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Eine solche Studie kenne ich nicht, und ich glaube auch nicht, daß man sie erstellen könnte.
Warum?
M.E. ist bei aller Ähnlichkeit jedes Haus individuell zu betrachten, und zwar sowohl hinsichtlich seines Dämmzustands als auch (und vor allem!) wegen seiner nur individuell zu betrachtenden Sanierungsmaßnahmen.
1. Dämmzustand: Häuser gleicher Alterklasse unterscheiden sich oft dennoch gründlich in ihrem Dämmzustand, abhängig von der Bausorgfalt, von der Wahl der Baustoffe sowie von anderen Abhängigkeiten bis hin zur örtlich günstigen Verfügbarkeit bestimmter Baustoffe, regionaler Bauvorlieben usw. usw. Da hilft nur die individuelle Bewertung durch den Energieberater (EB).
2. Sanierungsmöglichkeiten: prinzipiell könnte man aus jedem Haus ein Niedrigenergiehaus machen, wenn die Kosten keine Rolle spielen. Das käme zwar in krassen Fällen einem Abriß und Neuaufbau sehr nahe, aber es ginge. Wirtschaftlich sinnvoll ist aber nur eine solche Sanierung, die noch ein akzeptables Verhältnis zwischen Kostenaufwand und möglicher Einsparung im Verbrauch gewährleistet. Dabei ist es sehr individuell, was noch als "akzeptables Verhältnis" anzusehen ist!
Ein praktisches Beispiel:
Mein Haus (EFH, ca. 135 qm) ist Baujahr 1987, gehört also zur Klasse der 100 W/qm*a-Häuser. Von einem EB ließ ich meine Dämm-Möglichkeiten ermitteln. Da ich schon eine Wärmepumpe habe, fiel die Heizung weg (sie hätte ganz oben auf der Veränderungsliste gestanden), und es wurden Fassade, Dach, Keller und Fenster betrachtet. Dabei ergaben sich unterschiedliche Kosten-zu-Wirkungs-Verhältnisse. Am günstigsten war demnach eine Kellerdeckendämmung, dann folgte die Dachbodendämmung (das Dachgeschoß ist unbewohnt und hat keine Estrich-Auflage), schließlich die Fassade und zuletzt die Fenster.
Alles in allem stellte der EB mir eine Ersparnis von 45 - 50 % der vorherigen Heizkosten in Aussicht. Die Kosten würden sich, ebenfalls nach EB, auf ca. 40.000 - 45.000 € belaufen (Keller ca. 3.000 €, Dachboden begehbar ca. 10.000 €, Fassade ca. 20.000 €, Fenster ca. 8.500 €, begleitende Energieberatung / Bauüberwachung (wegen der erwarteten BAFA-Zuschüsse nötig) ca. 1.500 - 2.000 €. Diesem Sanierungsaufwand stünden 50 % Einsparung meiner Heizkosten gegenüber, das wären aktuell ca. 550 € /a.
Würde man diese Kosten einfach gegenüberstellen, käme man auf eine Amortisationszeit jenseits von gut und böse (ca. 77 Jahre!). Berücksichtigt man jedoch den aktuellen Zustand des Hauses (z.B. war bei mir der Außenverputz völlig unbrauchbar geworden und ließ Nässe durch), können Dämm-Maßnahmen im Zuge anderer Sanierungen durchaus Sinn machen. So habe ich die Kellerdecke selbst gedämmt (ca. 1.700 €), den Dachboden selbst mit Dämmplatten belegt (nur ca. 3.200€, aber auch nicht so wirksam wie eine Volldämmung) sowie die Fassade anläßlich des Neuverputzens gleich mit dämmen lassen (ca. 17.000 €). Dies erfordert leider auch noch den Ersatz der Fenster, um Wärmebrücken (Schwitzwasser) zu vermeiden (erwartet ca. 8.000 €).
Daher rechne ich jetzt mit einer Heizkosten-Einsparung von ca. 40 % (= 440 €/a) bei Gesamtkosten von ca. 30.000 € und somit einer "Amortisationszeit" (wenn man das überhaupt so nennen darf!) von 68 Jahren.
Aus rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten lohnt sich die nachträgliche Dämmung eines Altbaus also so gut wie nie, wenn nicht auf Grund der Bausubstanz sowieso Sanierungsmaßnahmen anstehen!
Man darf da gerne auch mal andersrum rechnen: wenn sich 30.000 € Dämmkosten (und das ist wenig, weil einige Eigenleistung dabei ist!) amortisieren sollen, müssen die Kosten in max. 20 Jahren wieder eingebracht sein. Folglich müssen 1.500 € Heizkosten p.a. eingespart werden. Bei 40 % Anteil müssen die jährlichen Heizkosten also vorher 3.750 € betragen haben. Selbst ein uralter Öler dürfte es nicht schaffen, so viel Öl zu verbrauchen (mein Ölverbrauch lag im 10-Jahres-Mittel bei 2.700 Liter; das wären heute max. 1.800 €/Jahr).
Ganz anders sieht da schon die Bilanz der Wärmepumpe aus:
Bei 7.500 € Aufpreis gegenüber dem sonst auch "fälligen" neuen Öler hat sie die jährlichen Heizkosten auf die o.g. ca. 1.100 € gedrückt (inkl. Wegfall der Kaminkosten etc.). Bei einer erwarteten Lebensdauer von 20 Jahren ergeben sich - heutige Kostenverhältnisse unterstellt- Einsparungen von 6.500 €, oder, anders gerechnet, die WP amortisiert sich bereits in knapp 11 Jahren!
Man kann es drehen und wenden, wie man will: die WP-Heizung im Altbau spart wesentlich deutlicher als jede nachträgliche Dämm-Maßnahme!
_________________ Gruß
Gerhard
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