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Brennstoffzellen für den privaten Haushalt

Warum hat sich die Brennstoffzelle im Haushalt noch nicht durchgesetzt? Das Prinzip ist einfach, die Technik ist ausgereift und der Strom kann vermarktet werden. Der Durchbruch im privaten Haushalt lässt aber nach wie vor auf sich warten.

 

Vorteile von Brennstoffzellen

Gegenüber herkömmlichen Kraft-Wärme-Kopplungs-Lösungen haben die Brennstoffzellen den Vorteil, dass stromgeführt betrieben werden, das heißt, sie produzieren elektrische Energie und die Wärme wird „nebenbei“ erzeugt. Springer Vieweg-Autor Thomas Badenhop versucht dazu in seinem Buchkapitel „Brennstoffzellen in der Hausenergieversorgung“ aufzuklären: „Durch den technischen Fortschritt bei der Wärmedämmung sinkt der Wärmebedarf der Gebäude zukünftig. Des Weiteren führt eine Steigerung des Lebensstandards zu einem höheren Bedarf an elektrischer Energie. Brennstoffzellen-Heizgeräte können diesem Bedarf am besten Rechnung tragen bis hin zu Systemen mit einem elektrischen Wirkungsgrad von über 40 %."

Was außerdem für die Brennstoffzelle spricht, sind die die steigenden Strompreise. Der Preis geht nach oben und das wird er auch künftig tun. Bereits heute kostet der Strom, gerechnet auf eine Kilowattstunde (kWh), sechsmal so viel wie Erdgas. Dazu kommt, dass Strom gut vermarktbar ist. Möglich ist nämlich eine Einspeisung in das öffentliche Netz. Wärme kann nicht vermarktet oder irgendwo eingespeist werden.

Auch die erhältlichen Geräte geben eine private Nutzung her. Die Hersteller sind optimistisch. Die im Callux-Feldtest bisher geprüften Brennstoffzellen werden mit Erdgas betrieben, laufen ohne Probleme und erreichten sehr hohe Betriebsstundenzahlen. Außerdem wurden die CO2-Emissionen deutlich gesenkt. Schlussendlich waren auch die Anwender zufrieden.

Sicherlich ist der Preis von mindestens 20.000 Euro nicht gerade ein Vorteil, dem gegenüber stehen aber erhältliche Fördermittel, wie das Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE). Je nach Art und Größe der Brennstoffzellen gibt es bis zu 10.000 Euro. Außerdem ist der Strom vermarktbar. Rechnet man alle Zahlen inklusive der Nutzungsdauer und anderer Energie-Details im Haushalt zusammen, so kann unterm Strich durchaus eine Nachhaltigkeit erreicht werden.

Trotzdem keine Erfolge

Und trotzdem: Alle aufgelisteten Vorteile haben bisher nicht gereicht, der Brennstoffzelle im privaten Haushalt zum Durchbruch zu verhelfen. Die Experten rechnen zwar mit einem Anstieg der Nachfrage, trotzdem ist der Anteil an den Heizungen in Deutschland verschwindend gering.

Springer Vieweg-Autor Jörg Scheffler fasst in seinem Buchkapitel „Technologien dezentraler Stromerzeugung“ einmal alle wesentlichen Fakten zusammen: „Wesentliche Vorteile von Brennstoffzellen im Vergleich zu anderen Technologien der Kraft-Wärme-Kopplung liegen in einem hohen elektrischen Wirkungsgrad, dem konstruktiv einfachen Aufbau der Kernkomponente ohne bewegliche Teile, einem praktisch nicht vorhandenen Schadstoffausstoß, einem geringen Geräuschpegel beim Betrieb."