Erneuerbare Energie, Bauen, Haustechnik
energieportal24 Startseite Aktuelle News Förderkonditionen 2013 energieffiziente Gebäudesanierung Grundlagenwissen nach Thema Veranstaltungen: Messen, Seminare, Kongresstermine Tools, Onlinerechner und Newsletter Marktplatz Diskussionsforum B2B Branchenmarktplatz forum
BHKW-Heizung, Blockheizkraftwerke, Mini-BHKW, Kraft-Wärme-Kopplung, Umbau, Selbstbau, Mikro-KWK, Generatoren, Gasmotoren
Thomas Heufers
EXPERTE
Aktivität:sehr hoch
Benutzeravatar
Beiträge: 2227
Registriert: 21.07.2006 14:22
Wohnort: Detmold/Nordrhein-Westfalen
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 25 Mal
Kontotyp: Dienstleister
Erfahrung: 8-12 Jahre
Interessensgebiet: Energiesparendes Bauen
Land: Deutschland

Beitragvon Thomas Heufers » 09.09.2009 07:35 Uhr

Zuhause-Kraftwerk von Volkswagen

Was haben ein Automobilhersteller und ein Ökostromanbieter gemeinsam? Ein gemeinsames Ziel: zusammen wollen Sie den Strommarkt revolutionieren und so Alternativen zu herkömmlichen Kraftwerken schaffen.

Noch in dieser Woche soll der Exklusivvertrag zwischen dem Ökostromanbieter Lichtblick und dem Volkswagenkonzern zum Bau und zur Vermarktung von zigtausenden Mini-Blockheizkraftwerken unterzeichnet werden. Die kleinen gasbetriebenen Minikraftwerke der Marke VW sollen also in Zukunft tausende Keller herkömmlicher Wohngebäude zieren und die notwendige Wärme für Warmwasserbereitung und Heizung erzeugen.

Die bei diesen kleinen Blockheizkraftwerken anfallende Abwärme im Kühlkreislauf und im Abgas wird durch Wärmeüberträger in den Kreislauf der Zentralheizung eingespeist, zudem kann neben der thermischen Leistung auch die nicht unerhebliche elektrische Leistung genutzt werden. Der Strom , der von den einzelnen Anlagen produziert wird, wird direkt in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Durch die Vernetzung der Mini-Blockheizkraftwerke untereinander, kann dann, besonders in Zeiten hohen Strombedarfs, eine gewaltige Strommenge durch das virtuelle Großkraftwerk bereitgestellt werden. Das Zusammenschalten der Anlagen, hier sind die Grenzen nach oben hin offen, ermöglicht eine immens kurze Reaktionszeit. Derzeit wird ein erhöhter Strombedarf, etwa dann, wenn sich die Wetterlage ändert und Windkraftanlagen beispielsweise gerade weniger Strom produzieren, durch so genannnte Schattenkraftwerke gedeckt. Auch bekannt als „heiße Reserve“ laufen diese konventionellen Kraftwerke (Kohlekraftwerke produzieren nur 47 Prozent der gesamten elektrischen Energie in Deutschland, weisen aber die höchste CO2 Emission auf) zwar im Dauerbetrieb, bringen aber nicht die volle mögliche Leistung. Erst im Bedarfsfall wird auf Volllast hochgefahren und so die Stromversorgung konstant sichergestellt. Um den nötigen Strom im öffentlichen Stromnetz bereitzustellen, könnten Schattenkraftwerke in Zukunft von den im Bedarfsfall zusammengeschalteten Mini-Blockheizkraftwerken ersetzt werden.

Ab 2010 sollen jährlich mindestens 10.000 Minikraftwerke vom Band laufen, für den Verbraucher liegen die Preise bei etwa 5.000 Euro, die durch die Effektivität der Anlage und dank der Einspeisevergütung schnell wieder eingespart werden kann. Um das Funktionieren der Technik müssen sich Verbraucher keine großen Gedanken zu machen, schließlich kommt diese Technologie bereits in einigen Volkswagen (Caddy und Touran) zum Einsatz.


Quelle: Judith Schomaker unter http://www.cleanenergy-project.de

Wenn die Stromkonzerne keine dezentralen Energiesysteme aufbauen, dann ist die Variante des Energieanbieters "Lichtblick" vielleicht die Lösung. Die Effizienzpotentiale dieser vernetzten Miniblockheizkraftwerke bieten ein hohes Energiesparpotential und führen zur Absenkung unnötigen CO2-Ausstoßes.
http://www.lichtblick.de/h/technik_291.php

Wo liegen die Vorteile gegenüber der WhisperGen-Technologie?
http://www.energienetz.de/de/Energiebez ... rGen__931/



Gruß

Thomas Heufers

Zuletzt geändert von Thomas Heufers am 11.09.2009 10:10, insgesamt 1-mal geändert.
KfW Effizienzhaus | Passiv- & Plusenergiehaus
Bauausführung | Projektierung | Energieberatung
05231-569596 + 0177-1648721
http://ecotec-energiesparhaus.de/
http://ecotec-energiespartechnik.de/
http://energiesparprojekte.info/

Oswald
Aktivität: hoch
Beiträge: 495
Registriert: 16.12.2008 21:31
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon Oswald » 09.09.2009 08:07 Uhr

hallo....

Keine Frage! Ich finde den Ansatz: "Nutzung der Restenergien von Heizungsanlagen zur Erzeugung von Strom" mehr als reizvoll und in vielen Fällen sicherlich auch lohnend.

Allerdings sehe ich hier ein paar gegenläufige Trends und zusätzlich widersprüchliche "Betriebs-Gebaren".

Damit z.B. der Senertec Dachs möglichst lange und häufig mit Vollast laufen kann (nur dann erzeugt er auch Strom) braucht es einen erheblichen Wärmebedarf im Haus.
Im Gegenzug werden alle neuen Häuser wegen der neuen EnEV eher sparsamer im Heizbedarf.
Dieser Divergenz kann man eigentlich nur durch Zusammenschluss mehrerer Nutzer zum Gemeinschaftskraftwerk entgegen wirken.
In einem Mehrfamilienhaus oder Mietshaus funktioniert das sicherlich blendend aber in einer Einfamilienhaussiedlung sehe ich da das eine oder andere Problem. Das fängt bei den Verlusten an und endet vermutlich bei den Animositäten der angeschlossenen Benutzer.

Weiterhin kann es sich die Einfamilienhaus-Siedlung nicht leisten, dass der Dachs grad mal nicht läuft, weil das "globale" Kraftwerk gerade keinen Strom benötigt, wenn es draussen -20°C hat und die halbe Siedlung aber grad noch ein heisses Bad nehmen möchte.
Und was ist im Sommer, wenn nur noch ein Bruchteil der Betriebszeiten für lediglich Warmwasser zustande kommen?

Es ist sicherlich schwierig die Anfoderungen an eine bedarfsorientierte Erzeugung elektrischer Energie mit einer privaten Heizanlage, die nebenbei noch Strom erzeugt unter einen hut zu bekommen.

Bei aller Euphorie, denke ich, muss man das schon mal zusätzlich mit ins Auge fassen.

Grüsse
Oswald
Vorsicht! Dieser Beitrag kann Spuren von Ironie oder Sarkasmus enthalten.
Ohne Konservierungsstoffe (lt. Gesetz). Ohne Farbstoffe. Ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe.
Thomas Heufers
EXPERTE
Aktivität:sehr hoch
Benutzeravatar
Beiträge: 2227
Registriert: 21.07.2006 14:22
Wohnort: Detmold/Nordrhein-Westfalen
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 25 Mal
Kontotyp: Dienstleister
Erfahrung: 8-12 Jahre
Interessensgebiet: Energiesparendes Bauen
Land: Deutschland

Beitragvon Thomas Heufers » 09.09.2009 09:37 Uhr

Der sukzessive Einsatz der Kraftwärmekopplung wird zentral gesteuert. Wenn das Netz zusätzliche Lastabdeckung benötigt, werden ferngesteuert die Kleinstkraftwerke zugeschaltet. Ist der Strombedarf nicht notwendig, dann wird wie gewohnt eine Gastherme oder ein Wärmepuffer den Wärmebedarf abdecken. Niemand muss aufgrund der Kraft-Wärme-Kopplung auf Komfort verzichten.

"Lichtblick" will mit dem Mini-KWK-Netz die schlechten Wirkungsgrade der zentralen Großkraftwerke ausklammern und die Leitungsverluste reduzieren. Der Vorteil liegt bei dezentralen Systemen auf der Hand. Wenn in einer Siedlung ein KWK im Einsatz ist und der Strom dort ins Netz eingespeist wird, dann ist der Weg zum Verbraucher verlustarm quasi um die Ecke.

Gruß

Thomas Heufers

KfW Effizienzhaus | Passiv- & Plusenergiehaus
Bauausführung | Projektierung | Energieberatung
05231-569596 + 0177-1648721
http://ecotec-energiesparhaus.de/
http://ecotec-energiespartechnik.de/
http://energiesparprojekte.info/
klausamsee
Aktivität: hoch
Beiträge: 184
Registriert: 23.03.2006 18:47
Wohnort: Bodensee
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon klausamsee » 09.09.2009 11:39 Uhr

Thomas Heufers hat geschrieben:Wenn das Netz zusätzliche Lastabdeckung benötigt, werden ferngesteuert die Kleinstkraftwerke zugeschaltet.

Meine Wärmepumpe läuft jetzt schon seit einigen Monaten nicht weil meine Solaranlage den komplettem Wärmebedarf deckt. Somit dürfte auch mein Blockkraftwerk nicht ferngesteuert eingeschaltet werden weil ich die Abwärme nicht benötige. Wie stellt man sich denn den dezentralen Sommerbetrieb solcher Systeme vor?

Klaus
Thomas Heufers
EXPERTE
Aktivität:sehr hoch
Benutzeravatar
Beiträge: 2227
Registriert: 21.07.2006 14:22
Wohnort: Detmold/Nordrhein-Westfalen
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 25 Mal
Kontotyp: Dienstleister
Erfahrung: 8-12 Jahre
Interessensgebiet: Energiesparendes Bauen
Land: Deutschland

Beitragvon Thomas Heufers » 09.09.2009 13:26 Uhr

Es würde in Einzelfällen keinen Sinn machen, im Sommer die Kraftwärmekopplung zu aktivieren. Das wird von zentralen Steuerung für der Mini-KWKs berücksichtigt. Es gibt aber auch viele Anwendersituationen, die auch im Sommer Wärmebedarf haben, Hotels, Gastronomie etc., dort kann man dann die Kraftwärmekopplung zuschalten.
Letzlich muss man den gesamten Mix an Stromlieferungen betrachten, wie Wasserkarft, Wind, PV, fossile Kraftwerke, AKW etc.. So werden die Lieferquellen nach festgelegten Parametern zu- und abgeschaltet.

Gruß

Thomas Heufers

KfW Effizienzhaus | Passiv- & Plusenergiehaus
Bauausführung | Projektierung | Energieberatung
05231-569596 + 0177-1648721
http://ecotec-energiesparhaus.de/
http://ecotec-energiespartechnik.de/
http://energiesparprojekte.info/
AnnaS
Beiträge: 3
Registriert: 12.08.2009 18:44
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon AnnaS » 09.09.2009 13:40 Uhr

Aber es haben doch auch "normale" Häuser einen Bedarf an warmes Wasser im Sommer.. z.B. fürs Duschen. Oder hab ich das falsch verstanden? Meinst du vielleicht, dass es nicht sinnvoll wäre dafür das BHKW anzuwerfen oder wie?

Aber ansonsten finde ich die Idee gut, dass VW und Lichtblick jetzt auch BHKWs auf den Markt bringen... je mehr Anbieter desto besser :)

klausamsee
Aktivität: hoch
Beiträge: 184
Registriert: 23.03.2006 18:47
Wohnort: Bodensee
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon klausamsee » 09.09.2009 15:48 Uhr

AnnaS hat geschrieben:Aber es haben doch auch "normale" Häuser einen Bedarf an warmes Wasser im Sommer.. z.B. fürs Duschen. Oder hab ich das falsch verstanden? Meinst du vielleicht, dass es nicht sinnvoll wäre dafür das BHKW anzuwerfen oder wie?

Aber ansonsten finde ich die Idee gut, dass VW und Lichtblick jetzt auch BHKWs auf den Markt bringen... je mehr Anbieter desto besser :)

Ich meinte damit das z.B. bei mir meine Solaranlage seit Monaten meinen kompletten Wärmebedarf deckt, ich also nicht "zuheizen" muß. Leute ohne Solaranlage müssen jetzt natürlich heizen.
Grundsätzlich finde ich die Idee aber schon interessant, wenn auch noch immer was verbrannt werden muß. Aber das könnte ja theoretisch auch Rapsöl sein, wobei man auch wieder darüber streiten könnte ob es das sinnvoll ist...
Vielleicht sollte man mal drüber nachdenken ob man nicht eine besondere Förderung für lokale Energiespeicher bei Solar- oder Windkraftanlagen einführen kann. Es würde deutlich mehr Sinn machen wenn eine Solaranlage ihre Energie z.B. in den Abendstunden ins Netz einspeisen würde wenn die Sonne nicht mehr scheint. Vielleicht regelt man das auch "einfach" mit einer zeitabhängigen Vergütung.

Klaus
parcus
Aktivität: hoch
Benutzeravatar
Beiträge: 171
Registriert: 10.07.2009 20:36
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon parcus » 10.09.2009 10:10 Uhr

Da müssen auch erst einmal Zahlen auf den Tisch.

Was passiert mit der erzeugten Wärme, die nicht abgenommen werden kann?
Was passiert, wenn Wärme benötigt wird, aber in dem Moment der Strom "zu" billig ist?

20kW el. und 34kW Wärmeleistung, das muss also schon mehr als ein Reihenhaus sein.

So lange Erdgas nicht durch Biogas ersetzt wird, sehe ich es nicht als Alternative.

Für mich sind die Pressemitteilungen erst einmal eine gelungene PR.
oakgast
Aktivität:sehr hoch
Beiträge: 1000
Registriert: 17.07.2009 08:50
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon oakgast » 13.09.2010 14:25 Uhr

Kommentar von "markus" erstellt am 13.09.2010,15:05
Thema: Sonstiges(Sonstiger Kommentar/ Tipp)

DIe Mindesabnahme für das Zuhausekraftwerk beträgt 45 000 Kwh pro Jahr um das Zuahusekraftwerk nutzen zu können. Also ist es ehr was für sehr große Einfamilienhäusern oder MFH.
<a href='http://www.energieportal24.de/b2b/rating/mail_extern_2.php?id=1099' target='_blank'>Mail an markus</a>
bernhard geyer
EXPERTE
Aktivität:sehr hoch
Beiträge: 1483
Registriert: 22.06.2006 23:57
Lob gegeben: 1 Mal
Lob erhalten: 19 Mal

Beitragvon bernhard geyer » 13.09.2010 17:43 Uhr

klausamsee hat geschrieben:Vielleicht sollte man mal drüber nachdenken ob man nicht eine besondere Förderung für lokale Energiespeicher bei Solar- oder Windkraftanlagen einführen kann.

Für PV gibt es Förderung für hohen Eigenverbrauch. Dies ist i.d.R. nur mit Puffer möglich.

klausamsee hat geschrieben:Es würde deutlich mehr Sinn machen wenn eine Solaranlage ihre Energie z.B. in den Abendstunden ins Netz einspeisen würde wenn die Sonne nicht mehr schein

Ist (aktuell) nicht nötig. Dazu ist die installierte Leistung von PV noch zu gering. Es ist sinnvoller und einfacher einfach während der Tageszeit Mittel und Spitzenkraftwerke herunter zu fahren bzw. Pumpspeicher nicht zu leeren als mit Verlusten PV zu speichern.

Nächste

Zurück zu BHKW, KWK



Seit 2001 online, über 35.000 Beiträge
a n z e i g e n



Sie lesen gerade die Forendiskussion: Zuhausekraftwerk mit VW-Motor