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Thema: Atomausstieg: Technisch Umsetzbar?

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paul021

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Anmeldedatum: 27.05.2011,
Beiträge: 3
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Hi,

ich wollte einmal fragen ob hier irgendjemand weiß, wie das mit dem Atomausstieg von technischer Seite her aussieht. Wie realistisch ist ein schneller Ausstieg und wenn ja, wie sollte er in Deutschland (Solar lohnt sich ja in DE nicht so wirklich) durchgeführt werden? Ich hab versucht mich da schon ein bisschen schlau zu machen, aber über die Thematik wird man im Netz mehr oder weniger gezielt Desinformiert. Die einen (wahrscheinlich die Energieversorger) meinen das sei eine Superschwere Sache, die anderen meinen (wohl eher die Idealisten) das sei ohne weiteres umsetzbar. Gibt es irgendjemanden hier der da einen groben Überblick hat und mir eine neutrale! fundierte Meinung zu dem Thema geben kann?

LG

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bernhard geyer

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Anmeldedatum: 22.06.2006,
Beiträge: 1153
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paul021 hat Folgendes geschrieben:
Gibt es irgendjemanden hier der ... und mir eine neutrale! fundierte Meinung zu dem Thema geben kann?

Ob es bei diesem Thema eine neutrale Meinung geben kann.

Von heute auf morgen wird es wohl nicht gehen ohne das (in den Wintermonaten) entsprechend Stromlieferungen aus dem Ausland gibt. Aber wenn man den Zeithorizont 2021 (Aktueller Vorschlag CDU/CSU) oder Atomkonsens bis 2025 (Atomkonsens von Rot-Grün von Anfang des Jahrtausends) betrachtet ist das sehr gut möglich. Die aktuell schon in Planung/Bau befindlichen Ersatzkraftwerke werden die Lücke der Produktionskapazitäten locker schließen.

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Thomas Heufers

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Anmeldedatum: 21.07.2006, Wohnort: Detmold/Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 1982
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Gut, dass wir die Atommeiler alsbald abschalten! Hoffentlich werden viele andere Nationen diesem guten Beispiel folgen.

Die Frage der Umsetzbarkeit ist ja beim runden Tisch der Ethikkommission zur Energiewende umfangreich erörtert worden. Die Fachleute haben dort Bedenken ausgeräumt. Dies ist dann auch als Leitlinie an die Politik weitergegeben worden.

Ich persönlich befürchte, dass eine übereilte Abschaltung der Atom-Kraftwerke über einen kürzeren Zeitrahmen beispielsweise bis 2017 zu Versorgungsengpässen führen kann, da die Infrastruktur (Stromnetz, Kraft-Wärme-Kopplung, Nahwärme, Fernwärme, On-/Off-Shore-Windenergie etc.) und Einsparpotentiale (Gebäudesanierung, Smartmetering, Energiebutler etc.) bis dato noch nicht umgesetzt worden sind, andernfalls beziehen wir dann über Nachbarländer durch die Hintertür Atomstrom.

Die Machbarkeit des Atomausstiegs sehe ich sehr optistisch. Es geht ja primär um die Energiesicherheit bei der Stromversorgung. Die Stromversorgung macht ja nur zum Teil unsere Energieversorgung aus. Die Versorgungssicherheit mit fossilen Energieträgern (Öl, Gas, Kohle, Braunkohle etc.) ist eine Diskussion, die noch geführt werden muss. Dieses Thema steht nicht im Fokus, fordert aber auch Zukunftskonzepte, neben der Versorgungssicherheit ist hier der Klimaschutz und unsere Nachhaltigkeit ein wichtiger Aspekt.
Wie der Spiegel berichtet: "Der Kampf gegen den Klimawandel droht verlorenzugehen: Der CO2-Ausstoß ist 2010 erneut gestiegen - und zwar rasanter denn je, wie eine neue Statistik der Internationalen Energieagentur besagt. Die Begrenzung der Erwärmung auf zwei Grad sei nur noch eine nette Utopie."
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,765602,00.html...
Wer das Thema nicht auf seine Agenda nimmt, wird von den Ereignissen eingeholt.

Fakt ist, dass die Sonne 15.000 mal mehr an Energie liefert, als zur Deckung des weltweiten Energiehungers nötig ist. Die globale Aufgabe ist jetzt, 1/15.000 der Sonnenenergie nutzbar zu machen.

Gruß

Thomas Heufers

_________________
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05231-569596 + 0177-1648721
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paul021

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Beiträge: 3
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Ein Atomausstieg zu Gunsten von Kohlekraftwerken wäre natürlich ein Schuss in den Ofen. Die Frage ist also wohl nicht wirklich ob wir den Atomausstieg schaffen können, sondern ob wir die Energiekapazitäten die wir verlieren über erneuerbare CO2 neutrale Wege wiederherstellen können. Ich persönlich setze da ja noch immer Hoffnungen auf eine europaweite Lösung, obwohl das natürlich sehr idealistisch ist. Man könnte doch zum Beispiel Griechenland dazu bekommen dort von Deutschland finanziert massiv Solarenergie aufzubauen. Das ist allemal besser als unser Geld einfach so in den Staat reinzupusten. Könnte der Wirtschaft dort mit massiven Investitionen auch einen ordentlichen Schub geben. Eine Win-Win Situation?

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bernhard geyer

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Anmeldedatum: 22.06.2006,
Beiträge: 1153
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Norbert75 hat Folgendes geschrieben:
Also ich denke dass erst mit der Atomfusion ein Ausstieg möglich ist.

Für Deutschland wir das früher möglich sein. Bisher ist trotz fast täglicher Ankündigung von Blackouts der Stromkonzerne nix passiert. Wenn dann ist ohne die 7 Altmeiler nur im Winter etwas zu erwarten wenn die Jahreshöchstlast eintritt. Aktuell wird durch PV die Spitzenlasten ziemlich gut gedrückt so das trotz fast 30 GW nichtverfügbarkeit von Kraftwerkskapazität noch nix passiert ist.

Norbert75 hat Folgendes geschrieben:
Und nach Schätzungen müssen wir drauf noch mindestens 30 Jahre warten

Die Kernfussion ist eigentlich immer ca. 50 Jahre vor dem kommerziellen Einsatz entfernt. War schon vor 20 und 10 Jahren so, ist auch heut so. Einzig die jährlichen Forschungsetasteigerungen lassen auf eine "schwarzes Loch" schließen.

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klausamsee

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Beiträge: 187
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Die Kernfusion hört sich zwar verlockend an, aber ist diese überhaupt umsetzbar und vor allem beherrschbar?
Vor 50 Jahren haben alle "Hurra" zum Thema "friedliche Atomkraft" gerufen, die wurde als modern, sauber und sicher angepriesen. Heute wissen wir vieles, was wir damals nicht wussten. Es gibt Auswirkungen, die vielleicht bekannt waren aber nicht als Problem angesehen wurden. Auch ist die Risikobewertung heute auch ganz anders als damals, denn es hat "unmögliche" Unfälle mit enormen Auswirkungen gegeben.
Ich bin wirklich kein Fortschrittsverhinderer, aber müssen wir jetzt schon wieder auf etwas neues, unbekanntes und unerprobtes setzen, was noch nicht einmal richtig funktioniert, wo wir doch beherrschbare Alternativen mit bekannten Auswirkungen haben, die unseren Energiehunger stillen können?

Klaus

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oakgast

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Anmeldedatum: 17.07.2009,
Beiträge: 760
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Kommentar von "Martin Seul" erstellt am 06.06.2011,15:58
Thema: Sonstiges(Sonstiger Kommentar/ Tipp)

Ich habe mich für Ökostrom entschieden und bin sehr glücklich mit dieser Entscheidung. Werden mehr Bürger den Stromanbieter wechseln, wird auch ersichtlich sein, dass es das ist, was für alle am besten ist.
Informieren sollte man sich natürlich im Voraus, ich finde folgende Seite sehr informativ: oekostrom.org
Mail an Martin Seul


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ledera

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Anmeldedatum: 19.06.2011, Wohnort: Igersheim
Beiträge: 2
Benutzer-Profile anzeigen http://www.ledera.de Antworten mit Zitat
Ein Ausstieg ist machbar wenn der Staat den Bürgern und Unternehmen genügend Einkommen läßt. Leider lassen sich gute Innovationen wegen der Bürokratie in Europa nur schleppend umsetzen. Bis dann alles soweit ist, hat sich die Technologie rasant weiterentwickelt und Europa läuft hinterher! Ein Beispiel ist die Solartechnik. Die enormen Subventionen blockieren die Wirtschaftlichkeit. So gibt es Techniken bei denen die Kosten zur Gewinnung von Solarstrom nur 15% der bisherigen Kosten verursachen würde. Entwickelt von einem Schweizer Forscher, der sich schwer tut mit der Vermarktung, da er niemals das Kapital hat um sich gegen die subventioierte Solartechnik zu behaupten. Kritisch für die bisherige Solarindustrie wird es dann werden, wenn diese Erfindung über das Ausland zu uns kommt und sich die bisherige Solartechnik als Flop erweisen wird.

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