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Forum Geothermie & Wärmepumpen

Thema: Erwärme nicht funktionfähig wenn viele Nachbarn bereits haben?

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oakgast

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Kommentar von "BauNeuling" erstellt am 01.08.2011,11:13
Thema: Erdwärme & Wärmepumpen(Sonstige Frage)

Hallo,
ich möchte bauen und interessiere mich für Erdwärme, unsere Achitektin meinte jetzt, dass sie ein Baugebiet betruet wo fast jeder Erdkollektoren hat und die in der Mitte jetzt ein Problem haben weil es einfach zu viele sind und der Wirkungsgrad sehr schlecht ist (Wird zu viel Energie entzogen). Ist das so, dass Erwärmekollektoren nicht funktionfähig wenn viele Nachbarn es bereits haben? Muss man immer nachfragen wie viele auf dem Baugebiet es bereits haben?

Danke




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schimmelgutachter

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Nimm einen Brunnen, der 1000 Liter Zulauf am Tag hat. Wenn nun 10 Leute 100 Liter entnehmen, ist der Brunnen abends leer. Die nächsten gehen dann leer aus.

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roro

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schimmelgutachter hat Folgendes geschrieben:
Nimm einen Brunnen, der 1000 Liter Zulauf am Tag hat. Wenn nun 10 Leute 100 Liter entnehmen, ist der Brunnen abends leer. Die nächsten gehen dann leer aus.


So einfach ist das "leider" nicht.

1.) Fläche oder Tiefenbohrung.

2.) Welche Flächen stehen überhaupt zur verfügung

3.) Wie sehen die Grundwasserströmungen aus.

u.v.m.

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schimmelgutachter

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Ich stehe dieser Art der Wärmegewinnung sehr skeptisch gegenüber. Meine Cousine hat sich für 30 000 € einen Tiefenbrunnen bohren lassen, in dem die gesamte Technik im Grundwasser abgesoffen ist. Die ausführende Firma hat Insolvenz angemeldet und jetzt sitzt sie auf einer nicht funktionierenden Heizung, deren Reparatur mit weiteren 25 000 € veranschlagt wurde.
Wie sollen diese Kosten jemals amortisiert werden ? Da wäre eine teure Ölheizung billiger gewesen.

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Thomas Heufers

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Kommentar von "BauNeuling" erstellt am 01.08.2011,11:13
Zitat:
Ist das so, dass Erwärmekollektoren nicht funktionfähig wenn viele Nachbarn es bereits haben? Muss man immer nachfragen wie viele auf dem Baugebiet es bereits haben?
Man kann bei einer Tiefensonde davon ausgehen, dass bis zu einem Radius von 2 - 3 Meter um die Sonde Energie entzogen wird. Die Annahme, dass bei vielen Erdsonden im Baugebiet der Energieentzug schlechter sein kann, ist unrichtig. Der Anlagerbauer prüft auch die Umgebungsbedingungen. Sollte in unmittelbarer Nähe eine Erdsonde eingebracht sein, wird er die Bohrung in ausreichender Entfernung einbringen, um den geforderten Energieentzug sicher zu stellen.

Interessant ist der Hinweis auf die Regeneration des Entzugbereichs. Man muss sich den Bereich um die Sonde wie einen Zylinder vorstellen, beispielsweise 60 Meter tief und mit 5 Meter Durchmesser, das entspricht ca. 1.200 Kubikmeter (m³) Speichermasse. Wenn man Solarüberschüsse oder Kühlungsabwärme in diesen Erdspeicher übergibt, erhöht sich die Energiekapazität des sondenumfassenden Erdreichs. Vorteil, es verbessert sich u.a. die Brückung in einem extrem kalten oder langen Winter und die Effizienz der Wärmepumpe aufgrund des niedrigeren Temperaturhubs. Die Umwälzung für die Regeneration kann idealerweise über eine Photovoltaikstrom erfolgen, da solare PV-Einspeisung und solarthermische Einspeisung bzw. Einspeisung der Kühlungsabwärme i.d.R. zur gleichen Zeit erfolgen.

Gruß

Thomas Heufers

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Zuletzt bearbeitet von Thomas Heufers am 04.08.2011 09:44, insgesamt 3-mal bearbeitet

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bernhard geyer

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schimmelgutachter hat Folgendes geschrieben:
Meine Cousine hat sich für 30 000 € einen Tiefenbrunnen bohren lassen,

Hat dein Cousine wohl eine Mehrfamilienhaus? Wer sich für 30 k€ die Wärmequelle erschließen lässt hat entweder unpassendes Haus (Altbau) oder Mehrfamilienhaus das entsprechende Tiefenbohrung nötig wäre. Für einen Neubau sollte Erschließung der Wärmequelle auf jedenfall < 10 k€ sein, selbst bei Tiefenbohrung.

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schimmelgutachter

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Sie hat ein Zweifamilienhaus mit Räumen bis 4 m Höhe und einen angeschlossenen Bürotrakt mit ca. 100 m²

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bernhard geyer

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schimmelgutachter hat Folgendes geschrieben:
Sie hat ein Zweifamilienhaus mit Räumen bis 4 m Höhe und einen angeschlossenen Bürotrakt mit ca. 100 m²

Und was waren die weiteren Daten (Heizlast, bisheriger (?) Energieverbrauch?)

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oakgast

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Kommentar von "BauNeuling" erstellt am 03.08.2011,09:23
Thema: Sonstiges(Sonstiger Kommentar/ Tipp)

Wegen der nicht zu groß geratenen Grundstücke, ist eigentlich nur eine Tiefenbohrung möglich. Wirkt sich das hier genau so aus?
Dieses Beispiel ist auch ein Grund dafür, dass ich da einen gewissen Respekt habe. Ich habe gehört dass fast keine Bohrfirma mehr Festpreisbohrungen durchführt. Wenn da was schiefgeht wird es richtig teuer.



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schimmelgutachter

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Ich weiß nichts über den Verbrauch oder sonstwas, außer dass meine Cousine einen dicken Hals hat, weils halt eben nicht funktioniert.

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schimmelgutachter

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Und was ist in Freiburg passiert, wo man mit einer Tiefenbohrung (um Energie zu sparen) eine Kreideschicht angebohrt hat, die sich nun mit Wasser voll saugt und sämtliche Gebäude darüber nach oben drückt, sie rissig und baufällig werden lässt ?
War das der mögliche Energiegewinn wert ?
Jetzt spart man zwar Energie, aber dafür muss man seine Hütte abreissen lassen.

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klausamsee

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Naja wenn man pauschal gegen eine Erdwärmebohrung ist dann kann man glaube ich so gut man möchte argumentieren, es nützt rein gar nichts.
Für den Treadstarter mein Erfahrungsbericht: für mein (großes) EFH mit Büro habe ich eine (zu große) 13kW-Wärmepumpe, eine 190m Bohrung, 9m² heizungsunterstützende Solaranlage und ein KWL. Die KWL-Zuluft wird über auch über die Bohrung erwärmt/gekühlt. Im März hole ich noch 10°C aus der Bohrung. Neulich musste wegen einer Schlechtwetterphase die WP mal für WW eingesetzt werden, da kamen 15°C aus der Tiefe. Die Zuluftkühlung (auf die ich nicht mehr verzichten möchte) bringt doch mächtig Wärme in die Tiefe. Hier besteht der Untergrund aus Sandstein und führt ab 30m Wasser. Vor der Bohraktion habe ich natürlich mit Leuten im Ort gesprochen, die schon gebohrt haben, außerdem habe ich mir ein Unternehmen gesucht, das die 190m auch am Stück bohren kann (ich hatte auch jemanden der mir für einen höheren Preis 3 Stück 65m-Bohrungen setzen wollte...). Die 190m waren an einem langen Nachmittag gebohrt (das wäre bei Granit wohl nicht so schnell gegangen).
Wenn sich die Bohrungen von Nachbarn beeinflussen würden, dann würden so genannte Wärmepfähle, wie man sie manchmal bei Industriebauten einsetzt, überhaupt keinen Sinn machen. Das man seine Bohrung möglichst weit weg von denen der Nachbarn platziert sollte aber logisch sein.
Ich würde jederzeit wieder eine Erdwärmebohrung machen, das nächste Mal aber eine kleinere Wärmepumpe wählen (hab mich da vom "Fachmann" belatschern lassen).

Klaus

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