Als Neuling im Forum allen zunächst ein herzliches "Hallo und guten Tag"!
Bei der Jahresabrechnung für 2010 ist mir aufgefallen, dass der Jahresverbrauch meiner Geothermie-Wärmepumpe um ca. 25 % über dem des Vorjahres liegt.
Zunächst die Daten:
Freistehendes Einfamilienhaus (KG, EG, ausgebautes DG), Baujahr 1990 mit 120 qm Wohnfläche, Außenwände 24 cm Porotonziegel, 4 cm Dämmung, 2 cm Luftschicht und 11,5 cm Klinkervorsatz, Doppelverglasung, mehrlagige Plattenheizkörper -ausgestattet mit Thermostatventilen-. Ventile in Wohnräumen und Bad voll geöffnet.
Erstes Heizsystem Ölzentralheizung und anhand der langjährigen Verbrauchswerte ein sog. "15-Liter-Haus" (Standard von 1990).
Im Jahre 2008 wurde die schon überholungsbedürftige Ölheizung durch Geothermie-Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser ersetzt.
Die WP hat eine Leistung von 11,85 kW und die zwei Geothermie-Bohrungen sind je 78 m tief.
Heizbetrieb ohne Nachtabsenkung, Raumtemperatur für Wohnräume 20°C und Bad 23°C. Temperatur in Nebenräumen 12-15°C.
Die WP-Anlage hat einen 200 l Pufferspeicher und einen 300 l Warmwasserspeicher. Zwischen WP und Pufferspeicher und zwischen Pufferspeicher und Warmwasser-Speicher ist jeweils eine DAB-Pumpe geschaltet mit der Einstellung Stufe 3 und einer Leistung von 78 W.
Zusätzlich hat mein Heizungsfachmann in Abstimmung mit der WP-Firma einen hydraulischen Abgleich durchgeführt und einen Mischer der Fa. Oventrop mit einer Grundfos-Pumpe ALPHA Pro 25-40 180 mit einer max. Leistung von 42 W dem Pufferspeicher nachgeschaltet.
Bohrungen, Wärmepumpenherstellung und Installation sind aus einer Hand.
Die WP lief von der Inbetriebnahme im Dezember 2008 bis zur ersten Inspektion und Wartung von der Herstellerfirma im Februar 2010 unter folgenden Einstellwerten:
Raumtemperatur 20°C
Heizkurve 60 %
Fußpunkt 28°
Behaglichkeit + 3,0 k
WW-Temperatur 50°C
Die von mir errechnete Jahresarbeitszahl (JAZ) lag bei unbefriedigenden 3,0. Der Hersteller hatte aufgrund der baulichen Vorgaben und Ausstattung eine JAZ von 4,0 in Aussicht gestellt.
Bei den Wartungsarbeiten äußerte der Mitarbeiter des WP-Herstellers Befremden über die seiner Ansicht nach weit überhöhten Einstellunen von Heizkurve und Fußpunkt, was in seinen Augen auch den schlechten Wirkungsgrad begründet. Ich konnte nur darauf verweisen, dass die vorgefundene Einstellung -bis auf die Behaglichkeits-Korrektur- von den Mitarbeitern des Herstellers bei der Erstinstallation durchgeführt worden waren. Im Verlauf der Heizperiode stellte ich fest, dass zur Erreichung der angestrebten Werte (Wohnräume=20°C /Bad=23°C) im Jahresmittel eine Vorlauftemperatur von ca. 40°C erforderlich war. Dieses konnte nur dadurch erreicht werde, dass die Behaglichkeit schrittweise bis auf
+3,0 k erhöht werden mußte.
Trotz der unbefriedigenden JAZ hatte ich für den Heizzeitraum Dez. 2008 bis Feb. 2010 eine Einsparung der Verbrauchskosten gegenüber der Ölheizung von 50 %!
Bei der Wartung im Februar 2010 wurden dann folgende Werte eingestellt:
Raumtemperatur 20°C
Heizkurve 40 %
Fußpunkt 22°C
Behaglichkeit 0,0 k
mit dem Erfolg, dass die Vorlauftemperatur nicht über 35°C hinauskamen und sich die Wohnraumtemperatur bei ungemütlichen 16°C einpendelten. Anrufe und E-Mails bei der Herstellerfirma brachten nur unbefriedigende Auskünfte wie Z.B. " man müsse sich als Betreiber" -also ich- "erst an die richtige Einstellung herantasten" etc. und Verweis auf die -recht spartanisch ausgestattete- Betriebsanleitung. Somit habe ich -mit der Warnung des Wartungspersonals im Ohr- Heizkurve und Fußpunkt nicht angetastet und versucht über andere Parameter angemessene Temperaturen zu erreichen. Das ist mir nur durch Heraufsetzen der Behaglichkeit auf + 3,0 k und Erhöhung der Raumtemperatur auf 23-24°C gelungen.
Meine laienhaften Versuche führten dazu, dass der Verbrauchswert in der letzten Heizperiode um 25 % gestiegen ist und die JAZ einen vernichtend geringen Wert von 2,3 erreicht hat.
Der Mehrverbrauch ist sicherlich z. T. durch den früh einsetzenden und langandauernden Winter -Nov./Dez. 2010- entstanden, begründet aber nicht die schlechte JAZ.
Meine Frage an ähnlich Betroffene oder versierte WP-Anlagen Besitzer, was könnte ich in der Regelung verändern, um aus diesem Verbrauchs- und Wirkungsgrad-Dilemma herauszukommen? Habe mich gedanklich schon damit befasst, die mehrlagigen Plattenheizkörper von 3lagig auf 4lagig auszutauschen, was langfristig durch geringere Vorlauftemperatur zu einer Verbesserung der JAZ führen könnte, oder?
Prima und Anerkennung, dass Ihr bis hierher den recht langen Bericht gelesen habt und für mögliche Tips und Hinweise meinen herzlichen Dank im voraus.
Gruß
Ralf