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Josef Gartner

Beitragvon Josef Gartner » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hi,

ich bin Betreiber eines Kleinwasserkraftwerks, welches ich im vorletzten Jahr neu gebaut habe. Die Anlage leistet durchschnittlich etwa 3,3 kW/h, entspricht ca. 30.000 kW/h jährlich (Infos: http://www.gartner.iivs.de/wka).

Derzeit wird der erzeugte Strom zum Teil selbst verbraucht und der Rest ins Netz der Naturstrom AG eingespeist. Eine zukünftige Anwendung aber wäre, mit der nicht selbst benötigten Energie Wasserstoff zu erzeugen, in Tanks zu lagern und direkt am Produktionsort inmitten der Ortschaft eine kleine Wasserstoff-Tankstelle zu errichten.

"Saubere" Energie sowie Wasser sind natürlich direkt an der Produktionsstätte vorhanden. Die "Tankstelle" verkehrsgünstig gleich daneben. So sind auch keinerlei Transportwege nötig.

Was haltet Ihr von einer solchen Idee? Wie lange wird es wohl dauern, bis dies technisch einigermaßen ausgereift durchführbar wäre? Die zweite Frage ist natürlich, wie lange es dauern wird, bis tatsächlich ein entsprechender Bedarf besteht, damit eine solche Anlage auch mal irgendwann wirtschaftlich betrieben werden könnte. Ich würde den Standort als gut ansehen, oder fehlt noch irgendwas?

Über Antworten würde ich mich freuen.

MfG Josef Gartner

PS: Wasserkraft wird mir auf diesem Server etwas zu sehr vernachlässigt.

Gerhard Uttenthaller

Beitragvon Gerhard Uttenthaller » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo Josef!

Grundsätzlich halte ich sehr viel von dieser Idee, wäre ein wegweisendes Pionierprojekt.
Die Technologie ist ausgereift genug, um problemlos funktionierende Wasserstofftankstellen zu errichten, wie bereits realisierte Tankstellen zeigen.
Ich weiß nicht wie viel gedankliche und administrative Vorarbeit Du bereits geleistet hast, aber ich denke, das sich dieses Vorhaben als langer Weg erweisen könnte.

30000 kWh könnten grob gerechnet ca. 3000l Diesel substituieren, bei einer gerechneten Kilometerleistung von 20000km/Jahr und einem durchschnittlichen Verbrauch von 8l fossilem Kraftstoff könntest du knapp zwei Fahrzeuge damit versorgen, berücksichtigt man die Verluste bei der Elektrolyse bzw. Umwandlung über das umgekehrte Brennstoffzellenprinzip und die Verluste bei der Druckspeicherung (ja nach System zwischen 7 und 14%) ist die bereitgestellte Wasserstoffmenge schon deutlich geringer.
Diese Menge ist bei einer wahrscheinlich ziemlich hohen Investition doch eher gering.

Bei Ausschöpfung aller Fördermöglichkeiten für dieses Projekt ev. in Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, Firmen oder Institutionen aber vielleicht möglich.

Auch in Bezug auf die Abnahme des Wasserstoffs denke ich das es sinnvoll wäre, Kunden ähnlichen Ursprungs als sichere Abnehmer anzuwerben, damit die Anlage von Anfang an laufen kann bis konventionelle Nachfrage in ausreichendem Ausmaß besteht.

Hast Du in Erwägung gezogen durch z.B. eine Windkraftanlage die Kapazitäten zu erhöhen?

Ich wünsche Dir sehr viel Erfolg mit diesem Projekt und hoffe auf praktische Durchführbarkeit, ansonsten bestehen ja noch andere Möglichkeiten wie z.B. die Nutzung des anfallenden Wassrstoffs in Brennsoffzellen zur Wärme-und Stromversorgung von Gebäuden.

Mfg Gerhard Uttenthaller
Josef Gartner

Beitragvon Josef Gartner » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo Gerhard,

» Grundsätzlich halte ich sehr viel von dieser Idee, wäre ein wegweisendes Pionierprojekt.
» Die Technologie ist ausgereift genug, um problemlos funktionierende
» Wasserstofftankstellen zu errichten, wie bereits realisierte Tankstellen
» zeigen.

Die Grundvoraussetzungen wären also da. Wo kann man denn am besten weitere Informationen über die Technologie und die Technik der Speicherung des Wasserstoffs finden?

» Ich weiß nicht wie viel gedankliche und administrative Vorarbeit Du bereits
» geleistet hast, aber ich denke, das sich dieses Vorhaben als langer Weg
» erweisen könnte.

Die Vorarbeit für mein Kleinwasserkraftwerk war etwa 5 Jahre vom ersten Gedanken bis zur Realisation. Es war auch ein langer Weg, konnte das Projekt aber erfolgreich nach einer Bauzeit von nur 4 Monaten abschließen. Einen langen Atem habe ich in dieser Hinsicht, da mache ich mir keine Gedanken.

» 30000 kWh könnten grob gerechnet ca. 3000l Diesel substituieren, bei einer
» gerechneten Kilometerleistung von 20000km/Jahr und einem durchschnittlichen
» Verbrauch von 8l fossilem Kraftstoff könntest du knapp zwei Fahrzeuge damit
» versorgen, berücksichtigt man die Verluste bei der Elektrolyse bzw.
» Umwandlung über das umgekehrte Brennstoffzellenprinzip und die Verluste bei
» der Druckspeicherung (ja nach System zwischen 7 und 14%) ist die
» bereitgestellte Wasserstoffmenge schon deutlich geringer.
» Diese Menge ist bei einer wahrscheinlich ziemlich hohen Investition doch
» eher gering.

Das sehe ich allerdings auch so. Für so eine geringe Menge wird sich das Vorhaben in einem wirtschaftlichen Umfeld wohl nicht umsetzen lassen. Ich meine damit: Selbst wenn es jetzt gefördert werden sollte, irgendwann bricht notwendigerweise jede Förderung weg, und gegen Großtankstellen wird man sich mit so einer kleinen Anlage, die gerade mal 2 Autos versorgen kann, keinesfalls behaupten können, sollte Wasserstoff, was ja wünschenswert ist, weitere Verbreitung finden.

» Bei Ausschöpfung aller Fördermöglichkeiten für dieses Projekt ev. in
» Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, Firmen oder Institutionen aber
» vielleicht möglich.

Ich könnte mir dann also die Anlage höchstens als Versuchs- oder Pilotanlage vorstellen. Dafür wäre natürlich die Zusammenarbeit mit entsprechenden Forschungseinrichtungen notwendig. Wie könnte man die entsprechenden Kontakte knüpfen?

» Auch in Bezug auf die Abnahme des Wasserstoffs denke ich das es sinnvoll
» wäre, Kunden ähnlichen Ursprungs als sichere Abnehmer anzuwerben, damit die
» Anlage von Anfang an laufen kann bis konventionelle Nachfrage in
» ausreichendem Ausmaß besteht.

Gut, es wäre dann sowieso notwendig, Abnahmeverträge mit festen Kunden, z. B. Gewerbebetriebe in der Nachbarschaft, zu schließen. Denn zum jetzigen Zeitpunkt wäre wohl der Kraftstoff auf dem freien Markt nicht zu vertreiben, später dann könnte die Nachfrage nicht befriedigt werden und die Tanks wären ständig leer. Also keine öffentliche Tankstelle in diesem Sinn, außer man bezieht den Wasserstoff wieder woanders her, wobei der Standortvorteil wegfällt.

» Hast Du in Erwägung gezogen durch z.B. eine Windkraftanlage die Kapazitäten
» zu erhöhen?

Natürlich haben solche Erwägungen schon während der Planungsphase des Kleinwasserkraftwerks stattgefunden. In den seltensten Fällen ist aber der Standort einer Wasserkraftanlage auch für eine Windkraftanlage geeignet. Die Windverhältnisse sind meist am besten auf Anhöhen, während sich Wasserkraftanlagen naturgemäß meist in Tälern befinden. So ist es auch bei uns. Weiterhin befindet sich die Anlage mitten in unserer Ortschaft, wo ein größere Windkraftanlage sicher nicht hingehört. Auch ist der Standort sehr stark beschattet, also auch für eine Photovoltaikanlage ungeeignet. Tja, diese Möglichkeiten wurden in meinem Kopf schon mehrmals durchgespielt.

» Ich wünsche Dir sehr viel Erfolg mit diesem Projekt und hoffe auf
» praktische Durchführbarkeit, ansonsten bestehen ja noch andere
» Möglichkeiten wie z.B. die Nutzung des anfallenden Wassrstoffs in
» Brennsoffzellen zur Wärme-und Stromversorgung von Gebäuden.

Vielen Dank für Deine Antwort. Über jede weitere Antwort würde ich mich freuen.

MfG Josef Gartner
Gerhard Uttenthaller

Beitragvon Gerhard Uttenthaller » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo Josef,

» Die Grundvoraussetzungen wären also da. Wo kann man denn am besten weitere
» Informationen über die Technologie und die Technik der Speicherung des
» Wasserstoffs finden?

Im Internet werden sich, so nehme ich an, nur bedingt brauchbare Informationen zur Speicherung von Wasserstoff finden. Es wäre wohl das Beste, Unternehmen und Forschungseinrichtungen selbst zu kontaktieren.
Soweit ich weiß, zeichnete ARAL für die Realisierung der Wasserstofftankstelle am Münchner Flughafen verantwortlich, der Wasserstoff kommt von der Linde AG.
Viele Automobilhersteller experimentieren mit Wasserstoff oder haben bereits Produkte herausgebracht, wie z.B. DaimlerChrysler (Necar), BMW, Ford, General Motors (speziell Opel), MAN, Neoplan,...
Aber auch Brennstoffzellenhersteller wie z.B. Sulzer-Hexis oder Vaillant haben bereits Systeme auf dem Markt und sicher einiges an know-how.
Voriges Jahr nahm ich an einem hochinteressanten Brennstoffzellen-Symposium Teil wo unter anderem ein Vortrag über Wasserstoffspeicherung-und Transport gehalten wurde, und zwar vom ChristianDoppler- Pilotlabor für Brennstoffzellensysteme an der Technischen Universität Graz. Ich denke Universitäten sind generell gute Ansprechpartner und vielleicht sogar an Projekten interessiert.

» Das sehe ich allerdings auch so. Für so eine geringe Menge wird sich das
» Vorhaben in einem wirtschaftlichen Umfeld wohl nicht umsetzen lassen. Ich
» meine damit: Selbst wenn es jetzt gefördert werden sollte, irgendwann
» bricht notwendigerweise jede Förderung weg, und gegen Großtankstellen wird
» man sich mit so einer kleinen Anlage, die gerade mal 2 Autos versorgen
» kann, keinesfalls behaupten können, sollte Wasserstoff, was ja
» wünschenswert ist, weitere Verbreitung finden.

Falls irgendwann ein wirtschaftlicher Betrieb möglich ist würde ich mir über den "Konkurrenz" keine Sorgen machen, jeder Teil eines langsam entstehenden Wasserstofftankstellennetztes liefert einen sehr wertvollen Beitrag, da denke ich, dass Kapazitätenerweiterung die primäre Frage ist.
Schade dass Windkraft nicht möglich ist, es wäre die Ideale Ergänzung zu Wasserkraft in Hinsicht auf saisonale Verfügbarkeit, was auch geringere Tankvolumina bedeuten würde, da die geringere Verfügbarkeit von Wasserkraft im Winter nicht abgefedert werden müßte.


» Ich könnte mir dann also die Anlage höchstens als Versuchs- oder
» Pilotanlage vorstellen. Dafür wäre natürlich die Zusammenarbeit mit
» entsprechenden Forschungseinrichtungen notwendig. Wie könnte man die
» entsprechenden Kontakte knüpfen?

Diese Frage kann ich Dir leider nicht beantworten, der Besuch von einschlägigen Tagungen in diesem Bereich bringt aber schnell Einblick in Strukturen laufender Projekte, und die hochkarätigen Besetzungen solcher Tagungen liefern gleich die richtigen Ansprechpartner.
Vielleicht kann auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie weiterhelfen, als Österreicher weiß ich nicht welche staatlichen Organisationen in Deutschland die richtigen Ansprechpartner sind.

» Natürlich haben solche Erwägungen schon während der Planungsphase des
» Kleinwasserkraftwerks stattgefunden. In den seltensten Fällen ist aber der
» Standort einer Wasserkraftanlage auch für eine Windkraftanlage geeignet.
» Die Windverhältnisse sind meist am besten auf Anhöhen, während sich
» Wasserkraftanlagen naturgemäß meist in Tälern befinden. So ist es auch bei
» uns. Weiterhin befindet sich die Anlage mitten in unserer Ortschaft, wo ein
» größere Windkraftanlage sicher nicht hingehört. Auch ist der Standort sehr
» stark beschattet, also auch für eine Photovoltaikanlage ungeeignet. Tja,
» diese Möglichkeiten wurden in meinem Kopf schon mehrmals durchgespielt.

Interessant wären auch biogen betriebene BHKW´s (Holzgas, Pflanzenöl,...), allerdings stellt sich hier die Frage der Abwärmenutzung (Nahwärme? Contracting?)

Erfolgreiche Partnersuche, ich wäre sehr interessiert an Deinen Fortschritten,

MfG Gerhard Uttenthaller
Sven Geitmann

Beitragvon Sven Geitmann » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo Josef,
Hallo Gerhard,

» » Wo kann man denn am besten
» weitere
» » Informationen über die Technologie und die Technik der Speicherung des
» » Wasserstoffs finden?

Ich bin selber beratender Ingenieur, Fachjournalist und Buchautor und habe mich spezialisiert auf den Bereich Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technik. Kostenlose Informationen über diese Technik findet ihr auf meiner Homepage www.hydrogeit.de. Dort gibt es Infos zum runterladen und Verweise auf weitere Quellen, z.B. meine beiden Bücher.

» Schade dass Windkraft nicht möglich ist, es wäre die Ideale Ergänzung zu
» Wasserkraft in Hinsicht auf saisonale Verfügbarkeit, was auch geringere
» Tankvolumina bedeuten würde, da die geringere Verfügbarkeit von Wasserkraft
» im Winter nicht abgefedert werden müßte.

Es wird bereits angedacht und auch daran gearbeitet, Wind- und Wasserkraft sowie Solar-, Bio- und Erdwärme für die Wasserstoff-Erzeugung zu nutzen. Allerdings benötigen diese Vorhaben noch Zeit, da momentan noch jedes Unternehmen mit sich und der eigenen Technik beschäftigt ist und nur wenige branchenübergreifende Arbeiten gemacht werden. Es gibt allerdings EU-Projekte, in denen Windkraft für die Wasserstoff-Nutzung verwendet werden.

» » Ich könnte mir dann also die Anlage höchstens als Versuchs- oder
» » Pilotanlage vorstellen. Dafür wäre natürlich die Zusammenarbeit mit
» » entsprechenden Forschungseinrichtungen notwendig. Wie könnte man die
» » entsprechenden Kontakte knüpfen?

Kontakte könnte ich herstellen. Da ich allerdings selbstständig arbeite, wäre das dann nicht mehr kostenlos.

» Interessant wären auch biogen betriebene BHKW´s (Holzgas, Pflanzenöl,...),
» allerdings stellt sich hier die Frage der Abwärmenutzung (Nahwärme?
» Contracting?)

Es gibt bereits diverse Arbeitsgruppen, die genau in diesem Bereich aktiv sind und zu denen der Kontakt aufgenommen werden kann.

» Erfolgreiche Partnersuche, ich wäre sehr interessiert an Deinen
» Fortschritten,

Schaut mal rein bei www.hydrogeit.de.

Gruß, Sven Geitmann
Josef Gartner

Beitragvon Josef Gartner » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo Gerhard,

vielen Dank für Deine Informationen. Ich werde weiter nach Möglichkeiten suchen.

Insbesondere die geringe Kapazität macht mir jedoch Sorgen, so daß ich mir nicht sicher bin, ob es sich überhaupt lohnt, das Projekt weiter zu verfolgen.

Dazu ist zu sagen, daß das Kleinwasserkraftwerk Sommer wie Winter mit annähernd konstanter Leistung (Durchschnitt 3,3 kW/h) läuft. Die erzeugte elektrische Energie wird zuerst am Anwesen selbst verbraucht und der Rest zur Naturstrom AG (http://www.naturstrom.de) eingespeist, womit sichergestellt ist, daß der Strom auch tatsächlich als Naturstrom weiterverkauft wird. Die Abwärme des Generators wird mit Hilfe einer "kleinen" Kraft-Wärme-Kopplung dazu genutzt, Grundwasser aus einem Brunnen vorzuheizen, welches weiter als Betriebsstoff einer Grundwasserwärmepumpe dient, welche ganzjährig Warmwasser und im Winter die Heizung für das Anwesen zur Verfügung stellt. Es ist praktisch mit den jetzigen technischen Möglichkeiten schon eine Art Idealzustand erreicht, es wird außer der Reibung und Fallhöhenverlusten beim Wasserrad praktisch nichts vergeudet. Eine unbedingte Notwendigkeit der Wasserstoffproduktion ergibt sich also nicht. Trotzdem möchte ich mich nicht auf meinen Loorbeeren ausruhen, sondern weiter nach Möglichkeiten suchen.

Ein Windkraftwerk ist wie gesagt in unmittelbarer Nähe ebensowenig möglich wie eine Photovoltaikanlage. Ein mit natürlichen Rohstoffen zu betreibendes BHKW wäre schon möglich. Allerdings könnte die Wärme auf dem Anwesen selbst nicht verbraucht werden. Es befindet sich zwar gleich nebenan eine Siedlung mit ca. 50 Häusern, jedoch haben alle diese Häuser ja schon eine eigene Heizung, meist natürlich Öl. Den Aufwand, Leitungen zu verlegen und die dafür notwendigen Investitionen traue ich mich ehrlich gesagt dann ohne Partner nicht mehr zu. Natürlich könnte eine evtl. Wasserstoffproduktion mit Strombezug von der Naturstrom AG gesteigert werden. Dies wäre aber an jedem Standort möglich, wo wäre also der Standortvorteil?

MfG Josef Gartner

Josef Gartner

Beitragvon Josef Gartner » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo Sven,

auch Dir vielen Dank für Deine Antwort.

» Schaut mal rein bei www.hydrogeit.de.

Habe ich mir angeschaut, wirklich sehr hilfreiche und umfassende Informationen, sehr gut. Alles konnte ich zwar noch nicht "erkunden", werde aber dranbleiben.

Jedenfalls stellt doch die Firma GHW (http://www.ghw-mbh.de) ein Gerät her, das auf den ersten Blick benötigte Anforderungen erfüllen würde (Wasserstoff aus regenerativer elektrischer Energie und Wasser), weiterhin deren Speicherung und das Tanksystem. Was ist davon zu halten?

Gruß, Josef Gartner
Sven Geitmann

Beitragvon Sven Geitmann » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo Josef,

» Jedenfalls stellt doch die Firma GHW (http://www.ghw-mbh.de) ein Gerät her,
» das auf den ersten Blick benötigte Anforderungen erfüllen würde
» (Wasserstoff aus regenerativer elektrischer Energie und Wasser), weiterhin
» deren Speicherung und das Tanksystem. Was ist davon zu halten?

Sehr gerechtigte Frage.

Ich möchte ganz allgemein davor warnen, Darstellungen in Hochglanz-Broschüren tatsächlich für bare Münze zu nehmen. Dies soll in diesem Zusammenhang bedeuten, dass ich meinerseits noch nicht gehört habe, dass der Handel mit Elektrolyseuren und Wasserstoff-Speichereinheiten bereits ein florierendes Geschäft wäre.
Es mag also vereinzelte Referenzprojekte geben, wo bereits ähnliche Vorhaben wie das Deine realisiert worden sind. In der Regel sind solche Projekte allerdings noch sehr kostspielig und nicht so ohne weiteres durchführbar.
Es bedarf bei jedem Vorhaben einer Einzelfallprüfung und es ist fraglich, ob für die Anwendung bei Wasserkraftwerken bereits die passenden Schnittstellen entwickelt worden sind. Schließlich ist das Leistungsverhalten eines Wasserkraftwerkes deutlich anders als bei einem Windrad oder einer Solaranlage.
Diese Schnittstellenproblematik ist zur Zeit aber noch einer der Knackpunkte. Noch ist kein plub & play möglich.
Mein Vorschlag: Frag mal an bei potentiellen Lieferanten, ob die Dir ein konkretes Angebot unterbreiten können, und wenn ja, dann schau Dir genau die Leistungen und den Preis an. An genau dieser Stelle bin ich vor einiger Zeit zu dem Schluss gekommen, doch lieber noch einige Zeit zu warten mit eigenen Aktivitäten.
Falls Du jedoch positive Resonanz erhalten solltest, was keinesfalls aussichtslos ist, dann lass es mich doch bitte wissen.

MfG, Sven Geitmann
Josef Gartner

Beitragvon Josef Gartner » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo Sven,

» Ich möchte ganz allgemein davor warnen, Darstellungen in
» Hochglanz-Broschüren tatsächlich für bare Münze zu nehmen. Dies soll in
» diesem Zusammenhang bedeuten, dass ich meinerseits noch nicht gehört habe,
» dass der Handel mit Elektrolyseuren und Wasserstoff-Speichereinheiten
» bereits ein florierendes Geschäft wäre.

Eben, so hat es mich auch überrascht.

» Es mag also vereinzelte Referenzprojekte geben, wo bereits ähnliche
» Vorhaben wie das Deine realisiert worden sind.

Habe auf Deinen Seiten was über ein Eigenversorgungshaus in den USA mit Kleinwasserkraftwerk und Wasserstoffauto gelesen. Außerdem gibts z. B. in Kanada die Wasserstoffproduktion an einem großen Staudamm, welche eine der günstigsten der Welt zu sein scheint. Weiterhin gibts die Wasserstofftankstelle am Flughafen München, die offensichtlich diese Gesellschaft realisiert hat.

In der Regel sind solche
» Projekte allerdings noch sehr kostspielig

Ja, das denke ich mir.

und nicht so ohne weiteres
» durchführbar.
» Es bedarf bei jedem Vorhaben einer Einzelfallprüfung und es ist fraglich,
» ob für die Anwendung bei Wasserkraftwerken bereits die passenden
» Schnittstellen entwickelt worden sind. Schließlich ist das
» Leistungsverhalten eines Wasserkraftwerkes deutlich anders als bei einem
» Windrad oder einer Solaranlage.
» Diese Schnittstellenproblematik ist zur Zeit aber noch einer der
» Knackpunkte. Noch ist kein plub & play möglich.

Genau das verstehe ich jetzt nicht. Wasserkraft ist so ziemlich die beständigste bekannte regenerative Energiequelle. Während Wind ja sehr unstetig und schlecht vorhersehbar ist und genauso Photovoltaik in unseren Breiten sehr stark von der Witterung abhängig ist und in den Nachtstunden natürlich sowieso nicht läuft, produziert ein KWKW (Kleinwasserkraftwerk) rund um die Uhr zuverlässig und von leichten, seltenen Schwankungen bei Hochwasser oder Trockenzeiten sowie Kälteperioden abgesehen, Strom.

Das ist das eine. Das zweite ist: Wenn ich mit Hilfe von Elektrolyse Wasserstoff erzeugen will, brauche ich nach meinem Verständnis dafür zwei Dinge: Wasser und elektrische Energie (Strom). Dabei ist es doch aus technischer Sicht egal, wie dieser Strom "erzeugt" worden ist, ob in einem Kohlekraftwerk, einem Wasser-, Wind- oder Sonnenkraftwerk. Natürlich sollten es aus umweltpolitischer Sicht nur regenerative Energiequellen sein, das Kohlekraftwerk in diesem Beispiel fällt also aus.

Es gibt aber ja auch noch andere Möglichkeiten der Wasserstoffherstellung. Z. B. bei einem Sonnenkraftwerk mit thermischer Erhitzung. Meinst Du das mit Schnittstellen? Was Du damit meinst, ist mir nämlich nicht ganz klar. Natürlich kann man mit einem Wasserkraftwerk genau wie bei einem Windkraftwerk auch andere Dinge antreiben, als Strom zu erzeugen. Genau auf diese Weise mit Riementransmissionen und Direktantrieb funktionierten ja früher die ganzen kleinen Mühlen und Sägewerke (hatten selber eine Mühle und ein Sägewerk). Aber gäbe es eine Möglichkeit auf diese oder ähnliche Weise Wasserstoff zu produzieren? - da ist mir nichts bekannt.

Ich meinte das so: Produziert eine Insel-Stromerzeugungsanlage z. B. 3 kW, dann werden diese 3 kW der Wasserstofferzeugung zugeführt. Produziert sie nur 2 (oder 1 kW wird anderweitig "verbraucht"), dann werden eben mit nur 2 kW Wasserstoff erzeugt. Steht sie still, steht auch die Wasserstoffproduktion. Ist die Anlage ans Netz gekoppelt und wird der Strom von regenerativen Lieferanten bezogen, kann die Wasserstoffproduktion sowieso gleichmäßig laufen. Wo also ist der Unterschied zwischen einem Wasserkraftwerk und einem Windkraftwerk?

» Mein Vorschlag: Frag mal an bei potentiellen Lieferanten, ob die Dir ein
» konkretes Angebot unterbreiten können, und wenn ja, dann schau Dir genau
» die Leistungen und den Preis an.

Damit möchte ich noch abwarten. Ich möchte mich zuerst umfassend informieren, eben damit ich Hochglanzprospekte nicht für bare Münze nehmen muß.

An genau dieser Stelle bin ich vor einiger
» Zeit zu dem Schluss gekommen, doch lieber noch einige Zeit zu warten mit
» eigenen Aktivitäten.

Ich werde damit ebenfalls wie gesagt noch warten. Schon deshalb, weil ich dieses Jahr noch beim Hausbau bin und schon daher eine Realisierung erst in einigen Jahren möglich wäre, dann ist auch sicherlich die Technik wieder weiter vorangeschritten. Aber: Im Kopf muß das ganze vorher schon fertig sein!

» Falls Du jedoch positive Resonanz erhalten solltest, was keinesfalls
» aussichtslos ist, dann lass es mich doch bitte wissen.

Falls ich anderweitig was erfahren, natürlich gerne.

MfG Josef Gartner
Adted
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Beitragvon Adted » 17.05.2007 20:30 Uhr

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regards, Adted

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