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Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 06.03.2012 20:32 Uhr

Auf 3sat in der Wissenschaftssendung "hitec" ist folgender halbstündiger Beitrag zum Thema wärmedämmte Altbauten ausgestrahlt worden.

Die verpackte Republik
http://www.3sat.de/mediathek/mediathek.php?obj=28888

Vielleicht ist das Für und Wider in diesem Beitrag eine Anregung für eine interessante Diskussion.

Wobei ich den Beitrag sehr einseitig finde und ich mich auch frage, ob der Regieführende nicht ein Freund von Konrad Fischer ist. Wie kommt man zu der Annahme, dass bei einem Altbau aus den 1920er Jahren über die Gebäudehülle nur 14 % Energie von der Gesamtenergie verloren gehen. :roll:

Hier zum Einlesen das Sendungsskript von 3sat:

Auf den ersten Blick ein simpler Vorgang
In Wiesbaden bauen die amerikanischen Streitkräfte ihr neues Europa-Hauptquartier. Alle Gebäude werden mit Wärmedämmverbundsystemen isoliert. Die Platten aus Polystyrol sind bereits zugeschnitten. Es kommt Kleber drauf, Dämmplatte dran, fertig. Doch der Teufel steckt im Detail.
An Türen und Fenstern müssen die Platten millimetergenau angepasst werden. Jeder Spalt, jede Lücke in der Gebäudehülle kann üble Folgen haben. Das erklärt Malermeister Michel seinen Handwerkern immer wieder. Polystyrol ist luftdicht und wasserabweisend. Doch kalte Luft und Feuchtigkeit suchen sich ihren Weg. Selbst durch die kleinste Ritze.

Malermeister Michel:
"Das Wärmedämmverbundsystem muss auf der Fassade in Gänze aufgebracht sein, um Wärmeverlustbrücken zu vermeiden. Jedes Bauteil, das nicht gedämmt ist, erzeugt im Innenbereich eine niedrigere Temperatur an der Wandoberfläche. Dadurch gibt es Tauwasserausfall und die Gefahr von Schimmel nimmt deutlich zu."

...

So wie in diesem Mehrfamilienhaus in Köln. Die Wärmedämmung ist nur wenige Wochen alt, als der Ärger beginnt. Rund um die Fenster ist schlampig gearbeitet worden. An den kalten Wandstellen kondensiert Feuchtigkeit - für Schimmel der perfekte Nährboden.

In Wiesbaden achten die Handwerker daher peinlich genau darauf, dass die Fugen dicht sind. Denn durch die Schlitze steigt nicht nur die Schimmelgefahr. Ein Haus verliert an diesen Stellen auch deutlich an Wärme. Der nächste Schritt ist die Armierung. Ein Kunststoffnetz soll die Platten zusammenhalten und ihre mechanische Belastbarkeit erhöhen.

Seit 2002 gilt die Energie-Einsparverordnung. Das Ziel der Bundesregierung: Bis zum Jahr 2050 sollen alle Gebäude klimaneutral sein. Dafür sollen die Hauseigentümer sorgen. Der Staat will energetische Sanierungen fördern. Woher das Geld dafür kommen soll, darüber streiten Bund und Länder. Viele Hauseigentümer sind an einer möglichst einfachen und billigen Isolierung interessiert. Wärmedämmverbundsysteme bieten genau das. Eine preisgünstige Einheitsverpackung.

Quelle: http://www.3sat.de/page/?source=/hitec/ ... index.html

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon Steven » 29.05.2012 14:07 Uhr

Ich hab das auch gesehen und finde das etwas einseitig betrachtet. Natürlich sollte man bei wertvoller Architektur behutsam vorgehen und im Zweifelsfall das Dämmen lassen. Man kommt ja auch nicht auf die Idee in einen Original-Käfer einen modernen VW Motor einzubauen.
Neubauten kamen in dem Beitrag nur am Rand vor.
Die 14% bezogen sich glaube ich nicht auf die Hülle sondern auf die Fassade, die nur ein Teil der Hülle ist (wie Keller, Fenster, Dach, Türen ..). Dach dämmen (insebesondere innen) verschandelt auch die Architektur nicht.
Ansonsten kann man sich fragen, ob einem eine algenfreie Fassade es wert ist, sie direkt oder indirekt zu beheizen.

Ich verteidige zwar gerade das Dämmen, werde aber versuchen doch mit 36 Porenbeton hinzukommen. Denn es muß wirklich sorgfältig dabei gearbeitet werde, wenn das ohne Schäden ausgehen soll. Und jeder hat sich schon mal auf ner Baustelle umgesehen ...
Dann lieber etwas mehr in Fenster, Dach und Keller/Bodenplatte ... und KWL+WRG aus Komfortgründen.
Mit genug Geld kann man natürlich alles machen ... :roll:
Und warum gibt es heute eigentlich keinen Windfang mit in den achso energetisch optimierten Gebäuden. So eine Schleuse ist doch immer noch sinnvoll, oder?

Just my 5 cents
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Beitragvon brokenlink » 31.01.2013 16:36 Uhr

wenn ich heute einen Kfw 70 haus anschaue (habe gerade vor mir liegen) mit 17,5 mauerwerk und 20 cm plastik, dann bekomme ich Angst. Wird der Plastik Anteil immer größer?

Was ist wenn in 30 Jahren diese 20 cm Sondermühl ist?
In 30 Jahren habe ich vielleihct mein Haus abbezahlt und dann soll cih wieder 80 teuro aufnehmen?

Ich habe LEIDER viel von Konrad Fischer gelesen und weiß gar nicht ob der neuen Dämmung usw. überhaupt vertrauen kann und ob das wikrlich so viel bringt ... wie alle tun.

Alleine schon das die Gift in den Putz tun, damit in den ersten 5 Jahren keine Algen bilden. Total lächerlich. Mein Arbeitskollege hat vor 8 Jahren gebaut und eine Wand ist schon fast grün.

Ich will ein gut dämmtes Haus und ich will Erneubaren Energien, aber ich will nicht das Versuchskaninchen sein.
Man kann sich heut zu Tage nicht man für die richtige Heizung entscheiden.

Keine Lust 50 Jahre lang zu arbeiten und davon 30 Jahre für ein Haus? Um dann es wie bei den 70er Fertighäuser anzureisen, den die wussten es damals auch nicht besser.

Ich will zurück in meine Höhle und mein Grill anschmeißen.

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