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Erik

Beitragvon Erik » 04.10.2005 13:05 Uhr

Hallo,

wir überlegen uns einen Kaminofen zuzulegen...nun habe ich gehört, dass es besser sein von der Heizleistung eine Stufe kleiner zu kaufen (von 8KW auf 6 KW),es sei besser den Ofen auf Voller Last zu fahren als ihn ständig zu drosseln! Dann würde sich der Kamin nicht so schnell mit Glanzruss zusetzen und die Scheibe wütrde nicht so schwarz werden....auch vom romantischem Gesichtspuntk her ist es schöner eine große Flamme zu haben, als eine gedrosselte Flamme!

Was meint Ihr dazu? Welche Erfahrungen habt?

Vielen Dank & viele Grüße,
Erik

P.S. Wir sind am überlegen einen Oranier Aktis (5kw oder 8kw) zu kaufen!

friedhelm
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Beitragvon friedhelm » 05.10.2005 19:27 Uhr

Denken Sie doch auch mal daran einen raumluftunabhängigen Ofen zu erwerben. Dann wird weder Raumluft (Sauerstoff) verbraucht, noch die durch den Ofen erwärmte Luft. Und einen Tip am Rande, wählen Sie einen Ofen, der so schwer wie eben möglich ist: Je höher die Masse, desto besser die Speicherkapazität. Wir haben einen gemauerten schwedischen Ofen (2 to), der hält mehrere Tage die Wärme.
Heinrich Dreier
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Beitragvon Heinrich Dreier » 27.10.2005 14:19 Uhr

Was auch nicht schlecht ist, wenn schon eine Heizung auf Wasserbasis vorhanden ist, einen Kaminofen an das Heizungssystem über einen Pufferspeicher anzuschließen.

Grüße
Heinrich
Ist alles, was denkbar auch machbar? Leistung ist vermehrbar.
BAUFIPLUS.de

Beitragvon BAUFIPLUS.de » 25.11.2005 22:25 Uhr

Hallo Feuerfreunde,

meiner Kenntnis nach sind Friedhelms Ausführungen richtig und begründet, die Masse macht´s beim guten Ofen. Die Wärme muß sich lange imOfen halten können, das verbessert die Verbrennung und wärmt eben entsprechend. Auch ein brennendes Feuer hat´s übrigens gern warm und :o kuschelig. Glaubt ihr nicht? Warum wohl legt der clevere Pyromane große Steine im Kreis um die Feuerstelle? Ähnlich ist´s mit dem Feuerchen zu Hause. Eigentlich sollten selbst die Glastüren so klein wie möglich und mindestens so hoch wie möglich über der Glut montiert sein, um die Gluthitze beisammen zu halten. Sehr interessante Artikel darüber schreibt im Übrigen Dipl.-Ing. Eisenschick auf seiner Site über gesundes Heizen. (www.sancal.de) Sehr aufrüttelnd!
Allerdings könnte der von ihm empfohlene Ofen meiner Meinung nach etwas preisgünstiger sein. Aber das ist Ansichtssache. Ich bekam letztens jedenfalls ein attraktives Angebot für gemütlich-feurige Heimwärme. Von einer Anbindung an eine Wasserheizung/Zentralheizung rät Eisenschinck ausdrücklich ab, begründet es in mehreren Artikeln sehr ausführlich und physikalisch fundiert.
Was ich leicht bei ihm nachzuvollziehen kann: Strahlungswärme direkt vom Kaminofen ist jedenfalls gesünder und wärmt natürlicher, menschlicher und kuscheliger (wie zu Uhrzeiten :D ). Die Wärme kann lieber im Ofen bleiben, als dass man diese erst in die Zentralheizng schickt. Bin von meinen (hochwertigen "Zender") Heizkörpern auch nicht mehr so begeistert. Gerade in den großen Räumen ist die Konvektion erheblich und der latente Luftstrom lässt naturgemäß auch Staub wirbeln. Der Temperaturabfall vom Boden bis zur Decke ist allgemein bekannt. Hätte von vornherein lieber auf Strahlungswärme gesetzt. (Altbau mit Bestandsparkett läßt nicht so viele Möglichkeiten) Leider war mir seinerzeit dieses Wissen vom Heizungsplaner vorenthalten worden. Aber das ist ja üblich, die wissen´s ja auch nur durch die "Schulungen/Beeinflussungen" der liefernden Industrie und dadurch keinesfalls besser.

Wer hat Erfahrungen mit Strahlungswärme und geeigneten Heizungen? Möchte Eindrücke gern sammeln, da ich unseren Kunden (für die wir EFH/MFH Neubau, Sanierungsprojekte etc. finanzieren) Erfahrungswerte und Informationen hierzu weiterreichen möchte. (info@BAUFIPLUS.de) Die Seite von Herrn Eisenschinck hat mir jedenfalls die AUgen geöffnet.

Wünsche Euch einen gemütlichen Winter, möglichst am eigenen heimischen Feuerchen und eine harmonische Adventszeit!

Herzlichst
Sigi
:wink:
xtr

Beitragvon xtr » 27.11.2005 17:38 Uhr

Hallo,

das mit der Strahlungswärme ist aber nur die halbe Wahrheit.

Denn eigentlich wird diese doch als eher unbehaglich empfunden. Das gilt insbesondere wenn die Temperaturen der einzelnen Umgebungsflächen stark voneinander abweichen und sich damit große Temperaturdifferenzen einstellen.
Denken wir nur mal an die alten Gußradiatoren in frühen Heizanlagen mit 80-90°C Oberflächentemperaturen unter den mit Eisblumen verzierten einfach verglasten Fenstern. Unangenehm oder angenehm?!
Sicher eine Extremsituation, wie wir sie heute kaum noch finden werden.

Strahlungswärme ist immer dann günstig, wenn sie von Flächen mit eher geringer Temperaturdifferenz zur Raumlufttemperatur abgegeben wird. Um Leistung auch im Strahlungsbereich zu erhalten sind daher große Flächen notwendig (z.B. Decken- oder Wandheizung). Die Flächen können übrigens kleiner werden je weiter die Wärme abgebenden Flächen entfernt sind, da die Temperatur größer werden kann ohne die Behaglichkeit zu beeinflussen (z. B. Loft-/Hallenbeheizung).

Strahlungswärme ist im Übrigen auch bei den Zehnder-Heizkörpern von BAUFIPLUS vorhanden.
Allerdings ist deren gerichtete Fläche recht klein. Es wird also entweder unbehaglich, weil die Temperaturen rauf müssen, oder der Strahlungsteil wird klein und nicht empfunden.

Wer nun seinem Heizungsplaner nicht mehr glauben will, der frage doch mal seinen Anlagenbauer und entscheide dann, ob er die Kosten für die "Strahlungsheizung" tragen will.

Das mit der Speichermasse ist eher eine Geschmacksfrage.
Richtig ist, daß i.d.R. eine große Masse die Wärme auch lange hält und verzögert an die Umgebung abgibt.

Ungünstig ist aber die Tatsache, daß der Ofen eine träge Wärmecharakteristik und eine lange Anheizphase besitzt.
Was bitte nützt mir denn die Abgabe der heute eingeheizten Wärme in drei Tagen? :? Die Wetterbedingungen sind heute regelmäßig so instationär, daß wir auch im Winter nicht mit konstant niedrigen Temperaturen rechen dürfen. Heute noch um 0°C, Übermorgen 18°C wird keine Ausnahme bleiben.

Ich heize meinen Ofen also an, wenn ich Wärme möchte und das dann möglichst schnell.

Gegen die Einspeisung in ein Zentral-Heizungssystem spricht allenfalls der notwendige technische Aufwand und die notwendige Investition.
Das ist aber eher ein wirtschaftliches als ein physikalischen Problem. Das gibt es auch - bei falscher Betriebsweise oder Materialwahl.
Stellt sich aber die Frage was Dr. Eisenschnick oder -schnack "physikalisch" nachgewiesen hat.

Grundsätzlich ist das System überaus vorteilhaft, weil sich die Wärme nahezu beliebig verteilen und energetisch sinnvoll nutzen lässt.

Ich kann daher jedem, der sich damit anfreunden kann auf ein Kachelmonster - zugunsten eines nahezu filigranen Stahlofens mit oder ohne Kermik oder Specksteinapplikation - zu verzichten, nur dazu raten die Mehrinvestition für den Wärmetauscher und die Peripherie statt für den Ofensetzer zu einzusetzen obwohl das ja auch ein ehrenwerter Beruf ist.

Grüße
xtr
pilster

Beitragvon pilster » 27.11.2005 19:40 Uhr

Ich werde hier nicht so fachlich detailiert schreiben wie alle vorherigen Verfasser.
Alleinig entscheidend ist die Raumgröße. Die wenigsten Wohnzimmer haben 60qm was bei einer überschlägigen veralteten (aber nicht falschen) "über den Daumen Berechnung" etwa 6kw ausmachen würde.
Keine weiteren Räume, Flure dazu rechnen. Macht keinen Sinn.

Sie werden kaum einen Kaminofen unter 5 kw finden. 5-6 kw sind durchaus in Ordnung, nehmen sie Bauart 1 um auf der sicheren Seite zu sein und fragen sie bitte in jedem Fall Ihren Schornsteinfeger. Der wird Ihnen behilflich sein. Die geringe Gebühr der er dafür in Rechnung stellen wird lohnt sich garantiert für sie.

Verbrennungstechnisch wurden sie ja schon gut beraten.
In einem Kaminofen kann man die Wärmemenge NUR über die Brennstoffmenge regeln und im Bezug dazu die Luftmenge auf den Brennstoff abstimmen. Lodern muß ein Feuer.

Vieles wurde hier von mir absichtlich vereinfacht dargestellt.
pilsters.joerg@web.de


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