schaue gelegnetlich mal in den Foren welche Probleme bei den Wärmepumpeninstallationen auftreten man kann selbst als Experte noch einiges lernen, möchte aber hier auch ein paar Tips geben:
Also nach schnellem Überfliegen des bisher diskutierten glaube ich liegen in diesem Fall einige gravierende Probleme vor (die meisten EWS-WP-Systeme sind so geartet).
Es scheint die Wärmepumpe wurde viel zu groß ausgelegt. Leider meist nach Heizlastberechnung 12831 mit großzügigen Zuschlägen. Dies wird ja von den meisten Wärmepumpenlieferanten und auch von gewissen Normen so empfohlen. Unglücklicherweise führt genau dies zu den geschilderten Problemen.
Warum?
1. Die Heizlastmethode ist bei einem Kessel rel. unproblematisch da dieser bei der jetzigen Technik relativ Wirkungsgrad unkritisch die Leistung varieren kann (moderieren nennt man das). Die normale Wärmepumpe kann das nicht, Sie kann nur ein oder ausschalten (taktet). Da der überwiegende Heizbetrieb im Teillastbereich stattfindet (In Mitteleuropa sind im Schnitt nur ca. 10-15 Tage Temperaturen unter -5°C und darüber hinaus auch nur in den Nachtstunden vorhanden) bedeutet dies dass Sie relativ oft ein und nach kurzer Zeit wieder ausschaltet. In der Regel lässt der Hersteller ohnehin nicht mehr als 6 Schaltvorgänge pro Stunde zu, aber auch dieser Wert ist sowohl für den Kompressor wie auch für einen guten Wirkungsgrad (und der wird im Dauerlauf ermittelt) tödlich. Viel besser ist eine monoenergetische Auslegung die die Spitzenlast entweder über den sowiso vorhandenen Heizstab abdeckt (die Mehrkosten sind selbst bei teuren Strompreisen so gering <2%, dass diese sich niemals durch die höheren Investionskosten der Wp (Größe)aber auch der dazu nötigen zusätzlichen Bohrmeter amortisieren lassen) oder falls vorhanden über ein 2. Spitzuenlastsystem abdecken lassen. Das kann im einfachsten Fall ein dezentraler Wärmeerzeuger sein, der außerdem im Heizübergangsperiode ausreichend Wärme ohne Nutzung der zentralen Flächenheizung bereitstellt. Grundsätzlich muss die hier beschriebene Anlage Jahresarbeitszahlen von knapp 4 erreichen und das ist insoweit auch von Austrocknungsprozessen unabhängig solange die Sondenanlage durch den zusätzlichen Wärmebedarf der Austrocknung nicht überlastet wird (ist nicht der Fall solange die VL-Sole_Temp. > 0°C ist). Wenn die EWS Vorlauftemperaturen im Mittel bei ca. 6°C lagen erreicht die Alpha Innotec COP Werte deutlich über 4.4. Die Brauchwassererstellung mit entsprechend hoher Vorlauftemperatur 50°C drückt ein wenig das Ergebnis , allerdings sollte bei der vorhandenen Vorlauftemperatur insgesamt immerhin noch ein COP bei Brauchwassererstellung von 3,8 bis 4,0 drin sein.
Was kann noch gerettet werden:
Vorlauftemperatur Brauchwasser so niedrig wie möglich einstellen. Meist reicht in EFH 40°-45°C vollkommen aus!
Betriebsverhalten der Umwälzpumpen genau überprüfen hier leigt sehr oft ein Fehler.
Reglungskurve der WP für den Heizbetrieb überprüfen. Hier ist ein gewisser Zeitaufwand nötig um die Flächenheizungen richtig auf des Regelverhalten einzustimmen. Fussboden sind sehr träge und es macht wenig Sinn eine Schalthysterse von 0,5 oder 1K einzustellen da das Gesamtsystem überhaupt nicht so schnell reagieren kann. Auch die meist wegen Sperrzeiten angenommenen Zuschläge in der WP-Größe sind Mumpitz, da aufgrund der Trägheit der Flächenheizung diese Effekte nicht in Erscheinung treten.
Sollte das alles nicht weiterhelfen wäre zu überprüfen einen separaten Mehrzweckspeicher der sowohl ausreichend Brauchwasser und Heizungspuffer zur Verfügung stellt eingesetzt werden sollte. Es zeigt sich dass hierdurch bei richtiger Dimensionierung JAZ weit über 4 realsierrbar sind.
Es ist jetzt doch viel Text geworden und auch noch nicht alles gesagt was zu diesem Thema noch zu sagen wäre aber wenn man über das richtige know.how verfügt lassen sich EWS-Anlagen mit hervoragendem Betriebsverhalten realsieren, in der Praxis sieht es leider so aus dass von 10 Anlagen 9 nur unzureichend oder mit schlechten Wirkungungsgrad laufen und nur weil man zu geizig war für ca. 1500,-€ eine ordentliche Beratung und Auslegung einer Geasmtanlage zu investieren. Wenn man bedenkt dass eine solche Anlage leicht 25.000,-€ Investionsksoten und in der Folge vielleicht 1000,- € zu hohe Betriebskosten verursachen dann wird deutlich wie schnell sich fachkundiger Rat und know-how bezahlt machen!!!!
Als grenzenloser Optimist werde ich auch zukünftig an dieser Front kämpfen auch wenn es manchmal zum Mäuse melken ist!