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dramme73
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Beitragvon dramme73 » 08.06.2011 16:08 Uhr

Hallo, an alle freundl. Experten,

Ich bin dabei, mein Haus auf einen halbwegs brauchbaren Energie-Einspar-Standard zu bringen.
Dabei sind mir insbesondere bezügl. der Amortisation so einige Dinge aufgefallen und auch Zweifel gekommen.

Zunächst allerdings einige Eckdaten: Baujahr 1975 ,1-2 Fam.Haus m. EinliegerWhg. im Keller
Wohnfläche: Erdgeschoß 135 qm
1.Etage ca. 90 qm wg. Dachschräge/1 m Kniestock/Drempel
Keller/Souterrain : 54 qm ( 2 Zi,Kü,Dusche);
Heizung: Ölzentralhzg. Viessmann ,Bj. 2001 Mit Einzelheizkörpern u. Thermostatventil , Außenfühler,

Größe 15 m x 12,25 m
Außenwände: massiv,30 er Poroton- Gittersteine(Ziegel),Rauhputz

Innenwände: 24 er bzw. 11,5 er Kalksandstein

Dachneigung 38 Grad, Südausrichtung,zur Hälfte isoliert mit
140 mm Glaswolle,bituminierte Weichplatte,19 mm
Rauhspund ,Innenvertäfelung,

Fenster: 2-fach Thermopane (Stand 1975) , Rahmen aus amerik Red Pine ( bisher ohne Verwitterungsschäden , da ähnlich wie Lärche , aber feinfaseriger , halten noch 30 Jahre) ,Rollladen Styropor gedämmt;
Die komplette West(-Wetter) Seite ist im Zuge einer Umbaumaßnahme vor 7 Jahren mit 12 cm Wärmerdämmverbundsystem m.Putz (hinterlüftet) bereits isoliert worden.

Nun habe ich folgendes angedacht: 18 cm Wärmedämmverbundsystem ,Austausch der Fenster (wahlweise entweder nur die Scheiben 2 o. 3-fach ( ist technisch machbar, da innen verschraubte Glasleisten) oder komplett alle austauschen. Restliche Dachisolierung.

Wenn ich nun Kosten von ca. 40000,- bis 50000 Euro (versch. Eigenleistungen sind möglich)
veranschlage , bleibt folg. Rechnung:

z.Zeit Heizölverbrauch: 3500 – 4000 l p.a. , x 0,80 € (incl.Mwst.) = 2800,- bis 3200,- € p.a.
Geschätzte Heizölersparnis 50 % ergibt: 1400,- bis 1600,- € p.a.
Da ich den Modernisierungsbetrag nicht auf dem Konto liegen habe, gehe ich von folg. Finanzierung ( ohne öff. Fördermittel) aus : 50000,- mit 3,85 % Zins und 2 % Tilgung sind 5,85 %
= 2925,- Euro p.a..
Selbst wenn ich ( schlecht vorhersehbare ) Ölpreissteigerungen einkalkuliere, vermag ich kaum eine sinnvolle Amortisation zu erkennen.
Wo liegt mein Denk/Rechen – fehler ? Bin ich der Geisterfahrer oder alle anderen?
Ich habe bewußt unberücksichtigt gelassen: Werterhaltung,Wertsteigerung, Co 2 erparnis etc.

Mit der Hoffnung auf Aufklärung und Danke im voraus verbleibe ich
D.K.

Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 09.06.2011 07:08 Uhr

Deine bisherigen Sanierungsmaßnahmen ähneln einem Flickenteppich, das ist nicht ungewöhnlich und in den meisten Fällen so. Je nachdem, wie die Mittel verfügbar sind, führt man die eine oder andere energetische Sanierung aus.

Mein Tipp bei den Fenstern! Die bestehenden Thermopan-Scheiben sind vom U-Wert (cirka 3,0 W/m²K) miserabel. Man kann ohne großen Aufwand kostengünstig eine moderne 2-fach-Verglasung (cirka 1,0 W/m²K) einsetzen. Das würde sich sogar mittelfristig amortisieren. Lass Dir mal Angebote von versierten Tischlereien oder Fensterbauer für den Austausch unterbreiten.

Du solltest aber realistisch von einer Verknappung der Ölvorräte ausgehen und mit wesentlichen Preissteigerungen rechnen. Gerade heute war in den Nachrichten wieder die Rede von Rohölengpässen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 42,00.html
Bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung solltest Du nicht von statistischen Werten der Vergangenheit ausgehen, sondern Verknappungseffekte stärker berücksichtigen. Du machst Dich unabhängiger von Energiepreisschwankungen, wenn Du Dein Haus auf Energiesparen ausgerichtet ist. Dämmen senkt einerseits den Energiebedarf, das spart Energiekosten ein. Andererseits wird der Wohnkomfort wesentlich verbessert, das Gebäude ist zugfrei und bei einwandfreier Ausführung wird die Bausubstanz erhalten und geschützt.

Mit der Diskusssion zur Energiewende in Deutschland werden jetzt auch neue Anreize für Eigentümer geschaffen, energetische Sanierungsmaßnahmen durchzuführen.

Viel Erfolg bei Deinem Vorhaben!

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon bernhard geyer » 09.06.2011 23:25 Uhr

Begeb dich erstmal zur Verbraucherzentrale und lass dir die Adresse eines unabhängigen Energieberaters geben der dann für relativ wenig Geld eine Detailiert Ist-Aufnahme des Hauses macht und auch die Einzelmaßnahmen bezüglich Einsparpotential und Kosten aufzeigen kann sowie aktuelle Fördermaßnahmen kennt.

Vor allem was Fördermittelbetrifft kann man bei günstigen Zeitpunkt einige tausend € Zinsen sparen bzw. Zuschuss bekommen.
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Beitragvon Schimmelkiller » 13.06.2011 09:39 Uhr

@dramme73
Ich denke es kommt darauf an, wie lange man das Haus noch nutzt bzw. wie alt man ist.
Ich habe 2004 ein neues Dach mit 180 mm Wärmedämmung in WLG 035 und eine Schieferfassade mit 120 mm in WLG 035 bekommen. Danach habe ich 2010 meine Gastherme rausgeschmissen, einen Pelletofen mit Wassertasche und eine Solar-Röhrenkollektoranlage mit Warmwasser und Heizungsunterstützung einbauen lassen.
Fazit:
Das Dach musste nach 83 Jahren neu gedeckt werden.
Die Fassade war mindestens 15 Jahre unbearbeitet, wenn mann bedenkt, daß die Fassade alle paar Jahre gestrichen werden muss.....
Meine Gastherme war von 1991, also auch schon megaalt. Ersatzteile wurden per 31.12.2010 nicht mehr produziert.
Von 2000-2010 hatten wir je Jahr eine Steigerung der Energiekosten von ca.10%.
Das alles eingerechnet, inkl. mein Alter von 46 Jahren, meine 2 Kiddys ( 8 + 11 Jahre ), die Wohnwertsteigerung und und und......
Ja es rechnet sich, auch wenn erst nach 7-10 Jahren.
Ich würde es immer wieder machen.
Gruß Uwe
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Beitragvon Schimmelkiller » 13.06.2011 10:31 Uhr

Habe eigentlich noch etwas wichtiges vergessen.
Heizungsverbrauch bis 2004 ca. 2100,- - 2300,- EURO Gas
Warmwasserverbrauch bis 2010 ca. 500,- - 700,- EURO Strom

Jetziger Stand:
Heizung: 550,- EURO inkl. Warmwasser
Ersparnis : 2250,- EURO / Jahr
Kosten:
Dach/Wand 2004 35.000,- EURO
Heizung/Warmwasser 2010 15.000,- EURO
Rückzahlung Staat 2800,- EURO
Verbleiben: 47.200,- EURO Investition
Dacheindeckung abziehen, da dieses sowieso anhand des Alters hätte erneuert werden müssen.
Kosten eines Fassadenanstrichs abgezogen, hätte auch erneuert werden müssen.
Bleiben 30.000 EURO als energetische Sanierung über.
11.000 EURO Ersparnis seit 2004
19.000,- EURO geteilt durch 2250,- EURO Ersparnis im Jahr.
Macht unter dem Strich ungefähr noch 8 Jahre.
Dabei ist die Energiepreiserhöhung nicht eingerechnet.
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Beitragvon dramme73 » 16.07.2011 18:12 Uhr

Hallo,

Zunächst erstmal danke für die Antworten. Leider komme ich erst jetzt dazu, darauf zu antworten, da ich durch eine schwere Erkrankung außer Gefecht war.

1.der Hinweis Th. Heufers bezüglich allg. Energiesparmaßnahmen sind zwar richtig ( Ressourcenverknappung, damit verbundene Preiserhöhungen , Erhöhung des Wohnkomforts, Werterhaltung etc.) hilft mir bezüglich einer Amortisationsberechnung nicht wirklich weiter.
2.Der Austausch der Fensterscheiben erscheint mir zunächst als Einziges sinnvoll, da dies mit noch geringeren Kosten ( Nachbarschaftshilfe durch Schwager ( Tischler,Zimmerman) möglich wäre.
3.Ein Energieberater(allerdings nicht von der Verbraucherzentrale) war schon vor Ort und hat
schon einige mehr oder minder detaillierte Maßnahmen vorgeschlagen. Deren Sinn bezüglich Energieeinsparung , Wohnkomfort, Werterhaltung etc. will ich grundsätzlich gar nicht bezweifen.

Was mir aber bisher noch keiner nachweisen bzw. vorrechnen konnte, ist bei dem vorgeschlagenen ( notwendigen) Volumen die reine kostenmäßige Amortisation (s.o.) in einer halbwegs angemessenen Zeit. Selbst nach der EnEV von 2009 muß man nicht nachrüsten , wenn die Maßnahmen sich nicht innerhalb einer angemessenen Zeit rechnen.

4.Uwe (Schimmelkiller): -Die Fassade ist noch top in Ordnung, das Dach hält noch ca. 30 – 50 Jahre;
Bei max. 4000 l Heizöl Gesamtverbrauch incl. Warmwasserbereitung und einer optimistisch angenommenen Ersparnis von ca. 30 – 50 Prozent würde selbst bei einer 8- 10 % igen Preissteigerung pro Jahr eine max. Kosteneinsparung von 1500 – 1600 Euro p.a. vorliegen. Demgegenüber stehen aber ca. 2900,- Europ.a. Finanzierungskosten.Dass diese nach einer angenommenen Zinsbindung von 10 Jahren auch steigen können, wissen wir alle.

Ich will doch zunächst nur wissen, ob sich die Maßnahmen unter meinen angenommenen Bedingungen überhaupt rechnen können.
Alle anderen aufgeführten Argumente mögen zwar richtig sein( Wohnklima,Werterhaltung , CO 2 Einsparung, Rettung des Weltklimas etc.) treffen aber nicht den Kernpunkt meiner Anfrage.

Mit dankbaren und freundlichen Grüßen

D.K.


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Beitragvon Thomas Heufers » 16.07.2011 20:26 Uhr

@ dramme73 - Die Wirtschaftlichkeitsberechnung mag in Deinem Fall nicht aufgehen. Das ist immer vom jeweiligen Fall abhängig und von den subjektiven Faktoren der Berechnungsgrundlage. Ganz anders gibt es das vorgenannte Praxisbeispiel von Schimmelkiller wieder, er geht von einer Amortisation von unter 10 Jahren aus.

Man sollte sich das Investment für die energetische Sanierung nicht schön rechnen. Auch vor einem Kauf der Altbau-Immobilie sollte über den Preis intensiv verhandelt werden, die Expertisé eines Energieberaters kann als Verhandlungsargument für den Immobilienkauf herangezogen werden. Ein niedrigerer Einstandspreis kann das Pro für eine umfangreiche, evtl. auch kostenintensivere Energieeinspar-Sanierung sein. Hat man einen zu hohen Preis für das Objekt bezahlt, dann kann daraus schnell ein Fehlinvestment erwachsen, mit oder ohne Sanierung.
Die neu angelegte Verbrauchsdatenbank unter http://www.energieportal24.de/community ... sdaten.php soll über kurz oder lang solche Sanierungsbeispiele zeigen, im positiven wie negativen Sinne. Gewünscht ist, dass Sanierer Ihre indivuellen Eindrücke und Erfahrungen wiedergeben und auch Sanierungswilligen Tipps mit auf den Weg geben.

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon dramme73 » 17.07.2011 11:01 Uhr

Lieber Th.H.

Danke für Deine teilweise zustimmende Antwort. Ich werde wohl zunächst ein etwas kleineres und auch finanziell überschaubares Dämmprogramm planen. Zumindest die nach EneV 2009 vorgeschriebenen Maßnahmen. Obere Geschoßdecke etc.

Allerdings noch ein kleiner Nachtrag zu „Schimmelkiller „ etc.

Wenn ich dort allerdings die Finanzierungskosten einkalkuliere ( was ich ja tun muß, da ich keine reiche Oma habe, und das Geld leider noch nicht vom Himmel regnet) sieht auch dort die Amortisation etwas anders aus:

Bei seinen verbleibenden 30.000,- Sanierungskosten , 3,85 % u. 2 % Tilgung ( was übrigens 28 Jahre Laufzeit bedeuten; bei höherer Tilgung mit 4 % sind es immer noch ca. 17 Jahre)) sind das 1755,- Euro p.a. Oder 146,- Euro p.M.
Dem stehen 2250,- Euro Ersparnis gegenüber.
Das sind dann echte 495,- Euro pro Jahr an Ersparnis. Da kommen selbst bei seinen 19.000,-
noch 38 Jahre heraus. Erst danach beginnt es sich zu rechnen. Das erleben wir alle nicht mehr; erst unsere Kinder.

Ansonsten noch einen schönen Sonntag
D.K.

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