Kommentar von "Hans im Glueck" erstellt am 03.05.2010,13:00
Thema: Sonstiges(Erfahrung mit einem Produkt)
Hallo,
Fakten:
- KFW 70 EFH mit ca. 175 qm beheizter Flaeche im Saarland (Auslegungstemperatur -12 Grad, Durchschnitt 7 Grad)
- Heizlast nach DIN EN 12831: 6 kW, durch Daemmung evtl bald 5,8 kW (KWL schon beruecksichtigt).
- RLU Holzofen (2 - 4kW) im Wohn-/Esszimmer.
Von unserem Hausanbieter wird uns eine LWZ 403 angeboten.
Meine Frage:
Ist der Einbau der Anlage bei dieser Heizlast empfehlenswert?
Wo wird der Bivalenzpunkt ca. liegen?
Was mich auch beschaeftigt:
Manche Raeume werden bei uns fast nie geheizt werden (z. B. Gaestezimmer, Vorratsraum, Elternschlafzimmer), insofern sollte die Heizlast ja auch noch niedriger ausfallen, oder?
Was denkt ihr?
So oft kommen Temperaturen < -5 Grad Celsius bei uns nicht vor.
Wo bekomme ich eigentlich historische Wetterdaten her?
Verfasst am: 03.05.2010 13:47 Titel: LWZ 403: Bis zu welcher Heizlast sinnvoll?
Kommentar von "Hans im Glueck" erstellt am 03.05.2010,14:47
Thema: Erdwärme & Wärmepumpen(Sonstiger Kommentar/ Tipp)
Erstmal danke.
Wie kommst du auf die -7 Grad Celsius?
Dann wuerde ich die LWZ 403 sofort einbauen, denn kalter wird es bei uns ohnehin nicht!!!
Bei -7 Grad Celsius hat die WP der LWZ 403 ja noch eine Leistung von 4,1 kW.
Nach meinen Berechnungen liegt die Heizlast unseres Hauses bei -7 Grad Celsius noch bei ca. 5,1 kW, d. h. dort wuerde bereits eine Luecke von einem 1kW entstehen...
Ist halt die Frage, ob man dieses "Risiko" eingehen soll.
Oder man steigt vorsichtshalber auf eine groessere WP (etwa die WPL 13) um.
Der Mehrpreis fuer getrennte WP/KWL duerfte aber auch relativ ueppig ausfallen, denke ich.
Mail an Hans im Glueck
Bei Deinem geplanten KfW Effizienzhaus 70 ist die LWZ 403 normalerweise ohne Problem einsetzbar. Eigentlich kann man sogar bei guten Voraussetzungen bei einer Wohn-/Nutzfläche von 175 m² auch eine THZ 303 Sol einsetzen. Ich würde dies nochmal von der Planungsabteilung bei STIEBEL ELTRON bzw. tecalor durchrechnen lassen. Die 303 hat einen Scroll-Verdichter und die 403 einen Kolbenverdichter, das Betriebsgeräusch der 303 ist leiser.
An ganz kalten Tagen kannst Du mit dem Kaminofen die Lastspitzen abdecken, ein zusätzlicher Vorteil. Bei dem 2 - 4 kW-Ofen handelt es sich wahrscheinlich um eine Kamin ohne Wasserschleife. Oder?
Verfasst am: 03.05.2010 14:49 Titel: So, habe mich jetzt mal angemeldet...
@Thomas Heufers:
Naja, die LWZ 303 finde ich bei der Gebaeudeheizlast nicht wirklich empfehlenswert.
Unser HT' liegt auch nur bei 0,29, da wir massiv und monolithisch bauen (U-Wert der Wand 0,23, der Rest des Hauses ist besser gedaemmt).
Welche Heizlast hat denn das kFW 40 Haus, das verlinkt wurde?
Dann werden wir wohl bei den Fenstern noch auf 0,9 gehen und den U-Wert des Daches auf 0,15, sowie den der Bodenplatte auf 0,30 reduzieren, so dass wir auf eine HL von 5,8 kW kommen.
Dann sollte die LWZ 403 schon passen.
Ach, noch was:
Im September soll ja die LWZ 404 kommen. Wird diese die LWZ 403 abloesen, oder zusaetzlich ins Programm aufgenommen?
Wie hoch wird denn ungefaehr der Aufpreis zur LWZ 403 sein?
Den groesseren Wassertank von 235 l faende ich schon gut, zudem soll die Technik effizienter sein.
Die Kuehlfunktion ist mir dagegen ziemlich schnuppe.
Der U-Wert der Dämmung gegen Erdreich ist miserabel, ein Wert von kleiner 0,2 W/m²K ist erstrebenswert.
Zu der LWZ 404 kann ich nicht viel sagen, aber es werden sicherlich keine revolutionären Veränderungen sein. Vielmehr wird man das System auf die besonderen Anforderungen für Passivhäuser ausrichten. Ich denke, dass eine PHPP-Tauglichkeit bei der überarbeiteten THZ LWZ 404 erfüllt wird.
Der U-Wert der Dämmung gegen Erdreich ist miserabel, ein Wert von kleiner 0,2 W/m²K ist erstrebenswert
Hm, selbst mit 10 cm PUR mit WLG 025 komme ich nur auf einen Wert von 0,23:
- 6 cm Estrich
- 10 cm Daemmung PUR WLG 0025
- 1 cm Bitumen
- 25 cm Beton
Was fuer einen Bodenaufbau habt ihr denn ueber der Bodenplatte?
Uebrigens: Bei uns sind nur 2 Raeume im Keller beheizt...
Lohnt sich da der Einsatz des PURs fuer den gesamten Keller oder nur fuer diese beiden Raeume?
Nach meinen Berechnungen liegt die Heizlast unseres Hauses bei -7 Grad Celsius noch bei ca. 5,1 kW, d. h. dort wuerde bereits eine Luecke von einem 1kW entstehen...
Ich gehe bei -7 Grad von einer benötigten Heizlast von 4,8 kW aus
5,8-(5*5,8/29)
Das sollte mit der LWZ403 inkl. des Holzofens noch machbar sein, vor allem da bei tieferen Temperaturen die solaren Erträge höher sind. Bei 0 Grad ohne Sonne benötige ich mehr Energie als bei -5 Grad mit Sonne.
Ich selbst habe eine Heizlast von 5,7 kW (bei -13 Grad) und heize mit einer 7 kW LWP ohne Probleme bis -18 Grad (bereits vorgekommen).
Ich gehe bei -7 Grad von einer benötigten Heizlast von 4,8 kW aus.
Vielen Dank fuer deine Ausfuehrungen, du scheinst dir wirklich viele Gedanken zu machen...
Aber was hat es genau mit dieser Formel zur Berechnung der Heizlast bei einer bestimmten Temperatur auf sich?
Zitat:
5,8-(5*5,8/29)
Ich verstehe diese leider nicht....
Es ist jedenfalls gut, von jemandem mit aehnlichen Rahmenbedingungen zu hoeren, dass es klappt.
Klar, ich haette auch lieber eine 7-8 kW WP, aber leider gibt es da nichts in Sachen Kombigeraet.
Und zwei getrennte Geraete sind da wahrscheinlich immer teurer.
Und wenn die WP bis -7 monovalent laeuft, waere ich mehr als zufrieden.
Uebrigens: Bei uns sind nur 2 Raeume im Keller beheizt...
Lohnt sich da der Einsatz des PURs fuer den gesamten Keller oder nur fuer diese beiden Raeume?
In 1,5 m Tiefe ist die Temperatur ganzjährig annähernd 8° Celsius. Der Einfluss extrem niedriger Temperaturen ist geringer. Weshalb man bei der Kellersohle in der Regel auch mit weniger Dämmung auskommt, wobei mehr Dämmung den Komfort (< Fußkälte) verbessert. Viel entscheidender ist beim Keller die Dämmung der Kellerwände.
Nein, Überdimensionierung ist Nonsens. Eine zu groß ausgelegte Wärmepumpe führt immer zu Ineffizienz und verschlechtert die Laufleistung (Taktung!).
HansImGlueck hat Folgendes geschrieben:
...,aber leider gibt es da nichts in Sachen Kombigeraet.
Es gibt ja nicht nur einen Hersteller von Kombigeräten.
Eine Kombination von Einzelgeräten hat auch Vorteile und ist unter bestimmten Rahmenbedingungen auch unumgänglich. Wenn der Hauswirtschaftsraum klein ist, kann eine separate Unterbringung der Lüftungsanlage im Obergeschoss in der Planung der Haustechnik sinvoller sein. Einzelgeräte ermöglichen einen herstellerunabhängigen Ersatz der Haustechnik. Auch eine optimale Positionierung der separaten Lüftungsanlage unabhängig vom HWR kann Vorteile bieten. Übrigens, fällt bei einem Kombigerät die Steuerung aus, dann ist i.d.R. das Gesamtsystem davon betroffen.
Mit einer Dämmstärke von 15 cm mit PUR (WLG 025) kommt man auf einen U-Wert gegen Erdreich von 0,16 W/m²K
Hm, 15 cm ist uns zuviel, da geht zuviel Raumhoehe verloren.
Werde mal die 10 cm PUR in den Raum werfen (dann evtl. nur fuer die mit FBH beheizten Raeume). Weisst du zufaellig noch, was so ein qm PUR WLG 025 ca. kostet?
Thomas Heufers hat Folgendes geschrieben:
Viel entscheidender ist beim Keller die Dämmung der Kellerwände.
Da sind bei uns 6 cm Perimeterdaemmung mit WLG 035 vorgesehen (U-Wert der erdreichberuehrenden Kellerwand: 0,22). Das geht wahrscheinlich auch noch besser.
Welches Material mit welcher WLG verbaut ihr als Perimeterdaemmung?
Das Haus soll alles in Allem halt noch bezahlbar sein. Irgendwann wird die Mehrdaemmung wahrscheinlich ziemlich unrentabel.
Eine bessere Daemmung ueber der BoPla bringt fuer die Heizlast bspw. nur sehr wenig (ca. 100 W fuer 35 qm beheizte Flaeche).
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