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drcliff
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Beitragvon drcliff » 26.10.2018 21:22 Uhr

Hallo zusammen,

ich habe ein Problem mit meiner Wohnraumbelüftung.

Die LWZ steht in Lüfterstufe 2 seit Einbau auf 140m³/h. Ich wollte unsere Abluftventile durch neue ersetzen, da die damals verbauten keine Filter hatten sowie um ggfs. Lüftungsgeräusche zu minimieren .

Um den Volumenstrom korrekt einstellen zu können habe ich mir von einem Bekannten ein Testo Messgerät ausgeliehen.

Beim Einstellen habe ich festgestellt, dass der tatsächliche Volumenstrom deutlich vom eingestellten Wert abweicht.

Bei 140m³/h (jeweils bei Zuluft und Abluft) erhalte ich wenn ich alle Ventile messe in Summe 190m³/h an den Abluft Ventilen sowie 220m³/h an den Zuluft Ventilen. Es liegt also eine deutliche Abweichung zwischen Zu- und Abluft (obwohl identisch eingestellt) sowie zwischen tatsächlicher und eingestellter Luftmenge (135%-155%).

Ist das normal, dass so eine große Abweichung zwischen dem eingestellten Wert und der tatsächlichen Leistung vorliegt und was würdet ihr empfehlen? Vom Gefühl her würde ich jetzt die Anlage so einstellen, dass die gemessenen Volumenströme an den Ventilen in Summe der errechneten Luftaustauschmenge von Stiebel (150m³/h) entspricht, unabhängig davon, was dann in der Anlage eingestellt ist.

Im Voraus vielen Dank.

MfG
Christian

energieprojekt
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Beitragvon energieprojekt » 27.10.2018 10:03 Uhr

Guten Morgen Christian,
willkommen bei Energieportal24.de
Ich würde mich als erstes mal an den Erbauer sowie Planer des lufttechnischen Systems deines Hauses wenden beziehungsweise die Plaunungsunterlagen zur Hilfe ziehen.
Wenn die Arbeiten damals gewissenhaft ausgeführt wurden werden deinen Unterlagen auch die Messprotokolle vorliegen. Was mich wundert ist das der Erbauer des Systems diese Diskrepanz nicht schon vor Jahren bemerkt und beim Hersteller bemängelt hat.
Halte uns mal auf dem laufenden
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Beitragvon GESBB » 28.10.2018 06:50 Uhr

Hallo,
drcliff hat geschrieben:....Um den Volumenstrom korrekt einstellen zu können habe ich mir von einem Bekannten ein Testo Messgerät ausgeliehen.
Welches?
Die raumweisen Luftmengen sind nur belstbar mit kalibrierten Aufsatzhaben ermittelbar.
drcliff hat geschrieben:....Bei 140m³/h (jeweils bei Zuluft und Abluft) erhalte ich wenn ich alle Ventile messe in Summe 190m³/h an den Abluft Ventilen sowie 220m³/h an den Zuluft Ventilen.

Bei korrekter Betriebsweise sollte es ein Gleichdruck-System sein.
Außenluft (= Summe Zuluft) = Fortluft (= Summe Abluft)
drcliff hat geschrieben:....Es liegt also eine deutliche Abweichung zwischen Zu- und Abluft (obwohl identisch eingestellt) sowie zwischen tatsächlicher und eingestellter Luftmenge (135%-155%).

Fehler im Messverfahren (Messmethodik)?
drcliff hat geschrieben:....Ist das normal, dass so eine große Abweichung zwischen dem eingestellten Wert und der tatsächlichen Leistung vorliegt ..
Nein.
drcliff hat geschrieben:....Vom Gefühl her würde ich jetzt die Anlage so einstellen, dass....

Die Alage sollte so eingestellt werden, dass die jeweils vom Planer vordefinierten, raumweisen Luftmengen (Luftwechsel) tatsächlich auch erreicht werden.
Den Nachweis, dass dies auch vom Lüftungsgerät erreicht wird, findet man in der Kanalnetzberechnung.

Die LWZ Serien kommen ja nur bei sehr gut gedämmten Gebäuden zum Einsatz. Da haben die raumweisen Luftmengen wesentlichen Einfluß auf die Raumheizlasten (siehe Heizlastberechnung)=> Verbrauchskosten.
Wichtig die jährliche Wartung (Reinigung) insbesondere der zentralen Außenluftzuführung.

Um wirtschaftlich und CO2-arm zu sein, müssen Anlagen für Heizung und WW-Bereitung fachgerecht dimensioniert werden!
Evtl. nachträglich eingefügte Werbung stammt nicht von mir!
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Beitragvon drcliff » 28.10.2018 09:11 Uhr

Hallo,

vielen Dank für eure Antworten.

Ich versuche mal zu Antworten:
GESBB hat geschrieben:Hallo,
drcliff hat geschrieben:....Um den Volumenstrom korrekt einstellen zu können habe ich mir von einem Bekannten ein Testo Messgerät ausgeliehen.
Welches?
Die raumweisen Luftmengen sind nur belstbar mit kalibrierten Aufsatzhaben ermittelbar.

Es ist ein Testo 417 mit Testovent 417, der über den Ventilen"gestülpt" wurde zu den Messungen.
GESBB hat geschrieben:
drcliff hat geschrieben:....Bei 140m³/h (jeweils bei Zuluft und Abluft) erhalte ich wenn ich alle Ventile messe in Summe 190m³/h an den Abluft Ventilen sowie 220m³/h an den Zuluft Ventilen.

Bei korrekter Betriebsweise sollte es ein Gleichdruck-System sein.
Außenluft (= Summe Zuluft) = Fortluft (= Summe Abluft)

Hier habe ich nun festgestellt, dass die Rohrleitungen der Abluftventile, spziell in Bad und Küche sehr stark mit Staub behaftet waren, hier habe ich nun soweit alles sauber gemacht wie ich konnte.
GESBB hat geschrieben:
drcliff hat geschrieben:....Es liegt also eine deutliche Abweichung zwischen Zu- und Abluft (obwohl identisch eingestellt)
Eine Messung nach der Reinigung ergab nahezu keine Abweichung mehr zwischen Zu- und Abluft-Menge.
GESBB hat geschrieben:
drcliff hat geschrieben: sowie zwischen tatsächlicher und eingestellter Luftmenge (135%-155%).
Hieran hat sich aber nichts geändert, 140m³/h eingestellt, gemessen an allen Rohrenden ohne Ventilen in Summe 200m³h[/quote]
GESBB hat geschrieben:Fehler im Messverfahren (Messmethodik)?
Es handelt sich um das gleiche Meßgerät, wie es der Anlagenbauer zum einstellen verwendete. Ich weiß nicht auf was ich noch extra achten sollte, als dass die Messhaube mit der Decke bündig abschließt und das Messgerät in der Haube sauber eingerastet ist.
GESBB hat geschrieben:
drcliff hat geschrieben:....Vom Gefühl her würde ich jetzt die Anlage so einstellen, dass....

Die Alage sollte so eingestellt werden, dass die jeweils vom Planer vordefinierten, raumweisen Luftmengen (Luftwechsel) tatsächlich auch erreicht werden.
Den Nachweis, dass dies auch vom Lüftungsgerät erreicht wird, findet man in der Kanalnetzberechnung.

Die Kanalnetzberechnung inkl. der Luftmengen pro Ventil habe ich ja vorliegen und auf dieser Basis habe ich jetzt auch alles eingestellt. Am Lüftungsgerät sind jetzt 95m³/h konfiguriert, an den Ventilen habe ich in Summe 148m³/h (Abluft) und 153m³/h (Zuluft) gemessen. Lt. Kanalnetzplan hat Stiebel für unser Haus 150m³/h errechnet.
GESBB hat geschrieben:
Die LWZ Serien kommen ja nur bei sehr gut gedämmten Gebäuden zum Einsatz. Da haben die raumweisen Luftmengen wesentlichen Einfluß auf die Raumheizlasten (siehe Heizlastberechnung)=> Verbrauchskosten.
Davon bin ich auch ausgegangen.
GESBB hat geschrieben:Wichtig die jährliche Wartung (Reinigung) insbesondere der zentralen Außenluftzuführung.
Ich reinige die Anlage min. 2 x im Jahr, das bedeutet, WT ausbauen, alles aussaugen, Grobluftfilter reinigen. Die beiden Filter direkt am Wärmetauscher reinige/oder wechsle ich zusätzlich mehrfach (ca. 4x) im Jahr. Das sollte doch passen, oder?

Auf jeden Fall sind jetzt nach der Änderung der Einstellungen auch die Strömungsgeräusche wieder zurück gegangen, so wie wir es am Anfang im Haus auch hatten (oh hatte ich ja gar nicht geschrieben im Ursprungsposting, dass diese gefühlt auch deutlich höher waren als früher).

Danke und Gruß
Christian
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Beitragvon GESBB » 28.10.2018 10:00 Uhr

drcliff hat geschrieben:....Es ist ein Testo 417 mit Testovent 417, der über den Ventilen"gestülpt" wurde zu den Messungen.

Ein grundsätzlich durchaus geeignetes Messverfahren.
drcliff hat geschrieben:....Bei 140m³/h (jeweils bei Zuluft und Abluft) erhalte ich wenn ich alle Ventile messe in Summe 190m³/h an den Abluft Ventilen sowie 220m³/h an den Zuluft Ventilen.

Die Abluftseite ist ist drucktechnisch benachteiligt (Druckverluste)!
drcliff hat geschrieben:....Hier habe ich nun festgestellt, dass die Rohrleitungen der Abluftventile, spziell in Bad und Küche sehr stark mit Staub behaftet waren, hier habe ich nun soweit alles sauber gemacht wie ich konnte.

Abluft insbesondere von Küchen sind hinsichtlich Verschmutzungen besonders belastet. Das Kochen mit Gas ist gegenüber E-Kochen sehr verbrauchskostenfreundlich, hat jedoch den Nachteil, dass sich die Verbrennungsrückstände ablagern oder sich diese in den Abluftfiltern widerfinden, die man rechtzeitig wechseln sollte.
Wer selten bzw. nur am Wochenende Kocht, für den sind E-Systeme wirtschaftlich sinnvoll.
Wer täglich und dauerhaft Kochen muss/will, für den gibt es momentan wohl kaum eine Alternative zu GBW.
Wer einen Neubau jedoch mit einer WP unterschiedlichster Quellen ausrüstet, dies mit einer PVA wirtschaftlich sinnvoll ergänzt, muß sich über Elektrisches Kochen sicherlich wohl wenig Gedanken machen.

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