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Forum Geothermie & Wärmepumpen

Thema: Wärmepumpen-Förderung künftig nur noch für Altbauten?

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GMil

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In einem anderen Forum habe ich gelesen, daß die neuen BAFA-Richtlinien seit Aufhebung der totalen Fördersperre Fördermaßnahmen nur noch für Altbauten vorsehen.

Im Falle der WP sehe ich ziemlich viel Sinn in dieser Maßnahme, denn die WP rechnet sich bei Neubauten mit FBH sowieso von alleine; was sollte da noch die Förderung?

Im Altbau jedoch, noch dazu bei fehlender FBH, ist der wirtschaftliche Vorsprung einer WP gegenüber einer konventionellen Heizung längst nicht so hoch. Hier kann die Förderung aus einem an sich unlukrativen Einsatz für den Besitzer einen lukrativen machen, und genau dafür sind Förderungen ja da. Ich würde daher sogar soweit gehen, eine Förderung nur für Altbauten ohne FBH zu gewähren, oder die Förderung für solche Vorhaben zusätzlich aufzustocken. Dies würde die finanziellen Nachteile des prinzipbedingt schlechteren Wirkungsgrads der Hochtemperatur-WPn gegenüber gleich guten Niedrigtemperatur-WPn wenigstens zum Teil ausgleichen.

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Gruß

Gerhard

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roro

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Zitat:
Im Altbau jedoch, noch dazu bei fehlender FBH, ist der wirtschaftliche Vorsprung einer WP gegenüber einer konventionellen Heizung längst nicht so hoch. Hier kann die Förderung aus einem an sich unlukrativen Einsatz für den Besitzer einen lukrativen machen, und genau dafür sind Förderungen ja da.


Schwachsinn, Förderungen (unser Steuergeld) sollten dazu da sein, einen volkswirtschaftlichen Nutzen zu haben. Eine WP ohne in eine FBH und ohne in die Dämmung zu investieren, ist volkswirtschaftlicher Schwachsinn.
Was kommt als nächstes. Förderungen für SUV, damit sich jeder ein solches Auto leisten kann.

Viele haben anscheinend noch nicht verstanden, dass der wichtigste Punkt zur Zeit die Reduktion des Energieverbrauchs und vor allem die Reduktion des Energieerzeugung auf fossiler und atomarer Basis ist.

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Thomas Heufers

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GMil hat Folgendes geschrieben:
In einem anderen Forum habe ich gelesen, daß die neuen BAFA-Richtlinien seit Aufhebung der totalen Fördersperre Fördermaßnahmen nur noch für Altbauten vorsehen.

Im Falle der WP sehe ich ziemlich viel Sinn in dieser Maßnahme, denn die WP rechnet sich bei Neubauten mit FBH sowieso von alleine; was sollte da noch die Förderung?

Im Altbau jedoch, noch dazu bei fehlender FBH, ist der wirtschaftliche Vorsprung einer WP gegenüber einer konventionellen Heizung längst nicht so hoch. Hier kann die Förderung aus einem an sich unlukrativen Einsatz für den Besitzer einen lukrativen machen, und genau dafür sind Förderungen ja da. Ich würde daher sogar soweit gehen, eine Förderung nur für Altbauten ohne FBH zu gewähren, oder die Förderung für solche Vorhaben zusätzlich aufzustocken. Dies würde die finanziellen Nachteile des prinzipbedingt schlechteren Wirkungsgrads der Hochtemperatur-WPn gegenüber gleich guten Niedrigtemperatur-WPn wenigstens zum Teil ausgleichen.
Alles Nonsens! Förderungen sind wenig hilfreich. Wärmepumpen machen im ungedämmten Altbau am wenigsten Sinn.
Eine Förderung für den ineffizienten Einsatz von Wärmepumpen im Altbau wird es nicht geben.

Gruß

Thomas Heufers

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Zuletzt bearbeitet von Thomas Heufers am 12.07.2010 19:30, insgesamt einmal bearbeitet

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Thomas Heufers

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In den Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt wird unter Punkt 10 auf die Anforderungen für förderfähige Wärmepumpen eingegangen.

Hier zum Nachlesen:

10 Allgemeine Vorschriften für die Förderung von effizienten Wärmepumpen
10.1 Förderfähig sind effiziente Wärmepumpen für die kombinierte Warmwasserbereitung und Bereitstellung des Heizwärmebedarfs eines Gebäudes, die folgende Voraussetzungen erfüllen:
a) für elektrisch angetriebene Wärmepumpen: Einbau eines Stromzählers sowie mindestens
eines Wärmemengenzählers zur Messung der größten Wärmemenge der Anlage. Die Messung aller durch die Wärmepumpe abgegebenen Wärmemengen wird verbindlich gefordert.
Falls notwendig sind hierzu mehrere Wärmemengenzähler vorzusehen,
b) für gasbetriebene Wärmepumpen: Einbau eines Gaszählers sowie mindestens eines Wärmemengenzählers zur Messung der größten Wärmemenge der Anlage. Die Messung aller durch die Wärmepumpe abgegebenen Wärmemengen wird verbindlich gefordert. Falls notwendig sind hierzu mehrere Wärmemengenzähler vorzusehen.
c) Vorliegen einer Fachunternehmererklärung des folgenden Inhalts:
- Bei elektrisch angetriebenen Wärmepumpen: Nachweis einer Jahresarbeitszahl von mindestens 4,3 bei Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen, bei Luft/Wasserwärmepumpen von mindestens 3,7
Für Sonderformen von elektrisch angetriebenen Wärmepumpen gelten:
a) Wärmepumpen, die dem Erdreich oder dem Grundwasser Wärme dauernd oder zeitweise entziehen, werden bezüglich Förderung und Anforderungen Sole/Wasser-Wärmepumpen gleichgestellt.
11
- Bei gasbetriebene Wärmepumpen Nachweis einer Jahresarbeitszahl von mindestens 1,3
- Nachweis des hydraulischen Abgleichs der Heizungsanlage,
- Nachweis über die Anpassung der Heizkurve der Heizungsanlage an das entsprechende Gebäude.
d) Der für die Berechnung der Jahresarbeitszahl benötigte COP-Wert ist mit einem Prüfzertifikat eines unabhängigen Prüfinstituts nachzuweisen. Der Nachweis des EHPA (European Quality Label for Heat Pumps) Wärmepumpen-Gütesiegels wird als gleichwertiger Nachweis
anerkannt. Einzelheiten der Nachweisführung werden durch die Bewilligungsbehörde geregelt.
e) Ab dem 1. Januar 2011 sind nur noch Wärmepumpen förderfähig, deren Umwälzpumpen hohe Effizienz-Anforderungen (entsprechend der Effizienzklasse A) erfüllen.
10.2 Die Jahresarbeitszahl bei elektrisch angetriebenen Wärmepumpen ist das Ergebnis der Division der abgegebenen Wärmemenge durch die eingesetzte Strommenge einschließlich der Strommenge für den Betrieb der peripheren Verbraucher, insbesondere der Grundwasserpumpe, der Soleumwälzpumpe, des Notheizstabes und der Regelung.
Die Jahresarbeitszahl ist nach VDI 4650 (2009) unter Berücksichtigung der Jahresarbeitszahlen für Raumwärme und für Warmwasser zu bestimmen. Sie entspricht der Gesamt-Jahresarbeitszahl der VDI 4650 (2009).
Die Berechnungsgrundlagen sind auf den entsprechenden Vordrucken des BAFA dem Antrag beizulegen.
Die Jahresarbeitszahl bei gasbetriebenen Wärmepumpen ist das Ergebnis der Division aller abgegebenen Wärmemengen durch den gesamten Aufwand, der als Summe des Heizwertes der eingesetzten Brennstoffmenge und der für den Betrieb der Wärmepumpe eingesetzten
Strommenge berechnet wird. Bei der Strommenge ist auch die Strommenge für den Betrieb der peripheren Verbraucher, insbesondere der Grundwasserpumpe, der Soleumwälzpumpe, des Notheizstabes und der Regelung, mit einzurechnen.
10.3 Sofern für Sonderbauformen von Wärmepumpen kein normiertes Verfahren zur Berechnung der Jahresarbeitszahl zur Verfügung steht, kann dennoch gefördert werden. In diesen Fällen muss die Einhaltung der geforderten Mindest-Jahresarbeitszahl in einer nachvollziehbaren
Berechnung glaubhaft dargelegt werden. Diese Ermittlung der erwarteten Jahresarbeitszahl ist dem Fördermittelgeber mit dem Antrag zur Prüfung vorzulegen.
10.4 Kann bei Direktkondensationswärmepumpen aus konstruktiven Besonderheiten eine Wärmemengenzählung nicht erfolgen, kann gefördert werden, wenn eine Heizungsvorlauftemperatur von 40 ° C nicht überschritten sowie ein glaubhafter und nachvollziehbarer
Nachweis erbracht wird, dass die geforderten Jahresarbeitszahlen unter realistischen Bedingungen erreicht werden. Eine separate Erfassung des Strom- oder Gasbedarfs der Wärmepumpe bleibt dennoch Fördervoraussetzung.
b) Wärmepumpen, die der Umgebungsluft (Außenluft) Wärme dauernd oder zeitweise entziehen und nicht unter a.) fallen, werden bezüglich Förderung und Anforderungen Luft/Wasser-Wärmepumpen gleichgestellt.
c) Auch sonstige elektrische Wärmepumpen können gefördert werden, wenn sie eine Jahresarbeitszahl von wenigstens 4,0 erreichen (das gilt insbesondere für Wärmepumpen, die mit Abwärme betrieben werden).
12
10.5 Die geförderten Anlagen werden im Rahmen eines speziellen Evaluationsprogramms stichprobenartig untersucht.
Quelle: Bundesumweltministerium

Die aktuelle Fassung der Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt vom 09.07.2010 als Langfassung im PDF-Format unter
http://energie-effizientes-haus.de/pdf/BAFA-Marktanreizprogramm-Foerde...

Zur Klarstellung. Gefördert werden hocheffiziente Wärmepumpen, das muss im Einzelfall auch nachgewiesen werden. Zweifelhafte Anbieter von so genannten Hochleistungswärmepumpen müssen belegen, dass die Arbeitszahlen ihrer Wärmepumpen im ungedämmten Altbau mit konventionellen Heizkörpern auch wirklich energieeffizient sind.

Gruß

Thomas Heufers

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GMil

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roro hat Folgendes geschrieben:



Schwachsinn, Förderungen (unser Steuergeld) sollten dazu da sein, einen volkswirtschaftlichen Nutzen zu haben. Eine WP ohne in eine FBH und ohne in die Dämmung zu investieren, ist volkswirtschaftlicher Schwachsinn. ........

Viele haben anscheinend noch nicht verstanden, dass der wichtigste Punkt zur Zeit die Reduktion des Energieverbrauchs und vor allem die Reduktion des Energieerzeugung auf fossiler und atomarer Basis ist.


Nein, das ist durchaus kein "Schwachsinn". Das Ziel der Reduktion des Verbrauchs fossiler Energie (bei der regenerativen spielt der Verbrauch keine Rolle) kann nicht sein, die zweihunderttausend Neubauten mit WPn zu versehen, die auf Grund ihres Dämmstandards eh kaum noch Energie brauchen, sondern die 20 Millionen Altbauten zu verbessern, die auch noch pro Einheit überproportional viel Energie brauchen und immer brauchen werden, denn das nachträgliche Dämmen wird sich niemand leisten, der wirtschaftlich denkt. Auch der Staat hätte nicht das Geld, hier so stark zu fördern, wie es wirtschaftlich nötig wäre (also etwa mit 60 - 80 % der Kosten).

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Gruß

Gerhard

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Zitat:
Das Ziel der Reduktion des Verbrauchs fossiler Energie (bei der regenerativen spielt der Verbrauch keine Rolle)


Richtig, nur wird das mit einer LWP in einem normalen Altbau ohne zus. Maßnahmen nicht möglich sein (da müsstest man schon eine JAZ von ca. 2,5 erreichen um nur gleich wie Öl oder Gas zu sein), oder man stellt komplett auf regenerative Energie um, was wiederum bei 20 Millionen Altbauten nicht möglich sich.

20 000 000 * 4000 kWh (geschätzter Jahresverbrauch)= 80 TWh

Deutschland produziert insgesamt 600 TWh pro Jahr und davon ca. 90 TWh regenerativ. Ein Umstellung der Altbauten auf WP wäre ohne Verbrauchsreduktion ein Wahnsinn und und eine Umstellung auf regenerative Energien in diesem Ausmaß nicht machbar.

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GMil

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roro hat Folgendes geschrieben:
.........

Richtig, nur wird das mit einer LWP in einem normalen Altbau ohne zus. Maßnahmen nicht möglich sein (da müsstest man schon eine JAZ von ca. 2,5 erreichen um nur gleich wie Öl oder Gas zu sein), oder man stellt komplett auf regenerative Energie um, was wiederum bei 20 Millionen Altbauten nicht möglich sich.

20 000 000 * 4000 kWh (geschätzter Jahresverbrauch)= 80 TWh

Deutschland produziert insgesamt 600 TWh pro Jahr und davon ca. 90 TWh regenerativ. Ein Umstellung der Altbauten auf WP wäre ohne Verbrauchsreduktion ein Wahnsinn und und eine Umstellung auf regenerative Energien in diesem Ausmaß nicht machbar.


Die JAZ meiner Sanierungs-WP im Altbau liegt nach einigen Optimierungen seit einem Jahr bei etwa 3; trotz der 55 °C VT. MIllionär wird man damit nicht, aber günstiger als Ölbetrieb ist sie aktuell allemal.

Ntaürlich kann und wird man keine 20 Mio Altbauten im Stück auf WP umstellen können und wollen, aber bei einem 5 - 10-Jahres-Projekt würde ich auch bei 80 TWh zusätzlich, also noch nicht einmal 15 % Mehrlast gegenüber heute, keine nennenswerten Probleme sehen, auch dann nicht, wenn der andere Energiebedarf (etwa wegen Elektrofahrzeugen u.dergl.) auch etwas ansteigt. Wenn gar die unselige Förderung der PV auf freiem Feld, der Rapsöl-BHKW-Parks usw.usw. im alten Umfang geblieben wäre, würde diese Zusatzmenge vermutlich schon von diesen "Selfmade-Stromfabriken" geliefert werden. Wink Die EVUs meiner Umgebung stöhnen jedenfalls ganz schön, weil sie den Regenerativstrom-Überschuß aus den Solarfarmen kaum noch wegbringen.......

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Gerhard

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Zitat:
Die JAZ meiner Sanierungs-WP im Altbau liegt nach einigen Optimierungen seit einem Jahr bei etwa 3; trotz der 55 °C VT. MIllionär wird man damit nicht, aber günstiger als Ölbetrieb ist sie aktuell allemal.


Erstens: Die JAZ von 3 sind eine bisher nicht bewiese Aussage Deinerseits.

Zweitens: Wir haben nicht von den Kosten für den einzelnen gesprochen sondern davon, ob eine Förderung sinnvoll ist. Und bis zu einer Jaz von 2,5 benötigt eine WP mehr an Primärenergie als eine Öl oder Gas-Heizung und daher ist eine Förderung für LWP im Altbau ohne weitere Maßnahmen nicht sinnvoll. Außerdem ist es eine Frage, wie lange der Strom noch so günstig ist.

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GMil

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roro hat Folgendes geschrieben:
......


Erstens: Die JAZ von 3 sind eine bisher nicht bewiese Aussage Deinerseits.

Das stimmt. Solange mir aber mein Geldbeutel diesen Wert glaubt, interessiert mich keinerlei weitere Beweisführung, denn ich will ja schließlich keine WPn verkaufen. Zur ErInnerung: in der Saison 2008 / 2009 habe ich gut 7.000 kWh verbraucht. In vergleichbaren Wintern zuvor waren es > 2.700 l Öl!


Zweitens: ....... Und bis zu einer Jaz von 2,5 benötigt eine WP mehr an Primärenergie als eine Öl oder Gas-Heizung und daher ist eine Förderung für LWP im Altbau ohne weitere Maßnahmen nicht sinnvoll. Außerdem ist es eine Frage, wie lange der Strom noch so günstig ist.

Mit Verlaub: diesen "Primärenergiefaktor" halte ich für den größten globalen Schwindel seit der Abkehr vom Lagerfeuer!


Warum? Um eine bestimmte Wärmemenge am Verbrauchsort X zu nutzen (z.B. in meiner Hütte), muß ich vorrangig bestimmte Ressourcen opfern, die dabei erstens der Gemeinschaft für immer verloren gehen und zweitens ggf. Folgeschäden nach sich ziehen (globale Erwärmung, andere Schadstoffe wie Ruß, radioaktiven Staub etc.). Dabei ist es erst einmal egal, wo diese Ressourcen geopfert werden und welche Zwischenschritte dabei enstehen (etwa Strom). Es kann m.E. nur sinnvoll sein, die gesamte Energiekette zu untersuchen und alle Auswirkungen einer bestimmten Ressource zu betrachten, wenn es einerseits um die Effizienz und andererseits um die Schadwirkung geht.

Nehme ich z. B. Öl, kann ich das zwar am Verbrennungsort lagern und dort mit relativ gutem Wirkungsgrad verbrennen, habe bis dorthin aber neben der Gewinnung auch Transport- und Risikokosten (Ölpest!), und beim Verbrennen "vergeude" ich vor allem wertvolle und unwiederbringliche Ressorcen, die in der Petrochemie und selbst im Verkehr viel nutzbringender angewandt werden könnten.

Würde ich dieses Öl im Kraftwerk zur Stromgewinnung verbrennen, würde ich natürlich noch mehr vergeuden, wenn auch mit besserer Abagsreinigung. Nur macht das heute niemand mehr ausschließlich, denn Strom kann zum fossilen "Nulltarif" aus Sonne, Wind und Wasser gewonnen werden und zu einem sehr niedrigen "Ressourcen-Tarif" auch aus Kernkraft (wozu wäre das Zeug sonst gut? Bomben daraus haben wir schließlich schon genug!). Bewerten muß man hier auch die Betriebs- und Lagerrisiken, aber bitte ohne den (nur?) in Deutschland üblichen "Hysterie-Zuschlag"!

Statt dem heutigen Primärenergie-Schwindel favorsisiere ich demnach einen "Ressourcenverbrauchs-Faktor", der sich aus den aufgezählten Aspekten (positiv wie negativ) rekrutieren ließe.

Ich bin sicher, beim heutigen Erzeugungsmix stünde der Strom dann ganz anders da als beim bloßen Betrachten eines höchst nutzlosen Primärenergie-Faktors, der so tut, als würde jede der betrachteten Ressourcen unbegrenzt zur Verfügung stehen und keine oder die gleichen Nebenwirkungen aufweisen wie alle anderen Energieträger!


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Gerhard

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Zitat:
Zur ErInnerung: in der Saison 2008 / 2009 habe ich gut 7.000 kWh verbraucht. In vergleichbaren Wintern zuvor waren es > 2.700 l Öl!


Das hängt von Wirkungsgrad Deiner Ölheizung ab. Da muss Deine alte Ölheizung schon 80% erreicht haben, damit eine JAZ von 3 herauskommt.

Zitat:
Mit Verlaub: diesen "Primärenergiefaktor" halte ich für den größten globalen Schwindel seit der Abkehr vom Lagerfeuer!


Warum? Um eine bestimmte Wärmemenge am Verbrauchsort X zu nutzen (z.B. in meiner Hütte), muß ich vorrangig bestimmte Ressourcen opfern, die dabei erstens der Gemeinschaft für immer verloren gehen und zweitens ggf. Folgeschäden nach sich ziehen (globale Erwärmung, andere Schadstoffe wie Ruß, radioaktiven Staub etc.). Dabei ist es erst einmal egal, wo diese Ressourcen geopfert werden und welche Zwischenschritte dabei enstehen (etwa Strom). Es kann m.E. nur sinnvoll sein, die gesamte Energiekette zu untersuchen und alle Auswirkungen einer bestimmten Ressource zu betrachten, wenn es einerseits um die Effizienz und andererseits um die Schadwirkung geht.


Damt hast Du vollkommen recht, nur sieht es dann für den Strom wie er zur Zeit produziert wird, noch schlechter aus.


Zitat:
Nur macht das heute niemand mehr ausschließlich, denn Strom kann zum fossilen "Nulltarif" aus Sonne, Wind und Wasser gewonnen werden und zu einem sehr niedrigen "Ressourcen-Tarif" auch aus Kernkraft


Auch richtig, nur wie ich Dir bereits gezeigt habe ist man davon noch weit
entfernt, wie ich Dir bereits vorgerechnet habe. Wenn es möglich ist genug Strom aus Sonne, Wind und Wasser zu gewinnen, dann ist mir der Verbrauch am Ende egal. Nur leider spielt sich das noch nicht.
Atomkraft zähle ich nicht dazu, denn da werden noch Kosten und Probleme (inkl. zusätzlichem Energieaufwand) auf uns zu kommen, die wir noch gar nicht abschätzen können, aber das haben wir bereits in einem anderem Forum diskutiert.


==> Die einzige volkswirtschaftliche sinnvolle Art der Subvention wäre bei der Reduktion des Energiebedarfs.

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