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Zwei neue Kritikpunkte an Wärmepumpe mit Direktverdampfung

Erdwärme, Wärmepumpe, Bohrungen, Sonden...
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Beitragvon rasimodo » 21.10.2009 08:07 Uhr

Hallo,

gestern war ich auf einer Messe und habe mich lange mit einem Heizungsinstallateur gesprochen, der wirklich sehr kompetent war.

Derzeit tendiere ich zu deiner WP mit DV. Er nannte mir zwei Nachteile, die ich bisher noch nicht in den Negativberichten zu DV-WP gefunden hatte.

1. er hat erlebt, dass bei dem langen letzten Winter letztes Jahr Anlagen sich ausgeschaltet haben, weil die Temperaturen des Kältemittels nach Wochen Eiseskälte zu niedrig geworden waren. Die Anlage war von Avira (die komplett fertige ab Werk). Er meinte, dass die Temperaturen des Kältemittels deutlich unter Null fallen können wenn dem Erdreich über Wochen Wärme entzogen wurde und auch die Sonne das Erdreich nicht mehr viel aufwärmt.

2. Die grösse der DV Anlagen und die Menge an Kältemittel ist exact an die WP bemessen. Geht diese in 10 Jahren kaput, wird es schwer werden eine neue WP zu finden, die genau auf den Kollektor abgestimmt ist. Fazit: alles muss raus und wieder neu rein. Aua

Die nicht zu vernachlässigende Erdarbeiten: Er meinte, dass ein Bauunternehmen ca., 8€ pro m3 (raus/rein) verlangt. Macht bei 5kW Heizleistung schnell 150qm mit einer Tiefe von ca. 1,5m wenn man noch Sandschicht einbringen muss =1800 Euro nur Buddelkosten.

Er meinte, dass sich das nicht rechnen würden, weil die Luft-Wasser WP der neuen Generation mittlerweile nach Berechnung für BAFA auch 3,7-3,9 JAZ bringen für die kleine LWC 60 bei A2/W35. Er nannte hier z.B. die neue LWC Serie von Alpha Innotec) http://www.alpha-innotec.de/SEEEMS/957.asp?anchor=35345&%20#35345. Die Anlage ist auch die leiseste auf dem Markt mit 53dB aussen am Luftschacht gemessen. Bisheriger Bestwert bei 57dB

Was sagt ihr dazu? Es klingt plausibel, was er sagte.

Mir ist auch klar wenn ich alles in Keller stelle, das es für Reparaturen besser ist, im Vergleich dazu wenn es unter der Erde liegt.

Gruss
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Beitragvon Oswald » 21.10.2009 08:53 Uhr

Hallo...


Also ich bin ja nur ein Bastelmichel, der sich selbst ein Haus zimmern will aber ich geb trotzdem mal meinen Senf dazu:

Zu1 )
Das kann mit jedem zu klein dimensionierten Kollektor und sogar mit einer zu klein dimensionierten Erdsonde passieren.
Es wird halt zum Glück selten zu klein dimensioniert!

zu2)

Nach meinem technischen Verständnis ist die Menge an Kältemittel nicht unwichtig aber im Prinzip dem Verdichter Wurscht!
Die Menge an Kältemittel wird ja primär nicht an der Grösse des Verdichters ausgerichtet sondern an der Länge des Kollektors.
Diese Länge wiederum hängt von der berechneten Entzugsleistung ab und diese wiederum vom Wärmebedarf des Hauses.

Also sicherlich gibt es einen Faktor, der Rücksicht auf den Verdichter nimmt aber die Abhängigkeiten beziehen sich zum Grossteil auf das Haus!

Natürlich entstehen Buddelkosten!
Ne equvalente Sondenbohrung geht aber auch über 100m tief und kostet dann locker mal eben das 5-fache!

und 53 dB ist LAUT!
Das ist ein Fernseher auf Zimmerlautstärke in 1m Entfernung! (laut Wikipedia)
Also was soll das denn!?!?!?
Der Typ will Dir nur ne L/W WP verkloppen!

L/W würde ich NUR im extrem gut gedämmten Haus einsetzen und dann vermutlich gleich als L/L mit KWL und Befeuchtung!

Grüsse
Oswald

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Beitragvon Thomas Heufers » 21.10.2009 09:42 Uhr

Das Problem der energetischen Erschöpfung des Erdreichs ist kein Problem der Direktverdampfer-Technik, sondern hat seine Ursache bei der falschen Auslegung (zu geringe Erdkollektorfläche) oder ungünstigen Rahmenbedingungen (schlechter Gebäudeenergiestandard).
Bei einer Luft-/Wasser-Wärmepumpe kann bei falscher Auslegung und schlechten Rahmenbedingungen genau das gleiche Problem auftreten.
Wenn die Direktverdampfer-Technik nicht die Lösung ist, dann gibt es auch ein Sole-geführte Wasserwärmepumpe.

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon parcus » 21.10.2009 12:31 Uhr

Hallo,

das ist ja wohl reines Marketing.Kollektoren lassen sich genau berechnen und simulieren.
http://www.energieeffizient-sanieren.or ... opic=293.0

Zudem sind das immer Mindestgrößen von welchen auch das Fluid abhängt !


Nachbarschaftslärm ist nicht umsonst ein Thema bei Luft-/Wasser-Wärmepumpen.
http://www.energieeffizient-sanieren.or ... opic=310.0

Hier würden sogar die zulässigen Grenzwerte ggf. tags überschritten werden. Nachts dürfte die dann ggf. gar nicht betrieben werden ???

LG parcus
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Beitragvon transformer » 21.10.2009 15:44 Uhr

Selten so gelacht! :lol:

Abschalten, weil die Wärme des Kältemittels zu niedrig geworden ist? Ich vermute mal eine Notabschaltung, weil das Kältemittel sonst gefriert und die ganze Anlage zerstört??

:arrow: Gefrierpunkt R410a: Pentafluorethan bei -103 °C, Difluormetan bei -136 °C. Im Prinzip kann die WP bis dahin laufen.

Die Menge des Kältemittels im Kollektor und der WP ist individuell optimiert und hat mit der WP mal selbst nichts zu tun. Es lässt sich durchaus ein anderes Fabrikat am Kollektor betreiben, sollte halt vernünftig eingestellt werden.

1,5 m Verlegetiefe muss nicht sein, i.d.R. genügen 120 cm vollauf.

Die Berechnung der JAZ fürs BAFA ist eine Prognose! Die hinterher erzielte JAZ ist meist deutlich niedriger. Und noch eins in aller Klarheit: Angaben zur JAZ nach VDI 4650 beinhalten Korrekturfaktoren. Ohne diese korrekt für den Standort zu machen und nur pauschale Werte zu nennen, ist unseriös.

Wer misst, misst Mist. Unter welchen Voraussetzungen und in welchem Abstand wurde der Schalldruck? gemessen?

Es gibt 2 Möglichkeiten: Der "Kompetente" hat Ahnung, dann hat er rasimodo belogen dass sich die Balken biegen. Oder er hat keine Ahnung, dann dürfte rasimodo schon langsam ahnen was rauskommt, wenn er ihm glaubt.

:idea: Leute fragen, die sich auskennen, z.B. beim http://www.klima-innovativ.de
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Beitragvon gergenerdwaerme » 22.10.2009 08:30 Uhr

rasimodo:
In den verschiedenen Antworten auf Deine Bedenken ist fast alles gesagt: Ein Heizungsbauer der keine DV-Anlagen verbaut hat tut sich enorm schwer diese ungewöhnliche Technik zu verstehen. Hier müssen Schulungen stattfinden.
Nun zu den einzelnen von Dir aufgeführten Punkten:
die zu hohe Belastung des Erdreichs durch die DV-Verdampferrohre kann verursacht sein durch zu kleine WP (Ausschaltzeiten vergessen, Wärmelast nicht errechnet, zu enge Verlegung etc.) Alles das steht in den techn. Vorschriften der verschiedenen Hersteller drin; es muß halt nur umgesetzt werden. Zur Info empfehle ich Dir die aufschlußreichen Seiten von www.energie-innovativ.com > Wärmepumpen > Funktion und www.pro-dx.de
Nach 10 Jahren alles raus. Unsinn. Was kann defekt werden? Der Kompressor (Dein Auto wirst Du auch nicht verschrotten wenn der Motor defekt ist) Dann kommt ein neuer Motor rein (bei der WP ein handelsüblicher Copeland-Scroll-Kompressor)
Erdarbeiten: in Greimerath (ganz in Deiner Nähe) ist eine solche Anlage verbaut worden. Erdarbeiten: 900 € (133 qm auf 80 cm ausheben und wiederverfüllen!)
Bei den Kosten soltest Du aber auch die FÖRDERMITTEL der bafa nicht vergessen! Informier Dich einfach darüber - es lohnt sich.
Luft-WP. darüber gibts 'ne Menge im Internet zu lesen (so zb. der Bericht www.agenda-energie-lahr.de) Nach dem Vorliegen der endgültigen Angebote (in Betrieb genommene Anlage) wirst Du sowieso staunen. Mach einfach den Versuch.
Gruß aus dem Saarland - Kurt Gergen

Gergen-Erdwärme

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