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Windenergietechnik-Fachkraft
Ingenieure in der Windenergiewirtschaft


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Die Windkraft bietet die Möglichkeit, Energie zu erzeugen, ohne Schadstoffe auszustoßen. Lediglich für die Herstellung der Anlage und deren Aufstellung und Wartung wird Energie benötigt, wodurch auch Emissionen auftreten. Die Nutzung ist jedoch sauber und bedarf keinerlei Kraftstoffe. Der so produzierte Strom kann zur Versorgung von Häusern genutzt werden, aber auch für die Erzeugung von Wasserstoff. Eine einzige 1,5-MW-Anlage kann rund 1.000 Haushalte versorgen. Im Laufe einer 20-jährigen Nutzungszeit kann etwa 10 bis 15mal soviel Energie gewonnen werden, wie für die Herstellung der Anlage verbraucht wurde. Der Erntefaktor liegt damit bei ungefähr bei 12 bis 15 Monaten. Der Erntefaktor gibt an, wann ein System die Energiemenge erwirtschaftet hat, die für die eigene Produktion notwendig war. Bei konventionellen Kraftwerken beträgt dieser nur 0,3 bis 0,4, weil während des Betriebs ständig Energie in Form von Rohstoffen zugeführt werden muss.
Der Wachstumsschub im Windenergie-Bereich wurde im Jahr 2000 durch die Novelle des 'Erneuerbare-Energien-Gesetzes' (EEG) ausgelöst. Diese Regelung garantiert den Windkraft-Anlagen-Betreibern für jede Kilowattstunde eine Vergütung von 9 Cent. Dies gilt für eine Dauer von fünf Jahre ab der Inbetriebnahme. Danach wird der Betrag je nach Anlage verringert auf mindestens 6 Cent. Seit dem 1. Januar 2002 reduziert sich die Vergütung für neu errichtete Anlagen jährlich um 1,5 %. Die Gesamtlaufzeit dieser geregelten Vergütung ist maximal 20 Jahre.
Die Stadtwerke müssen als verantwortlicher Energieversorger den gesamten durch Windenergie-Anlagen erzeugten Strom abnehmen und entsprechend den gesetzlichen Maßgaben vergüten. Teilweise sind die Stadtwerke zudem verpflichtet, den erzeugten Strom auch dann zu vergüten, wenn sie ihn nicht abnehmen. Obwohl die Windenergie selber noch nicht konkurrenzfähig gegenüber Kohle und Atomkraft ist, werden ihr so die erforderlichen Einnahmen zugesichert.
Mitte März 2001 folgte darüber hinaus ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes in Luxemburg, der die deutsche Förderpraxis endgültig für rechtens erklärte. Diese Planungssicherheit überzeugte diverse große Energiekonzerne, in diesen Sektor zu investieren.
Dr. Hans-Peter Ahmels, Präsident des Bundesverbandes WindEnergie(BWE), betonte auf der Hannover Messe 2002: 'Mit dieser Leistung lassen sich in einem normalen Windjahr rund 3,5 % des deutschen Stromverbrauchs decken.'
In Europa folgen immer mehr Länder dem deutschen Weg. Nach Dänemark baut Spanien jetzt massiv die Windenergie aus und auch Frankreich will folgen. Beispiele dafür sind, dass im Frühjahr 2001 vertraglich besiegelt worden ist, dass in Italien ein neuer Windpark mit einer installierten Leistung von ca. 80 MW entstehen soll. Ein weiterer Windpark soll in der nordspanischen Provinz Aragon mit 132 Anlagen und 99 MW Leistung aufgebaut werden. Dänemark will bis zum Jahr 2030 rund 50 % des eigenen Stroms aus Windkraft erzeugen.
Die weltweit größte Windkraftanlage ist von Enercon und wird seit Sommer 2002 in Egeln bei Magdeburg aufgebaut und erprobt. Der Prototyp der Anlage E-112 verfügt über eine Nennleistung von 4,5 MW und kann Strom für bis zu 15.000 Personen liefern. Allein der Betonturm erreicht bereits eine Höhe von über 120 m, die Rotorblätter sind über 52 m lang. Die drei Rotorblätter und die Gondel wiegen zusammen über 500 t. Nach Fertigstellung der Anlage sollen umfangreiche Tests vorgenommen werden, die in die Konstruktion einer zweiten Testanlage münden sollen. Erst nach Abschluss von Tests an einer zweiten verbesserten Anlage will ENERCON den Schritt in den Offshore-Bereich vornehmen, für den die Anlage konzipiert ist.
Die Mehrzahl der Deutschen befürwortet einen weiteren Ausbau der Windkraftnutzung. 89,2 % der Bevölkerung wollen nach einer vom Wirtschaftsverband Windkraftwerke in Auftrag gegeben repräsentativen Emnid-Umfrage vom März 2002, dass mehr Windkraftanlagen errichtet werden. Insgesamt 82,2 % der Befragten befürworten die Offshore-Windenergienutzung.