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arise42
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Beitragvon arise42 » 24.09.2009 11:30 Uhr

Hallo Forum,
ich habe etwas in den alten Beiträgen gesucht, bin aber nicht so recht fündig geworden bei meinem Problem:

Unsere alte Heizungsanlage (BJ 87, Gas, kein Brennwert, separate Wasserbereitung) wollen wir jetzt modernisieren (auf jeden Fall auch mit Solar-Warmwasserbereitung) und überlegen jetzt, ob für uns wohl eine Pelletsheizung in Frage kommt oder wir doch beim Gas bleiben (Kellerraum ist reichlich vorhanden). Der ökologische Aspekt scheint uns ja schon ganz sinnvoll zu sein, aber ich wäre schon glücklich, wenn das Bauchgefühl auch durch eine halbwegs stimmige Kostenrechnung unterstützt würde. Schließlich muss man am Anfang doch für die Pellets-Heizung eine Menge mehr Geld in die Hand nehmen d.h. - wie bei uns - finanzieren.

Dazu habe ich ein paar Berechnungen mit Hilfe von Energiebedarfsplanern im Netz gemacht (*)

Jahres-Energiebedarf nach Energiebedarfsrechner der VZ NRW: 29.000-31.000 kWh (bei 172qm Wohnfläche). Einen Energiepass hat das Haus allerdings nicht.

durchschnittlicher Jahres-Energiebedarf in den letzten 5 Jahren: ca 28500 kWh (19.000 kWh aus o.g. Heizung,WW plus ca 9500 kWh aus einem Holzkamin, der das ganze EG heizt, entsprechend etwa 4,5RM Holz), das passt also ganz gut zu dem obigen Wert der VZ NRW.

Das Dachgeschoss wurde im Frühjahr isoliert; wenn ich noch die Energiebedarfsrechnung nach Heizungsmodernisierung zugrunde lege, komme ich - nach Abzug des Holzkamins) auf einen Rest-Energiebedarf von ca 15000-16000 kWh. Wir planen zudem, die WW-Bereitung durch eine Solar-Anlage unterstützen zu lassen, was den Bedarf an Gas/Pellets noch etwas senken dürfte.

Bei derzeitigem Stand der Energiekosten für Gas (6,1Ct pro kWh, Stadtwerke Münster plus etwa 200€ Grundpreis/Jahr) und Pellets (da bin ich mal von 220€/t plus Einblaskosten ausgegangen ) rechne ich so etwas unter 500€ Heizkostenersparnis/ Jahr aus. Etwa 600€ werden es, wenn ich mit 200€/t für die Pellets rechne.


Momentan haben wir ein Angebot für eine Gas-Solar-Lösung von Buderus, die so bei 10.500€ liegt, und eine Pellets-Solar-Lösung (KWB 25 kW.Solarunterstützung für Heizung und WW durch Buderus, Gewebetank für Pellets) von etwa 25.000€. Da geht natürlich noch die Förderung ab, dann ist nach meiner Rechnung der Stand etwa 9.500 zu 21.000, was dann in die Finanzierung muss. Den Unterschiedsbetrag möchte ich eigentlich schon irgendwie im Laufe der Lebensdauer der Pelletsheizung durch Brennkostenersparnis wieder reinbekommen.

Ein paar Dinge, die ich nicht berücksichtigt habe, und wo ich vielleicht aus dem Forum Infos brauche:

- wie hoch sind so die Nebenkosten bei einer Pelletsheizung (Wartung, Schornsteinfeger, Strom) im Vergleich zu Gas?
- wie lange kann ich die Lebensdauer der Pelletsheizung kalkulieren? Bei einer Gas-Brennwertheizung habe ich was von 12 Jahren gehört, da müsste man sicher den frühzeitigeren Ersatz des Kessels berücksichtigen. Andererseits: sind Prognosen für die die Lebensdauer von Pelletskesseln eigentlich verlässlicher als die für Gas-Brennwertkessel?
- was kann man zur Leistung des KWB-Kessels (25kW) sagen? Dimensionierung i.O.?

Schließlich bräuchte ich auch etwas Rat, ob meine Rechnung mit dem Energiebedarf/-verbrauch so weit eigentlich sinnvoll ist. Mir ist klar, dass die Rechnung deutlicher zugunsten von Pellets ausfällt, wenn die Energiekosten für Gas und Pellets künfig stärker auseinander driften, wie es viele (zu Recht?) vorhersagen. Mit Zinsen (KfW) habe ich das ganze auch noch nicht durchgerechnet.

Tut mir Leid, wenn's etwas länger geworden ist. Auf jeden Fall vielen Dank für Eure Hilfe.

Ingolf

(*) Quellen für Energiebedarfsrechnung:

http://www.bnu.de/verbrauchrechner/vz-n ... n/calc.asp

bzw.
http://www.energieagentur.nrw.de/_infop ... rikID=5683

Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 24.09.2009 12:27 Uhr

Der technische Umbau auf Holzpellets ist mit wesentlichen Investitionen verbunden. So wie ich herauslese, wird der Energieverbrauch durch Sanierungmaßnahmen von ursprünglich 28.000 kWh fast halbiert. Dann wäre die Option modulierende Gasbrennwerttherme grundsätzlich nicht schlecht. Willst Du denn den umfangreichen, investitionsstarken Systemwechsel?

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon OliverTyphon » 24.09.2009 13:36 Uhr

Hallo arise42,

Ich bin kein Energiefachmann, aber mische mich trotzdem in die Diskussion ein :-) :

Rechnung:
Unterschied (Gas-Solar-Kombi / Pelletheizung) = 21.000-9.500 = 11.500EUR

Jahreskosten Gas: 16.000kWh x 6,1c/kWh + 200EUR =976EUR+200EUR =1176EUR
Jahreskosten Pellets: Heizwert ca. 5kWh pro kg Pellets 16.000kWh / 5kWh/kg = 3200kg = 3,2to
=> 3,2 to x 180EUR/to = 576EUR

Dazu kommen noch die Nebenkosten der jeweiligen Anlagen, die anscheinend sehr weit auseinandergehen. Ich übernehme sie aus folgender hp http://www.klima-innovativ.de/pages/kosten.html :
Nebenkosten Gasheizung: 270EUR
Nebenkosten Pelletheizung: 582EUR

Gesamtkosten Gasheizung/Jahr: 1176EUR + 270EUR = 1446EUR
Gesamtkosten Pelletheizung/Jahr: 576EUR + 582EUR = 1158EUR
=> Unterschied: 1446EUR-1158EUR = 288EUR
Amortisation: 11500EUR/288EUR/a = 39Jahre

Ich habe mit gleichen Wirkungsgraden der einzelnen Heizungssysteme gerechnet, was sicherlich eine Vereinfachung darstellt, aber sich nicht großartig auf das ergebnis auswirken sollte.
Ich gehe ebenso von einem Anstieg der Pelletpreise aus, wenn die Nachfrage, wie momentan der fall ist, weiterhin steigen wird.
Eine Amortisationszeit von knapp 40 Jahren halte ich für viel zu lange. falls ich mich verrechnet habe oder sonstigen stuss erzähle, bitte ich um einwände.

viele grüße
oliver
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Beitragvon Oswald » 24.09.2009 14:52 Uhr

Also wenn der Gaspreis sich in den nächsten 10 Jahren ebenfalls verdoppelt dann geht das aber besser als 39 jahre aus! ;-)

Quelle bei http://www.energiesparen-im-haushalt.de....

Verlinken geht irgendwie nicht ;-(


Wenn Pellets im Preis um 5% im jahr steigen und Gas 7,5% (wie in den letzten 10 Jahren), dann amortisiert sich der Käse schon nach 14 Jahren!
Ansonsten gleiche Rechnung wie "oben"

Grüsse
Oswald
Zuletzt geändert von Oswald am 24.09.2009 15:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon arise42 » 24.09.2009 14:58 Uhr

Thomas Heufers hat geschrieben:wird der Energieverbrauch durch Sanierungmaßnahmen von ursprünglich 28.000 kWh fast halbiert.


So ganz so extrem ist die Verringerung nicht, weil ich bei beiden Rechnungen jeweils unseren Holzkamin mit gut 9000kWh berücksichtige (auch wenn das eher Pi mal Daumen ist). Das ist eigentlich fix und dann bleiben gute 19000 bis 20000 kWh für die Heizung übrig, die sich durch Modernisierungsmaßnahmen (Dachisolierung wie geschehen, Heizungstausch wie geplant) eben um etwa 20% verringern - wenn ich den Modellrechnern trauen darf.

Willst Du denn den umfangreichen, investitionsstarken Systemwechsel?

Na ja, da bin ich halt unschlüssig, deshalb hab ich hier ja auch nachgefragt.

Bauchgefühl: Pellets - eine gute Sache, solange vorwiegend "Resteverwertung" aus der Holzwirtschaft geschieht. Insofern: umfangreicher Systemwechsel - warum nicht?

Verstand: investionsstarker Systemwechsel - da muss ich schon rechnen. Pellets sollten ökonomisch zumindest nicht Nachteile bringen. Von daher möchte ich die Systeme schon von ihren Kosten her vergleichen. Als Normalverbraucher bezahlt man die neue Heizung halt nicht unbedingt aus der Portokasse.

@OliverTyphon: Ja, die Wirkungsgrade hab ich auch nicht berücksichtigt. Ohne die Nebenkosten war ich auf so was wie 20-25 Jahre Amortisationszeit gekommen. Die Sache mit der steigenden Nachfrage nach Pellets ist ja sicher auch ein nicht zu vernachlässigendes Problem. Und damit bin ich wieder bei meinem Bauchgefühl von oben.

Ingolf
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Beitragvon OliverTyphon » 24.09.2009 15:16 Uhr

@Oswald: Die Gaspreise haben sich in den 17 Jahren des angegebenen links gerademal verdoppelt. Und wer sagt uns, dass nicht auch die pelletpreise ansteigen werden. wenn pelletheizung immer mehr verwendung finden werden, dann steigt auch die nachfrage nach pellets. jeder pelletanbieter wäre doch dumm, dann nicht auch aufzuschlagen. zudem muss man noch die inflationsrate von durchschnittlich 2% in der grafik beachten, der auch die pellets unterliegen. Pellets hört sich toll an, werden sicherlich einen größeren prozentsatz in der wärmeversorgung der zukunft einnehmen aber sollten nicht allzu idealisiert betrachtet werden.

@Arise42: Warum hast du die nebenkosten nicht einbezogen. machen bei der pelletvariante doch immerhin 50% der jährlichen kosten aus, wenn die quelle stimmt.
ich kenne nicht dein haus oder deinen standort aber mein bauchgefühl würde dir zu einer kleinen gasanlage für warmwasser und einem heizofen im wohnraum raten, falls du nicht zu viele zimmer zu versorgen hast. ich kann mir vorstellen, dass das auf lange sicht das billigste ist. ich bin kein vertreter für heizöfen und vielleicht ist das auch großer stuss.

viele grüße
oliver

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Beitragvon Oswald » 24.09.2009 18:40 Uhr

naja....

is mir ehrlich gesagt egal!
Die Russen werden sich bei jeder Gelegenheit die Taschen füllen und dann kannste ja schön Dein Gas bezahlen.
1999 lag der Preis bei 3Ct/kWh und inzwischen zahle ich 7,5Ct/kWh also wenn das nicht das Doppelte ist weis ich nicht.

Irgendwann, das werde ich noch erleben, wirds kaum noch oder KEIN Gas mehr geben, dann schaumermal was der Preis macht! ;-)

Sicherlich bestimmt die Nachfrage den Preis der Pellets aber da wächst wenigstens was nach, was man vom Gas nicht behaupten kann.

Achja.... wenn es da kein Stadtgas gibt, brauchste noch nen Tank, der alle paar Jahre auch noch Tüv braucht..... ich glaube der war bei 9000,-€ KAUM dabei! ;-)


Grüsschen
Oswald
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Beitragvon OliverTyphon » 24.09.2009 18:53 Uhr

bzgl. Gaspreisentwicklung habe ich doch nur deinen link ausgewertet und da war der preis pro kWh 1991 bei ca. 32cent und 2008 bei ca. 64cent/kWh. jetzt funktioniert der link bei mir nicht mehr.
Ich weiss nicht ob wir das noch miterleben, dass es viel weniger gas geben wird. aber wenn das weniger wird, steigen natürlich auch die preise. ich behaupte, wenn pellets großflächig anwendung finden, wird auch der preis sehr stark vom markt bestimmt.
noch ein link bzgl. rohstoffknappheit. man weiss ja nicht was und wem man glauben soll aber wenn dieser bericht stimmt http://www.spiegel.de/wirtschaft/untern ... 53,00.html wurden allein dieses jahr bereits 10Mrd. Barrel fassende Ölfelder entdeckt. der verbrauch liegt bei 85Mio Barrel im Jahr.
=> 10 000 000 000Barrel / 85 000 000Barrel/Jahr = 117Jahre

viele grüße
oliver
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Beitragvon OliverTyphon » 24.09.2009 20:32 Uhr

Sorry, da hat sich ein Fehler bei mir eingeschlichen. und zwar ein ganz gewaltiger. beim nochmaligen durchlesen des artikels habe ich erkannt, dass TÄGLICH 85Mio Barrel verbraucht werden, d.h. es reicht für 117Tage, was ein relativ überschaubarer zeitabschnitt ist :-)
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Beitragvon Brennan » 08.10.2009 19:46 Uhr

Im Endeffekt wollen doch alle was verdienen, geschenkt nekommt man eh nichts, und was heute günstig ist kann morgen schon teuer sein. Wie war das noch mit dem so billigen Dieselkraktstoff vor ein paar Jahren und heute, lohnt sich doch gar nicht mehr.

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