So, das 2. Einsatzjahr meiner Golden Energy WP (heute Thermodyn+) ist gestern zu Ende gegangen.
Zur Erinnerung: mein Haus ist von 1987, ungedämmt, hat keine FBH und sogar ein Einrohrsystem. Die notwendige Vorlauftemperatur liegt radiatorentypisch bei wenigstens 55 °C, eine Hysterese von wenigstens 15 K ist anzustreben.
Davor kapitulieren die meisten WP-Hersteller / HB schon aus technischen Gründen, von der Amortisation nicht zu reden. Dennoch ließ ich die Thermodyn vor 2 Jahren als Ersatz für die 20 Jahre alte Ölheizung installieren; ohne jede weitere Änderung am Heizsystem mit Ausnahme einer neuen, gegendruckgeregelten UWP.
Damals ahnte ich auf Grund der technischen Daten, daß von den Anlagen, die ich betrachtet hatte, nur diese Maschine den Anforderungen gewachsen sein würde. Sicher war ich auch bei der TD nicht, deshalb hielt ich den alten Öler weiter betriebsbereit.
Diese technische Eignung hat sich inzwischen voll bestätigt, nur fand ich die Effizienz im 1. Betriebsjahr (grob ermittelte JAZ von etwa 2,5) noch verbesserungsfähig, wenn auch ein Teil des Verbrauchs von immerhin gut 9.200 kWh wohl auf Kosten meiner Experimente ging, die darauf abzielten, die Grenzen der Anlage auszuloten.
Mit umfassender Unterstützung des Herstellers konnte ich mein Wissen um die Zusammenhänge und Eigenheiten dieser speziellen Anlage deutlich erweitern. Außerdem wurde der WT gegen ein verbessertes Exemplar getauscht.
Mit diesen Änderungen ist es gelungen, den Jahresverbrauch der Anlage im zweifellos härteren Winter 2008/2009 um mehr als 2.100 kWh auf nunmehr 7.061 kWh zu senken. Dies sind fast 25 %, und das noch ohne Einfluß der größeren Kälte!
Somit liegt die JAZ jetzt, wie schon von mir prognostiziert, knapp über 3 und damit in einem Bereich, der m.E. von einer Hochtemperatur-L/W-WP unter meinen Betriebsumständen kaum mehr zu toppen sein dürfte.
Alleinstellungsmerkmal unter den Hochtemperatur-WPn ist der spezielle WT, der Wassertemperaturen höher als die Kondensationstemperatur des Kältemittels und damit hohe Wassertemperaturen trotz guten Wirkungsgrads ermöglicht.
Da sich die Physik nicht überlisten läßt, ist bei der höheren Temperatur die je Zeiteinheit erwärmte Wassermenge geringer als bei anderen WPn. Das aber ist für die Radiatoren gerade richtig, denn die benötigen eine relativ niedrige Umlaufgeschwindigkeit, damit sich die gewünschte Hysterese von ca. 15 K am Heizkörper einstellen kann.
Damit positioniert sich die TD m.E. klar als die WP für den Altbau ohne FBH, wenn es darum geht, vorhandene Fossilheizungen ohne nennenswerte Änderungen am Heizkreis oder den Radiatoren auf WP-Betrieb umzustellen. Einzige Voraussetzung ist, wie bei jeder modernen Heizung, ein sauberer hydraulischer Abgleich.