, mit den Batterien eine echte Alternative zu den Produkten aus Fernost zu haben.

Windrad – Proteste

Dass es im Zusammenhang mit Windrädern immer wieder zu Protesten kommt, sieht man täglich in den Medien. Und so ist auch mit diesem Projekt. Es gab hier Proteste von Bürgern, die Tübke so erklärt: „Es ist eine prominente Stelle und das Windrad ist hoch und dementsprechend sichtbar.“ Er sagt aber auch weiterhin, dass viele Kritiker überzeugt wurden, dass das Projekt notwendig ist. Außerdem gibt es einen weiteren positiven Aspekt, nämlich den, dass das Windrad „auch für andere Forschungsfragen zur Verfügung gestellt wird“, erklärt der Produktbereichsleiter.