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Benzin- und Dieselverbot in Norwegen – ist das auch eine Lösung für Deutschland?

Norwegen verfolgt entschlossen seine Ziele – das wäre in jedem Fall auch eine Lösung für Deutschland. Keine Benzin- und Dieselautos mehr – das lässt sich bei uns wohl kaum umsetzen.

Zum Hintergrund: Norwegen setzt drastische Maßstäbe. Bis 2050 soll hier den Anteil von Autos mit Benzin- oder Dieselmotor enorm reduziert werden. Die Norweger haben einen Plan, den „Nationalen Transportplan“. Dieser wird umgesetzt, so dass es viel weniger Schadstoffe sind, die ausgestoßen werden. Schon jetzt ist es in Norwegen Tatsache, dass der am häufigsten zugelassene Neuwagen ein Tesla ist.

Geht das auch in Deutschland?

Ganz so einfach ließe sich solch ein kurzfristiger Plan sicherlich nicht umsetzen. Es gibt zu viele Punkte, die dagegen sprechen. Man bedenke nur:

•    Die Autoindustrie ist in Deutschland eine Schlüsselindustrie, hier arbeiten 700 000 Menschen.
•    Das meiste Geld wird hierzulande in Forschung und Entwicklung gesteckt.
•    Die norwegischen, unkomplizierten und reichen Verhältnisse sind nicht mit den deutschen vergleichbar.

Projiziert man die norwegische Festlegung auf Deutschland, so würde das folgendes bedeuten: Ab dem Jahr 2030 wird kein Auto mit Benzin- oder Dieselantrieb mehr verkauft. Dann wäre der Verkehr bis 2050 frei von CO2. Das ist gar nicht mehr so lange hin. Und wie solle man das umsetzen? Was wird dann von den Bürgern gefahren? Elektroautos? Dazu fehlen sicherlich noch technische Fortschritte, wie große Akkus oder finanzielle Anreize, wie Subventionen oder Förderungen. Sicherlich hat die Branche in letzter Zeit – siehe Abgas-Skandal VW – einiges an Vertrauen eingebüßt, aber das reicht bei weitem nicht aus, ein derartiges Umdenken einzuleiten.

Tatsache ist, dass in den nächsten Jahren weitere Gelder in die Entwicklung von Dieseltechnologie fließen werden, denn unterm Strich ist jedes Dieselfahrzeug sauberer in Sachen CO2 als sein Benzinkollege. Damit können sicherlich auch die hochgesteckten CO2-Grenzwerte ab 2021 eingehalten werden können.

Aber wie kommen wir trotzdem noch auf den Markt der E-Mobilität?

Gerade VW hat beschlossen, eben weil das Vertrauen der Verbraucher gelitten hat, hohe Investitionen in diese Technik zu tätigen. E-Autos sind nun einmal die Zukunft, das sollte auch in Deutschland so sein. Die staatliche Kaufprämie für E-Autos hat auch noch nicht so richtig Boden gewonnen, hier müsste vielleicht etwas nachgelegt werden. Schlussendlich ist der Weg aber noch ein langer und bis dahin brauchen wir trotzdem saubere Fahrzeuge und eine Automobilindustrie, der man vertrauen kann. Hier haben die Konzerne Nachholbedarf, um den Kunden zufrieden zu stellen und das Dieselfahrzeug wieder salonfähig zu machen.