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liftboy
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Beitragvon liftboy » 04.10.2011 15:11 Uhr

Hallo liebe Forumsteilnehmer,

dieses ist mein erster Beitrag hier und ich ich möchte alle Mitglieder herzlich begrüßen und um fachmännische Hilfe bitten!

Ich möchte auf meinem Hausdach (EFH, 144 qm Wfl., 2 Personen, Bj 1998, Standort Norddeutschland) eine Photovoltaikanlage installieren lassen mit etwa 7,5 kWp. Desweiteren möchte ich
meine Gasheizung abschaffen und diese durch 2 gut isolierte jeweils ca. 500 Ltr. große Wasserspeicher ersetzen, die elektrisch grundsätzlich durch die PV-Anlage und evtl. nachts über Nachtstrom (Tarif 15 Cent/kWh) beheizt werden. Fragen: Ist dieses sinnvoll bzw. wirtschaftlich? Ist der günstigere Nachtstrom für die nächsten Jahre garantiert oder muss man auch hier mit größeren Erhöhungen rechnen?
Wie sind eure Meinungen bzw. Erfahrungen hierzu?

Für eure Mühe bedanke ich mich schon jetzt!

Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 04.10.2011 19:27 Uhr

Es ist Frevel Strom für direktelektrische Erwärmung einzusetzen.
Die zeitliche Überschneidung von selbst produzierten Fotovoltaikstrom zur Aufheizung des Speichers in der Heizperiode ist überdies sehr gering. Der Eigenverbrauch von selbst gewonnenen Solarstrom beschränkt sich in der kalten Jahreszeit nur auf wenige tägliche Sonnenstunden, in der Nacht oder bei schlechter solarer Einstrahlung geht die Stromgewinnung gegen Null.

Ich würde das Geld für die Solaranlage in einem solchen Fall einsparen und stattdessen den Energiebedarf des Gebäudes durch Dämmmaßnahmen absenken.

Der Nachtstromtarif ist ein Auslaufmodell. Die Kilowattstunde wird in Zukunft nicht mehr quersubventioniert. Es wird darauf hinauslaufen, dass der Preis sich auf Normalpreisniveau einpendelt. Es wird nicht mehr die Überkapazitäten von unflexiblen Großkraftwerkanlagen geben, sondern netzangepasste Zuschaltung von BHKW oder Kraft-Wärme-Kopplungen; beispielsweise das KWK-Modell "Kooperation von Volkswagen mit Lichtblick" etc..

Gruß

Thomas Heufers

Zuletzt geändert von Thomas Heufers am 05.10.2011 07:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon liftboy » 04.10.2011 20:34 Uhr

danke für das Feedback!

Ich bin jedoch noch nicht überzeugt, ob es Frevel ist. Man müsste halt einigermaßen verlässliche und vergleichbare Erfahrungswerte haben, um entspr. Wahrscheinlichkeitsrechnungen durchführen zu können. Das ist der Grund, warum ich das Forum frage.

Fakt ist, dass ich die PV-Anlage bauen werde, denn sie ist mit heutigem Datum in Auftrag gegeben worden. Ob ich die überschüssigen kWh komplett ins Netz gebe oder z. T. selbst verbrauche ist für mich nebensächlich, da sich die Anlage in jedem Fall rechnen müsste. Ideal wäre jedoch, wenn ich den Strom für Heizzwecke so weit nutzen könnte, dass ich zumindest im Bezug auf Gas autark werde. Meine erste Vision war eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die zumindest z. T. vom eigenen Solarstrom gespeist wird. Diese ist für mich auch mit Sicherheit noch nicht gestorben. Was mich jedoch an der Speicherlösung interessiert ist, dass diese Anlage in der Investition nur 1/3 kosten würde und weitestgehend wartungsfrei ist.

Ich kann mir übrigens nicht vorstellen, dass die Nachtstromtarife -sagen wir- in den nächsten 10 Jahren auslaufen werden, dafür gibt es immer noch zu viele Nachtspeicherheizungen und -wenn doch- hoffe ich, dass es bis dann bezahl- und haltbare Batterien geben wird, die den Tarif überflüssig machen. Eine diesbezügliche Anfrage habe ich übrigens an mein EVU geschickt.

Also was ist besser, die günstige Speicherlösung oder die teurere WP-Lösung? Oder gibt es noch eine bessere Möglichkeit, den überschüssigen Strom zu nutzen?

Ich freue mich auf eure Meinungen und Erfahrungen!

Gruß
Uli
Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 05.10.2011 06:53 Uhr

liftboy hat geschrieben:Ich kann mir übrigens nicht vorstellen, dass die Nachtstromtarife -sagen wir- in den nächsten 10 Jahren auslaufen werden, dafür gibt es immer noch zu viele Nachtspeicherheizungen und -wenn doch- hoffe ich, dass es bis dann bezahl- und haltbare Batterien geben wird, die den Tarif überflüssig machen. Eine diesbezügliche Anfrage habe ich übrigens an mein EVU geschickt.
Vom Gesetzgeber gibt es eine Vorgabe, dass zum Ende des Jahrzehnts Nachtspeicherheizungen aus dem Betrieb genommen werden müssen, siehe folgenden Beitrag vom "Bund der Energieverbraucher".
http://www.energieverbraucher.de/de/Zuh ... ung__1318/
Dieser Beitrag enthält wichtige Informationen für Nutzer von Nachtspeicherheizungen, neben den gesetzlichen Regelungen gibt es Handlungsbedarf gegenüber den Energieversorgern.
Es ist auch beschlossene Sache, dass der Nachtstromtarif in Zukunft nicht mehr möglich sein wird.
Ökologisch vertretbar sind Stromheizungen nur in super gedämmten Gebäuden - Passivhaus, Nullenergiehaus, Plusenergiehaus. Da diese in solchen Gebäuden nur als kurzzeitige, spontane Heizquelle bei niedriger Heizlast aktiviert werden und die Wärmeverluste sehr minimal sind.

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon liftboy » 05.10.2011 10:50 Uhr

@Thomas Heufers
Danke für die Infos und ganz besonders für den Link!

Gibt es noch andere Meinungen oder Erfahrungswerte?

Vielen Dank!
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Beitragvon bernhard geyer » 06.10.2011 23:16 Uhr

liftboy hat geschrieben:Ich bin jedoch noch nicht überzeugt, ob es Frevel ist. Man müsste halt einigermaßen verlässliche und vergleichbare Erfahrungswerte haben, um entspr. Wahrscheinlichkeitsrechnungen durchführen zu können. Das ist der Grund, warum ich das Forum frage.

Daten über die Stromertrag von PV-Anlage nach Jahreszeit gibt es viele. Im Wiki ist unter PV ein gutes Diagram die zeit das in den Wintermonaten nur ca. 1/6 des Ertrags der Sommermonate erreicht wird. Unter http://www.transparency.eex.com/de/ kannst du die Tageswerte auf 1/4-Basis dir holen.

liftboy hat geschrieben:Fakt ist, dass ich die PV-Anlage bauen werde, denn sie ist mit heutigem Datum in Auftrag gegeben worden. Ob ich die überschüssigen kWh komplett ins Netz gebe oder z. T. selbst verbrauche ist für mich nebensächlich, da sich die Anlage in jedem Fall rechnen müsste.

Dann hoffe ich mas das dir nicht zu schön was vorgerechnet wurde (Kollegen wurde mit 1100 Stunden Peakleistung/a gerechnet obwohl für unsere Gegen nur mit ca. 950 gerechnet wrden kann. Ebenfalls wurden weiter externe Kosten verschwiegen)

liftboy hat geschrieben:Ideal wäre jedoch, wenn ich den Strom für Heizzwecke so weit nutzen könnte, dass ich zumindest im Bezug auf Gas autark werde.

Heiztechnisch Autark wirst du nur mit sehr gut gedämmten Haus nach Passivhaus-Standard. Alles ander ist Wunschdenken.

liftboy hat geschrieben:Meine erste Vision war eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die zumindest z. T. vom eigenen Solarstrom gespeist wird.

Dann plan mal groß genugen Speicher ein damit deine WP in den Wintermonaten wenigsten Tagsüber stabile über einen längeren Zeitraum laufen kann.

liftboy hat geschrieben:Ich kann mir übrigens nicht vorstellen, dass die Nachtstromtarife -sagen wir- in den nächsten 10 Jahren auslaufen werden, dafür gibt es immer noch zu viele Nachtspeicherheizungen

Dann frag mal einige Nachtspeicherheizungsbesitzer wie hoch die Preissteigerung der letzten Jahre ist. Da ist bald nicht mehr viel zum Normaltarif.

liftboy hat geschrieben: und -wenn doch- hoffe ich, dass es bis dann bezahl- und haltbare Batterien geben wird, die den Tarif überflüssig machen.

Darauf hofft die Autoindustrie auch. Die 20 kWh von für 100/150 km Reichweite kosten ca. 10-15 k€.

liftboy hat geschrieben: Eine diesbezügliche Anfrage habe ich übrigens an mein EVU geschickt.

Diesen "alten" Nachtarif gibts nirgends mehr. Was es gibt is Stark/Schwachlasttarif mit Sperrzeiten.

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Beitragvon liftboy » 07.10.2011 07:32 Uhr

@Bernhard Geyer
vielen Dank für dein Feedback und die Links.

Ich hoffe und glaube nicht, dass was schöngerechnet wurde. Meine Anlage wurde (angeblich pessimistisch) mit 930 kWh/a gerechnet. Da ich durch eine Gaube eine Verschattung habe, kommt ein Tigo Maximizer zum Einsatz. Hoffen wir, dass er den gewünschten Erfolg bringt. Weiterer Vorteil ist dabei, dass ich jedes Modul einzeln überwachen kann und die Anlage im Brandfall abschalten kann.

Ich glaube dass mein Haus schon recht gut gedämmt ist (mein Gasverbrauch/a liegt bei 16000 kWh/a) und ich weiß nicht wirklich, wie ich das noch verbessern könnte. Hast du hierzu evtl.Tipps?

Meinst du denn, dass sich eine WP mit großem Speicher (vielleicht 500 Ltr oder mehr? für Heizung und 200 Ltr. WW) rechnen müsste? Ich bin da gar nicht so abgeneigt.

Bei EON gibt es noch einen Nachttarif mit 15,02 C/kWh. Das Problem ist, keiner sagt mir definitiv, wie lange. Darum kann ich diesen nicht langfristig einplanen. Daher sollte ich mehr mit Solarstrom machen. Aber welche Anlage?

Fazit: Ich freue mich sehr über konstruktive Kritik, die ich auch in meine Überlegungen einarbeite.
- Doch wer kann mir Alternativen nennen?
- Wie kann man ein bestehendes Haus besser dämmen?
- Wie und mit welcher Heizung würdet Ihr die Anlage planen?
- Oder sollte man die (voll funktionsfähige) Gasheizung zunächst belassen und sich weiter über die jährlichen Preiserhöhungen ärgern?
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Beitragvon Thomas Heufers » 07.10.2011 08:03 Uhr

liftboy hat geschrieben:- Doch wer kann mir Alternativen nennen?
- Wie kann man ein bestehendes Haus besser dämmen?
- Wie und mit welcher Heizung würdet Ihr die Anlage planen?
- Oder sollte man die (voll funktionsfähige) Gasheizung zunächst belassen und sich weiter über die jährlichen Preiserhöhungen ärgern?
Wenn man halbwegs energieautark sein will, dann ist eine Absenkung des Energiebedarf unumgänglich. Hier solltest du die Einsparpotentiale ausschöpfen. Es ist eigentlich nicht möglich sämtliche Details zur Energieeinsparung ohne eine Besichtigung vor Ort aufzuzeigen. Die Verbraucherzentralen bieten eine gewerkeunabhängige Bau- und Energieberatung an. http://www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/web Ein Energieberater der VZ würde auch einen Beratungstermin im Objekt durchführen und ein energetisches Sanierungskonzept vorschlagen und die möglichen Einsparpotentiale aufzeigen.

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon axel_jeromin » 07.10.2011 16:00 Uhr

Hallo liftboy,
kann mich meinen Vorredner nur anschließen, was das Verheitzen von Solarstrom angeht. Verkauf die Energie und sacke die Subvention ein.

Wähle das Modell mit Eigennutz der erzeugten Energie, dann kriegste für jede von Dir erzeugte und auch von dir verbrauchte Kilowattstunde noch eine Extrasubventiation.

Alles was Du im Zusammenhang mit der Solaranlage ausgibst sind Betriebskosten, da gibt es die Märchensteuer wieder.

So das waren die positiven Dinge.
Die Erträge einer PV Anlage bei wolkigem Wetter sind echt bescheiden und von diesen Tagen gibt es im November und Dezember eine Menge. :cry: Wo ich am 3.Oktober bei strahlendem Sonnenschein über den Tag 13,5KWh erzeugt habe, waren es gestern bei Regenwetter nur 2,5KWh. (Ich habe eine 3,2KW peak Anlage)

Mach einen großen Bogen um Schatten bei der Installation. Wenn bei mir in einem String nur eine Platte halb abgeschattet ist, habe ich nur noch 20% der Leistung dieses Strings.

Viel Erfolg
Axel
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Beitragvon liftboy » 07.10.2011 16:13 Uhr

Hallo Axel,
danke für deinen Beitrag!

Ja, Schatten ist bei mir wirklich ein Thema, darum habe ich ja das Tigo-System. (Kann man übrigens auch nachträglich einbauen). Das Sytem erkennt Verschattung, Verschmutzung etc. und trennt die einzelnen schwachen Module vom String und überbrückt sie. Die anderen Module im String produzieren dann wie gewohnt weiter. Tigo gibt einen Mehrertrag von bis zu 20 % an, mein Solarteur spricht von realistischen 10 %.

Wie gesagt das Thema PV-Anlage ist abgehakt, doch was mach ich mit meiner Heizung?

Gruß Uli

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