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Ökostrom-Rekord zu Weihnachten

Nach Berechnungen von Agora Energiewende war am zweiten Weihnachtsfeiertag 2016 ein Tiefpunkt erreicht, der bedeutet, dass für die elektrische Energie an der Börse negative Preise gezahlt wurden. Das wiederum heißt, dass die Stromerzeuger pro Megawattstunde rund 67 Euro dafür zahlten, dass sie den Strom loswurden. Das ist positiv für Industrieanlagen, aber der Verbrauch war in Deutschland zu dem Zeitpunkt mit gut 41 Gigawatt sehr niedrig.

 

 

Die Erzeugung aus erneuerbaren Quellen hatte mit knapp 35 Gigawatt einen neuen Höhepunkt und konventionelle Kraftwerke produzierten nur 14 Gigawatt. Trotzdem wurde eine Überproduktion von acht Gigawatt verzeichnet. Der Strom, der zu viel war, wurde größtenteils nach Österreich exportiert.

Was steckt dahinter?

Man kann diese Situation zu Weihnachten schon als Sensation bezeichnen und als Triumph für die Energiewende. So wurden am zweiten Weihnachtsfeiertag fast 85 Prozent des Strombedarfs durch Wundenergie gedeckt. Die Netze konnten den vielen Strom auch ohne Probleme verarbeiten.

Außerdem war der Verbrauch zu Weihnachten überaus niedrig, weil viele Fabriken und Gewerberäume geschlossen waren und weil das Wetter sehr mild war. Daraus ergab sich die Tatsache, dass bereits am 24. Dezember die Strompreise fielen, und zwar bis in den Negativbereich. Diese Minuspreise klingen wie ein Paradoxon, machen aber durchaus Sinn, denn sie werden zur Disziplinierung der konventionellen Erzeuger genutzt. Es soll ein finanzieller Anreiz sein, die Überproduktion zu senken.

Tatsache ist, dass Öko-Strom bei der Einspeisung Vorrang hat. Ebenso sind die Abnahmepreise fest. Die Energie, die aus Kohle, Gas und Atomkraft entsteht, kommt lediglich ergänzend hinzu. Und die Produktion dieser Energie wurde heruntergefahren. Daher haben viele Betreiber in neue Technik investiert und können die Kraftwerke flexibler steuern. Außerdem wurde die Leistung von Atom- und Braunkohlekraftwerken reduziert.

Bedenken der Klimaschützer

Klima- und Umweltschützer haben trotzdem Bedenken. Sie sehen in der hohen Überproduktion von billigem Kohlestrom trotz der sinkenden Preise eine Gefahr, denn die Überproduktion wird permanent ins Ausland verkauft. Hoffnung setzen sie in die Bundestagswahl im September. Es ist nämlich Tatsache, dass einige der Kohlekraftwerke noch laufen, weil die Betreiber eventuell mit neuen Subventionen von der neuen Bundesregierung hoffen.