Wir sind gerade in der Entwurfsphase für unsere Passiv-Doppelhaushälfte.
Dazu habe ich mir ein paar Gedanken bzgl. der für mich optimalen Haustechnik gemacht. Es würde mich interessieren ob vielleicht jemand schon was ähnliches realisiert, bzw. mit einzelnen Baugruppen Erfahrungen hat.
Interessant sind natürlich auch Hinweise auf mögliche Nachteile oder Punkte denen man besondere Aufmerksamkeit schenken sollte.
Hier kurz die Daten:
Wohnfläche ca. 140 m², 2 Vollgeschosse + ausgebautes Dachgeschoß und Warmkeller.
Dachneigung 45° mit Südausrichtung. Standort Freiburg i. B.
Der Architekt und Planer verwendet für solche Häuser üblicherweise den aerosmart von drexel und weiss in Verbindung mit einer Erdwärmesonde.
Dies will ich jedoch beides aus verschiedenen Gründen nicht haben .
Statt dessen schweben mir folgende zwei Konzepte vor. Dabei lege ich Wert darauf, nicht mit der Lüftungsanlage zu heizen, sondern diese separat auszuführen:
Variante 1:
Hocheffiziente Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, ohne Heizungsfunktion, z.B. Paul thermos 200DC, im Winterbetrieb optimiert auf hygienischen Mindestluftwechsel, so irgendwo zwischen 0,2-0,3, ggf. überwacht mit einem CO2 Sensor (Verzicht auf Wärmepumpe zur Nutzung der Restwärme). Frischluftansaugung über einen Luftbrunnen (bitte keine Radondiskussion, hier hab ich kein Problem bzw. schon eine Lösung).
Wärmeeintrag in das Gebäude über Fußbodenheizung. Diese soll bedient werden von ca. 20 m² Paradigma CPC Star azzurro Kollektoren in Verbindung mit einem Pufferspeicher ca. 1100 L Aqua Expresso u. zuätzlichem Heizungspuffer 1500 L (sollte für ca. 4-5 volle Heiztage Energie beinhalten). BWW über eine Frischwasserstation mit nachgeschaltetem elektronischem Durchlauferhitzer (falls die Sonne mal nicht scheint). Für längere trübe Winterphasen (in Freiburg eher selten) elektrische dezentrale Beheizung nach Bedarf.
Probleme die ich damit selbst schon erkannt habe:
Ggf wird Passivhauskriterium (120 kWh/m²a) wegen der el. Notheizung nicht erfüllt?
Ich finde keine Aussagen zum möglichen Deckungsbeitrag den die Kollektoren im Winterhalbjahr liefern können. Gibt es hier evtl. ein einfaches Berechnungsprogramm zur abschätzung (freeware).
Paradigma Anlage wird wohl ziemlich teuer, hat hier jemand Erfahrungswerte?
Variante 2:
Hocheffiziente Lüftungsanlage, gleich wie in Variante 1.
Wärmeeintrag in das Gebäude über Fußbodenheizung. Diese soll bedient werden über einen Heizungspuffer 1500 L, der befüllt wird von einem Stückholzofen (Gerco GD8). Kleine Solaranlage für BWW, welche auch den Heizungspuffer bedient. Abnahme BWW über eine Frischwasserstation, auch ggf. mit nachgeschaltetem elektronischem Durchlauferhitzer wie in voriger Variante.
Probleme die ich damit selbst schon erkannt habe:
Ich benötige einen Kamin, wobei es dafür wohl Lösungen gibt?
Natürlich mehr Aufwand beim Heizen für den Nutzer, wobei ich damit kein Problem habe?
Soweit zu meinen Ideen.
Bin für Vorschläge, Tipps, Ideen und Ergänzungen zu beiden Varianten dankbar.
Was mir aufgefallen ist, in den meisten Foren wird diskutiert wann sich irgend etwas rechnet. Mir persönlich ist der Komfort bzgl. Frischluft in Kombination Luftbrunnen sowie eine davon getrennt verfügbare und regelbare Heizung wichtig, so dass ich bereit bin hier auch mal 10-15 T€ mehr auszugeben als für die Standard Wärmepumpenlösung mit der nachteiligen Systemvermischung.
Dazu vielleicht noch folgende Anmerkung. Hat sich schon mal einer Gedanken gemacht, ob und wann sich seine Alno Küche für 15 T€ gegenüber der Billigküche für 3 T€ amortisiert, oder wie viele Stunden er länger auf der teuren Ledercouch sitzen muss im vgl. zum billigen Ikea Sofa, damit sich das Ganze gelohnt hat?
Sprich, mich interessieren natürlich auch die Kosten, es muss natürlich alles leistbar sein.
Nachrangig ist jedoch Amortisation etc., hier lege ich mehr Wert auf Komfort und langfristige Unabhängigkeit der Energie-Multis.