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Sesan

Beitragvon Sesan » 10.10.2005 22:33 Uhr

Hallo zusammen,

hat jemand eine Ahnung, was nach der auf 20 Jahre garantierten Einspeisevergütung kommt oder kommen könnte?

Angeblich hat eine PV-Anlage eine Lebensdauer von ca. 30 Jahren. Nach spätestens 20 Jahren sind die Anschaffungskosten wieder drin, die Verbleibenden 10 Jahre würde es sich also besonders lohnen. Wenn die garantierte Einspeisevergütung nicht nach 20 Jahren enden würde....

Hat sich die Politik schon mal dazu geäußert wie es dann weitergehen könnte? (Zugegeben: heutzutage müsste man Hellseher sein um zu wissen was die Politiker in 20 Jahren machen ....)

Ich nehme an, im besten Fall könnte es dann eine geringere Vergütung geben. Im schlechtesten Fall könnte sich der Energieversorger vielleicht sogar weigern den Strom überhaupt abzunehmen? Dann bliebe "nur noch" den Strom selbst zu verbauchen (natürlich nur tagsüber ...). Womöglich wäre nicht einmal das zulässig?

Welche Perspektiven gibt's?

Gruß
Stefan

vossi

Beitragvon vossi » 10.11.2005 09:31 Uhr

Hallo Stefan,

grundsätzlich endet die Förderung erst einmal nach 20 Jahren. Was danach sein wird, kann jetzt niemand vorhersagen -- und wenn es Regelungen gäbe, könnten die bis dahin dreimal geändert werden...

Aber eigentlich spielt das auch keine Rolle. Die Anlage bezahlt sich innerhalb des Förderungs-Zeitraums voll selbst. Danach gehört sie dir, auch selbst dann, wenn sie "brach" liegen würde. Aber sie wird, wie du ja selbst erkannt hast, sicher noch einige Jahre laufen. Den Strom kann man einspeisen -- und selbst, wenn's kaum was dafür geben SOLLTE, ist es ein Gewinn aus einer Anlage, die du nicht selbst bezahlen musstest (quasi geschenkt bekommen hast).
Ich nehme aber an, dass die Strompreise in 20 Jahren DEUTLICH höher sein werden, als heute. Um das zu erkennen, muss man sicher kein Wahrsager sein... ;-)

Also: Entweder einspeisen, oder tatsächlich selbst verbrauchen. Alles, was ich mir an Strom selbst erzeuge, muss ich nicht mehr kaufen (zu den dann wohl höheren Preisen). Bei Einspeisung bekomme ich im ungünstigsten Fall pro kWh weniger, als ich selbst für eine eingekaufte kWh zahlen muss. Sei's drum, dann verbrauche ich erst selbst und speise nur überschüssige Energie ein (dazu wird nur der Zähler anders angeklemmt).

Wie auch immer es sich entwickeln wird, man kann nur gewinnen. Vor allem dann, wenn man mal davon ausgeht, dass sich die Anlage bereits VOR Ablauf der Förderung bezahlt gemacht hat (meine Anlage wird nach ca. 14 Jahren bezahlt sein).

Also, was riskierst du? ;-)
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Beitragvon Quehl » 10.11.2005 17:18 Uhr

die Anlage macht sich nicht von selbst bezahlt, sondern wird von denen bezahlt, die keine Solaranlage haben, nämlich durch die höheren Stromkosten. Und wenn alle eine Solaranlage haben, dann liegen die Stromkosten deutlich über der Einspeisevergütung.

Den erzeugten Strom kann man nicht selber verbrauchen. Das ist der Hauptgrund, weshalb ich keine Solaranlage habe. Für den Selbstverbrauch wird ein anderer neuer Wechselrichter benötigt. Nennt sich Inselwechselrichter.

Die Politiker wissen doch nicht mal vor der Wahl, was sie wollen. Wie sollen die da 20 Jahre in voraus gucken.

mfg
Quehl
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Beitragvon Walter01 » 10.11.2005 18:51 Uhr

@ Quehl, nix für unguat, aber du bringst doch etwas durcheinander.
Aber du kannst sicher sein dass deine Stromkosten durch regenerative Energien nur unwesentlich teurer geworden sind.
Stromkosten wurden teurer weil sich die 4 große EVU's selbst nen großen Schluck aus der Pulle genehmigen. Die 4 Großen teilen sich knapp 90% des deutschen Netzes. Aber das ist ne andere Geschichte.

Das mit deinm Sunny Island ist so auch nicht ganz korrekt, denn diesen benötigst du nur dann wenn du dein Haus komplett vom Netz nimmst. Wenn du deinen Strom selbst verbrauchen willst kannst du das auch so. das was übrig bleibt fließt dann zurück ins Netz.
Gruss Walter ( Lothar Beer )
www.sonnenertrag.de

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Beitragvon Quehl » 11.11.2005 14:05 Uhr

mit dem Inselwechselrichter habe ich möglicherweise was verwechselt. Würde mich aber interessieren, wie das mit dem Netzwechselrichter gehen soll. Die Energie muß doch zunächst ins Netz eingespeist werden, weil der WR ohne Netz nicht läuft. Ob man da die 2 Zähler umgehen kann, erscheint mir zweifelhaft, würde aber mal wissen wie das geht. Sonst muß man nämlich den erhaltenen Strom bezahlen und für die Einspeisung bekommt man dann den Tarif minus Gewinn der Firmen. (in 20 Jahren).

Zu den Kosten habe ich oben gemeint, wenn alle Strombezieher ihren Strom ins Netz einspeisen, dann werden die Kosten höher als die Einspeisevergütung. Jetzt ist der Anteil noch gering und entsprechend gering ist der Aufschlag. Die EVUs bezahlen die Einspeisevergütung nicht aus eigener Tasche, sondern holen sich das Geld über die Tarife zurück. Sonst würden die tatsächlich Pleite gehen, wenn die das selber bezahlen sollen.

mfg
Quehl
Gast

Beitragvon Gast » 11.11.2005 20:09 Uhr

ohne Netz vom EVU läuft der jetzige Einspeise-Wechselrichter nicht. Das bedeutet schaltet das EVU den Strom ab, so werden die Einspreise-WR auch nicht einspeisen.

Die WR benötigten das Netz nur um sich mit seiner Einspeisung zum EVU-Netz zu synchronisieren, d.h. das diese sich gleich verhalten müssen bzgl. Spannungsgröße und Phasenwinkel wie das Netz vom EVU. Hier für benötigt er nur das Signal wie die Spannung und der Strom aussieht es entsteht aber kein Verbrauch wenn dann nur im Wattbereich. Das alles kannst du mal unabhängig ansehen ob es über den jetzigen Einspeisezähler läuft oder über einen Verbrauchszähler "rückwärts" läuft.

So nun in 20 Jahren nachdem Dein jetztiger Vertrag ausläuft gibt es zwei (drei) Variationen.

1. Du bekommst immer noch mehr Geld für das kWh das du erzeugst als für das kWh das du als Verbauch zahlen must.

==> Anlage bleibt wie bisher angeschlossen und du bekommst die Vergütung mit dem neue kWh-Preis bezahlt.


2. Du bekommst weniger Geld für das kWh das du erzeugst als für das kWh das du verbauchst.

==> Deine beiden Zähler werden nun in Reihe geschaltet wobei einer verkehrt herum angeschlossen wird. Der richtig angeschlossene Zähler zählt deinen Verbrauch und der falsch angeschlossene Zähler zählt deinen erzeugten Strom. Beide Zähler haben eine Rücklaufsprerre und können somit nur in die eingebaute Richtung den Strom zählen.
Angenommen Dein Ertrag von der Anlage ist in einem Augenblick 10 kW und du verbauchst auch im gleichen Augenblick 10 kW dann stehen beide Zähler still. (wird wahrscheinlich nie der Fall sein)

Du produzierst 10 kW aber dein Verbrauch liegt nur gerade bei 5kW somit fließt der Strom in Richtung EVU und dein Verbauchszähler ist durch die Rücklaufsperre gesperrt und Dein Einspeisezähler läuft fröhlich mit 5kW dahin.

Du produzierst 0 kW (Nacht) aber dein Verbrauch ist 5kW somit ist der verkehrt angeschlossene Zähler über die Rücklaufsprerr gesperrt und Dein Verbrauchszähler läuft mit 5kW dahin.

3. Du bekommst für Deine Einspeisung keinen müden Cent! (was ich aber persönlich denke dass dies so sein wird)

==> Deine Einspeisezähler fliegt raus. Und die Anlage läuft normal auf deinem Verbrauchszähler. Dein Verbauchszähler zählt nun deinen wirklichen Verbauch minus den Ertrag den die Anlage bringt.
Produziert die Anlage mehr als du verbauchen kannst schenkst du dem EVU deinen Überschuss.

Sollte die dritte Möglichkeit eintreten was ich aber nicht glaub, so sollte man sich dann Gedanken machen ob man anstatt dem Geschenk an das EVU diese Energie nicht anderst verwendet wie auch immer (Batterien laden etc.) Aber ich denke bis in 20 Jahren gibt es andere Methoden mit Energieumwandlung oder Speicherung.

Ich weiß es klingt vielleicht alles etwas kompliziert weil man Strom nicht sieht aber es ist eigentlich ganz einfach. Setzt doch einfach anstatt diesen produzeirten kW und verbauchten kW einfach Wasser in m³ ein und dann fällt es vielen leichter das Prinzip zu verstehen.

Gruß Elektron
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Georges
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Beitragvon Georges » 20.11.2005 14:40 Uhr

Hallo,
Man sollte in diesem Zusammenhang die PEAK OIL Herausforderung sowie das öffentliche Verschuldungsproblem beachten.

Sollten der Peak Oil Zeitpunkt wirklich in diesen Jahren erfolgen, wird man dir in 20 Jahren jedes KW Strom mit Kusshand abnehmen und entsprechend bezahlen.

Und damit sind wir bei der Verschuldung. Da an eine Rückzahlung der öffentlichen Schulden, auch auf internationales Ebene, nicht zu denken ist, ist es nach meiner Meinung unwahrscheinlich, dass unser Geld in 20 Jahren noch einen grossen Wert hat und etwa die Zeichner von Lebensversicherungs- und Zusatzrentenverträgen wertmässig gesehen einen Ertrag sehen werden. Der Erzeuger von Energie hingegen wird immer einen echten Gegenwert für seine Leistung bekommen. Also ist eine PV Anlage auch eine hervorragende Absicherung fürs Alter.

Siehe auch eine Linksammlung in meinem Blog
[http://www.testi.squarespace.com/links-peak-oil/]
Georges Wagner
Director
Solar-Sales International Ltd
PVFG

Beitragvon PVFG » 20.11.2005 16:39 Uhr

Das wäre eine Alternative:

Solarstrom === Wasserstoff === Brennstoffzelle === Strom und Wärme.

:D
auch Gast

Beitragvon auch Gast » 20.11.2005 19:43 Uhr

hallo Gast,

prima statement, kann ich nur zustimmen..

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