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Junkers WW-WP für Altbau -> geeignet ?

Erdwärme, Wärmepumpe, Bohrungen, Sonden...
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Beitragvon Fjell » 27.02.2012 07:40 Uhr

Hallo.

Aufgrund explodierender Heizölpreise haben wir beschlossen uns nach alternativen Energiequellen umzusehen. Da wir in einem Talkessel mit hohem Grundwasserspiegel liegen haben wir uns überlegt eine Grundwasserwärmepumpe installieren zu lassen. Zur Situation :

Haus 12x12m, BJ 1961, kein Keller, keine Dämmung in den Sparren, Fenster mit Dreifachverbundglas seit 2009 ( Fensterfläche ca. 50 % ), 36,5er Ziegelmauerwerk ohne Aussendämmung, bewohnte Fläche ca. 300m² auf 3 Stockwerken, Dach nicht ausgebaut, Dachrichtung exakt Nord/Süd.

Der Grundwasserstand ist relativ hoch, steht 1,20 m unter der Haustür.
Ein Stockwerk wurde bereits auf Fussbodenheizung umgebaut, zweites Stockwerk läuft noch mit Radiatoren.

Der Heizungsbauer rechnet bei Monobetrieb mit einer notwendigen Grundwasserschüttung von 7 kubik/Stunde also ca. 2L/sec.
Heizungsbauer hat auch was von einer Leistung von 30 kW gemeint.

Ist es sinnvoll, bei diesen Vorraussetzungen eine WW-Wärmepumpe zu favorisieren ?
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Beitragvon Thomas Heufers » 27.02.2012 08:27 Uhr

Die Wärmepumpe ist keine eierlegende Wollmilchsau.

Nach den genannten Rahmenbedingungen würde ich überschlägig einen Wärmebedarf von über 50.000 kWh pro Jahr annehmen. Der Energiebedarf lässt sich in diesem Fall mit einer Wärmepumpe am wenigsten absenken. Man wird keine Ersparnis erzielen. Das Problem liegt beim hohen Energieverlust der Gebäudehülle, die eingebrachte Wärme entflieht über den schlecht gedämmten Baukörper.

Der Einbau neuer Fenster mit 3-fach-Verglasung löst nicht unbedingt das Energieproblem, da die Fenster auch bei optimalem U-Wert immernoch das schwächste Glied sind. Ein Fenster mit einem Uw-Wert von 0,1 W/m²K liegt immernoch über dem 3,5-fachen U-Wert der Außenwand (U-Wert 0,35 W/m²K) eines Altbaus.

Ein zu hoher Fensteranteil ist energetisch auch eher von Nachteil. Das Verhältnis von passiven Solargewinnen zu Wärmeverlust über die Fenster nimmt dann ab.

Wie schon angemerkt ist einem Bereich eine Fußbodenheizung, diese sind für den Einsatz der Wärmepumpe eigentlich unbedingt zu empfehlen. Die Heizkörper haben den Nachteil, dass die Vorlauftemperatur ineffizient hoch ist.

Gruß

Thomas Heufers


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Beitragvon Fjell » 27.02.2012 08:48 Uhr

Danke für die schnelle Rückantwort.

Die Wärmepumpe alleine wird natürlich nicht die Lösung aller Probleme sein, das ist mir schon klar, eine Dachdämmung welcher Art auch immer und eine Vollwärmeschutzaussenhaut ist unabdingbar und schon in Planung.
Die Frage is, ob bei solch *großen* Altbauprojekten generell eine Wärmepumpe eine Alternative ist oder eher in die Richtung von Kombilösungen ( Öl-Holz; Pellets-Solar, WP-Öl, WP-Solar etc... ) gedacht werden sollte.
Das Problem an diesen Kombilösungen ist allerdings dass ich keinen Platz habe, weder für Holzlagerungen noch ein Zimmer für Pellets opfern kann.

PS: im letzten Jahr fielen Heizölkosten von fast 6.000 € an, ich denke dass man im Moment mit jeder Lösung weiterkommt als bisher. :cry:
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Beitragvon Thomas Heufers » 27.02.2012 14:35 Uhr

Da wo jetzt das Heizöl gelagert wird, kann i.d.R. auch in Zukunft der Pelletbunker sein.
Aber auch mit Pellets wirst du keine gravierende Einsparung erreichen.
Erst umfangreich dämmen. Dann auf der neu gewonnenen energetischen Basis die Heizlast berechnen.
Es macht keinen Sinn, jetzt die Heizungsanlage zu erneuern, um später festzustellen, dass diese überdimensioniert ist.

Wärmepumpe ? - Ein guter Richtwert für den Einsatz einer Wärmepumpe ist eine Heizlast von kleiner 40 Watt pro m² beheizter Wohnfläche.
Beispiel: 300 m² beheizte Wohnfläche x 40 Watt = 12 kW Heizlast

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon Fjell » 27.02.2012 19:49 Uhr

Heizöllager kann eben nicht mehr verwendet werden für Pellets da alter Stahltank mit 13 kubik der vor 50 Jahren 2 Meter tief im Vorgarten versenkt wurde.
Andere Raumnutzung scheidet auch aus.

OK, dann wird wohl zuerst gedämmt werden müssen, ich dachte ich könnte das alles gleich in einem Aufwisch erledigen. Macht aber Sinn, will ja das Heizsystem nicht überdimensionieren.

Die Euphorie über das vorhandene nutzbare Grundwasser ist aber immer noch ungetrübt. Bei 12kW Heizlast anstatt 30 brauche ich ja dann auch nur die halbe Schüttung :D

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