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halder
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Beitragvon halder » 19.01.2011 11:29 Uhr

Guten Morgen allerseits!

Ich beschäftige mich zurzeit mit der Energie-Skala und den Energie-Effizienzklassen. Ich habe mich dazu schon auf verschiedenen Foren umgefragt und möchte nun dazu eure Meinung kennen.

Wenn man heutzutage im Fachhandel sich ein Gerät kaufen will, findet man hauptsächlich nur Produkte der Energie-Effizienzklasse A. Das kann als Fortschritt gewertet werden. ABER: Wie soll man sich als Kunde da zurechtfinden? Unterliegen diese Energie-Effizienzklassen Kriterien, die noch streng genug sind?


Wenn man sich zum Beispiel auf Waschmaschinen konzentriert, sieht man dass der Anteil an angebotenen Maschinen bei über 90% liegt.
Wie kommt es, dass die meisten Produkte in die beste Klasse kommen?Zwei hochaktuelle und relevante Beispiele: Beim Preisvergleich sind die Waschmaschinen fast alle in der Energie-Effizienzklasse A: http://www.twenga.de/dir-Haushaltsgerae ... chmaschine --> unter "Weitere Kriterien" Energie-Effizienzklasse auswählen
Bei Idealo ist das genauso der Fall: http://www.idealo.de/preisvergleich/Pro ... /1941.html --> siehe "Energie-Effizienzklasse" weiter unten

Nochmals anders formuliert:
Die Energie-Effizienzklasse wird also zu einer Bedingung.
- Welche Anreize gibt es für die Hersteller überhaupt noch, die Effizienz weiter zu verbessern?
- Und wie aber können sich die Waschmaschinen voneinander in Bezug zum Energieverbrauch anhand der aktuellen Skala überhaupt noch voneinander unterscheiden?

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Beitragvon bernhard geyer » 19.01.2011 18:04 Uhr

Seit 2011 sind auch A+, A++ und A+++ erlaubt.
Siehe auch WIKI-Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Energiever ... nzeichnung
Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 20.01.2011 16:10 Uhr

Speziell bei Waschmaschinen ist es fraglich, ob man mit einer besseren Effizienzklasse merklich weniger Energie verbraucht. Um Wasser auf 40 °Celsius zu erwärmen, brauchen eigentlich alle Waschmaschinen die gleiche Energiemenge, wenn der Wasserinhalt in der Trommel identisch ist. Natürlich kann man mit optimierten Steuerungen und Trommelsystemen die Einsparpotentiale leicht verbessern. Der wesentliche Anteil beim Stromverbrauch der Waschmaschine liegt aber immer in der Warmwasserbereitstellung. Die Hersteller machen Angaben zum Wasserverbrauch der Waschmaschine. In der Regel gilt: Ist der Wasserverbrauch pro Waschvorgang (beispielsweise Vergleichsgröße 4,5 kg Füllung) niedrig, dann ist auch der Energieverbrauch niedriger.

Die Effizienzklassen berücksichtigen meines Wissens nicht die Lebensdauer einer Waschmaschine. Meine Erfahrungen zeigen, dass viele Billigprodukte einen kurzen Lebenszyklus haben. Ich kann nur jedem empfehlen, auf Markenprodukte mit bekannt guter Zuverlässigkeit und Langlebigkeit zu setzen, das zahlt sich aus.
Ein Waschmaschine mit Allwater-Technik und einem Warmwasseranschluss hat kürzere Aufheizphasen und spart viel Energie. Alternative ist ein Waschmaschinen-Vorschaltgerät.
http://www.ecotec-energiespartechnik.de ... eitung.pdf
Auch für Waschmaschinen gilt: Ein effizienter Einsatz spart viel Energie. Ineffizient ist der häufige Betrieb mit zu geringen Befüllungen.

Ein Liste mit Vergleichzahlen zu Waschmaschinen, Wäschetrocknern etc. ist unter folgendem Link abrufbar.
http://www.ecotec-energiesparhaus.de/fi ... mation.pdf

Gruß

Thomas Heufers

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05231-569596 + 0177-1648721
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Beitragvon bernhard geyer » 21.01.2011 08:33 Uhr

Was scheinbar bei der Effizienklasse keine Berücksichtigung findet ist der Standbyverbrauch der Maschine. Hab hier eine relativ junges Markengerät (Siemens, 2 Jahre alt) das 6W verbraucht. Macht ca. 12€ Stromkosten pro Jahr. Glücklicherweise ist der Netzstecker in Reichweite so das ich gleich beim Ausräumen diesen auch wieder ziehen kann. Spare damit vermutlich mehr als wenn ich das allerneueste Modell kaufen würde.
halder
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Beitragvon halder » 24.01.2011 11:45 Uhr

Hallo Thomas!

Deine Angaben zur Warmwasserbereitsstellung bietet eine interessante Einsicht. Ich hätte gedacht, dass der Stromverbrauch für die Trommel eine wichtigere Rolle spielt.
Dann kann man also davon ausgehen, dass Energiesparen da möglich wird, wo weniger Wasser eingesetzt wird. Die Waschmittelindustrie spielt dementsprechend also eine grosse Rolle in diesem Gebiet. Mit dem richtigen Waschmittel kann man also zugleich Wasser und Energie sparen.
Ich nehme an oder hoffe zumindest, dass die Hersteller von Waschmaschinen und -mittel gemeinsam an Lösungen arbeiten.

Der Wasserverbrauch wird industrieweit in den kommenden Jahren eine zunehmende Rolle spielen. EIn weiteres Argument, welches für eine zentrale Rolle des Wasserverbrauchs beim Energiesparen spricht.

Eine Frage dazu hätte ich jedoch noch. Auf dem Papier braucht man zur Bereitstellung einer gewissen Menge an Warmwasser gleichviel Energie. Wie sieht das jedoch in der Praxis aus? Eine schlecht isolierte Maschine oder eine relativ uneffiziente Heizungstechnik bedeutet Energieverlust. Sind da die Maschinen auf demselben technischen Stand?

Eine weitere Perspektive wäre die Optimierung der Maschinen für alternative Sparlösungen. Sind die Maschinen heute für den Anschluss an Warmwasser optimiert? Es gibt ja (meistens?) nur einen Wassereingang. Wie wäre es mit einer Maschine, welche zugleich an Warm- und Kaltwasser angeschlossen ist (damit die optimale Temperatur bereits beim Eingang erreicht werden kann)? Gibt es das?

Falls ja, könnten diese Optimierung auch in späteren Energie-Effizienzklassen als Kriterien eingebaut werden.

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