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ich habe vor kurzem eine Ideenskizze mit Konstruktionsvorschlägen ins Netz gestellt für ein Hochsee-Motorschiff, das ausschließlich mit erneuerbaren Energien (Sonne, Wind, Wellen) betrieben werden soll: www.öko-trimaran.de... oder www.xn--ko-trimaran-qfb.de... und stelle mich hiermit einer kritischen Diskussion!
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Hallo Jörg,
ich habe mir deine Seite mal angeschaut. Die Sache sieht sehr interessant aus, aber leider bin ich Eisenbahnfan und die Seefahrt betrifft mich weniger. Daher mußt du schon das Glück haben, Seefahrtinteressierte hier im Forum zu finden, denn das scheint mir Bedingung für eine lebhafte Diskussion zu sein.
Gruß
Erwin
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Hallo,
ich finde deine Idee sehr ansprechend, jedoch unterliegt das System noch zu vielen Einschränkungen. Solange man keine Möglichkeit findet, in jeder erdenklichen Situation Energie zu gewinnen, sind solche Schiffe zu teuer da unzuverlässig. Bei Gegenwind ist man auf Resourcen angewiesen, die zuvor angespart wurden. Windräder und Wellenkraftwerke werden nicht ausreichen. Es ist ja nicht sicher, das gerade die Sonne scheint.
Wenn wir eine Energiequelle finden, die unabhängiger ist, kann man das Industriell einsetzen.
MfG
Mag
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Na da sist ja mal ne coole Seite  Und ich dachte, ICH sei verrückt
Und genau solche Verrückten Ideen braucht die Menschheit zum Vorankommen.
Seit vielen Jahren plante ich ja schon, mal per Yacht etwas die Erde zu erkunden. Motoryacht? Bäh, ein eigener Antrieb muss es natürlich sein. Und was nimmt man? Klar, Segel. Erst jetzt seit ein paar Tage (ich weiß nicht, wie ich darauf kam) google ich wie verrückt nach Alternativen. Der Einwand hier drüber stimmt übrigens so nicht. Klar, gegen den Wind bei schlechtem Wetter ist schon eine Herausforderung. Der hat sich allerdings jedes Schiff zu stellen. Auch mit Diesel fährt man sicher ökonomischer auf flachem Wasser. An Speicherung wurde ja aber bereits gedacht: Druckluft.
Nun mal kurz zu meinen Überlegungen - ganz so ausgefeilt und auch kompliziert waren sie nicht. Ich weiß nur, dass Windräder generell problematisch sind. Zum einen sind sie nicht ungefährlich - je nachdem, wo man sie auf einem Schiff aufstellt, kann jemand hineingeraten. Dann erzeugen sie nicht gerade üppig Strom, da ihre Größe sehr beschränkt ist und schließlich hat man noch das Problem, dass man sich nicht unbedingt Freunde macht im Hafen, wegen der Lautstärke.
Sehr gut fand ich die Idee mit dem Wellengenerator. Ich bin kein Ingenieur, aber wenn es Leute gibt, die meinen, dass das klappen könnte... Ich hätte ja vier Schwimmer vermutet - dann steht man immer auf dreien und einer bewegt sich. Wäre vielleicht auch eine Idee - auch um die Kosten mehr im Rahmen zu halten.
Meine Überlegungen konzentrierten sich aber auf extreme Sonnennutzung und deren Speicherung, da sich auch meine Wunschgewässer da befinden, wo es viel Sonne gibt
Grundlage könnte eine Segelyacht als Kasko sein, die man dann entsprechend modifiziert. Das brächte eine leichte Grundlage und man nutzt erprobtes Rumpfdesign anstatt gleich alles neu zu erfinden. Dann müsste man sich überlegen, wie viel Energie man erzeugen und Speichern will. Dabei würde ich sagen: Größere Yacht macht die Aufgabe einfacher und teurer. Ganz einfach deshalb, weil soweit ich weiß die Erzeugbare Energie und der Wasserwiderstand linear steigen, aber ersteres schneller. Oder irre ich mich? Ich denke, 16 Tonnen durchs Wasser zu bewegen dürfte nicht ganz doppelt so schwer sein wie 8 Tonnen. Zudem kann man innen im stark steigenden Volumen mehr Energiespeicher unterbringen. Anbieten tut sich auf jeden Fall Druckluft. Da würde ein Solar betriebener Kompressor reichen und der Antrieb erfolgt durch die normalen Schrauben und einen Druckluftmotor. Nachteil ist natürlich die Energiedichte, Vorteil der Wirkungsgrad. Das Konzept steht und fällt so ziemich mit dem Druck der Tanks. Vieviele Kubikmeter kann und möchte man unterbringen auf einer 12-14 Meter-Yacht? 5 Vielleicht? Das wären 5000 Liter Druckluft bei vielleicht 300bar. 1 Liter speichert nicht mehr als 70 Wattstunden nach meinem derzeitigen Kenntnisstand (eher weniger). Macht also maximal 350KWh
Nun, damit ließe sich schon ein paar Stündchen dahingleiten. Geschwindigkeitswunder darf man aber nicht erwarten. Ich denke mal, dass zwei 20KW Motoren vielleicht eine Fahrt von 8 Knoten erzielen würden. Das ginge dann doch immerhin um die 15 Stunden.
Ich denke, es ist kaum realistisch, mehr als 100qm Solarzellen auf so einer Yacht zu montieren. Allein das sähe schon ziemlich krank aus, aber was solls. Wenn man alles Runde beklebt und alles Flache mit ganzen Panels belegt und zusätzlich für die offene See ausklappbare Flächen einrichten würde, die man im Hafen einziehen kann - vielleicht könnte man auf 100qm kommen. Was ich überlege, ist ja nur, ob es überhaupt unter günstigsten Voraussetzungen klappen könnte. Naja. Jedenfalls kommen aus 100 qm auch in Zukunft sicher nie mehr als 20KW. Man kann froh sein, wenn man überhaupt 10KW raus bekommt an 5 Stunden am Tag. Fazit: Ladevorgang sicherlich 2 Tage.
Wie könnte man mehr erreichen? Noch krankere Idee: Alles an Deck mit Vakuumröhrenkollektoren (wie dick sind die eigentlich?) belegen, damit ein Medium vorerhitzen, schließlich ein Parabolspiegel, welcher das Ganze noch auf eine richtig hohe Endtemperatur bringt. Damit dann Dampf erzeugen und diesen dazu nutzen, entweder den Kompressor oder direkt die Schraube anzutreiben. Ok, das hätte einen höheren Wirkungsgrad. Allerdings bezweifle ich ie technische realisierbarkeit
Trotzdem: Aus manchen Spinnereien wird manchmal Wirklichkeit. So ganz ineffizient kann das doch nicht sein, einen Vorrat an destilliertem Wasser immer wieder zu verdampfen und mit Meerwasser zu kondensieren und damit einen Kolben oder Turbinenmotor anzutreiben.
Natürlich könnte man den Dampf auch weglassen und einen Stirlingmotor verwenden. Energie aus Hitze...
Wenn man was für schlechtes Wetter haben will, würde es sich doch anbieten, den auf einer ursprünglich fürs Segeln gedachten Yacht eh vorhandenen Mast für ein Windkraftwerk zu nutzen - muss ja nicht immer laufen. Sehr effizient wäre es natürlich, damit keinen Strom, sondern direkt Druckluft zu erzeugen. Es gibt wahrhaft so viele Ideen, die man haben kann, dass man schon Multimillionär sein müsste, um sie alle mal auszuprobieren leider
Aber Wellenkraft in einen herkömmlichen Katamaran integrieren, das wäre auch mal was, worüber man nachsinnen könnte...
Wenn mich jemand einweisen will, möge er jetzt sprechen und sagen, warum
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Letzteres stimmt leider, so viel Geld hat nun wirlich keiner der sich hier her verirrt.
Allerdings wäre ich eher für Wasserstoff als Energiespeicher. Fragt sich natürlich wie es da mit der Effizienz aussieht (Aeh... Wattstunden / m³?)...
...zu den Solarkollektoren (mit denen man den H2 ja z.B. erzeugen könnte) wollte ich noch bemerken, dass die bei einem Segelschiff natürlich sowieso nur bei Windstille zum Einsatz kommen, ergo nicht so unglaublich stabil sein müssen, ergo größer sein können.
Wie schwer ist H2 denn überhaupt in komprimierter Form, weiss das jemand?
Bei Modellen haben sich doch Elektromotoren in Booten immer gut bewährt  , oder?
Kann man die Segel möglicherweise als Kollektoren nutzen?
Wenn jemand zufällig das passende Material erfindet: Bitte melden!
so, bin raus...
Josh
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Hmm hab mal weiter darüber nachgedacht. Im Grunde muss man sagen: Die Solarzellen haben sicherlich ihre Daseinsberechtigung, da man ohne Wind sonst energietechnisch schnell auf dem Trockenen liegt. Aber bei 50qm bringen sie halt doch nur maximal 10KW also 50KWh am Tag. Ist ja schonmal toll und reicht auch, um die Klimaanlage zu betreiben, die man bei der Sonneneinstrahlung gut gebrauchen kann. Aber zum Fahren bin ich zu dem Schluss gekommen: Dieselyachten brauchen bei moderater Fahrt (und die sollte man ja mindestens erreichen können) ca 1 Liter pro Kilometer. Jepp, ich weigere mich, in Knoten und Meilen zu rechnen - und schon gar nicht in Gallonen. Das heißt, es werden 10KW verfeuert bei vielleicht 30% Wirkungsgrad. Kommen also 3 KW raus. Folglich bräuchte man für eine bescheidene Strecke von 100km am Tag immerhin schon 300KWh Energie. Eine Versorgung nur über Solar ist in der Tat unrealistisch - es sei denn, man würde einfach nur sehr selten wirklich fahren.
Ohne Windenergie geht es auf keinen Fall. Nun hab ich mal geschaut, was denn da so Sinn macht. So ein 500W Staubsauger als Batterielader ist wohl etwas die falsche Größenprdnung. Fragt sich zunächst, wo man überhaupt Seewasser-feste Windräder herkriegt. Aber angenommen, dem wäre so. Also ein Teil mit 6m Durchmesser bringt so zwischen 2KW und 5KW - je nach Wind. Wenn man Wind hat, macht das immerhin schonmal ca 50-150KWh pro Tag. Eines reicht also auch auf keinen Fall. Man müsste schon einige möglichst günstig aufstellen. Gut, wenn die Yacht über 20m lang ist - warum sollte sie nicht 3 Anlagen von 5 oder 6 Metern Rotordurchmesser tragen? Technisch vermutlich realisierbar.
Nebenfrage: Welchen Prüfungen unterliegt eine Yacht eigentlich, damit man sie überhaupt betreiben darf? Ich könnte mir vorstellen, dass solche Räder, die einem locker die Denkmurmel abschnibbeln können nicht unbedingt als Zustimmung stoßen bei der Aufsicht  Wo lässt man sein Boot zu?
Tja, also bei 12 m/s Wind und günstigem Winkel könnte man so insgesamt vielleicht 300KWh pro Tag gewinnen. Somit an einem günstigen Tag 350KWh maximal. Ein Tag, an dem es bläst und die Sonne optimistisch durchs Ozonloch schielt. Immerhin: nach so einem Tag wäre man gerüstet für 100km bei 20km/h oder so.
Längerfristige Speicherung von Strom halte ich übrigens mittlerweile für unmöglich. Am günstigsten ist sicher der Kryotank voll Wasserstoff. Aber angenommen, man bekäme ihn in der Größe 2 Kubikmeter (dann fährt man mit der größten Konventionellen Bombe rum, die die Schiffahrt je gesehen hat ^^), dann hätte man 2000 x 2 KWh gespeichert. Macht 4MWh. Der Energiegehalt davon ist aber auch nur so viel wie von 400 Litern Diesel. Nicht gerade ein Super-Tank. Wenn man bedenkt, dass ein 2 Kubikmeter-Tank pro Tag dann auch noch ca 10 Liter Wasserstoff durch Verdampfung wieder verliert... Da wird man im Schnitt nicht mehr viel dazu bekommen. Die Energie zum verflüssigen ist eben auch hoch. Irgendwie ist das Konzept nicht schlecht, aber ich weiß nicht... Nimmt man Wasserstoff, muss man eine Brennstoffzelle haben. Die wiederum arbeitet nur wirtschaftlich, wenn man auch deren Abwärme nutzen kann. Wie hoch der Wirkungsgrad ansonsten ist, weiß ich nicht. Aber die Abwärme auch noch nutzen so im Kleinen? Geht das? Da Brennstoffzellen ja nicht so direkt regelbar sind, müsste man eh immer eine Pufferbatterie benutzen. Und munter sinkt der Wirkungsgrad weiter. Eigentlich ist die Sache mit der Druckluft wirklich am besten. Wenig Umwandlung, dafür direkte Nutzung der Energie.
1 Kubikmeter = 100KWh in Zukunft... Tja. Hybridantrieb vielleicht? 10Kubikmeter Druckluft? Platz wäre eigentlich, aber das Gewicht.... hmm
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hallo, Freunde von Null-Emissions-Schiffen!
Habe längere Zeit nicht ins Forum geschaut und bin jetzt ebenso überrascht wie erfreut über die interessanten und konstruktiven Beiträge, die inzwischen eingegangen sind!
Der Grund meiner Sendepause: Ich arbeite seit Wochen fieberhaft an der neuen Version meiner Internetseiten zum Öko-Trimaran, liege jetzt in den letzten Zügen und hoffe, in zwei, drei Wochen endlich fertig zu sein. Vor allem geht es um den Druckluftspeicher. Wenn ich das geschafft habe, will ich Eure Beiträge im einzelnen durchgehen und eingehender antworten. Für die übernächste Version meiner Präsentation werden da sicher viele wichtige Infos dabei sein! Vorerst aber schon mal ganz herzlichen Dank!
mit freundlichem Gruß, Jörg Sommer
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Hmm mit dem Thema Druckluft bin ich glaube ich durch. Selbst in 700bar-Flaschen lässt sich nicht gerade eine Riesenmenge speichern. In 5000 Litern Diesel stecken 50 MWh. Wenn man mit Druckluft ein 100stel erreicht, muss man vermutlich schon froh sein. Was ich mittlerweile so gelesen habe über den realistischen Wirkungsgrad von Druckluftspeichern kann einen wirklich frustrieren. Viel zu viel Aufwand, das Komprimieren und wieder freisetzen. Bei ersterem geht viel in Heizenergie und Reibung flöten, die man wohl kaum nochmal nutzen kann (Stirlingmotor, o.ä.) und bei zweiterem vereist einem der ganze Apaarat auch noch, grandios. Das kann man sicher technisch lösen, aber nicht auf dem kleinen Raum einer Yacht. Ich glaube, es müssen einfach bessere Batterien kommen. So 1kwh pro kg, das wäre ja schon ein netter Wert. Damit kann man arbeiten. Richtig interessant wäre es bei 10kwh, aber das wird wohl nie erreicht werden.
Mittlerweile frage ich mich, ob man um einen hybriden Betrieb rumkommt (wenn man richtig fahren will).
Letztlich wäre es überlegenswert, einen Teil der Energie mit Holzpellets dazuzuheizen. Brenner, der eine geschlossene Dampfmaschine antreibt, die wiederum Strom macht. Könnte klappen und vielleicht nicht so riesig sein. Dafür kann man die eh überflüssigen Räumlichkeiten nehmen, die meist hinter dem Maschinenraum liegen. Ka, was sich die Planer dabei denken.
Meine größten Sorgen bleiben immer noch die Zulassungsfähigkeit/sicherer Betrieb und die Akzeptanz im Hafen. Wobei in letzteres auch reinspielt, dass auch ich bei allem Idealismus kein Windgeheul um die Ohren haben will. Soll ja Urlaub sein ^^
Ich sollte mir wirklich mal ein paar Kleinwindanlagen anhören. Wenn ich nur wüsste, wo im Raum Köln welche stehen, die man begutachten kann...
Die einzige Anlage, die ich kenne, war wohl für 10kw ausgelegt, hatte ca 6m Flügel und die war ziemlich laut!! Is aber auch schon ne Zeit her. Aber das tu ich mir nicht an...
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in der Tat: auch von anderer Seite (wer-weiss-was) habe ich mit meiner Druckluftspeicherung einen ziemlichen Dämpfer bekommen: Ein Experte hat mir vorgerechnet, dass ich mit einem 6 cbm-Druckluftbehälter und 300 bar gerade mal auf 48 kWh Energievorrat komme - das heißt, mit einem 48-kW-Bootsmotor (= 65 PS) - und der wäre für eine 22-m-Yacht ja ziemlich mickrig! könnte ich gerade mal eine Stunde fahren.
Ich kann es aber immer noch nicht ganz glauben - dass es sooo übel aussieht. Der gleiche Experte hat nämlich für ein Druckluftauto mit 0,3-cbm-Tank und ebenfalls 300 bar 2,4 kWh ausgerechnet, und das scheint mir nun wirklich eine Größenordnung zu klein. Bin aber noch am Ball!
Im Umkehrschluss: Wären auch meine 48 kWh auf dem Schiff um eine Größenordnung zu klein - d.h. wären es tatsächlich 480 kWh, wäre das zwar immer noch nicht berauschend - aber immerhin könnte ich dann mit einem 650-PS-Motor schon eine Stunde lang davon brausen. Dazu kommt ja, dass ich meist einen ständigen Energie-Eintrag habe (Sonne, Wind, Wellen - nachts evtl. nur Wind und Wellen), und damit kommt man dann vielleicht doch so einigermaßen hin.
Und was die Vereisung der Motoren angeht: Man muss sie halt mit der Kompressionswärme heizen, dann wäre der Wärmekreislauf geschlossen und die Verluste wäre gering!
Mit freundlichem Gruß, Jörg Sommer
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Das stimmt, die Wärme und Kälte kann man, wenn sie zeitnah entstehen gegeneinander aufrechnen. Das Problem ist nur, dass man dafür auch ein Medium braucht. Jetzt mal ohne Korrekte Zahlen, nur zur Darstellung: Habe 50KWh Energie und speichere die in Druckluft, dann hab ich nachher vielleicht 30KWh tatsächlich drin und 20KWh Abwärme. Es ist wohl leider tatsächlich eine ganze Menge, was da "verloren" geht. Selbst, wenn man das auffängt in Wasser oder so - das wird dann nachher verbraucht, um die entstehende Kälte zu kompensieren und das System am laufen zu halten - es dient aber nicht dem Vortrieb. Ich glaube somit nicht, dass irgendein Speicher dem Steinzeitspeicher "Batterie" überlegen ist. Sie besticht einfach durch die Einfachheit. Viele Stationen, über die Energie transportiert werden muss, lassen den Wirkungsgrad einfach zu stark abfallen. Wenn von 50KWh, die man mühsam am Tag zusammenkratzt nur 20 bleiben, hat das Ganze keinen Sinn.
Aber vor allem interessierte mich ja die Energiegewinnung übers Jahr und das Benutzen an eher wenigen Tagen. Daher das Interesse an viel Speicher. Und gerade da geht dann auch noch bei Druckluftspeichern die ganze Abwärme verloren. Bis man dann nach 2 Monaten fährt, ist das Pufferwasser lange wieder kalt und man muss sogar Energie aufwenden, um die Luft überhaupt entweichen lassen zu können...
Manchmal meint man (Achtung, Ironie), es könnte noch am besten sein, auf seinem Boot einen Wald zu pflanzen und dann das Holz zu verfeuern... Aber ich weiß, dass Pflanzen auch einen schlechten Wirkungsgrad haben  Immerhin ist Holz nicht flüchtig.
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Nachdem es so viele widersprüchliche Meinungen zu dieser Speicherart gibt, habe ich mich inzwischen selbst kundig gemacht und das Ganze mal durchgerechnet:
Für meinen 22-m-Öko-Trimaran habe ich einige 300-bar-Druckluftbehälter aus Kohlefaser-Verbund-Werkstoff angenommen mit insgesamt 6 cbm Inhalt (das ist vorsichtig kalkuliert, könnte evtl. auch das Doppelte sein!). Damit kann man theoretisch max. 289 kWh speichern. Ist nicht gerade berauschend, aber ausreichend, wenn man bedenkt, dass auf dem Schiff mit Sonne, Wind und Wellen ständig Energie nachgeliefert wird (im Gegensatz zum Druckluftauto!).
Ein Problem ist in der Tat die Kompressionswärme (das sind nochmal 289 kWh) bzw. die Dekompressionskälte (bei 300 bar mit 20 °C sind das immerhin -216°C!). Toll, wenn man grade in tropischen Gewässern kreuzt und Kühlung nötig hat. Oder als Angler einen Kühlraum braucht. Wenn nicht, muss halt ein Sterlingmotor her, der lebt ja gerade von Temperaturdifferenzen. Und auf dem Schiff hat man halt doch etwas mehr Platz für so was als etwa in einem Druckluftauto.
In gefülltem Zustand wiegen die o.g. Druckluftspeicher 4,26 t. Um die gleiche Energiemenge mit Solarbatterien zu speichern, braucht man Akkus im Gesamtgewicht von 6,56 t - und hat noch keine Kälte zum Kühlen bzw. Wärme zum Heizen! Mit der Enrgiedichte von Dieselkraftstoff (oder auch Holzpellets) kann eine Druckluftspeicherung natürlich nicht mithalten. Auf dieser Vergleichsbasis haben die auf dem Meer verfügbaren Energiequellen von vorneherein verloren.
freundliche Grüße, Jörg Sommer
P.S. Die obigen Berechnungen sind in meinen Internetseiten zum Öko-Trimaran (www.öko-trimaran.de oder www.... xn--ko-trimaran-qfb.de) im Anhang unter "ein bisschen Physik..." ausführlich dargestellt.
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Wenn man über alternative und einigemaßen Emsissionsfreie Antriebe nachdenkt, kommt man, so wie ich finde, häufig zu der Überlegung, dass es kontinuierliche Leistungsabgabe im mäßigen Rahmen möglich ist. Vorteil: Kostenlos, keine Abgase und beliebig verfügbar, solange der Wind weht und die Sonne scheint, wovon auszugehen ist. Spitzenleistung über begrenzte Zeiträume dagegen sind nicht füllbar - allenfalls über SEHR begrenzte Zeiträume - was aber vielleicht auch neues Potenzial eröffnet.
Generell sollte ja der umweltbewusste Bootseigner nichts dagegen einzuwenden haben, auch mit Holz zu fahren. Könnte sich vielleicht zum hybriden Antrieb durchaus eignen. Man kann zwar keinen Wald auf seiner Yacht pflanzen, aber gleichzeitig muss man realistisch gesehen auch sagen, dass dafür die Energiedichte so hoch ist, dass die mitgenommene Menge eh so viel ist, wie man mit jedem Alternativ-System in einem Jahr nicht gewinnen kann.
Eine Kombination aus Pufferbatterien, die Leistung bringen, bis der Holzofen voll läuft und die die Windenergie der Nacht zumindest speichern können, wäre eventuell auch denkbar. Tagsüber fährt man mit Batteriekraft los und dem, was die Sonne einem gerade aufs Dach brennt. Nach kurzer Zeit werden die Batterien durch Holzkraft abgelöst und wieder geladen.
Hybride Antriebskonzepte klingen für mich immer etwas gewurschtelt (so auch beim Prius) aber man muss sagen, dass sie in der Praxis gar nicht so schnel funktionieren.
Die Idee hier bleibt: Keine Verbrennung für den Bordstrombedarf (Großbildfernseher, Backofen, Klimaanlage, Gefriertruhe). All das kann immer betrieben werden. Auch kann man theoretisch ohne Holzkraft fahren. Nur nicht sehr schnell. Schneller kommt man nach B, wenn man in A schon ein paar Holzpellets anzündet. So wären recht effizient verschiedene Nutzungsarten des Bootes abgedeckt: Anreise zu einem Revier und späteres herumcruisen in ihm - rein mit Sonnen- und Windkraft.
Fragt sich allerdings wie groß so ein Pelletbrenner sein muss, um mindestens 500KW auszuspucken. Ich gehe mal davon aus, dass hierbei problematisch ist, dass man schon viel Fläche braucht, um Holz überhaupt so schnell zu verbrennen.
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Moin Herr Dr. Sommer,
Ich hatte mal einen Chef, der uns mit dem Ausspruch verblüffte:" Jungs ihr müßt viel öfter darüber nachdenken was man alles weglassen kann."-
Das war mein erster Gedanke, als ich mir den Oeko-Trimaran ansah.
Bevor ein solches Fahrzeug hochgerüstet wird, sollten Sie eine Energie-Bilanz aufstellen.-
Wenn wir mal von einem normalen Katamaran von 24m Länge und einer
Verdrängung von 2x48 cbm ausgehen, dann brauchen Sie für 10 kn Geschwindigkeit 2x350 PS. Rechnen Sie dafür mal die Batteriekapazität aus, und dann die erforderliche Solarzellenfläche.-
Etwas anders sieht es aus, wenn Sie eine Anleihe aus der U-Boot-Technik
machen. Der Typ 212 arbeitet mit Brennstoffzellen und H2-und Sauerstofftanks. Vorher muß geklärt sein, auf welche Pier welchen Hafens Sie einen Tanklaster mit H2 bestellen können.
M.f.G. Berthold
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Moin Herr Dr. Sommer,
Als Schiffbauer würde ich mich wohler fühlen, wenn ich Ihnen einige Hinweise geben könnte. Mailen Sie mir bitte Ihre funktionierende E-mail-Adresse.
M.f.G. Berthold
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Hallo - Neues zum Öko-Trimaran!
nach den letzten Beiträgen hier im ergieportal24 hat sich die Diskussion in die private E-Mail-Korrespondenz verlagert und dann in einen Blog, den ich zum o.g. Schiffsprojekt eingerichtet habe (erreichbar über www.oeko-trimaran.de,... dort sind überall Links zu "Kommentare lesen/schreiben".
Also: Die Druckluftspeicherung habe ich nun endgültig verworfen, wegen zu geringer Energiedichte. Das beste ist wohl doch die Produktion und Speicherung von Wasserstoff an Bord, der bei Bedarf mittels einer Brennstoffzelle in el. Energie umgewandelt wird, die auch zum Antrieb dient.
Was damit zu erreichen ist, habe ich für verschiedene Szenarien des Schiffsbetriebes ausgerechnet und im Kapitel "Energie" der o.g. Internetseiten dargestellt.
Zur Zeit arbeite ich an einem größeren und verbesserten Schiffsmodell, das schwimmfähig und fernsteuerbar sein soll. Herr Berthold (siehe die letzten Beiträge in diesem Forum) hat mich ermutigt, mit so einem Modell schon eine ganze Reihe schiffbautechnischer Fragen angehen zu können. So sind z.B. Freiwasser-Schleppversuche möglich, mit denen der Widerstand des Schiffes ermittelt werdenkann. Sehr wichtig scheint mir auch ein anderer Windradtyp zu sein, nämlich ein H-Rotor in doppelter, gegenläufig und koaxial gelagerter Ausführung. Damit habe ich aber noch nicht angefangen.
Mit freundlichem Gruß
Jörg Sommer
_________________ Man muss das Unmögliche immer wieder versuchen, um das Mögliche zu verwirklichen. (sinngemäß nach Hermann Hesse)
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