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Solarwärme, Solarkollektoren, Schwimmbaderwärmung, Montagesystemen
ClaudiaM
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Beitragvon ClaudiaM » 26.01.2011 10:13 Uhr

Hallo liebe Forengemeinde...

...da ich mich im Moment nicht ausschließlich auf einen Fachhändler verlassen möchte, suche ich hier zunächst eine Orientierungshilfe und ich hoffe sehr, Ihr könnt mir helfen.

Das Thema/Problem ist komplex, ich versuche es aber möglichst kurz und genau zu beschreiben. Leider habe ich keine Ahnung, wo ich genau ansetzen könnte um unser Debakel aufzulösen... aber ich werde erst mal erzählen was Sache ist...

Ich wohne in einem freistehenden Einfamilienhaus BJ 1897, hohe Decken, dicke Wände, neue Fenster/Dach. Vor vier Jahren wurde die alte Heizanlage durch einen „Holzzentralofen“ (23kw) ersetzt. Dieser steht in der Küche (auch zum kochen und backen geeignet) und versorgt theoretisch über mehrere Pumpen und eine zentrale Steuerung die komplette Heizung, WW-Aufbereitung (~250L) und einen Pufferspeicher (~900l)... das Ganze hörte sich vor/bei Einbau ganz toll an, dummerweise funktioniert es aber nicht. Das heißt: ist der Pufferspeicher im System „offen“ und wird angesteuert, erreicht die ganze Anlage (bei um 0°C Außentemperatur/ ständige Vollbefeuerung) keine 15°C, wird der Speicher und auch das WW vom laufenden System getrennt und „nur“ das direkte System angesteuert, erreicht der Brenner eine Wassertemperatur von höchstens 40°C, was davon im Keller, im Heizkörper und letztendlich im Zimmer ankommt, kann man sich denken.

Im Prinzip nutzen wir weder den Puffer noch die elektrische Steuerung, da wir manuell Heizung und WW-Aufbereitung ansteuern um möglichst gezielt wenigstens ein bisschen Wärme ins System zu bekommen, damit uns die Leitungen und Heizkörper in den nicht genutzten Räumen nicht einfrieren, wir dabei aber auch zumindest warmes Wasser haben. Das Haus ist im Prinzip kalt, im Wohn-, Ess-, Kochbereich ist es relativ angenehm, da ja hier der Brenner steht und direkt Wärme abgibt. Es gibt noch einen Kachelofen, den wir zum Glück nicht entfernt haben....

Im Prinzip haben wir uns mit der Anlage arrangiert, dennoch haben wir immer hin und her überlegt wie wir das System erweitern und „Nutzbar“ machen können. Jetzt ist es soweit und wir müssen diesen Sommer eine Lösung finden. Wir hatten verschiedene Denkansätze um die Anlage zu erweitern: Unterstützung mittels Solarthermie oder ein Hauswindrad mit Heizkapsel im Puffer.... und hier kommt endlich meine Frage!

Könnte die Effizient einer entsprechend dimensionierten und abgestimmten Solarthermie-Anlage das Heizsystem so Vorwärmen (inkl. Puffer), dass man mit zusätzlichem heizen mittels Holz, Wärme in den Zimmern erhält? Oder ist das undenkbar? Könnte man die Anlage ohne zusätzliches heizen frostfrei halten? Hat da jemand Erfahrungen oder könnte mir Tipps geben, wie ich an ein verwertbares Ergebnis komme bevor man wieder viel Geld investiert und im nächsten Winter feststellt, dass es doch nicht funktioniert? Gibt es ganz andere Möglichkeiten, an die wir bisher nicht gedacht haben (mal von einem ganz neuen Heizsystem abgesehen... möchten wir eigentlich nicht)

Ich hoffe, ich konnte mich verständlich ausdrücken, es ist doch sehr komplex und vielleicht auch schwer zu erklären... ich würde mich über Denkanstöße sehr freuen und sage jetzt schon mal vielen Dank!

Beste Grüße
Claudia

Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 26.01.2011 15:45 Uhr

Wenn der Ofen 23 kW an den Speicher abgibt, dann erhöht sich im 900 l Speicher die Temperatur um ca. 22 °C. pro Std.. Oder ist das die Gesamtleistung des Ofens? Dann gehen eventuell nur 15 kW ans Wasser und die Temperaturerhöhung pro Std. fällt entsprechend niedriger aus.
Bei einem Haus von angenommen 120 m² beheizter Wohnfläche und einer angenommenen Heizlast von 100 W/m² benötigt man etwa 12 kW um den Wärmeverlust auszugleichen.
Bei Vergleichsobjekten sind schon einige Anlagen dieser Art gebaut worden, mit der richtigen Hydraulik und einer effektiven Leistung von 23 kW sollte ein Haus mit 120 m² mit dem Ofen monovalent zu beheizen sein.
Wie groß ist die beheizte Fläche, wie hoch ist die Wärmeabgabe des Ofen ans Heizungswasser, bisherige Heizleistung des vorherigen Heizsystems?

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon klausamsee » 27.01.2011 13:04 Uhr

Also wenn das Haus mit 40°C Vorlauftemperatur nicht warm wird, dann bringt auch eine Solarunterstützung gar nichts, die ist nämlich nur bei niedrigen Vorlauftemperaturen wirklich einsetzbar. Bei dem hohen Wärmebedarf müsste die Solarfläche zudem riesig sein, das wird sich finanziell nie rechnen.
Es hört sich aber eher danach an, das im Gesamtsystem etwas faul ist. Wundern tut mich auch der Funktionsumfang des Geräts: heizen, kochen, backen. Erinnert mich an Microsoft Works: kann zwar alles, aber nichts richtig.
Habe ich das eigentlich richtig gelesen, ihr erreicht mal gerade 15°C Wassertemperatur?

Klaus
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Beitragvon ClaudiaM » 30.01.2011 10:15 Uhr

Hallo und vielen Dank für Eure Antworten....

Wohnfläche etwa 200m², wobei die nicht komplett beheizt werden, geschätzte Heizfläche 160m² vielleicht etwas mehr... es gibt 11 Heizkörper in 9, teils kleinen Räumen, davon sind 3 Heizkörper wegen der Wärme des Kachelofens praktisch aus.

Den Energieverbrauch vor Einbau des Heizkessels kann ich nicht wirklich bemessen, das Haus stand lange leer und wurde dann erst von uns gekauft, der Vorbesitzer sprach von einem vollen Tank Flüssiggas pro Jahr... fragt mich bitte nicht wie viel Liter bei wie viel Raumtemperatur...

Bedinungsanleitung Herd
http://www.oertli.de/content/download/3 ... i%2008.pdf

http://www.oertli.de/produkte/produkt_p ... 36_210_250

Das Brauchwasser können wir schon aufheizen, dann aber ist der Heizkreislauf und auch der Pufferspeicher "aus", wenn der Heizkreislauf angesteuert wird, kommt der Ofen nicht über eine "Ofentemperatur" von 40°C hinaus (wir verfeuern absolut trockene Robinie), ich denke in den Heizkörpern kommt dann dutlich weniger an und zurück kommt eine Wassertemperatur von vielleicht 10°C...

Ist das System komplett offen (Heizkreislauf, Puffer, Warmwasser) geht natürlich warmes Wasser in den Keller, je nach dem wie die Starttemperatur der Pumpe eingestellt ist) aber die Wäre verfliegt ohne irgendwo anzukommen.

Ich denke, das eingebaute Sytem ist für dieses Haus absolut unterdimensioniert. Ich bin nun der Meinung, dass nicht jeder Raum 22°C haben muss... aber ein warmes Badezimmer sollte es schon geben...

Ob man ein altes Haus mit ~15kw beheizt bekommt? Wohl eher nicht... welche Alternativen gibt es? Im Moment bin ich fast soweit den Ofen durch einen Holzvergaser zu ersetzen...

Liebe Grüße
Claudia
Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 30.01.2011 11:08 Uhr

Sicherlich gibt es Einsatzbedingungen unter den ein sogenannter Alleskönner wie ein Holzzentralofen mit der Funktion Backen und Kochen gute Dienste tut, aber in Deinem Fall scheint das Konzept nicht aufzugehen. Komfortabel und weniger zeitaufwendig ist der Betrieb eines Holvergaserkessels, der Holzvergaser bietet auch einen sehr guten Wirkungsgrad.

Bei technischen Fragen kannst Du dich gerne von uns beraten lassen. Wir benötigen dann weitere Detailinformationen und Installationsbilder.

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon alexis2008 » 02.02.2011 17:27 Uhr

Hallo Claudia,

so wie sich deine Beschreibung anhört ist der Heizbedarf für euer Haus ziemlich heftig.
Daher und sofern nicht isoliert werden soll/kann ist es wichtig die Heizenergie aus einem möglichst kostengünstigen Energieträger zu gewinnen.
Hier hast du einen Überblick: http://www.ktt-heizungen.at/kostenvergleich.html (Die deutschen Preise weichen nur geringfügig davon ab).
Unter diesem Aspekt ist eure Entscheidung für Holz nach wie vor optimal.

Bezüglich der richtigen Auslegung der Heizanlage und der optimalen Wärmeverteilung sollte ein Heizungsfachmann vor Ort zuerst die Heizlast für das Haus ermitteln und in weiterer Folge eure Anlage daraufhin überprüfen, ob sie in der Lage ist die Heizlast abzudecken.

Solarthermie finde ich persönlich aus ökologischen Gründen toll, leider eignet sie sich wegen der geringen Sonneneinstrahlung im Winter kaum zur Heizungsunterstützung und ist von den Anschaffungskosten pro erzeugter kWh Heizenergie enorm teuer.

Grüße A.[/url]

Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 02.02.2011 17:52 Uhr

Luft-/Luft-Wärmepumpe oder Klimageräte sind in Altbauten nicht praktikabel und funktionieren allenfalls als Geldvernichtungsanlagen.

Gruß

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Beitragvon alexis2008 » 03.02.2011 23:26 Uhr

Hallo Thomas,

bist wohl am falschen Dampfer - hier handelt es sich um nichts anderes als eine Holzheizung! :lol:

Vielleicht geht's beim nächsten Mal auch weniger dogmatische und dafür mehr argumentativ? :wink:

Grüße A.
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Beitragvon Thomas Heufers » 06.02.2011 12:00 Uhr

@ alexis2008 - Nein, ich habe mir einfach die Mühe gemacht und bin Deiner Verlinkung gefolgt. Auf der Seite von KTT wird der Eindruck erweckt, dass eine Luft-/Luft-Wärmepumpe bzw. ein Klimagerät als Heizungssystem die Lösung schlechthin ist.

KTT-Werbeaussage:
"Bei den Verbrauchskosten lassen sich gegenüber einer Ölheizung ca. 57%, gegenüber einer Gasheizung 45% jährlich einsparen.
Die Anschaffungskosten einer Heizungsanlage mit Klimageräten liegen zwischen ¼ und ½ der Anschaffungskosten für eine wassergeführte Zentralheizungsanlage.
Gegenüber einer reinen Elektroheizung amortisiert sich dieses Heizsystem in ca. 3 Jahren, gegenüber einer Ölheizung in 7 bis 8 Jahren (bei mit der Inflationsrate steigenden Energiepreisen). Wächst der Öl- oder Gaspreisen stärker als der Strompreis, erfolgt die Amortisation entsprechen früher."

Dieser Sachverhalt ist technischer Nonsens. Ein Klimagerät ist nicht für den dauerhauften Heizungsbetrieb geeignet, die im Vergleich angebenen Betriebskosten sind vollkommen praxisfremd.

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon alexis2008 » 07.02.2011 17:15 Uhr

Hallo Thomas,
der angegebene Link zeigt einen Vergleich der spezifischen
Heizkosten, wobei Heizungen mit dem Energieträger Holz aus
Sicht der jährlichen Energiekosten am günstigsten
abschneiden. Die Daten beziehen sich auf österreichische
Verhältnisse, wobei jedoch die Preisunterschiede bei den
Energieträgern zu Deutschland nicht so groß sind,
dass sich die Reihung völlig umdrehen würde.

Kannst du näher spezifizieren, was genau an der Verwendung
von modernen Inverter Klimageräten zum Heizen technischer
Nonsens sein soll?
Immerhin ist dies in den USA, Japan, Skandinavien, etc.
längst üblich und auch bei uns gibt es eine rasch wachsende
Fangemeinde.
siehe dazu z.B. hier:
http://www.haustechnikdialog.de/Forum/t ... rfahrungen
und hier:
http://www.haustechnikdialog.de/Forum/t ... festellung

Zugegebenermaßen haben die technologischen Fortschritte der
letzten Jahre diese Entwicklung erst ermöglicht und daher
herrscht darüber gerade bei uns noch sehr viel Unwissenheit.

Im übrigen, wie glaubst du wird der Raum beheizt, in dem ich
gerade diesen Beitrag schreibe?

Grüße A.

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