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Grazer - Deklaration Biomasse

Mehrere Verbände haben jüngst die so genannte Grazer Deklaration unterzeichnet. Dazu gehören der Weltbiomasseverband, der Europäische Biomasseverband sowie die nationalen Landesverbände aus Österreich, Deutschland, Italien, Slowenien, Kroatien und Serbien. In der Deklaration beziehen die Verbände ganz klar Stellung und fassen ihre Forderungen an die EU-Energiepolitik zusammen.

 

In ihrer unterzeichneten Grazer-Deklaration formulieren die Verbände eindeutig ihre Forderungen, wozu unter anderem folgende Punkte gehören:  
• eine Halbierung des fossilen Energieverbrauchs in der EU bis 2030
• der Ausstieg aus der fossilen Stromerzeugung
• die Forcierung aller erneuerbaren Energieträger und eine Verdoppelung des Bioenergie-Endverbrauchseinsatzes
• eine 2,5-Verfachung der erneuerbaren Energieträger
• die Einführung einer CO2-Abgabe

Hintergrund dafür ist unter anderem das Abkommen von Paris, bei dem Ziele gesetzt wurden, die den internationalen Klimaschutz betreffen. Diese Ziele  können auch mit Hilfe des Bereichs der Biomasse erreicht werden. Die globale Erwärmung soll auf zwei Grad oder weniger begrenzt werden und dabei kann die Biomasse maßgeblich helfen, denn sie ersetzt fossile Reserven, garantiert eine hohe Versorgungssicherheit und reduziert die Abhängigkeit von Importen fossiler Energie.

Remigijus Lapinskas, Präsident des Weltbiomasseverbandes hat dazu eine Schätzung abgegeben. Er sagt, dass die Bioenergie in der nahen Zukunft weltweit mindestens 150 EJ (56 EJ in 2013) zur Energieversorgung nachhaltig beitragen kann. Die Bereiche, in denen die Bioenergie einen Beitrag leisten kann, sind beispielsweise:
• die Verwendung von Biokraftstoffen im Verkehr
• die Dekarbonisierung des Wärmesektors durch die Nutzung von Biomasse in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen
• eine effiziente Energiebereitstellung aus biogenen Abfällen und Agrarrückständen

Um die Energiewende vollziehen zu können, muss eine Strategie ausgearbeitet werden, die für eine deutliche schrittweise und jährliche Reduzierung der fossilen Brennstoffe sorgt, und zwar weltweit. Europa könnte in diesem Bereich eine Vorreiterrolle übernehmen.

Europa hat in einigen Punkten große Vorteile, so dass eine Umsetzung in eine fossilfreie Gesellschaft hier zuerst vonstattengehen könnte. Europa bietet zum Beispiel:
• die richtigen Technologien
• das passende Know-how und ausreichend Erfahrung
• ausreichend Kapital
• positive Beispiele aus der Energiepolitik

Die potentielle Vorreiterrolle Europas in diesem Themenbereich ist auch Grund, weshalb zahlreiche europäische Biomasseverbände die Grazer Deklaration unterzeichnet haben und damit sowohl ein klares Zeichen in die richtige Richtung setzen als auch viele Vorschläge machen, wie die Klimaziele erreicht werden können.

Mit der Grazer Deklaration wird daher auch eine Einführung einer progressiv steigenden CO2-Abgabe empfohlen. Diese sollte zumindest 100 Euro/t CO2 erreichen, um wirksam zu sein und die Ziele in die richtige Richtung zu lenken. Außerdem wird eine Strategie für die europäische Wärmewende gefordert, ebenso wie ein Plan für die Biomasse-Mobilisierung aus den europäischen Wäldern verlangt wird.