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Die Energieversorger Eon und RWE und das liebe Geld

Können Eon und RWE durch ihren Plan der Aufspaltung wirklich auf neues Kapital hoffen oder gibt es zu viele Baustellen, die nicht bedacht wurden. Wie sehen die Bilanzen aus und wie die Zukunft? Die Unternehmen zeigen sich hoffnungsvoll und finden nun den Weg an die Börse.

EON

Der Energieversorger Eon möchte mit Uniper - das ist das Unternehmen, in dem das Geschäft mit den Kohle-, Gas-, Wasserkraftwerken gebündelt ist, im Herbst an die Börse gehen. Uniper hat einen Wert von 15 Milliarden Euro, zumindest in den Büchern von Eon. Dieser Wert musste jüngst nach unten korrigiert werden, die Zahl heißt jetzt zwölf Milliarden Euro. Was der Börsengang am Ende bringt und welche Anleger treu sind, bliebt abzuwarten.

Vorteile hat eine Aufspaltung des Energiekonzerns schon, so können sich die Ingenieure und Manager auf ihren jeweiligen Bereich konzentrieren und neue Investoren werden angelockt. Es ist allerdings schwierig, wenn der Wert von Uniper noch weiter nach unten korrigiert werden muss. Damit steigen die Verluste und die Chance im „grünen“ Geschäft Fuß zu fassen.

Einige Zahlen von Eon:
•    Im ersten Halbjahr 2016 ergab sich zusammengefasst ein Fehlbetrag von etwa drei Milliarden Euro
•    Das Eigenkapital verringerte sich im gleichen Zeitraum um fast sieben Milliarden Euro

RWE

Auch RWE will den Weg an die Börse gehen und das Geschäft mit dem Namen Innogy, das sich mit den sogenannten "grünen" Energien beschäftigt, vergrößern. Noch in 2016 sollen zehn Prozent verkauft werden, was in etwa zwei Milliarden Euro entspricht.

Sollten nun diese erwarteten Erlöse ausbleiben, dann ergeben sich auch für RWE Probleme, es steht weniger Geld zur Verfügung und eventuell muss auf konventionelle Kraftwerke zurückgegriffen werden.  

Eon und RWE

Stellen Netzbetreiber ihr Netz für andere Stromanbieter und für Verbraucher zur Verfügung, so dürfen sie dafür Gebühren verlangen. Eon und RWE tun das beide. Hiermit wollen die Unternehmen Investitionen in Windparks und Solaranlagen tätigen und konkurrenzfähig gegenüber neuen Unternehmen bleiben. Allerdings sind die sogenannten Netzentgelte gedeckelt, im September sollen sie sogar gesenkt werden. Spätestens ab 2018 im Gasnetz bzw. 2019 im Stromnetz dürfen die Gebühren nicht mehr so hoch sein. Somit haben Eon und RWE auch hier keine konstante Geldquelle.

Laut Regierungsvorschlag sollen die vier Stromkonzerne Eon, RWE, Vattenfall und ENBW bis 2022 Geld in einen staatlichen Fonds überweisen, der dazu dient, die Zwischen- und Endlagerung von Atommüll zu finanzieren. Diese atomaren Altlasten liegen den Unternehmen zusätzlich schwer im Magen. RWE kämpft zwar noch dagegen, Eon hat aber schon signalisiert, die zehn Milliarden Euro zu zahlen.

Schlussendlich kommen auch noch diverse „kleine“ Probleme auf die Energieversorger zu, wozu beispielsweise die niedrigen Zinsen, der Brexit oder auch die Auseinandersetzungen mit der Türkei gehören. Das bringt natürlich Unruhe und Vorsicht unter die Investoren. Da heißt es einfach, abzuwarten, wie es weitergeht.