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Schäden durch einseitigen Anbau

Es ist tatsächlich so, dass Schäden entstehen durch den einseitigen Anbau auf Ackerflächen, wenn es um Biomasse geht. Der NABU-Dachverband BirdLife International und die Umweltorganisation Transport & Environment legten jetzt das Schwarzbuch Bioenergie vor und darin ist genau diese Tatsache zu finden. Eindrucksvoll legt das Schwarzbuch die teilweise massive Zerstörung anhand von acht Beispielen dar.

 

Sechs der acht aufgelisteten Beispiele sind aus Europa. Hintergrund der Untersuchungen ist die Tatsache, dass der Anbau von Energiepflanzen wertvolle Lebensräume von Pflanzen und Tieren zerstört und selbst vor Schutzgebieten keinen Halt macht. Leider ist in der Liste der Beispiele auch Deutschland zu finden. Je nach Region nimmt bei uns der Maisanbau dramatisch zu, um der Verpflichtung der Biomasse-Energieerzeugung nachzukommen. Ganz konkrete Beispiele aus Niedersachsen zeigen eindrucksvoll, dass es Ackerflächen gibt, die bis zu 75 Prozent mit Mais gefüllt sind.

Das Problem ist der einseitige Anbau

Der einseitige Anbau mit Mais stellt genau das Problem dar, denn damit wird die Artenvielfalt gefährdet, genauso wie der Boden und das Grundwasser. Olaf Tschimpke, NABU-Präsident, bringt es auf den Punkt: „Die besorgniserregende Entwicklung in Niedersachsen zeigt, dass Deutschland keineswegs das Vorzeigeland bei der nachhaltigen Nutzung von Biomasse ist. Die derzeitige Praxis konterkariert die selbstgesteckten Ziele der Bundesregierung beim Klimaschutz. Angesichts des Verlustes von wertvollen Lebensräumen durch den Biomasseanbau ist es absurd von ‚grüner Energie‘ zu sprechen. Klimaschutz paradox trifft es eher.“

Folgen des Anbaus

Schaut man sich die Folgen einmal genauer an, die ein derartiger einseitiger Anbau haben kann, dann fragt man sich zwangsläufig nach Sinn und Unsinn des gesamten Unterfangens. Zu den Folgen zählen unter anderem:
•    Ein Maisanbau auf Moorboden hat mehr klimaschädliche Treibhausgase zum Ergebnis als durch deren Ersatz von fossilen Energieträgern eingespart werden könnten.
•    40 Tonnen Treibhausgase entweichen jährlich aus einem Hektar Mooracker.
•    Die Nachhaltigkeit des Ganzen bleibt durch diese Fakten auf der Strecke.
•    Die Stickstoffmengen, die als Gärreste und Gülle auf den Feldern landen, stellen eine akute Gefahr für das Oberflächen- und Grundwasser dar.
•    Es gibt bereits viele Stellen in Deutschland, an denen die zulässigen Grenzwerte für gesundheitsschädliches Nitrat im Grundwasser überschritten werden.

Wie soll es weitergehen?

Der NABU und BirdLife International haben eindeutige Forderungen an die EU:
•    die Festschreibung von strengen Nachhaltigkeitskriterien für den Anbau und die Nutzung von Bioenergie
•    die Einführung einer Obergrenze für die energetische Nutzung von Biomasse
•    eine Produktion von Bioenergie, die zukünftig so ressourcen- und energieeffizient wie möglich ist, zum Beispiel durch die energetische Nutzung von Biomasse erst nach einer wiederholten stofflichen Nutzung
•    das Festlegen klarer Effizienzwerte