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Erdwärme, Wärmepumpe, Erdkollektoren, Wasserwärmepumpen, Bohrungen, Sonden
DJSportbilly
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Beitragvon DJSportbilly » 15.06.2009 14:59 Uhr

Hallo,

nachdem bereits in einem vorherigen Beitrag die Frage zwischen Luft oder Erdwärmepumpe von mir gestellt wurde, haben wir uns nun für Erdwärme entschieden. Wir sind 3 Personen im Haushalt.

Mir liegt folgendes Angebot vor:

Vaillant Geotherm VWS 81/2
Vaillant allstor Multispeicher 1000 ltr.
wasserführender Ofen.

Bohrung:
Doppel U-Sonde aus PE100-Plus (32x2.9)
Bentonit-Zement-Sandsuspension
7 KW Heizleistung => 111 Bohrmetern
Zuleitung aus PE100 40x3.7.

Frage 1)
Was haltet ihr von dem wasserführenden Ofen und dem Pufferspeicher. Ist dies sinnvoll?

Frage 2)
Ist das Angebot der Bohrung so in Ordnung oder muss auf weitere Punkte geachtet werden?

Frage 3)
In der Leistungsbeschreibung der Wärmepumpe ist von einer 6KW Zusatzheizung die Rede. Wird diese bei Erdwärme überhaupt in Anspruch genommen?

Bin für jede Info dankbar.

Gruss

bernhard geyer
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Beitragvon bernhard geyer » 15.06.2009 17:43 Uhr

Zu 1: Die Mehrkosten lohnen sich niemals. Auch ist es nicht sinnvoll in einem eigentlich pufferlosen Heizsystem wegen dem Ofen einen Puffer einzuführen.

Zu 3: Wenn dein Haus nicht gerade eine Energieschleuder und der Heizungsbauer ein schlechter Planer ist kannst du diese Zusatzheizung beruhigt komplett abschalten.
Oswald
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Beitragvon Oswald » 15.06.2009 18:05 Uhr

na hallo...

zu 1)
Das ist der reine Luxus wegen des Anblicks der Flammen.
Lohnt sich auch in 20 Jahren bei geschenktem Holz nicht mal im Ansatz.
Wenn Ofen, dann ist ein Puffer unverzichtbar.

Vpu = 13,5 x Qk x TB



QK = Kesselnennleistung in [kW]

TB = Nenn-Abbrandperiode in [h]

13,5 x 14kW x 9h = 1701 l


Für die Berechnung des minimalen Pufferspeicher Inhalt kann kann nach DIN EN 303-5 folgende Formel verwendet werden.

VPI,min = 15 x QK x (1 - 03 x QH / QKmin

15 x 14 kW x (1 - 0,3 x 7kW / 3kW) = 210 x 1,666666 = 342l Pufferspeicher

QH Heizlast des Gebäudes in kW

QKmin Kleinste einstellbare Kesselleistung in kW




zu 2)
111m für 7 kW muss schon eine gute Sonde sein.
Ich kenne die Faustregel 1m Bohrtiefe je 50W Heizlast. also 140m für 7 kW.


zu 3)
Das ist ein elektrischer Heizstab unmittelbar nach derm Verdichter in der WP.
Am besten ist es dieser Heizstab wird nie gebraucht. Wenn alle Berechnungen stimmen und die entsprechend passene Heizung gewählt wurde wird das auch so sein.
Die Dinger kann man in den meisten EWPs laut Beschreibungen, die ich gesehen habe deaktivieren, so dass sie auch im Zweifelsfall nicht angehen.
Sämtliche Berechnungen gehen aber immer von einem Durchschnittswinter vor Ort mit einem gewissen Sicherheitsaufschlag aus.
Sollten wir also irgendwann den Jahrhundertwinter mit vielen extrem kalten Tagen und Nächten bekommen, passen auch schon mal die Berechnungen nicht mehr so ganz und der Einsatz des Heizstabes könnte vielleicht solgar wirklich trotzdem nötig werden.
Wenn Du aber sowieso 1) in Betracht ziehst wirst Du in der Kombination EWP und Ofen eh vermutlich niemals ein Wärmeproblem haben, es sei denn "The day after tomorrow" wird Wirklichkeit! ;-)

Grüsse
Oswald
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Beitragvon bernhard geyer » 15.06.2009 20:19 Uhr

Oswald hat geschrieben:zu 2)
111m für 7 kW muss schon eine gute Sonde sein.
Ich kenne die Faustregel 1m Bohrtiefe je 50W Heizlast. also 140m für 7 kW.

Fastformel ist AFAIK 50W Kälteleistung pro m Bohrtiefe. Bei 7 kW Wärmeleistung ist das grob 5,5 kW Kälteleistung und damit passende Bohrtiefe.
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Beitragvon Thomas Heufers » 15.06.2009 20:37 Uhr

DJSportbilly hat geschrieben:Was haltet ihr von dem wasserführenden Ofen und dem Pufferspeicher. Ist dies sinnvoll?
Zum Dritten....Schöne Sache, nur nicht wirklich rentabel.

Soll denn der Ofen die Primärenergiebilanz beschönigen?

Gruß

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Beitragvon fdl1409 » 15.06.2009 21:41 Uhr

Bei dem Angebot kringeln sich bei mir an einigen Stellen die Zehennägel:

- 1.000 Liter Multispeicher. Ganz übel, bringt haufenweise Verluste und kostet eine Menge. Kombispeicher ist oft ein Killer für die Anlageneffizienz. Würde ich nie machen. Wieso nicht die 82/2? Der wasserführende Ofen ist ökonomischer Unfug. Kannst ja einen kleinen Kaminofen hinstellen ohne Wasserführung. Spart >5000 Euro Invest. Das Geld was übrig bleibt kannst du in eine Photovoltaik-Anlage stecken. Die spart mehr als das Holzgekokele und bringt auch noch Gewinn.

- Bentonit-Zement-Sandsuspension
Einen Teil des Gesparten steck bitte in eine vernünftige Verfüllung mit verbesserter Leitfähigkeit. Zur Auswahl gibt es da Thermocem, Stüwatherm, Calidutherm oder Schwenk Füllbinder EWM. Bitte kein Bentonitgemisch. Kostet ca 4 Euro pro Bohrmeter mehr, bringt 1,5-2° Soletemperatur oder 5% weniger Stromverbrauch. Dafür mußt du schon einige Tage mit Holz heizen jedes Jahr.

- Zuleitung aus PE100 40x3.7.
Kapitaler Fehler. Man will deine beiden Solekreise am Bohrloch mit einem Y-Stück verbinden und dann mit 40er Rohr in den Heizungskeller führen. Das sollte man nicht tun, du hast dann keine Möglichkeit, die Sonden einzeln abzusperren. Das brauchst du aber schon für eine ordentliche Entlüftung. Wir hören hier oft von Problemen mit Erdsonden und Kollektoren. Ein sehr hoher Prozentsatz davon hängt mit diesem Punkt zusammen. Beide Solekreise MÜSSEN bis in den Heizungskeller verlängert werden und dort einzeln in Vorlauf und Rücklauf absperrbar sein. DANACH werden sie zusammengeführt. Materialkosten zusätzlich im Bereich 50 Euro, wenn es hoch kommt. Ja, man hat das schon immer so gemacht, sagt die Firma. Die waschen ihre Hände nachher in Unschuld, wenn es Probleme gibt.

Zusatzheizung ist sowieso drin. Brauchst du eigentlich nie, außer beim seltenen Fall eines Kompressorschadens. Kannst und solltest du abschalten.

Die WP samt Bohrung sollte schlüsselfertig für 15.000 abzüglich Förderung zu machen sein. Wie hoch ist dein Angebot? Schätze das Doppelte.

Grüße
Frank

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Beitragvon DJSportbilly » 16.06.2009 07:23 Uhr

Vorab vielen Dank für die Informationen.

Das mir vorliegende Angebot weisst folgende Zahlen aus.
a) Wärmepumpe 7.140 EUR
b)Ausdehnungsgefäss, Pumpen und Zubehör 3.100 EUR
c) Rohrleitungen mit Zubehör 700 EUR
d) Rohrdämmung mit Zubehör 240 EUR
e) Tiefenbohrung 7.140 EUR
f) FBH mit Zubehör 4.200 EUR
insgesamt 22.520 EUR

Alternativ dazu
g) Allstor Multispeicher 4.350 EUR
f) wasserführender Ofen 3.500 EUR.

Es handelt sich um reine Materialkosten.

Ich werde mal nachfragen wie sich die Bohrkosten verändern würden und auch nach der Geotherm Plus fragen.
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Beitragvon DJSportbilly » 16.06.2009 09:07 Uhr

Noch eine kurze Frage.

Funktioniert die Warmwasserbereitung auch im Winter ohne Heizstab?
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Beitragvon Thomas Heufers » 16.06.2009 09:53 Uhr

Ja, bei richtiger Auslegung und ist kein Heizstabbetrieb notwendig.

Gruß

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Beitragvon gergenerdwaerme » 16.06.2009 14:13 Uhr

Hallo sportbilly:
Je nachdem wie groß Dein Grundstück ist solltest Du Dich mal mit einer DIREKTVERDAMPFER-WP beschäftigen. (Flachkollektoren)
Eine KOMPLETTE DV-WP-Anlage kostet (immer davon ausgehend dass Deine Angaben über den Wärmebedarf richtig sind) bei AVENIR:
Erdarbeiten: ca. 1.000 €
Geopack-WP mit 11 kW ca. € 9.000 (Platzbedarf 222 qm)
WW-Bereitung (ohne Heizstab!!) ca. 2.500 €
Montagezeit für einen Fachbetrieb: 1 Tag mit 2 Mann!
Genaue Preiswe kann Dir nur der ausführende Fachbetrieb anbieten. Die genannten Zahlen sollen Dich aber grundsätzlich davon überzeugen, dass eine DV-WP-Anlage äußerst preiswert ist (die interessanten bafa-Fördersummen solltest Du nicht vergessen!)
Wenn Du Näheres wissen willst gebe bitte den Bauort an.
Gruß Kurt

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