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Forum Geothermie & Wärmepumpen

Thema: Luftwärme oder doch Erdwärme

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DJSportbilly

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Günstig Heizen mit Erdwärme

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Hallo,

relativ kurzfristig spielen wir mit dem Gedanken anstatt der angedachten Luftwärmepumpe Vitocal 300A, nun doch eine Erdwärmepumpe zu installieren. Hier wird uns wohl ein Modell der Marke Vaillant angeboten werden.

Kurze Angaben zum Objekt:
EFH aufgrund unmittelbarer Nähe zu einem Fluss (150 Meter) ohne Keller.
Laut Energieausweis Endenergiebedarf 26.5 kWh, Primärenergiebedarf 71.5 kWH
Wohnfläche 170qm.
Fussbodenheizung
Keine Lüftungsanlage

U-Wert Aussenwände 0.28
U-Wert Dachgeschossdecke 0.23
U-Wert Bodenplatte 0.35

Im Wärmeschutznachweis sind Fenster mit einem Wert von 1.1 enthalten. Es wird jedoch auf 3-fach Verglasung hinauslaufen.

Wir werden uns einen 800 l Pufferspeicher und einen wasserführenden Ofen (ähnlich Wodtke Model Momo) dazunehmen.

Wäre toll wenn mir jemand dazu seine Einschätzung geben könnte.

a) Ob der höhere Kostenaufwand Sinn macht
b) Welches Modell der Erdwärmepumpe in Frage kommt.
c) Auch sonstige Anmerkungen und Ratschläge nehme ich gerne an.

Falls weitere Infos benötigt werden bitte antworten. Ich werde versuchen diese umgehend bereitzustellen.

Vielen Dank

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Thomas Heufers

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Die U-Werte stellen wirklich kein Optimum dar. Das stellt die Rahmenbedingungen für energiesparendes Bauen vollkommen auf den Kopf. U-Werte von kleiner 0,15 W/m²K bei der Außenwand und dem Dach, von kleiner 0,2 W/m²K gegen Erdreich sind ohne weiteres möglich und machen das Gebäude zukunftsfest. Nach den genannten Angaben erreicht das Haus keinen der Effizienzhausstandards der KfW.
Mindestens Effizienzhaus 70, besser Effizienzhaus 50 sollte aktuell angestrebt werden!

Für eine Luft-/Wasser-Wärmepumpe sind die Anforderungen an die Gebäudehülle entsprechend höher. Das heißt, es müsste besser gedämmt werden.
Eine Luft-/Wasser-Wärmepumpe ist im beschriebenen Fall überhaupt nicht empfehlenswert. Das Fiasko ist vorprogrammiert.
Es macht auch wenig Sinn, soviel Geld in die verschiedenartige Heiztechnik (Holzofen und Wärmepumpe) zu stecken. Die zusätzlichen Ausgaben in die zweite Heiztechnik kann man sinnvollerweise besser in die energieeffiziente Gebäudehülle investieren und dann mit einem simplen Heizsystem den Wärmebedarf abdecken.
Mein Tipp: Vereinbart einen Termin bei der Bau- und Energieberatung der Verbraucherzentrale!

Gruß

Thoams Heufers

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Zuletzt bearbeitet von Thomas Heufers am 14.05.2009 08:14, insgesamt einmal bearbeitet

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roro

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Mein Tipp: Bleib bei der LWP und investiere den Aufpreis für die Erdwärme in zus. Dämmung. Deine Werte sind für einen Neubau sehr schlecht.

Welche Heizlast hast Du?
Wie stark ist der Ofen in die KfW-Berechnung eingegangen?

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DJSportbilly

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Der Nachweis wurde auf Basis der Luft-WP ohne den wasserführenden Ofen erstellt. Bei der Berechnung der angegebenen U-Werte wurde als Aussenputz von einem Leichtputz ( 0.38 ) ausgegangen. Als Stein haben wir ein 36.5 Isoliermauerwerk ( 0.11 ).
Wir werden uns noch entscheiden welcehn Aussenputz wir nehmen.

Die Heizlast dürfte dem Primärenergiebedarf entsprechen. Dieser liegt bei 71.53 kWh/(qm*a).

Bitte um Korrektur wenn diese Annahme falsch ist.

Ist ein 800l Pufferspeicher sinnvoll?


Zuletzt bearbeitet von DJSportbilly am 14.05.2009 08:40, insgesamt einmal bearbeitet

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Thomas Heufers

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Die Luft-/Wasser-Wärmepumpe Vitocal 300A hat ein gute COP von 3,8. Ich bezweifel aber, dass der Wärmeschutznachweis ohne den wassergeführten Holzofen gerechnet wurde. Wenn doch, dann sollte dies rechnerisch berücksichtigt werden um die Kriterien für den Standard KfW Effizienzhaus (55 & 70) zu erreichen.

Bezüglich der Größe des Pufferspeichers solltest du dich an Wodtke wenden.
Entsprechend deiner Heizgewohnheiten mit dem Holzofen wird man dir sagen, welcher Speicher das Optimum darstellt. Wenn die gewöhnliche Brenndauer nicht lang genug ist, dann wird man eher zu einem kleinen Speicher raten.

Gruß

Thomas Heufers

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DJSportbilly

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Bin der totale Laie, daher wirklich dankbar für eure Einschätzungen.

Auszug aus der EnEV Anlagenbeschreibung

Warmwasser-Zentralheizung
Heizerzeuger 1 Heizungs-WP, Luft/Wasser 35/28Grad
Heizerzeuger 2 Elektro Heizstab

Trinkwassererwärmung
Grundheizung zentral Heizungs-WP, Luft/Wasser 35/28Grad
Zusatzheizung Elektro Heizstab

Daher meine Annahme das der Ofen nicht mitberücksichtigt wurde.

Im vorhergehenden Beitrag habe ich noch Angaben zu Putz und Mauerstein eingefügt.

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Thomas Heufers

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DJSportbilly hat Folgendes geschrieben:
Bei der Berechnung der angegebenen U-Werte wurde als Aussenputz von einem Leichtputz ( 0.38 ) ausgegangen. Als Stein haben wir ein 36.5 Isoliermauerwerk ( 0.11 ).
Es handelt sich nicht um U-Werte, sondern um Lambda-Werte.

U-Wert bzw. Wärmedurchgangskoeffizient in
W/(K·m²)
http://de.wikipedia.org/wiki/U-Wert...

Lambda-Wert - Wärmeleitfähigkeit in W/(K·m)
http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4rmeleitf%C3%A4higkeit...

Das einzig aussagkräftige Kriterium für den energetischen Zustand der Gebäudehülle ist der U-Wert bzw. Wärmedurchgangskoeffizient.

Mein Tipp: Es handelt sich doch um eine einmalige Investition, diese will gut überlegt sein. Bitte lass dich neutral und unabhängig beraten. Vereinbare einen Termin für eine Bauenergieberatung in einer Verbraucherzentrale!

Gruß

Thomas Heufers

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roro

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Zitat:
Die Heizlast dürfte dem Primärenergiebedarf entsprechen. Dieser liegt bei 71.53 kWh/(qm*a).


Nein, denn das stimmt schon von den Einheiten nicht.

Heizlast ist eine Leistung und hat als Einheit (k)W.

Unbedingt die Heizlast berechnet lassen!!!

Zitat:
Als Stein haben wir ein 36.5 Isoliermauerwerk ( 0.11 )


Bei lambda=0,11 und 36,5cm hast du dann einen U-Wert von 0,28

Das ist an sich nicht gut, da hat mein komplettes Haus einen besseren Wert.
Man sollte bei der Wand einen Wert unter 0,2 anstreben. Ich glaub nicht, dass das alleine durch den Putz möglich sein wird.

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DJSportbilly

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@ RORO

Ich dachte eine Aussenmauer von 36,5 wäre schon gut.

Welche Möglichkeit besteht von den Steinen her denn sonst noch?

Ist die Heizlast im Energienachweis angegeben?

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gergenerdwaerme

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djsportbilly:
Zunächst ist den Ausführugnen von roro nichts hinzuzufügen: lass eine genaue Wärmebedarfsberechnung machen (ohne sie kann Dir kein Forumsteilnehmer helfen)
Dann schau Dir mal die COP-Werte an (Wirkungsgrad der einzelnen Maschinen)
Luft/Wasser: cop Werte bei plus 7 Grad C (im Winter ist es öfters darunter) Hinzu kommen lt. Deinen Angaben noch HEIZSTÄBE! Wenn ich das Wort höre im Zusammenhang mit Wärmepumpen wird's mir ganz anders) Wenn Du eine Luft-WP einbaust, mußt Du dann nicht nach den neuesten Vorschriften noch 'ne Solaranlage auf's Dach montieren?
WP: bei Direktverdampfer z.B. liegen die Wirkungsgrade bei 0°/35°/30° bei 4,7 ! (Wenn ich das mal hochrechne auf die Luft-T von + 7° kannst Du Dir ausrechnen um wieviel wirtschaftlicher eine DV-WP ist)
Sobald der Wärmebedarf feststeht solltest Du Dir von den verschiedenen WP-Typen ANGEBOTE besorgen. Dann kannst Du entscheiden.
Gruß Kurt

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Gergen-Erdwärme

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roro

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Zitat:
Ich dachte eine Aussenmauer von 36,5 wäre schon gut.


Als Speichermasse schon, als Dämmung eher schlechter Durchschnitt.

Zitat:
Welche Möglichkeit besteht von den Steinen her denn sonst noch?


Wie weit bist Du beim Bau schon?
Nachträglich ist es schwer etwas zu ändern, um zus. Dämmung wirst Du nicht herumkommen.

Zitat:
Ist die Heizlast im Energienachweis angegeben?


Nein, die Zahlen im Energienachweis können max. als Grundlage dienen.
Jeder "gute" HZB, der Dir eine WP anbietet, sollte aber vorher die benötigte Heizlast errechnen und nicht nur abschätzen.

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DJSportbilly

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[quote="roro"]
Zitat:
Ich dachte eine Aussenmauer von 36,5 wäre schon gut.


Als Speichermasse schon, als Dämmung eher schlechter Durchschnitt.

Zitat:
Welche Möglichkeit besteht von den Steinen her denn sonst noch?


Wie weit bist Du beim Bau schon?
Nachträglich ist es schwer etwas zu ändern, um zus. Dämmung wirst Du nicht herumkommen.

Das Ausschachten der Bodenplatte hat begonnen.

Welche zusätzliche Dämmung käme in Frage?

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roro

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Mit zus. 10cm XPS hättest Du eine Wert von 0,16.

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Oswald

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hallo!

Welche Dämmung noch in Frage kommt?
Na: Zwischen Putz und Wand noch was dazwischen!

Da gibts gut ein dutzend verschiedene Dämmmateriallien, die man dazu hernehmen kann.
Der Mehrpreis für den Wandaufbau ist bei einem Durchschnittshaus bestimmt für wenige tausend Euro einplanbar.

Der Minderverbrauch wird die Mehrkosten sicherlich recht zeitnah ausgleichen.
Je stärker die Energiekosten steigen umso schneller gehts! Wink


Grüsse
Oswald

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DJSportbilly

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Heizlast = 7 KW

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