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Forum Geothermie & Wärmepumpen

Thema: Hersteller Wärmepumpen - Qual der Wahl

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kkc2003

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Bosch Thermotechnik GmbH, Junkers Deutschland
Hallo,

wir planen gerade unseren Neubau. Ein Einfamilienhaus mit Einlieferwohnung und kleiner Gewerbeeinheit. Insgesamt haben wir 430qm Fläche von denen wohl 330qm zu beheizen sind. Wir interessieren uns für eine Sole-Wärmepumpe mit Fussbodenheizung und 300L Wasserspeicher sowie einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.

Wir haben uns nun verschiedene Angebote mit dieser Ausstattung erstellen lassen und sind sehr verunsichert. Jeder Monteur hat einen anderen Hersteller ins Rennen geschickt. Bei der Auswahl des geeigneten Pakets tun wir uns sehr schwer. Sollen wir einfach nur den Preis entscheiden lassen oder nehmen wir den Monteur der den besten Eindruck macht? Gibt es bei den Herstellern große Unterschiede was Effizenz und Komfort angeht? Bisher haben wir Angebote der Firmen Waterkotte mit LTM, Weishaupt mit Zehender, Siemens, Vaillant und ein Einzelangebot für eine Paul Lüftung.

Die Waterkotte Anlage hat uns sehr gut gefallen, ist aber eigentlich zu teuer und für die Lüftung von Paul gilt das gleiche. Was meint ihr? Sollte man einen Bogen um manche Hersteller machen oder besser formuliert: Welcher Hersteller ist eurer Meinung nach mehr Geld wert als andere? Oder ist der Monteur das entscheidende Kriterium? Vielen Dank!

kkc

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roro

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Beiträge: 946
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Die Wahl der WP ist meistens zweitrangig, das Gesamtsystem muss stimmen.

Wie sieht es mit Heizlastberechnung, Auslegung der FBH und hydraulisch Schema aus. Das ganze sollte stimmig sein.

Wie sehen hier die Zahlen aus?

Frage: Benötigt Euer Gewerbebetrieb viel WW, denn da kann es mit 300l schon etwas knapp werden. Für ein Einfamilienhaus ist 300l auf jeden Fall ausreichend.

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Thomas Heufers

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Wie schon von roro angemerkt, es muss die Gesamtsituation betrachtet werden.
Ein Wärmepumpe ist grundsätzlich erstmal ein Wärmegeber wie jeder Andere. Die Effizienz ist vom Temperaturhub abhängig, d.h. der Temperaturniveau von der Energiequelle zum effektiven Wärmeübertrag sollte möglichst klein sein. Eine niedrige Vorlauftemperatur beispielsweise mit einer Fußbodenheizung ist dann eine bessere Lösung.

Mit dem Wärmeverlust des Gebäudes steigt der Temperaturhub.
Wie wird gedämmt? Welche U-Werte haben die Bauteile der Gebäudehülle? Bleibt auch die Frage, wie weit seid Ihr mit Eurer Planung? Ist die Gebäudehülle en details festgelegt? Gibt es eine Heizlastberechnung und/oder Wärmebedarfsberechnung?

Bei einem Gewerbebetrieb fällt der Wärmebedarf zum Beispiel für 8 - 10 Stunden über 5 Werktage an. Also könnte eine kaskadierende Wärmetechnik notwendig sein.

Nur auf den Preis zu schauen, ist sicherlich nicht zielführend. So weit liegen, die namhaften Hersteller nicht auseinander. Ein Mehrpreis von 50 % für eine Lüftungsanlage mit einem 3 % höhreren Wärmerückgewinnungsgrad ist für mich aber nicht zu rechtfertigen.

Zum Thema "Wärmepumpen" ein paar PDFs.

SBZ - TWK-Wärmepumpensymposium - Guter Geräte-COP kein Erfolgsgarant - Planung und Ausführung sind entscheidend für die Effizienz der Anlage
http://www.ecotec-energiesparhaus.de/fileadmin/Daten/SBZ-Guter-Geraete...

SBZ - TWK-Wärmepumpensymposium - Je einfacher die Anlage, desto höher die Arbeitszahl
http://www.ecotec-energiesparhaus.de/fileadmin/Daten/SBZ-Je-einfacher-...

Gruß

Thomas Heufers

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kkc2003

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Hallo,

vielen Dank für die schnellen Antworten. Der erstellte Energiepass ist für die gesamte Fläche von 420qm als beheizte Fläche ausgegangen und gibt 18000 kw Bedarf für die Heizung an. Die Berechnung ergibt ein kfw40 Haus. Die Dämmung ist 25cm (Expandierter Polystyrolschaum GW 0,0338 Kategorie II) + Wand- und Putzaufbau. Das gesamte Volumen beträgt Bruttovolumen Ve 2.187,5 m³, Nettovolumen V 1.662,5 m³. Das Gewerbe betreiben wir selber und da wird auch am Wochenende und oft nachts gearbeitet.


Danke!

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roro

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kkc2003 hat Folgendes geschrieben:
18000 kw Bedarf für die Heizung an.


Was für eine Berechnung ist das? Der EnEV-Nachweiß?

Sind die 18000 kWh (kW ist eine Leistung) der Stromverbrauch oder der Wärmebedarf?

18000 kWh Stromverbrauch wäre nämlich extrem viel 18000 kWh Wärmebedarf wäre für 420 qm sehr gut.

Bitte unbedingt eine Heizlastberechnung durchführen!!!

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Thomas Heufers

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Nach Deinen Angaben ergibt sich ein Wärmebedarf von ~ 40 Watt pro m² Heizfläche. Das ist eine gute Voraussetzung für den Einsatz einer Wärmepumpe, immer vorausgesetzt die Wärme wird mit einer Flächenheizung (Fußboden, Wand, Decke) übergeben.

Neben der Planung der Heizung ist die sommerliche Kühlung eine wichtige Fragestellung. Den geringsten Energieaufwand hierfür hat man dann, wenn es gelingt mit mechanischen oder konstruktiven Verschattungen oder geschickter Architektur ungewünschten Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Hierbei ist speziell die Ost-/Westseite des Gebäudes zu berücksichtigen, die flach geneigte Sonnenbahn kann in dem ersten und letzten Teil des Tages relativ direkt ins Gebäude einstrahlen.

Eine Kühlung über die Haustechnik ist idealerweise über die Lüftungsanlage zu realisieren. Mittels Bypass wird die Kühle beispielsweise direkt von der Sole abgenommen und über einen so genannten Sole-Erdwärmetauscher direkt an die Zuluft abgegeben. Bei diesem Systemaufbau hat man keine Taupunktproblematik und einen sehr geringen Energieeinsatz für die Klimatisierung.
http://www.ecotec-energiespartechnik.de/lueftungstechnik/helios-sole-e...
Weiterer Vorteil der Bypass-Technik ist die Regenerierung der Erdsonde, durch den Energieentzug beim Kühlungsprozess wird das Trägermedium erwärmt und der träge Bereich um die Bohrsonde speichert langfristig Wärme und kann diese Wärme in der Heizperiode durch den Wärmepumpen-Heizbetrieb wieder zurückholen. Über dieses Prinzip hat man quasi auf einfachste Weise einen latenten, solaren Wärmespeicher.

Gruß

Thomas Heufers

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Zuletzt bearbeitet von Thomas Heufers am 16.02.2011 09:23, insgesamt 2-mal bearbeitet

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Thomas Heufers

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roro hat Folgendes geschrieben:
Sind die 18000 kWh (kW ist eine Leistung) der Stromverbrauch oder der Wärmebedarf?
Angegeben ist KfW 40 und eine Wand mit 25 cm Dämmstärke mit WLG 033 (U-Wert ca. 0,13 W/m²K). Diese Werte sprechen für Wärmededarf und nicht Strombedarf.

Gruß

Thomas Heufers

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kkc2003

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Hallo,

im Energiepass steht folgendes:

absoluter Bedarf:
Trinkwassererwärmung 8750 kwh/a
Heizung 17407 kwh/a

Dann später steht:

für Heizung (inkl. WRG) (Q*H + Qh,L)
16.953,7 kWh/a
für Trinkwarmwasser (Q*TW)
11.577,8 kWh/a
gesamter Wärmeenergiebedarf
28.531,5 kWh/a

Ich blicke bei dieser Auswertung nicht ganz durch....

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Thomas Heufers

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Ist in dem Energiepass bereits eine Wärmepumpe berücksichtigt?
Gibt es eine Anlagenaufwandszahl ep hierfür?
Steht in dem Energiepass der Jahres-Primärenergiebedarf Q'P in kWh/m²a?

Gruß

Thomas Heufers

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kkc2003

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die Anlagenaufwandzahl ist mit 0,56 angegeben und der spezifische Jahresprimärenergiebedarf mit 21,01kWh/m²a

Danke!

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Thomas Heufers

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Ist in Deinem Energiepass eine Wärmepumpe berücksichtigt?

Gruß

Thomas Heufers

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kkc2003

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Ja, ist sie.

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Thomas Heufers

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Das sind gute Werte. Jetzt solltest Du Dich nach einem Fachhandwerker umschauen, der Dir eine optimale Installation liefert.
Ist der Bauort in Kassel? Dann bitte ich um Rückruf!

Gruß

Thomas Heufers

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kkc2003

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Ja ist er. Danke für die Hilfe. Ich rufe morgen (do) an.

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Hier mal eine recht umfangreiche Liste zu Wärmepumpen Herstellern http://www.energieportal24.de/hersteller-waermepumpen.htm...

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