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Heizungstechnik (allgemein), Installationstechnik, kombinierte Heizsysteme, Heizung im Neubau, Klimatechnik, Umstieg auf neue Heizungsanlage (Heizungssanierung)
marqus
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Beitragvon marqus » 20.10.2009 12:20 Uhr

Hallo zusammen,
unser Bauprojekt ist gerade wieder mal an einem wackeligen Punkt angekommen, an dem ich den Überblick verlieren und ich mit den zahlen und Begrifflichkieten nicht mehr zurecht komme. Wir befinden uns in der Planungsphase.
Es soll ein nicht-unterkellertes MAssiv-Holzhaus werden (Blockbohlen) mit Pultdach und eben ein Niedrigenergiehaus. Explizit haben wir uns gegen ein Passivhaus bzw. extrem Niedrigenergiehaus entschieden, da wir keine Lust auf Lüftungsanlagen und andere Spässchen haben. Soll jeder machen wie er will, wir möchte kein superdichtes haus!
Dennoch muss es möglich sein, das ganze Teil kostengünstig zu heizen und zu unterhalten. Wir lassen uns das haus von einem bayrischen Holzhausbauer errichten. Wände aus Massivbohlen plus Holzfaser, Luftschicht und nochmals einer 4cm Verkleidung innen.
So, nun zur eigentlichen frage: Welcher Wert/Bedarf ist gemeint wenn man über die 30% "weniger" spricht, die ein KfW 70 ggb. einem "normalen" Neubau nach Enev2009 verbrauchen darf? Heizwärmebedarf? Primärenergiebedarf?
Wir sprechen von ca 18qm Wohnfläche, die mit Fussbodenheizung beheizt werden sollen. Deckenhöhe ca. 260cm. Große fenster, viel Holz...
Wir dachten uns, dass es doch möglich sein muss, mit einem Ofen im Wohnzimmer (Küche-wohn-esszimmer 50qm) mit Wassertasche (wasserseitige Leistung ca. 75%) und einer Röhrenkollektorenanlage auf dem Dach, einen 1000 L Puffer aufheizen können muss, um damit Heizung und Warmwasser zu bedienen.

Ein Heizungsbauer schreibt und nun ein Angebot über die gesamte Heizungsanlage und bad/sanitär zu einem meiner Meinung nach viel zu hohen Preis. Dazu meint er, es sei nicht möglich, das haus so zu heizen und empfiehlt eine Stiebel Luft/Wasser WP...

Laut eines Programms zur Bedarfsberechnung hat unser Häuschen einen Primärenergiebedarf von 61kWh/qm pro jahr. Und einen Heizenergiebedarf von 45kWh.

Dies schenit mir hoch! Wie seht ihr das? Und kann man das haus heizen mit Solar und Ofen ohne im Lotto gewonnen zu haben?
danke euch sehr,
Markus

bernhard geyer
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Beitragvon bernhard geyer » 20.10.2009 17:22 Uhr

marqus hat geschrieben:Explizit haben wir uns gegen ein Passivhaus bzw. extrem Niedrigenergiehaus entschieden, da wir keine Lust auf Lüftungsanlagen und andere Spässchen haben. Soll jeder machen wie er will, wir möchte kein superdichtes haus!

Auch eine nicht so gut gedämmtes Haus sollte möglichst Luftdicht gebaut werden. Jede "Lücke" im Haus wird vermutlich über früh oder Lang ein Schimmellstelle. Und der Einwurf des "Atmenden Wände" ist ein Märchen. Schimmel bei Neubauten liegt oft daran das es zu viel durch die "Wände atmend", sprich fehlende Abdichtung/ein Baumangel vorliegt.

marqus hat geschrieben:Welcher Wert/Bedarf ist gemeint wenn man über die 30% "weniger" spricht, die ein KfW 70 ggb. einem "normalen" Neubau nach Enev2009 verbrauchen darf? Heizwärmebedarf? Primärenergiebedarf?

Primärenergiebedarf.

marqus hat geschrieben:Ein Heizungsbauer schreibt und nun ein Angebot über die gesamte Heizungsanlage und bad/sanitär zu einem meiner Meinung nach viel zu hohen Preis. Dazu meint er, es sei nicht möglich, das haus so zu heizen und empfiehlt eine Stiebel Luft/Wasser WP...

Welche Leistung hat der Kamin und wie groß wird das Haus? Ich denke 1000 Liter ist relativ wenig wenn du nicht sehr oft zuheizen willst. Was ist geplant falls ihr mal 2 Wochen im Winter in Urlaub fahren wollt? Und definierte "viel zu hoher Preis". Hast du schon vergleichsangebote?

marqus hat geschrieben:Laut eines Programms zur Bedarfsberechnung hat unser Häuschen einen Primärenergiebedarf von 61kWh/qm pro jahr. Und einen Heizenergiebedarf von 45kWh.

Dies schenit mir hoch! Wie seht ihr das?

Kommt schon hin wenn eine Berechnung durchgeführt wurde. Wenn du nicht vernünftig Dämmen willst dann sind halt die Werte so mäßig. Wurde wirklich Holzheizung für die Berechnung des Primärenergiebedarfs genommen? Bei Öl/Gas oder Luft-WP dürftest du ja dann die EnEv nicht mehr einhalten. D.h. dein Haus ist eigentlich für 2009 Energetisch nicht mehr zu veranworten.
Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 20.10.2009 20:28 Uhr

@ marpus - Was Dein Heizungsbauer sagt, ist nicht nachvollziehbar? Man kann mit einem Holzscheitofen wesentlich mehr Wärmenergie zu Verfügung stellen, als mit einer Luft-/Wasser-Wärmepumpe. Bei besonders gut gedämmten Häusern ist die hohe Wärmeabgabe des Holzscheitofen i.d.R. eher von Nachteil, weil die abgestrahlte Wärme auch in der Heizperiode einfach zu stark ist.
Um das zu verdeutlichen: Man schießt mit Kanonen auf Spatzen, will heißen, ein Holzscheitofen stellt in gut gedämmten Effizienzhäusern immense Wärme zur Verfügung, die eigentlich garnicht benötigt wird.
Für Fans des Holzofens ist dies aber kein Thema, dann sucht man Lösungen, wie einen Lüftungsbypass um die Wärme abzuführen. Und bei einer kontrollierten Wohnraumlüftung wird die Wärmerückgewinnung umgangen.

Mit Solarthermie und Holzofens kommst Du wärmetechnisch bestens klar. Bei der Berechnung für das KfW Effizienzhaus hast Du natürlich mit thermischer Solaranlage und Holzofen den besten Primärenergiefaktor, da wird ja ein mittelmäßiger EnEV-Standard zum Effizienzhaus 55.
Folgender Beitrag erklärt warum.
http://energie-effizientes-haus.de/Date ... racht..pdf

Gruß

Thomas Heufers

Zuletzt geändert von Thomas Heufers am 21.10.2009 09:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon parcus » 21.10.2009 07:56 Uhr

Wenn es keine Doppel-Blockbohlen sind, sehe ich die Werte als durchaus realistisch an.

Auf Dichtigkeit ist auf jeden Fall zu achten, gerade bei Blockbohlen.

Ich will mal Hygiene und Ungeziefer nicht weiter erwähnen,...das mit der Baubiologie geht oft nach hinten los.

LG parcus

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