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Solarwärme, Solarkollektoren, Schwimmbaderwärmung, Montagesystemen
Kris
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Beitragvon Kris » 29.08.2010 16:46 Uhr

Liebe Forenmitglieder,

ich bin neu hier und habe eine Frage, die mir bislang keiner beantworten konnte. Die Berichte zum Thema, die man hier und sonst im Internet finden kann, sind schon ziemlich alt.
Vielleicht könnt ihr mir helfen.

Meine Freundin und ich planen ein Ausbau-Fertighaus zu bauen. Nun liefert der Hersteller des Hauses eine Solaranlage für Brauchwasser und einen Gasbrenner mit. Den Gasbrenner brauchen wir aber gar nicht, da wir Fernwärme beziehen werden.
Die Solaranlage + Wärmespeicher 300 Liter bekommen wir dennoch, weil sie im Paket enthalten sind. Nun würde ich gerne die Solaranlage für`s Brauchwasser nutzen und in kalten Monaten mit Fernwärme zuheizen. Geht das technisch überhaupt und wenn ja, was brauche ich dafür zusätzlich? Geliefert werden die Solarpanele und dieser Wärmetauscher oder wie das Gerät heißt, das die Wärme aus dem Solarkreislauf ans Brauchwasser übergibt.

Bin für jede Hilfe dankbar.

Liebe Grüße
Andreas

Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 29.08.2010 18:00 Uhr

Gegenfrage - Ist der Anschluss des Wohnhauses an das Fernwärmenetz zwingend oder gibt es die Baugenehmigung auch ohne Anschlusszwang an die Fernwärme?
Häufig ist es nämlich so, dass die Kosten für Fernwärme recht hoch. Der Anbieter für Fernwärme lässt sich den Investitionsvorteil (Wegfall der Installation der Heizungsanlage) gut bezahlen. Man hat bei der Fernwärme keine Ersatzinvestitionen, spart den Raum für Heiztechnik ein, hat keine Wartungen der Heiztechnik. Dies sind nicht zu verachtende Vorteile für den Fernwärmenutzer.
Bei energiesparender Bauweise könnte aber durchaus der Einsatz einer Wärmepumpe (evtl. auch Luft-/Wasser-Wärmepumpe) die wirtschaftlich interessantere Alternative darstellen, wenn die Kosten für Fernwärme recht hoch sind.

Zur Frage der solaren Einbindung: Selbstverständlich kann man eine Solaranlage und einen Kombispeicher integrieren, dies lässt sich regelungstechnisch einbinden.
Umgekehrt kann man leider keine sommerlichen Wärmegewinne in das Fernwärmenetz einbinden. Das wäre natürlich ökologisch gesehen die beste Lösung, dann könnte man den angeschlossenen Fernwärmeabnehmern die solaren Überschüsse im Sommer zur Verfügung stellen, bestensfalls mit Gutschrift für die eingespeiste Wärme.

Nach welchem KfW-Energiestandard (Effizienzhaus 40 55 70 etc.) soll der Neubau umgesetzt werden?

Gruß

Thomas Heufers

Zuletzt geändert von Thomas Heufers am 31.08.2010 13:41, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon Kris » 29.08.2010 18:53 Uhr

Danke für deine Antwort,
ich habe leider viel zu wenig Ahnung von dem Thema. Das Haus soll nach EnEV 2009 erbaut werden der Bedarf soll demnach beim Musterhaus bei ca. 75-85 kWh liegen.

Für den 70er Standard müsste ich noch 15.000 € mehr kalkulieren und das rechnet sich meiner Meinung nach bestimmt nicht über die 30-35 Jahre, in denen ich noch in dem Haus leben werde.

Ich kann die Heizungsanlage leider nicht aus dem Paket ganz heraus nehmen. Die Kosten für die Fernwärme kenne ich noch nicht :-(.

Von daher müsste ich wissen, was mich so ein Kombispeicher denn kosten würde... Wie heißen die Teile genau und was kosten sie???

Hast du da eine Internetseite, wo man sich schlau machen kann?

Liebe Grüße

Andreas
Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 29.08.2010 19:40 Uhr

Der Einbau einer Solaranlage liegt je nach Funktionsweise (Brauchwassererwärmung bzw. Heizungsunterstützung) mindestens zwischen 3.500 - 7.500 €. Dies kann Dir ein guter Heizungsbaubetrieb anbieten. Ob das ökonomisch sind macht, musst Du für Dich selbst entscheiden. Mit einer Solaranlage ist der Gebäudeenergiestandard KfW Effizienzhaus 70 leichter zu erreichen, weil Du damit Deinen Primärenergiebedarf absenkst, die Energiebilanz stellt sich dann mit solarer Nutzung besser dar.
Wir haben mit unserer Solaranlage bisher kein Plus gemacht, weil die bisherigen Wartungen, Reparaturen und die Anlageabschreibungen nicht durch Energieeinsparungen wettgemacht wurden.
Wenn wir die erzielte Zinseinsparung durch das Kreditprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau in die Bilanz mithineinnehmen, dann ergibt sich doch eine positive Bilanz. Wir haben seinerzeit in 2004 ein Energiesparhaus KfW 40 gebaut, über 50.000 € war der Zinssatz ca. 1,5 % unter Marktniveau. Von der BAFA gab es damals auch eine Einmalförderung für die Bruttokollektorfläche.

Unter folgendem Link kannst die Fördersituation für Dein Bauvorhaben am geplanten Bauort überprüfen.
http://www.energiefoerderung.info/
Je nach Region und Ort sind die Förderbedingungen teilweise recht unterschiedlich, kommunale und regionale Förderprogramme werden vom Fördermittel-Finder unter energiefoerderung.info berücksichtigt.

Grundsätzlich solltest Du aber die Gebäudehülle möglichst energiesparend ausführen. Das ist die beste Energiesparmaßnahme, die man bei einem Neubau machen kann. Wie sind die U-Werte der Außenbauteile?

Gruß

Thomas Heufers

Zuletzt geändert von Thomas Heufers am 31.08.2010 06:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Kris » 29.08.2010 20:04 Uhr

die u-Werte sind 0,147 für die Wände

Dach wohl zusammen 0,19 oder so...

Jahresenergiebedarf beim Standard Haus: 78,0


Und wie berechnet man den Heizbedarf einer Fußbodenheizung und so??? Wer kann mir das erklären??? Das ist alles so interessant, aber leider auch unüberschaubar für mich :-(
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Beitragvon bernhard geyer » 30.08.2010 18:56 Uhr

Kris hat geschrieben:Für den 70er Standard müsste ich noch 15.000 € mehr kalkulieren

Ganz schöner "patzen" Geld. Wie groß ist den das Haus das sowas nicht "fast abfällt".

Kris hat geschrieben:Ich kann die Heizungsanlage leider nicht aus dem Paket ganz heraus nehmen.
Dann solltest du dir überlegen den Fertighausbauer nicht zu nehmen. Solch ein fehlende Flexibilität ist nicht logisch zu begründen.
Kris hat geschrieben:Die Kosten für die Fernwärme kenne ich noch nicht :-(.

Dann solltest du dich vor der Unterschrift erkundigen. Denn falls Solar verboten ist (z.B. wegen nötiger Abnahmemenge Wärme bei KWK-Anlagen zur passenden Preiskalkulation) zahlst du viel Geld für 0 Leistung.

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Beitragvon machtnix » 30.08.2010 22:06 Uhr

Fernwärme ist die teuerste Energie die man sich ins Haus holen kann.
Am besten vom Vertrag zurücktreten.
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Beitragvon Kris » 30.08.2010 22:24 Uhr

Okay,
ich möchte das Technikpaket nehmen, weil ich dann eine wirklich günstige Finanzierung bekomme. Die Fernwärme muss ich nicht nehmen, könnte auch Gas nehmen, aber da ist der Anschluss natürlich teurer. + Wartung, etc. Sicher, dass dann die Fernwärme die teuerste Alternative ist?

Was kostet mich denn der Gasanschluss??? Bei einem Neubaugebiets-Grundstück bestimmt auch nicht billig :-(.
Muss ich mal erfragen.

Danke jedenfalls für die guten Tipps!
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Beitragvon bernhard geyer » 01.09.2010 07:29 Uhr

Bei Neubau würde ich auf gut gedämmte Hülle + Wärmepumpe setzen. Ob nun Luft/Fläche oder Bohrung würde ich von den gegebenheiten (Klimazone/Verfügbare Fläche/...) abhängig machen. Gas würde ich auch nicht nehmen da du genau wie bei Fernwärme von einem lokalen Monopolisten abhängig bist.
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Beitragvon Thomas Heufers » 01.09.2010 07:33 Uhr

Die Hausanschlusskosten für Gas kann Dir nur Dein lokales Energieversorgungsunternehmen beziffern. Lass Dir von Deinem EVU einen Kostenvoranschlag machen. In der Regel liegen die Kosten zwischen 1.500 bis zu 2.500 €, je nach Versorgungsgebiet/-anbieter.
Ich weise nochmal daraufhin, dass es bei entsprechenden Voraussetzungen kostengünstiger sein kann, wenn man beim gut gedämmten Neubau eine energieeffiziente Wärmepumpe einsetzt. Für einen Gasanschluss sind die Hausanschlusskosten, die Wartungen (Schornsteinfeger etc.), die monatlichen Anschlussgebühren etc. nebem dem Gasverbrauch zu berücksichtigen.
Als Zweites kann man mit einer Wärmepumpe eine bessere Primärenergiebilanz nachweisen. Unter Umständen ist dann nach KfW-Standard auch ohne thermische Solaranlage möglich, hier kann dann auf zinsgünstige Darlehen (Effizienzhaus 40, 55, 70 etc,) zugegriffen werden.

Gruß

Thomas Heufers


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