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Erdwärme, Wärmepumpe, Erdkollektoren, Wasserwärmepumpen, Bohrungen, Sonden
mario2
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Beitragvon mario2 » 25.09.2009 08:12 Uhr

Hallo, ich bin sehr begeistert von diesem Forum hier und deshalb ein großes Dankeschön an den ganzen Helfern.
Unsere Heizung kommt in die Jahre und bin auf der Suche nach alternativen zum Gas. Die alte Heizung ist eine ca. 20 Jahre alte Therme ohne Brennwert (Abgasmessung liegt bei 9,1 % Verluste). Der Verbrauch lieht bei ca. 30.000 kWh im Jahr mit Warmwasser Aufbereitung. Es sind zusammen (2 Wohneinheiten) mit ca. 140 m2 zu beheizen. Im ganzen Haus sind sehr großzügig ausgelegte Flachheizkörpern eingebaut.
Das Haus ist zu 50 % gedämmt. BJ 1910 aber gut ich Schuss gehalten.
Aufgrund der Kennzahlen interessiert mich die Variante Grundwasser, auch wegen der Kühlfunktion im Sommer. Würde ich bei diesem Gasverbrauch auch mit einer Wärmepumpe auskommen? Oder ist es sinnlos?
Grundwasser ist bei uns sehr einfach zu erreichen (in 2 Meter Tiefe), der Untergrund ist guter Sand-Kiesboden. 2 Stellen für die Brunnen würden auch zur Verfügung stehen. Der Abstand ca. 14 Meter. Leider sind die Wasserwerte nicht wirklich gut.
Ein Brunnen für Gießwasser der ca. 4 Meter neben der eigentlichen Bohrung für die Heizung steht hat Werte von:
Eisen 0,744 mg/l
Mangan 0,645
Die Tiefe liegt bei 5 Meter.
Wir kommen nur bis zu einer tiefe von 6 Metern, da dort eine sehr starke Mergelschicht kommt und die nur mit größeren Bohrgeräten durchstoßen werden kann. Leider kommt dort kein Fahrzeug hin.
Aus diesem Grund kann auch keine Sondenbohrung in betracht gezogen werden.

Vielen Dank für Eure Hilfe
Gruß Mario

Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 25.09.2009 09:16 Uhr

Grundsätzlich sind die hohen Vorlauftemperaturen von > 45° über die bestehenden Heizkörper als Wärmeüberträger das Problem. Wärmepumpen bieten die besten Wirkungsgrade bei niedrigen Vorlauftemperaturen, < 40° ist optimal. Das geht in der beschriebenen Situation nicht.

30.000 kWh bei 140 m², das sind > 200 kWh/m² und Jahr.
Dies entspricht einem schlechten energetischen Gebäudeenergiestandard, was auch bei dem Baujahr nicht ungewöhnlich ist.

Von dem hohen Energiebedarf muss man irgendwie runter kommen. Hast Du selber schon über weitere Möglichkeiten nachgedacht?

Gruß

Thomas Heufers

Zuletzt geändert von Thomas Heufers am 25.09.2009 14:12, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon Oswald » 25.09.2009 09:30 Uhr

hallo....

Also ich kann nur zu ein par Punkten was sagen.

Bei den Wasserwerten, würde ich KEINE direkte Grundwassernutzung im ZUsammenhang mit einer Wärmepumpe nutzen!
Bei unserem ersten avisiertem Bauplatz steht auch auf 2-3m Grundwasser an und ich hab angefangen mich schlau zu machen.
Es sind wasserrechtliche Genehmigungen beim Landratsamt erforderlich. Bei der Informationssammlung habe ich ähnliche Wasserwerte wie an Deiner Stelle aufgefunden und bin mit einem wirklich freundlichen Herrn der Wasserbehörde zusammen gekommen.
Prompt hat der mir erzählt, dass er selbst eine Grundwasser-WP im Landkreis seit über 10 Jahren in Betrieb hat und das nicht mehr machen würde.
Der Schluckbrunnen wäre aufgrund der vorliegenden Wasserwerte in kurzer Zeit verockert und er hatte wohl öfter mal Probleme mit der Versickerung im Schluckbrunnen, so dass er schon oft ziemlich genervt war.
Auch gab es wohl recht oft Probleme mit der Filterung des Wassers und entsprechende Ausfälle in den Zeiten, zu denen es wirklich am ungemütlichsten ist im Garten in einen Brunnen zu schaun.
Muss ja alles nicht so sein aber mich hat das Gespräch kuriert und desshalb wollte ich die Information nicht vorenthalten.

Es gibt aber eine Alternative, wenn man nicht ausreichend PLatz für einen Flächenkollektor hat und eine Sondenbohrung nicht durchführen kann.
Bei hochstehendem Grundwasser kann man sehr gut sogenannte Körbe der Fa. IWS einsetzen.
Der Preis liegt irgendwo zwischen dem einer Tiefenbohrung und dem eines Flächenkollektors.
Die Geräte zum verlegen sind so "klein", dass man da nicht hin "fahren" muss.

Aber bei DEM Verbrauch würde ich auch erst mal über eine energetische (Teil-)Sanierung des Gebäudes nachdenken, weil das sein kann, dass es vermutlich nicht für den Einsatz einer Wärmepumpe eignet.

Grüsse
Oswald
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Beitragvon mario2 » 25.09.2009 20:18 Uhr

Hallo,
über die Möglichkeiten den Energiebedarf weiter zu senken haben wir uns schon Gedanken gemacht. Die linke Seite des Hausen grenzt direkt an das Nachbarhaus. Die rechte 36 cm Voll-Ziegelwand könnte mit einer 120 max. 140 Dämmung versehen werden. Das macht ca. 45 m² "bewohnte" Wandfläche aus. Die Vorder- und Hinterseite geht nicht so einfach, da ich die Fassade nicht ändern möchte.
Die Dachwohnung ist mit Dämmung versehen. Die Zirkulationspumpe für das warme Wasser läuft nur in Interwallen zu den Hauptzeiten, ohne Zirkulationsleitung geht es leider nicht. Die Warmwassertemperatur kann nur fest eingestellt werde an dem Kessel. Dies würde sich mit einen neuen Heizung auch ändern, max. auf 45°C und 1 mal die Woche automatisch auf 60°C hoch. Die Vorlauftemperatur der Heizung steht bei 70°C, dies wird für diesem Winter auch ausgetestet, wie weit wir runter regeln können. Mit 50°C müssten wir auskommen, das werden wir sehen.
Fenster sind alle vor max. 10 Jahren ausgetauscht und haben alle Isolierglas.

Gruss Mario
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Beitragvon mario2 » 25.09.2009 20:51 Uhr

@Oswald
Mit den Genehmigungen dürfte es kein Problem sein für die Grundwassernutzung. Von einigen Leute habe ich gehört, das sie vor der eigentlichen Heizung einen weiteren Wärmetauscher abgeschlossen haben, der dann alle paar Jahre erneuert wurde. Ob dies wirtschaftliche ist, bezweifele ich. Weiterhin befürchte ich, dass es wie du angedeutet hast, Probleme mit dem hohen Eisenanteil im Schluckbrunnen durch die Verschlammung geben wird.
Die Firma IWS mit den Körben schaue ich mir Morgen an.

Gruss Mario
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Beitragvon parcus » 25.09.2009 22:52 Uhr

Ohne die Gebäudehülle und Haustechnik merklich zu bessern,
sehe ich nicht wirklich einen wirtschaftlichen Ansatz.

gergenerdwaerme
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Beitragvon gergenerdwaerme » 26.09.2009 07:55 Uhr

Hallo mario.
Eine äußerst preiswerte Möglichkeit bietet Dir die DIREKTVERDAMPFER-WP-Technik.
ABER - wie Oswald und Parcus schon gesagt haben: zuerst muß das Haus auf WP-Niveau gedämmt werden bevor man sich über einen Einbau einer WP Gedanken macht.
Zu hohe VL-Temperaturen lassen die JAZ-Werte einer WP dramatisch nach unten stürzen. Das heißt im Klartext: Du wirst unter den gegebenen Umständen erhebliche Verbrauchskosten haben.
Fazit: Ohne Isolierung und Reduzierung der Heizuns-VL-Temperaturen sollltest Du nicht ernsthaft über 'ne WP nachdenken (egal welches System)
Gruß Kurt
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Beitragvon mario2 » 29.09.2009 06:35 Uhr

Hallo, danke für eure Antworten. Um die Dämmung der Gebäudehülle kommen wir nicht rum, ok.
Nehmen wir an, dass dies geschehen ist. Dann steht u.a. immernoch die Frage offen:

bei der Nutzung von Brunnenwasser:
Von einigen Leute habe ich gehört, das sie vor der eigentlichen Heizung einen weiteren Wärmetauscher abgeschlossen haben, der dann alle paar Jahre erneuert wurde. Ob dies wirtschaftliche ist ?

@ Oswald
Der Vorschlag Erdkörbe einzusetzen wird auch nicht funktionen, da die Fläche mit Steinen versiegelt ist, und dadurch nicht optimal arbeiten kann, leider.

So wie ich es sehe, kommt nur noch eine Luft Wasser Wärmepumpe mit Invertertechnik in Frage.

Gruss Mario
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Beitragvon Oswald » 29.09.2009 18:16 Uhr

hallo nochmal

Also wenn WIRKLICH Grundwasser ansteht, ist es ziemlich egal ob die Fläche versiegelt ist. Sie wird ja vermutlich eh nicht komplett wasserdicht versiegelt sein.

Wenn es Grundwasser gibt, kommt das irgendwoher und geht irgendwohin. Wasser transportiert bei gleichem VOlumen erstaunlich VIEL MEHR Energie als normaler Boden und vor allem: Es "bewegt sich".
Voraussetzung ist eine grosszügige Auslegung der Körbe, damit nicht beim kleinsten Winter schon alle Körbe vereisen können.

Also Grundwasser ist IDEAL für die Körbe!

Grüsse
Oswald

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