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koelner1
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Beitragvon koelner1 » 20.05.2009 17:30 Uhr

Ich bin auf der Suche nach Meinungen zum richtigen Weg bei der Heizungssanierung meines zukünftigen 130m² Reihenmittelhauses (Originalzustand) aus den 50-er Jahren. Entschieden habe ich bislang, dass 3-fach verglaste Fenster, eine ordentliche Aussendämmung, Kellerdeckendämmung und ein neues, zeitgemäß gedämmtes Dach Teil der Gesamtsanierung werden sollen.

Im Haus sind leider nur klassische Raditor-Heizkörper vorhanden, keine Fußbodenheizung. Eine Fußbodenheizung oder Wnadflächenheizung möchte ich auch nur ungern einbauen. Nach alledem, was ich bislang gelesen habe, spricht dies wegen der benötigten hohen Vorlauftemperaturen gegen die alleinige Beheizung mit Erdwärme.

Ohne bisher eine genaue Wärmebedarfsrechnung durchgeführt zu haben (kommt noch), meinte mein Architekt, dass die zukünftige Heizung Pi x Daumen ca. 10kW liefern sollte. Bei den geplanten Maßnahmen (s.o.) könnte das meiner Ansicht nach hinkommen.

Die Dachausrichtung des Hauses ist für Solarthermie suboptimal (NNO-SSW), eventuell ginge da noch was durch Vergrößerung (=Verteuerung) der Kollektorfläche.

Ich möchte gerne auf alle Fälle die wirklich alte Gasheizung rauswerfen und auf erneuerbare Energien umsteigen. Aus meiner heutigen Sicht würde ich eine Pelletsheizung mit Pufferspeicher favorisieren, ggf. mit Solarthermieunterstützung. Ein geeigneter Lagerraum wäre vorhanden.

Auf der anderen Seite lese ich immer wieder über neuartige Wärmepumpen, die angeblich auch ohne E-Heizung höhere Vorlauftemperaturen liefern sollen und damit auch für Radiatoren geeignet wären.

Meine Frage: Wie würdet ihr entscheiden oder bei der Entscheidung vorgehen?

Gruß aus Köln,

koelner1

Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 20.05.2009 19:35 Uhr

Für die Heizlast ist dein Architekt (..Pi mal Daumen..) nicht der Ansprechpartner. Das sollte dann doch ein Sachverständiger machen. Frag doch mal deinen Heizungsbauer, der sollte das normalerweise beherrschen.

Wärmepumpe perse nur mit Fußbodenheizung oder Flächenheizung. Alles andere ist weniger als suboptimal!
Bei Temperaturen von mehr als 45° geht die Arbeitszahl stark nach unten. Prospektaussagen solltest du da nicht vertrauen.

Wärmepumpen - Top oder Flop? Die Voraussetzungen müssen stimmen.
http://energienetz.de/de/Zuhause/Heizen ... mpen__293/

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon koelner1 » 21.05.2009 07:13 Uhr

Thomas, danke für die Antwort. Wie gesagt, eine genaue Berechnung unter Berücksichtigung der bei der anstehenden Sanierung verwendeten Materialien wird noch erfolgen, auch mir ist klar, dass "Pi mal Daumen" nicht reicht. Den Artikel hatte ich bereits gelesen. Dieser und auch andere Artikel im Internet lassen mich zur Zeit immer mehr in Richtung "Pellets mit Solarthermie" tendieren, aber dann mit möglichst optimal dimensionierten und abgestimmten Komponenten.

Gruß,
Andreas.
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Beitragvon bernhard geyer » 21.05.2009 10:07 Uhr

Evtl. schaut der User GMill bei diesem Thread vorbei. Dieser hat von einem guten Heizungs/Kältebauer trotz Altbau mit Einrohr-Heizkörpersystem gute Erfahrung. Jedoch werden das nicht jeder Heizungs-/Kältebauer hin bekommen. Eine Pelletsheizung ist hier natürlich einfacher. Da wirkichen sich Projektierungs und Einstellungsfehler nicht so stark aus wie bei einer WP.
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Beitragvon fdl1409 » 21.05.2009 10:45 Uhr

Hallo Kölner,

wie kommt dein Archi auf 10 kW?
Du hast ein ReihenMITTELhaus mit 130 m². Diesem willst du eine Top Dämmung verpassen mit Dreifachglas und Dämmung von Dach, Fassade und Kellerdecke. Noch dazu wohnt du wohl in Köln.
Da wirst du eine Heizlast im Bereich 4 kW haben!
Nach der Dämmung kommst du außerdem mit viel niedrigeren Temperaturen in den Radiatoren aus. Man kann das übrigens berechnen, wenn du uns mal die Abmessungen aller HK einstellst.

Ich schreibe sonst immer gegen Luftwärmepumpen, aber das ist genau die Situation, wo ich eine Luftwärmepumpe nehmen würde - kleine Heizlast, mildes Klima. Nehme mal an das Grundstück ist zu klein für Erdwärme.
Empfehlen würde ich eine modulierende Wärmepumpe. Ideal wäre die Vitocal 300-A von Viessmann. Die regelt die Leistung von 3-9 kW und hat eine für Luftwärmepumpen sehr hohe Leistungszahl von 3,8 bei A2/W35.
http://www.viessmann.de/de/products/Wae ... 300-A.html
Mit diesem Gerät würdest du nicht mal einen Pufferspeicher brauchen. Die Anlage hat Reserven auch für Kälteperioden, braucht keinen Heizstab bei dir.

Dein Heizenergiebedarf in diesem Haus sollte nicht höher sein als 5-6.000 kWh, incl Warmwasser würde ich bei dir einen Stromverbrauch nicht wesentlich über 2.000 kWh erwarten.
Solaranlage würde ich hier nicht machen. Es macht mehr Sinn, mit einer Photovoltaikanlage den Strombedarf der Wärmepumpe - und des Haushaltsstroms - zu erzeugen.

Vielleicht ginge bei dir auch eine Bohrung. In Rheinnähe hat man oft sehr hohe Entzugsleistungen. Bei dem oben skizzierten Wärmebedarf von vermutlich 6-8.000 kWh für Heizung und Warmwasser käme man schon mit einer 60m Bohrung aus. Eine kleine Sole-Wasser-WP mit ca 6kW kostet als Kombiaggregat mit integriertem Warmwasserspeicher ca 6.000 Euro. Selbst mit Bohrung kostet das schlüsselfertig unter 15.000 Euro.
Du kannst KfW40-Standard erreichen und kriegst dann doppelte Förderung - im Altbau immerhin 30 Euro je Quadratmeter.

Wenn das nicht geht, wie gesagt modulierende Luftpumpe.

Grüße
Frank
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Beitragvon Oswald » 21.05.2009 13:22 Uhr

hallo

also ich würde die ganzen hart definierten kW-Zahlen für die Heizleistung, die "du nach Meinung der Experten sicherlich brauchst" erst mal ganz vorsichtig zur Kenntnis nehmen.

Im Falle einer Sanierung kann man dann nämlich ganz schön auf die Nase fallen. Im günstigsten Fall ist die Heizung dann zu gross, was auch nicht vorteilhaft ist. Im Zweifelsfall ist sie dann aber zu klein und Du kriegst die Bude nicht warm.

Selbst eine geplante gute Dämmung kann bei nicht sachgerechter Ausführung mit vielen Wärmebrücken den angestrebten U-Wert erheblich verfehlen!
Ein Energieberater und eine GUTE Firma (mit positivem Leumund), die die Dämmung ausführt sind glaub ich der richtige Ansatz.
Wenn es die Bausubstanz zulässt, kannst Du sicherlich mit einer entsprechenden Aussendämmung viel Energie sparen.

DANN, aber auch erst dann, wenn ein Energieberater mal ausgerechnet hat mit welchen Einsparungen wirklich zu rechnen ist ist der Zeitpunkt gekommen auszuwählen welche Heizungsart mit welcher Leistung in Betracht kommtmt.

Wenn Du diesen Wert dann vom Energieberater bekommen hast solltest Du noch einmal hier geziehlt nach Informationen für die passende Heizungsart suchen.

Grüsse
Oswald

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Beitragvon koelner1 » 31.05.2009 16:18 Uhr

Erst einmal vielen Dank für eure Anregungen.

Die Vorgehensweise, wie Oswald sie beschrieben hatte, ist auch meine. Zur Zeit lasse ich die potentielle Energieersparnis durch einen Energieberater berechnen. Je nach dem, was dabei herauskommt, finde ich Franks Idee mit der Luftwärmepumpe gar nicht so übel. Ich würde allerdings trotzdem einen Pufferspeicher vorsehen, da ich meinen ebenfalls geplanten Kaminofen im Wohnzimmer gerne mit einer Wassertasche versehen würde. Ich wohne zwar nicht im Gebirge, aber auch in Köln wird es im WInter manchmal recht kalt, da kann ich dann notfalls den Ofen als Unterstützung heranziehen.

Gibt es auch Alternativen zur Vissmann Vitocal 300-A?

Gruß aus Köln,

Andreas.
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Beitragvon Thomas Heufers » 31.05.2009 18:10 Uhr

Schau mal unter ROTEX nach der modulierenden Luft-/Wasser-Wärmepumpe, es handelt sich hier um eine Daikin-Wärmepumpe.
http://de.rotex.de/fileadmin/prospekte/ ... ospekt.pdf

Unter folgendem Link ist ein interessantes Tool zur Berchnung der COP (Arbeitszahl), Auswahlmöglichkeit der maximalen Vorlauftemperatur, der Betriebsweise (monovalent, bivalent etc.), der Auslegungstemperatur, des Anteils der Wärmebereitstellung usw..
http://de.rotex.de/fuer-fachpartner/foe ... szahl.html

Gruß

Thomas Heufers


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