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iagmanu
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Beitragvon iagmanu » 31.01.2012 22:49 Uhr

Hallo,

wir planen gerade ein Einfamilienhaus nach KFW55 (147 m² Wohnfläche, unbeheizter Keller) mit KWL und LWWP. Mir ist sehr klar, dass die Eignung einer spezifischen Wärmepumpe ohne eine konkrete Heizlastberechnung nicht feststellbar ist, ich möchte auch keinen Glaubenskrieg hier lostreten.
Unter der (nicht ganz unrealistischen) Annahme, dass die noch ausstehende Heizlastberechnung einen Wert um 6 kW ergibt, stehen zwei Kompaktanlagen zur Debatte:
- Tecalor THZ 403/Stiebel-Eltron LWZ 403 (gibt es die auch ohne SOL?)
- Alpha-Innotec KHZ-LW 60
Nach den technischen Daten sind die beiden Anlagen offenbar relativ ähnlich, vielleicht mit leichten Vorteilen für die A-I in der Leistungskurve (außer bei A2). Beide unterstützen wohl auch die Ansaugung durch das Erdreich (EWT), was wir gerne nutzen möchten (was den Unterschied wieder etwas relativiert). Aufgefallen ist uns nur, dass die A-I WW bis 48°C macht, die Tecalor bis 55°C (ist vielleicht nicht so entscheidend, da aus Effizienzgründen ohnehin sinnvollerweise eher unter 45°C), und vor allem, dass die A-I fast doppelt so viel Luft durchzieht (1800 vs. 1000 m³/h). Ansonsten scheinen nach diversen Erfahrungsberichten (mehr von der Tecalor zu finden) ganz brauchbar zu funktionieren, FALLS sie richtig dimensioniert und ordentlich eingestellt wurden.
So weit der aktuelle Kenntnisstand. Jetzt zu den Fragen:
1. Hat jemand (Heizungsbauer?) Erfahrungen mit beiden Typen und kann was zu Fehleranfälligkeit, Haltbarkeit oder sonstigen Auffälligkeiten sagen?
2. Da Kaminofen geplant, brauchen wir einen Unterdruckwächter. Kann der bei beiden angeschlossen werden?
3. Sind die Einstell- und Optimierungsmöglichkeiten in etwa äquivalent, oder fehlen wichtige Parameter?
4. Beide unterstützen wohl grundsätzlich das Logging am PC. Ist das auch tatsächlich der Fall oder nur unter größeren Schwierigkeiten? Wäre für die optimale Einstellung sicher hilfreich.
5. Der höhere Luftdurchsatz der A-I führt zu fast der doppelten Strömungsgeschwindigkeit im EWT und entsprechend fast vierfachem Druckverlust. Ist das problematisch, oder sollten wir da lieber den Durchmesser eine Nummer größer wählen (250 statt 200), oder ist das ohnehin sinnvoll (oder noch größer)?
6. Sollten wir noch ganz andere Hersteller ins Boot nehmen? Kompaktanlage ist zwar nicht zwingend, erscheint uns jedoch von der Handhabung und so nicht ganz unpraktisch.
7. Gibt es sonst einen signifikanten Unterschied, den ich als Heizungslaie trotz technischen vorbelasteten Hintergrunds übersehen habe?

Vielen Dank für das lange Lesen und eure Hilfe!

Ciao,
Manuel

PS: Falls jemanden der Hintergrund interessiert: Wir bauen ein Fertighaus mit Holzständer, und der Standard-Heizungsbauer verbaut nur A-I. Im Zuge unserer Entscheidungsfindung wurde uns von vielen Hausbauern jedoch die Tecalor angeboten (allerdings in der Regel die in vielen Fällen wohl unterdimensionierte 303), so dass wir zunächst darauf gebucht waren. Sollte die Tecalor nun wichtige Vorteile bieten, müssten wir dem Unternehmen gegenüber einen anderen Heizungsbauer durchsetzen, was wir jetzt noch könnten, allerdings nicht, wenn der "normale" die Heizlastberechnung schon fertig hat. Sollte die doch eher bei 4kW liegen, könnten wir noch auf die 303 ausweichen, bei eher 8kW auf die KHZ 80 - und wären damit jeweils schon festgelegt.

Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 01.02.2012 08:55 Uhr

In den letzten 7 Jahren haben wir viele Neubauprojekte begleitet. Bei jedem zweiten Objekt ist eine tecalor THZ 303 bzw. 403 baugleich Stiebel Eltron LWZ eingebaut worden. Wir selber haben dieses System auch in unserem Referenzobjekt in Detmold im Einsatz. In allen Fällen ist eine hoch wärmegedämmte Gebäudehülle in Holzrahmenbauweise (bsplw. Wand mit U-Wert kleiner 0,13 W/m²K) gebaut worden. Die Erfahrungen mit dem Kompaktsystem sind i.d.R. gut und die Energieverbräuche generell niedrig, siehe die Verbrauchsstatistik unter folgendem Link.

http://www.ecotec-energiesparhaus.de/en ... istik.html

Bei den gezeigten Referenzobjekten Detmold, Hünstetten, Paderborn ist die THZ im Warmbereich und nicht im Kaltkeller untergebracht.

Es gibt die THZ auch ohne Solarfunktion. Die Sol-Variante ist technisch verbessert. Es empfiehlt sich auch ohne Solarnutzung, die Sol-Variante einzusetzen.

Bei Gebäudegrößen bis 200 m² haben wir bei unseren Projekten die THZ 303 Sol eingesetzt, die 403 war in diesen Fällen überdimensioniert. Es ist darauf zu achten, dass die Anlage nicht zu groß ausgelegt wird, sonst kommt es unnötigen Taktungen und Ineffizienz des Systems.

Ein gutes Wärmepumpen-System sollte eine ausgeklügelte Abtauung haben. Ineffiziente Abtauung wirkt sich sehr stark auf den Verbrauch aus.

Der Einbau eines Raumluft-unabhängigen Kamins dürfte bei keinem Hersteller ein Problem darstellen.

Man sollte sich im Klaren darüber sein, dass der Heizungsbauer seine Vorliebe für oder gegen einen Heizungssystem immer auch von der Marge abhängig macht.

Technische Spielereien wie PC-Zugriff, Logging etc. sind für den Kundendienst ein wichtiges Werrkzeug zur Ferndiagnose. Für den Anwender sollte dies nicht im Vordergrund stehen. So mancher Techniker rauft sich die Haare, wenn er hört, dass der Anwender sich am System zugange macht.

Eine optimal eingestellte Wärmepumpen-Heizungsanlage benötigt keine besondere Aufmerksamkeit und läuft über Jahre ohne Eingriff in die Steuerung. Der Sommer-/Winterbetrieb wird automatisch über die Außentemperatur zu- bzw. abgeschaltet. Ohne thermische Solaranlage läuft das System stabiler und ist nahezu wartunsgfrei wie ein Kühlschrank. Vorausgesetzt das Anzeigepanel gibt keine Störmeldungen aus und der Verbrauch liegt im üblichen Rahmen. Ein Statistikmodul für den Energieverbrauch über den Stromzähler halte ich persönlich für interessant. Man kann aber auch einfach manuell die Daten ablesen und in eine Tabelle übertragen.

Datenblatt für die Erfassung der Tageswerte (PDF)
http://www.ecotec-energiesparhaus.de/fi ... swerte.pdf

Gruß

Thomas Heufers

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iagmanu
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Beitragvon iagmanu » 01.02.2012 09:55 Uhr

Hallo,

vielen Dank für die schnelle Antwort. Eure Verbräuche und sonstigen umfangreichen Infos hatte ich schon gefunden, die haben uns auch ein gutes Stück weiter geholfen.
Raumluftunabhängiger Schornstein war geplant, unser Schorni verlangt aber auch noch zusätzlich einen offiziell zugelassenen raumluftunabhängigen Kaminofen - und da gibt es nur endlich viel Auswahl zu oft unerfreulichen Preisen. Er hat gesagt, in seinem Bezirk wäre sowas nirgends verbaut, bei Lüftungsanlagen käme immer der Unterdrucksensor mit Abschaltung zum Einsatz. Von daher neigen wir eher in diese Richtung - lassen uns aber gerne auch von Experten vom Gegenteil überzeugen.
Dass es die 303er auch ohne SOL gibt, war mir bekannt, aber die 403 habe ich ohne noch nie gesehen?!?
Ganz so hochgedämmt wird es bei uns nicht werden, wir haben "nur" die 0,15er Wand und ordentlich Fensterfläche, auch nach Norden (ist bei uns die "schöne" Seite) - deshalb vielleicht auch eher die 403 bzw. die KHZ 60. Aber dafür ist ja dann die Heizlastberechnung da. Dass die Empfehlung für den einen oder anderen Hersteller beim Heizungsbauer auch handfeste ökonomische Interessen berührt ist mir durchaus bewusst - deshalb frage ich ja auch hier mal nach, in der Hoffnung auf objektivere Aussagen.
Von wegen PC-Zugriff denke ich an die vielen Berichte hier (und anderswo) von Leuten, wo offenbar der Heizungsbauer unfähig war, die Anlage richtig einzustellen, so dass ich da lieber ein eigenes Auge darauf hätte - mit entsprechender Vorsicht, versteht sich. Zweifellos kann man so eine Anlage auch kaputtkonfigurieren. Selbst bei einem guten Techniker wird man die individuellen Vorstellungen und Erfahrungen mit der Zeit finden müssen. Das geht natürlich auch am Display, aber jeden Tag ans Ablesen zu denken ist auch etwas mühsam...
Was spricht dagegen, die Anlage im Keller zu haben? Oder anders ausgedrückt, kann ich mir nur schwer vorstellen, dass es energetisch lohnt, den Technikraum im Keller zu beheizen, damit es die Wärmepumpe warm hat?!? Etwas Abwärme hat sie ja ohnehin, unser Keller hat ordentliche Außendämmung, aber natürlich wahrscheinlich keine 21°C.
Abtaufunktion ist ein gutes Stichwort, wie stellen sich A-I und Tecalor da in der Praxis?

Vielen Dank nochmal.

Ciao,
Manuel

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