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Forum Haustechnik: SHK

Thema: Passivhaus, Lüftung - Heizung, Unabhängigkeit

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schwabe

Erfahrung:
Anmeldedatum: 02.06.2009,
Beiträge: 2
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Wir sind gerade in der Entwurfsphase für unsere Passiv-Doppelhaushälfte.

Dazu habe ich mir ein paar Gedanken bzgl. der für mich optimalen Haustechnik gemacht. Es würde mich interessieren ob vielleicht jemand schon was ähnliches realisiert, bzw. mit einzelnen Baugruppen Erfahrungen hat.
Interessant sind natürlich auch Hinweise auf mögliche Nachteile oder Punkte denen man besondere Aufmerksamkeit schenken sollte.

Hier kurz die Daten:
Wohnfläche ca. 140 m², 2 Vollgeschosse + ausgebautes Dachgeschoß und Warmkeller.
Dachneigung 45° mit Südausrichtung. Standort Freiburg i. B.

Der Architekt und Planer verwendet für solche Häuser üblicherweise den aerosmart von drexel und weiss in Verbindung mit einer Erdwärmesonde.

Dies will ich jedoch beides aus verschiedenen Gründen nicht haben .

Statt dessen schweben mir folgende zwei Konzepte vor. Dabei lege ich Wert darauf, nicht mit der Lüftungsanlage zu heizen, sondern diese separat auszuführen:

Variante 1:

Hocheffiziente Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, ohne Heizungsfunktion, z.B. Paul thermos 200DC, im Winterbetrieb optimiert auf hygienischen Mindestluftwechsel, so irgendwo zwischen 0,2-0,3, ggf. überwacht mit einem CO2 Sensor (Verzicht auf Wärmepumpe zur Nutzung der Restwärme). Frischluftansaugung über einen Luftbrunnen (bitte keine Radondiskussion, hier hab ich kein Problem bzw. schon eine Lösung).

Wärmeeintrag in das Gebäude über Fußbodenheizung. Diese soll bedient werden von ca. 20 m² Paradigma CPC Star azzurro Kollektoren in Verbindung mit einem Pufferspeicher ca. 1100 L Aqua Expresso u. zuätzlichem Heizungspuffer 1500 L (sollte für ca. 4-5 volle Heiztage Energie beinhalten). BWW über eine Frischwasserstation mit nachgeschaltetem elektronischem Durchlauferhitzer (falls die Sonne mal nicht scheint). Für längere trübe Winterphasen (in Freiburg eher selten) elektrische dezentrale Beheizung nach Bedarf.

Probleme die ich damit selbst schon erkannt habe:
Ggf wird Passivhauskriterium (120 kWh/m²a) wegen der el. Notheizung nicht erfüllt?
Ich finde keine Aussagen zum möglichen Deckungsbeitrag den die Kollektoren im Winterhalbjahr liefern können. Gibt es hier evtl. ein einfaches Berechnungsprogramm zur abschätzung (freeware).
Paradigma Anlage wird wohl ziemlich teuer, hat hier jemand Erfahrungswerte?

Variante 2:

Hocheffiziente Lüftungsanlage, gleich wie in Variante 1.

Wärmeeintrag in das Gebäude über Fußbodenheizung. Diese soll bedient werden über einen Heizungspuffer 1500 L, der befüllt wird von einem Stückholzofen (Gerco GD8). Kleine Solaranlage für BWW, welche auch den Heizungspuffer bedient. Abnahme BWW über eine Frischwasserstation, auch ggf. mit nachgeschaltetem elektronischem Durchlauferhitzer wie in voriger Variante.

Probleme die ich damit selbst schon erkannt habe:
Ich benötige einen Kamin, wobei es dafür wohl Lösungen gibt?
Natürlich mehr Aufwand beim Heizen für den Nutzer, wobei ich damit kein Problem habe?

Soweit zu meinen Ideen.
Bin für Vorschläge, Tipps, Ideen und Ergänzungen zu beiden Varianten dankbar.

Was mir aufgefallen ist, in den meisten Foren wird diskutiert wann sich irgend etwas rechnet. Mir persönlich ist der Komfort bzgl. Frischluft in Kombination Luftbrunnen sowie eine davon getrennt verfügbare und regelbare Heizung wichtig, so dass ich bereit bin hier auch mal 10-15 T€ mehr auszugeben als für die Standard Wärmepumpenlösung mit der nachteiligen Systemvermischung.
Dazu vielleicht noch folgende Anmerkung. Hat sich schon mal einer Gedanken gemacht, ob und wann sich seine Alno Küche für 15 T€ gegenüber der Billigküche für 3 T€ amortisiert, oder wie viele Stunden er länger auf der teuren Ledercouch sitzen muss im vgl. zum billigen Ikea Sofa, damit sich das Ganze gelohnt hat?

Sprich, mich interessieren natürlich auch die Kosten, es muss natürlich alles leistbar sein.
Nachrangig ist jedoch Amortisation etc., hier lege ich mehr Wert auf Komfort und langfristige Unabhängigkeit der Energie-Multis.

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Bekramo

Erfahrung: **
Anmeldedatum: 03.06.2009,
Beiträge: 20
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Binde den Ofen in deine erste Loesung mit ein,
so koenntest du um die Stromheizung kommen.

Und meiner Meinung nicht am Speicher sparen, denn was erstmal drin ist brauchst du nicht mehr erzeugen.

Gruss Jens

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Thomas Heufers

Erfahrung: *****
Anmeldedatum: 21.07.2006, Wohnort: Detmold/Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 1982
Benutzer-Profile anzeigen E-Mail senden http://www.energie-effizientes-haus.de Antworten mit Zitat

In einem Passivhaus gemäß PHPP ist die Wärmetechnik von untergeordneter Bedeutung.
Beispiel: Mit einer kleinen modulierenden Gas-Brennwerttherme kann man mit kleinen Heizkörpern zwecksmäßig die Räume individuell und reaktionsschnell beheizen. Eine zentrale, kontrollierte Wohnungs-Lüftungsanlage erfüllt den Zweck des Luftwechsels, ein Wärmerückgewinnungsgrad von ~ 85 % sollte gegeben sein.
Eine solche Wärmetechnik kostet nicht die Welt und ist unter guten Rahmenbedingungen für Passivhäuser nach PHPP durchaus zulässig.
Auf der anderen Seite sind die Kosten für die Herstellung der hochwärmegedämmten Gebäudehülle für ein Passivhaus gemäß PHPP und die wärmebrückenfreie Ausführung gemäß PHPP ein erheblicher Kostenpunkt.

Für technische Besonderheiten und spezielle hocheffiziente Komponenten in Passivhäusern kann man viel Geld ausgeben. Ob die sich über die Lebensdauer der eingesetzten Technik bezahlt machen, bleibt die Frage.

Das Optimum von Investitionsbudget und Betriebskosten kann man auch mit einem sehr guten KfW Effizienzhaus 55 umsetzen.

Verbrauchsdaten - Doppelhaushälfte 135 m² Wohnfläche in Holzrahmenbauweise - Energiesparhaus nach KfW 40-Standard (vgl. KfW Effizienzhaus 55)
http://ecotec-energiesparhaus.de/html/energieverbrauch_waermepumpe.htm...

Gruß

Thomas Heufers

_________________
KfW Effizienzhaus | Passiv- & Plusenergiehaus
Bauausführung | Projektierung | Energieberatung
05231-569596 + 0177-1648721
http://ecotec-energiesparhaus.de/...
http://ecotec-energiespartechnik.de/...
http://energiesparprojekte.info/...

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Michael R.

Erfahrung: ****
Anmeldedatum: 01.01.2007,
Beiträge: 135
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Hallo Schwabe,

Variante 2 habe ich vor zwei Jahren umgesetzt und bin sehr zu frieden damit.

Meine Anlage:
200 m² FBH
Gerco GD8
16m² Wagner C20AR Flachkollektoren
1000l Puffer (ich empfehle dir mindestens 1500, eher 3000l)
Frischwasserstation
Paul Thermos

_________________
Gruß Michael

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RobertB

Erfahrung: ****
Anmeldedatum: 20.11.2008,
Beiträge: 54
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Hallo Schwabe,

wir haben ein KfW40-Haus so ähnlich realisiert:

FBH 165 m²
Gerco GD8
Buderus GB152
Speicher 850 Liter
12 m² Varmeco Flachkollis

Nur mit Sonne und Holzofen ließ sich das Haus im vergangenen (ersten) Winter im Prinzip beheizen. Wenn der Ofen an war, machte er das ganze Haus warm und füllte auch langsam den Speicher auf. Allerdings reicht die Ofenleistung nicht, für ein paar Stunden am Abend den Ofen zu betreiben und tagsüber nur aus dem Überschuss im Speicher das ganze Haus auf Ehefrau-kompatibler Temperatur zu halten.

Da wir also etwas mehr Komfort wollten (berufstätig, keine durchgängigen Ofen-Heizer) , sind wir auf die traditionelle gegangen und haben eine Brennwerttherme eingebaut. Prinzipiell kann man sich an Stelle des GD8 auch einen automatischen Pelletsofen denken und verzichtet auf die Gastherme.

Die Solaranlage hilft uns in der Übergangszeit und im Sommer. Wir haben seit Ende März nur noch unwesentlich Gas gebraucht und der Holzofen blieb seitdem aus. Selbst Anfang Januar gab es bei klirrender Kälte ein paar Sonnentage, an denen die Solaranlage Beiräge geliefert hat. Meine bisherige Erfahrung ist also, dass die Solaranlage den Heizbeginn verzögert. Und natürlich im Sommer das gesamte Warmwasser liefert.

Fazit für die Heizperiode bisher: ca. 9.900 kwh Gesamtverbrauch, davon ca. 5900 kWh aus Gas (ohne Kochen) und ca. 4000 kWh aus Holz (Betrieb vorwiegend abends und an Wochenenden). An den Verbäuchen kann man schon sehen, dass es im KfW 40-Haus möglich, aber anstrengend ist, nur mit Holz zu heizen.

Grüße
Robert

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