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Neue Heiztechnologien – Heizen mit Eis, Abwasser oder Meerwasser?

Es werden immer neue Technologien entwickelt, gerade im Bereich des Heizens und viele von ihnen werden erfolgreich in der Praxis erprobt. Nachfolgend sind einige Heiz - Ideen kurz vorgestellt, die auf den ersten Blick ziemlich weit hergeholt erscheinen.

1.    Heizen mit Eis

Heizen mit Eis? – Das hört sich abenteuerlich an. Wie soll das funktionieren? Die Rede ist hier von Eisspeichern, die zum Heizen einen Eisblock verwenden. Die so genannte Kristallisationsenergie wird frei, wenn Wasser zu Eis gefriert. Und genau das passiert, während die Wärmepumpe einem Eisblock Wärme entzieht. Der Eisblock liegt in einem Betonbehälter. Der Clou des Ganzen: Das Eis, das sich am Ende der Heizperiode gesammelt hat, kann im Sommer zur Kühlung verwendet werden.

Tatsächlich ist dieses Verfahren bereits erfolgreich getestet worden und derartige Eisspeicher befinden sich schon in Wohnanlagen und Firmengebäuden. Einer der größten dieser Speicher wird in der Firmenzentrale des Hausbauers Kampa in Aalen verwendet. Sagenhafte 685 Kubikmeter Fassungsvermögen hat dieser Speicher dort. Die Technologie ist in diesem neu errichteten Firmengebäude ganz weit vorn, denn außerdem wird dort ein Luft-Absorber als Wärmequelle und eigene Solarzellen für die Stromproduktion genutzt. Der Kampa-Geschäftsführer Josef Haas ist begeistert von der Heiztechnologie und sagt dazu, dass eine komfortable Vorlauftemperatur von 65 Grad erreicht wird und „praktisch keine Energiekosten" anfallen.

2.    Heizen mit Abwasser

Dass ein Heizen mit Abwasser möglich sein soll, hört sich mindestens genauso absurd an. Beim genaueren Hinsehen aber eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten, die auch noch funktionieren. Das Rathaus in Fürth nämlich wird schon seit 2011 mit Abwasser beheizt. Der hiesige Versorger nutzt die Tatsache aus, dass sich genau unter dem Gebäude ein Hauptkanal befindet, durch den ca. 150 Liter Abwasser in der Stunde fließen, was außerdem eine konstante Wärme von ca. 12 Grad Celsius hat. Das wiederum reicht aus, um eine Wärmepumpe zu betreiben. Zur herkömmlichen Technik gibt es hier nur den Unterschied, dass statt einer gashaltigen Sole eben Wasser durch den Heizkreislauf läuft.  

Wer jetzt an Schmutz und Gestank denkt, dem sei gesagt, dass diese unangenehmen Dinge aufgrund der geschlossenen Systeme eines Wärmetauschers draußen bleiben und niemanden belästigen.

Das Heizen mit Abwasser ist aber leider nur an bestimmten Orten möglich. Allerdings ist ja noch nicht aller Tage Abend – das sagt sich zumindest der  Tüftler Helmut Uhrig, der diese Technologie gern weiter verbreiten möchte. Er plant in Frankfurt ein neues Projekt mit 700 Kilowatt Heizleistung und 500 Kilowatt Kühlleistung

3.    Heizen mit Meerwasser

Was mit Abwasser geht, das geht auch mit Meerwasser? Ganz so einfach ist es nicht. Aber dennoch nicht unmöglich. Stiebel Eltron hält den Betrieb einer Wärmepumpe mit Meerwasser nämlich genau für die richtige Lösung für das Herrenhaus Plas Newydd an der walisischen Küste. Hier durften nämlich die atemberaubenden Ansichten des Hauses nicht durch ein Pumpenhaus verdeckt werden. Dieses Kulturdenkmal wird nunmehr seit 2014 mit Meerwasser beheizt und das Haus vor Feuchtigkeit geschützt. Den Staat, der Eigentümer ist, freut es, denn es wird eine Menge gespart und kein Öl mehr verbraucht.