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Energieversorger Verbund erforscht neue Möglichkeiten

Wird Strom aus Wasser-, Wind- oder Sonnenkraft produziert, dann ist in Spitzenzeiten meist etwas übrig, etwa wenn der Wind günstig steht. Den überschüssigen Strom kann das Stromnetz unter Umständen nicht aufnehmen. Daher wird nach Möglichkeiten gesucht, die überschüssige Energie anders zu nutzen.

 

Eine Möglichkeit hierfür ist beispielsweise die Elektrolyse. Hierbei wird mit Hilfe des überschüssigen Stromes sauberer Wasserstoff produziert. Der Wasserstoff wiederum wird in vielen Industrie Bereichen gebraucht, wie zum Beispiel für die Herstellung von Düngemittel, für die Metallverarbeitung oder auch zur Kühlung.

Wie wird Wasserstoff produziert?

Bisher geschah die Herstellung von Wasserstoff meist mittels Dampfreformierung. Ausgangsstoff ist Erdgas, Endprodukte sind jedoch neben Wasserstoff auch noch Kohlenmonoxid oder Kohlendioxid.

Wird der Wasserstoff dagegen durch Elektrolyse gewonnen, dann ist das entschieden umweltfreundlicher, aber auch teurer. In diesem Prozess wird Wasser durch Stromzufuhr Sauerstoff und Wasserstoff gespalten. Eva Plunger von Verbund Solutions erklärt dazu: „Wenn es schon überschüssigen Strom gibt, warum sollte man ihn nicht zur Wasserstoffherstellung verwenden?" Derzeit werden die Produktion und die Verwendung von derartigem „grünen Wasserstoff“ untersucht.

Fragen, die erst geklärt werden müssen

Allerdings tun sich im Zuge der Forschung auch Probleme auf, wie beispielsweise der Ort der Elektrolyse. „Man könnte Elektrolyse gleich neben einem Windrad durchführen. Das Problem ist nur: Dort braucht man keinen Wasserstoff", schildert Plunger die Situation, die eines der vielen Forschungsfelder betrifft. Auch ein Problem stellen die Verwendung und Verteilung des Wasserstoffs dar. Möglich wäre hier eine Abfüllung in Flaschen mit anschließendem Transport. Auf der anderen Seite könnte auch der Abnehmer die Produktion übernehmen, um den Wasserstoff dort zu haben, wo er gebraucht wird. Was auch möglich ist, ist eine Einspeisung in die Erdgaspipelines. Hier würde dann das Gas quasi verdünnt werden.

Was ebenso denkbar wäre, wäre eine Lagerung in Tanks als Energiespeicher. Im Bedarfsfall würde dann der Wasserstoff in Brennstoffzellen geleitet, um Strom zu produzieren. Insgesamt lässt sich also sagen, dass es viele Wege gäbe, „die bevorzugte Variante ist aber die Verwendung in Industrieprozessen", meint Plunger.