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tobang
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Beitragvon tobang » 10.06.2009 08:22 Uhr

Hallo zusammen,

Welchen Vorteil besitzt die Erdwärmepumpe gegenüber einer Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Bisheriger Wissenstand:
- Erdwärme ist besonders bei niedrigen Temperaturen (unter Null Grad) zuverlässiger und benötigt keinen zusätzlichen Heizstab.
- Erdwärme hat einen besseren COP von etwa 4,9, gegenüber (etwa) 3,8 einer LW-WP.
- Erdwärmepumpen sind leiser.

Betrieben werden soll eine Fußbodenheizung mit VL 35° sowie Brauchwasser Bereitstellung, etwa 45°. Massivbau. 110 m² Wohnfläche. Nahe Ostseeküste, gemäßigtes Klima.

Die Brauchwasserspeicher fassen etwa 190 ltr. Ist das eigentlich genug für drei, irgend wann mal 4 Personen? Schafft die Erdwärme Heizen und Brauchwasserversorgung im Winter gleichzeitig? Man sagt ja, bei Luftwärme wird die Nacht gerne zum Auffüllen der Brauchwasserspeicher genutzt (wegen der geringenen Heizleistung). Während des Tages muss sonst erneut der Heizstab herhalten.

Mit drei zweistündigen Abschaltzeiten pro Tag zu den Spitzenzeiten, morgens, mittags, abends: Braucht man einen Pufferspeicher? Wenn ja, wie groß? Estrich und Fliesen sind doch eigentlich gute Wärmespeicher.


Zu guter letzt würde mich ein Vergleich zwischen einer Luft-Wasser und einer Abluft-Wärmepumpe interessieren.
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Beitragvon roro » 10.06.2009 08:40 Uhr

Welche Heizlast?
Wie ist die FBH ausgelegt?

Heizstäbe sollten an sich nicht notwendig sein (außer im Extremfall), ein Puffer ist meisten auch nicht sinnvoll.

Reine Abluft-WP sind nur bei Passiv-Häusern sinnvoll, da die max. Leitung ca. 1,5 kW beträgt.
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Beitragvon tobang » 10.06.2009 08:54 Uhr

Danke für die schnelle Antwort.
roro hat geschrieben:Welche Heizlast?
Wie ist die FBH ausgelegt?

Ist erstmal egal, weil es um einen Vergleich geht, und die Vorraussetzungen für beide Pumpen gleich wären.

Aber die Heizlast wird so bei 6 kW liegen. Das sind die einstimmigen Ergebnisse aus meine Gesprächen mit verschiedenen Heizungsbauern.
Eine 6 kW-Pumpe wäre demnach ideal.
Eine 4 kW-Pumpe würde die Versorgung nicht wuppen.
Eine 9 kW-Pumpe ist zu teuer, durch ständiges An- und Abschalten.
Eine 3-9 kW Wärmepumpe modulierend ist vielleicht sogar besser.
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Beitragvon roro » 10.06.2009 08:59 Uhr

6 kW für 110 qm ist einmal zu hoch für einen Neubau, außer Du wohnst in einer klimatisch sehr exponierten Stelle.

Die Auslegung der FBH ist wichtig, da eine höhere VL-Temperatur bei Wärmepumpen immer schlecht ist, bei Luft-WP sich die ganze Sache noch stärker auswirkt. Luft-WP und VL-Temperaturen über 30 (max 35) Grad passt nicht zusammen.
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Beitragvon Oswald » 10.06.2009 09:48 Uhr

hallo...


Leider ist der Energiebedarf nicht ganz unwinchtig.
In einem gut gedämmten Haus kannst Du selbst bei sehr niedrigen Temperaturen eine Sperrzeit von 2 Stunden wesentlich leichter überbrücken als in einem schelcht gedämmten Haus.
Im NEH ist der Puffer meist gar nicht nötig in einem EnEV-Haus dagegen mit grosser Wahrscheinlichkeit schon.

Dann gibt es noch Unterschiede in der Auführung der FBH.
Es gibt sogenannte Kernerwärmung (wovon ich gar nix halte), da wird neben dem Estrich auch ein grosser Teil der Bodenplatte/Kellerdecke als Speicher genutzt. So was ist unglaublich träge und wenn die SOnne dann plötzlich doch rauskommt wirds zu warm und wenn die Temperaturen plözlich einbrechen wirds nicht schnell genug warm.
Allerdings hast Du da nen grossen Puffer automatisch.

Wenn man mit Sperrzeiten kalkuliert, sollte man eh die Sperrzeit anteilig auf die Heizlast der Anlage beaufschlagen, damit diese nicht ständig auf VOllast laufen muss.

Eine lange Sperrzeit spricht eher für einen kleinen Puffer als viele kurze Sperrzeiten.

Es gibt viele Rahmenparameter, die Du alle noch nicht genannt hast.

Grüsse
Oswald
Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 10.06.2009 10:11 Uhr

An der Ostseeküste ist die Jahresmitteltemperatur eher etwas niedriger, aber die Tiefstwerte sind dort nicht so extrem. Bei den Vorgaben scheint der Einsatz einer Luft-/Wasser-Wärmepumpe interessanter zu sein.

Planungshilfe - Wärmepumpen-Checkliste
http://energie-effizientes-haus.de/Date ... epumpe.pdf

Wenn dich der Verbrauch einer Luft-/Wasser-Wärmepumpe interessiert, dann nutze folgenden Links.
http://ecotec-energiesparhaus.de/html/e ... pumpe.html
http://wp-verbrauch.in-tostedt.de/index.php

Gruß

Thomas Heufers


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Beitragvon tobang » 10.06.2009 10:44 Uhr

Und ich dachte, es wäre soooo einfach :oops:

Die FBH wird mit einer VL von max 35° laufen.

Nehmen wir mal an, draußen sind -5°. Kommt hin und wieder bei uns mal vor. Dann nutze ich das Brauchwasser während des Tages.

Nun ist die LW-WP damit beschäftigt, die Temperatur der FBH zu realisieren.
Wie wird nun Brauchwasser "nachgeliefert"? Jetzt springt, so weit ich weiß, der Heizstab ein. Normal würde er den Brauchwasserbestand in der Nacht, bei abgesenkten Heizbedarf produzieren.

Was passiert mit einer Sole-WP. Die würde ja auch VL von 65° schaffen. Die könnte doch jetzt die Heizung und das Brauchwasser versorgen, ohne zusätzliche Energie (Strom via Heizstab) einzusetzen, right?

Die nächste Ersparnis fällt bei der aufgewendeten Ernergie an: Luft-Wasser braucht in etwa 2,4 kWh bei Volllast, Erdwärme 1,8 kWh bei gleicher Volllast (Beispiel: 9kW). Hier wartet die nächste Ersparnis. Wenn ich das mal überschlage: Ein Bekannter betreibt eine LW_WP und hat im Jahr etwa 500 € Heizkosten. Mit Erdwäre würde ich dann max. 375 € haben bei gleicher Heizroutine, abzgl. der Zeiten, in denen der Heizstab bei der LW angesprungen ist.
(Beispielrechnung, bitte nicht die Zahlen analysieren).

Ist die Rechnung richtig oder sehe ich das zu einfach?

Wie sieht es mit Wartungsaufwendungen aus? Ist die Sole da wieder besser?
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Beitragvon roro » 10.06.2009 11:09 Uhr

Ein "reales" Beispiel mein Haus.

185 qm KfW50 + WW 4 Personen (eher sparsam), gut ausgelegte FBH (35 Grad werden erst bei -18 Grad benötigt). Auch der heurige Winter mit Temperaturen unter -15 Grad (Spitze -22 Grad) war kein Problem und wurde ohne Heizstab abgedeckt.

Wir haben einen Wärmebedarf von ca. 10000kWh/a und verbrauchen mit unserer LWP ca. 3000 kWh/a (pendelt zwischen 2500-3500 kWh abhängig vom Winter) bzw. mit 18 ct pro kWh sind das knapp 550 EUR/a mit einer JAZ von ca. 3,3.

Wenn ich bei einer Erdwärmepumpe eine JAZ von 5 erreichen würde, wäre das eine Ersparnis von 1000 kWh/a bzw. EUR 180,00.

Ich habe bewusst auf Nachstrom verzichtet und betreibe meine LWP mit "normalen" Strom. WW wird dann erzeugt wann es benötigt wird. Da unser Hauptverbrauch eher am Abend ist, wird WW am Nachmittag erwärmt. Hat auch meistens den Vorteil, dass die Luft eher wärmer ist und die LWP effizienter arbeiten.
Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 10.06.2009 11:13 Uhr

Spiel doch mal deine Situation in dem Berechnungswerkzeug für die Jahresarbeitszahl durch.
http://de.rotex.de/fuer-fachpartner/foe ... szahl.html

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon klausamsee » 10.06.2009 11:17 Uhr

So pauschal geht das alles nicht.
Warum hast du nachts einen geringeren Wärmebedarf? Die FBH ist so träge, daß eine Nachtabsenkung nicht wirklich was bringt bzw. sehr zeitverzögert ist.
Dann nachts das Brauchwasser zu erwärmen ist auch nicht sinnvoll, weil es nachts draußen einfach kälter ist, insbesondere im Winter -> Wirkungsgrad sinkt.
Ich habe eine Sole-WP und eine Solaranlage mit Heizungsunterstützung. Komplett FBH, 950l Schichtenspeicher. Brauchwasser hat Vorrang vor FBH und wird gegen 15:00 einmal hochgepuscht (wegen Legionellen). Gegen 15:00 liefert die Solaranlage bei mir die höchste Temperatur. Solaranlage macht nur heizungsunterstützend Sinn.
Ein Heizstab darf nur im absoluten Notfall einspringen, sonst ist das System nicht gut ausgelegt. Wenn du akzeptierst nachts das Brauchwasser mit Heizstab zu wärmen holst du dir lieber eine Gastherme und vergisst die WP.

Klaus

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