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Erdwärme, Wärmepumpe, Erdkollektoren, Wasserwärmepumpen, Bohrungen, Sonden
Alexa

Beitragvon Alexa » 31.08.2005 16:37 Uhr

Hallo,
zu Zeit planen wir den Neubau unseres Einfamilienhauses. Nun stehen wir vor der für uns schwierigen Entscheidung, wie wir heizen wollen.
Zur Wahl stehen Gas, Wärmepumpe oder Wärmepumpe in Kombination mit Erdwärme. Von einer Wärmepumpe haben wir in unserem Bekanntenkreis auch schon negative Berichte gehört, es stellt sich nur die Frage lag es an der ausführenden Firma oder ist die Technik nur noch nicht ausgereift?
Mit Gas hätten wir eine eher konventionelle Lösung gefunden, wobei ich speziell die steigenden Kosten für Gas noch im Hinterkopf habe.
Hat jemand evtl positive Erfahrungen mit Wärmepumpe gemacht und wie sieht das mit Erdwärme aus? Da habe ich bisher auch den Eindruck, dass das noch nicht sehr oft im privaten Bereich realisiert wurde.

Vielen Dank im voraus
Alexa

Enzfellner

Beitragvon Enzfellner » 31.08.2005 16:37 Uhr

Hallo Alexa

Ich kann Ihnen für die Heizung eine Wärmepumpe wärmstens empfehlen. Die Technik ist seit langem ausgereift.
Leider lassen sich viele Leute aus Unwissenheit über die Technik einer Wärmepumpe vom Einbau einer solchen abschrecken. Die Technik ist die gleiche wie bei einem Kühlschrank nur das die kalte Seite bei der Wärmepumpe (im Kühlschrank innen) im Erdreich ist und die warme Seite der Wärmepumpe (Kühlschrank Rückseite) ist im Haus.

Wie lange gibts schon Kühlschränke?

Ich habe bereits seit 8 Jahren eine Wärmepumpe und bin voll zufrieden. Ich beheize zur Zeit ein Stockwerk (130 m2)meines Hauses und habe Heizkosten von ca 350.-- Euro (Strom)pro Jahr!!
In diesen Kosten ist auch die Umwälzpumpe für die Fußbodenheizung mit eingerechnet die alleine 1/3 der Stromkosten ausmacht. (Auch eine Öl- oder Gasheizung braucht diese Pumpe)
Ich schätze, ich habe mir in den letzten 8 Jahren ca. 8.000,-- - 10.000,-- Euro an Heizkosten gespart, wenn ich mit Öl oder Gas geheizt hätte.

Außerdem brauche ich keinen Tankraum für das Öl oder einen anderen Brennstoff, keinen Tank und keinen Kamin und Rauchfangkehrerkosten habe ich auch nicht. Ein Rauchfangkehrer wird Ihnen sicher keine Wärmepumpe empfehlen.

Wartungskosten habe ich auch keine, deshalb verkaufen die Installateure eine Wärmepumpe nicht so gerne, da hier keine regelmäßigen Wartungsarbeiten anfallen wie bei einer Öl- oder Gasheizung, daher wird Ihnen auch ein Installateur nicht unbedingt eine Wärmepumpe empfehlen.
Einzig der Kompressor bei einer Wärmepumpe soll nach 10 bis 20 Jahren zum austauschen sein.

Hier ein paar Tips:

Nur eine Wärmepumpe mit Direktverdampfer verwenden!
Bei einer Wasser - Wasser Wärmepumpe benötigt die Pumpe für das Zupumpen von Wasser zur Wärmepumpe und durch den Wärmetauscher eine Menge Strom. Außerdenm gibt es immer wieder Probleme mit verstopften Filtern, Pumpenausfall usw. was natürlich auch mit nicht unerheblichen Wartungskosten (und Ärger) verbunden ist.
(Ich kann mir vorstellen das dadurch einige Wärmepumpenbesitzer verärgert sind.)

Auch eine Luft - Wasser Wärmepumpe ist fürs Heizen nicht geeignet.

Ich habe meine Verdampferrohre für die Wärmepumpe (man benötigt an Fläche ca. die doppelte Wohnfläche) in feuchte oder nasse Umgebung verlegt, da hier die Wärmeentnahme aus dem Erdreich am Besten ist (ca. 100-130cm tief).

Nur Fußbodenheizung oder Wandheizung keine Heizkörper verwenden. Heizkörper brauchen eine höhere Heizungstemperatur und sind daher unwirtschaftlich.

Fußbodenheizungsrohre sehr eng verlegen (ca. 10 cm, im Bad 5 cm) da die Vorlauftemperatur (ich habe 25 - 30 Grad) dann niedriger sein kann und der Wirkungsgrad und auch die Wohnqualität wesentlich besser ist.
Die Mehrkosten an Material zahlen sich auf jeden Fall aus.

Das Warmwasser bereite ich im Sommer mit einem Sonnenkollektor und im Winter mit dem Vorlauf der Wärmepumpe und dann bis auf die Brauchwassertemperatur (ca. 40 - 45 °C) elektrisch.

Ich finde eine Wärmepumpe hat nur Vorteile und die Anschaffungskosten einer Wärmepumpe sind auch nicht höher als die einer anderen Heizung, teilweise sogar niedriger.
Ich habe vor 8 Jahren für meine Wärmepumpe 4.300,-- Euro, für die Verdampferrohre (Kupfer) 1.500,-- Euro, die Fußbodenheizungsrohre (Velta) und Verteiler usw. 2.000,-- Euro bezahlt. Die Inbetriebnahme der Pumpe kostete ca. 700,--Euro, also alles zusammen 8.500,-- Euro an Material ohne Arbeit.(Die Arbeit habe ich selber gemacht)

Möglicherweise gibt es für Sie auch noch eine finanzielle Förderung bei Anschaffung einer Wärmwpumpe.

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