Hallo zusammen,
ich bräuchte mal eure Hilfe. Wir haben heute unseren Energieausweis bekommen. Dazu habe ich einige Fragen.
Es wird ja dort der Endenergiebedarf ausgegeben, welcher mir eigentlich am besten sagt was ich später wirklich an Kosten zu tragen habe.
dann gibt es noch den Primärenergiebedarf, welcher den Wert angibt mit allen benötigen Energien um meine eigentliche Energie zu produzieren. Ebenfalls ist dieser Wert entscheidend für die Einordnung ob wir ein KfW40, KfW55 oder KfW70 Haus nach ENEV bekommen.
Bitte verzeiht mir wenn ich das in "meiner Sprache" schreibe. ich hoffe ihr versteht was ich meine.
1. Beim Passivhaus wird jedoch nicht der Primärenergiebedarf zur Einordnung genommen, sondern der Endenergiebedarf, oder? Dieser muss unter 15 kWh/(m2 a) liegen. Wobei der Primärenergiebedarf bis zu 120 kWh/(m2 a) sein darf.
2. Heißt das, dass ein Passivhaus vom Primärenergiebedarf wesentlich schlechter sein darf als ein KfW40, KfW55 oder KfW70 Haus nach ENEV sein darf?
3. Mir ist klar das der Energieausweis nach der ENEV berechnet wird und ein Passivhaus nach PHPP, aber trotzdem muss ich ja später bei der Stadt den Energieausweis gemäß den §§16 ff. der Energiesparverordnung (EnEV) abgeben, obwohl man theoretisch ein Passivhaus baut, welches nach PHPP berechnet wird. Jedoch kann doch, wenn ich alles richtig verstanden habe, der Energieausweis nach ENEV für ein Passivhaus wesentlich schlechter sein, als der Energieauseis nach ENEV für ein KfW70 haus, zumindest was den Primärenergiebedarf angeht.
Oder sehe ich da was falsch?
4. Wir sollen laut ENEV ein KfW70 Haus haben. Anbei mal unsere ganzen Werte, welche auf unserem Energieausweis angegeben sind.
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Für Energiebedarfsberechnung verwendete Verfahren: Verfahren nach DIN V 4108-6 und DIN V 4701-10
Endenergiebedarf: 18,8 kWh/(m2 a)
Primärenergiebedarf qp: 48,9 kWh/(m2 a)
CO2 Emissionen: 11,9 kg/(m2 a)
Transmissionswärmeverlust Ht: 0,242 W/(m2 K)
unter der Überschrift "Endenergiebedarf" steht folgendes:
Energieträger: Strom-Mix
Heizung: 9,8 kWh/(m2 a)
Warmwasser: 6,0 kWh/(m2 a)
Hilfsgeräte: 3,0 kWh/(m2 a)
Unter Ersatzmaßnahmen ist folgendes Angekreuzt: "Die um 15% verschärften Anforderungswerte sind eingehalten"
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Hieße das, dass wir eigentlich fast am Passivhaus dran sind, wegen den 18,8 kWh/(m2 a) Endenergiebedarf trotzdem, haben wir laut ENEV gerade mal ein KfW70 Haus wegen unserem hohen Primärenergiebedarf?
5. Auf dem Energieausweiß steht unter "Anforderungen gemäß ENEV" folgendes:
Primärenergiebedarf:
Ist-Wert: 48,9 kWh/(m2 a) - Anforderungswert: 73,6 kWh/(m2 a)
Energetische Qualität der Gebäudehülle Ht:
Ist-Wert: 0,24 W/(m2 K) - Anforderungswert: 0,40 W/(m2 K)
6. Haben wir nun trotz KfW70 Haus ein gutes Haus wegen dem Endenergiebedarf oder eher ein schlechtes Haus wegen dem hohen Primärenergiebedarf? Oder ein gutes oder schlechtes aus einem anderen Grund?
7. Der Energieausweiß wurde jetzt erstmal auf der Annahme eine Luft-Wasser-Wärmepumpe berechnet.
Ebenfalls könnten wir auch eine Gasbrennwert Therme nutzen mit Verbindung einer Solaranlage.
Was würdet ihr machen? Die LWWP soll ca. 6000€ mehr kosten in der Anschaffung. Bei der Gasbrennwert Therme müssten wir wiederum einen Gasanschluss legen was wir nicht wollten. Dafür wird die LWWP im Winter wesentlich mehr Strom ziehen als die oben genannten 3 KWh...
8. Die Letzte Alternative wäre, Geld in der Haustechnik zu sparen und komplett auf ein Passivhaus zu gehen. Das gesparte Geld in die Hülle stecken um auf einen HT Wert von unter 0,15 zu kommen. Dann keine Heizung einzubauen, sondern über die Zuluft zu heizen. Das prüft aber unser Haustechniker mittels PHPP momentan, ob wir es überhaupt schaffen ein Passivhaus zu bauen. Falls, ja. Wäre das auch noch eine Möglichkeit. Weniger Geld in die Haustechnik und das gesparte Geld in die Gebäudehülle.
Würde mich über eure Meinung freuen.
Noch zur Info. Im Haus ist eine KWL installiert mit WRG (89%).
Ich würde mich freuen, wenn ihr mir etwas Klarheit verschaffen könntet.
Dankeschön im Voraus